{"id":11869,"date":"2006-12-05T00:10:00","date_gmt":"2006-12-04T23:10:00","guid":{"rendered":"http:\/\/.\/?p=11869"},"modified":"2012-05-25T15:24:12","modified_gmt":"2012-05-25T13:24:12","slug":"11869","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2006\/12\/11869\/","title":{"rendered":"USA: Wahlschlappe f&#252;r Bush"},"content":{"rendered":"<p>  <img align=\"left\" src=\"\/media\/2006\/bush.jpg\">  Die Fassade br&#246;ckelt: Die Supermacht USA steht vor gewaltigen   au&#223;enpolitischen, aber auch wachsenden wirtschaftlichen Problemen<br \/> F&#252;r George W. Bush und die Neokonservativen ist eine Welt zusammengebrochen.   Bei den Kongresswahlen am 7. November verloren die Republikaner sowohl   im Repr&#228;sentantenhaus als auch im Senat die Mehrheit.<!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <i>von Katie Quarles, Minneapolis<\/i><\/p>\n<p>  Am Wahltag gaben 57 Prozent der W&#228;hlerInnen in Umfragen an, die   Irak-Politik abzulehnen. 40 Prozent sollen nur deshalb f&#252;r die   Demokraten votiert haben, weil sie Bush eins auswischen wollten. In der   Regel dominieren bei den Kongresswahlen innenpolitische Themen. Diese   Wahl hingegen wurde prim&#228;r als eine Abstimmung &#252;ber den Irak-Krieg   gesehen. Neben der Irak-Frage waren es die Korruptionsskandale, die das   Verhalten vieler W&#228;hlerInnen bestimmten.<\/p>\n<h5>  Irak-Kurs eine Abfuhr erteilt<\/h5>\n<p>  Die Demokraten legten gegen&#252;ber den Republikanern bei den Sitzen f&#252;r das   Repr&#228;sentantenhaus um sieben Prozent zu. Doch die Wut gegen Bush und der   Umschwung im Bewusstsein sind viel bedeutsamer, als es diese sieben   Prozent zum Ausdruck bringen. Umfragen zeigen an, dass George W. junior   nur noch 34 Prozent Zustimmung genie&#223;t (im Vergleich zu den 51 Prozent   kurz vor der Pr&#228;sidentschaftswahl 2004 und den 73 Prozent im April 2003,   kurz nach Beginn des Irak-Krieges).<\/p>\n<p>  In vielen Orten konnten W&#228;hlerInnen unverbindlich dar&#252;ber abstimmen, ob   die Truppen in n&#228;chster Zeit aus dem Irak abgezogen werden sollen. Daf&#252;r   stimmte eine Mehrheit in allen zehn St&#228;dten von Wisconsin, wo die Frage   auf dem Stimmzettel stand; gleiches gilt f&#252;r die entsprechenden elf Orte   in Illinois und fast alle der 139 befragten Ortschaften in   Massachussetts.<\/p>\n<h5>  Bush vor einem Kurswechsel?<\/h5>\n<p>  Verteidigungsminister Donald Rumsfeld wurde zum S&#252;ndenbock gestempelt   und durch den fr&#252;heren CIA-Chef Robert Gates abgel&#246;st. Bis zum   Jahresende will die schon im M&#228;rz vom Kongress eingesetzte Kommission   unter Ex-Au&#223;enminister James Baker ihre Empfehlungen vorlegen. Zu   erwarten ist ein Pl&#228;doyer gegen eine langfristige Aurechterhaltung der   derzeitigen Truppenst&#228;rke.<\/p>\n<p>  Beides markiert den wieder erstarkten Einfluss der alten Riege um Bush   senior im Lager der Republikaner. Der fr&#252;here US-Pr&#228;sident Bush senior   war nicht vom Irak-Krieg &#252;berzeugt gewesen, aber erstmal verstummt, als   es aus Sicht der Herrschenden in den USA erfolgreich schien.<\/p>\n<p>  Auch wenn sich die Kr&#228;fteverh&#228;ltnisse im Lager der Republikaner jetzt   verschieben, ist ein umfassender Truppenabzug nicht in Sicht.   Schlie&#223;lich m&#252;sste das US-Establisment im Irak Chaos, B&#252;rgerkrieg und   einen gewaltigen Gesichtsverlust bef&#252;rchten &#8211; abgesehen von ihren   &#246;konomischen und geostrategischen Interessen im Nahen Osten.<\/p>\n<h5>  Soziale Fragen<\/h5>\n<p>  Dass Besch&#228;ftigte auch mit ihrer materiellen Situation alles andere als   zufrieden sind, signalisieren die Volksentscheide &#252;ber die Erh&#246;hung des   gesetzlichen Mindestlohns, an der sich die W&#228;hlerInnen am 7. November in   sechs Bundesstaaten &#8211; &#252;brigens allesamt traditionell Hochburgen der   Republikaner &#8211; ebenfalls beteiligen konnten. Durch die Bank wurden sie   mit &#252;berwiegender Mehrheit angenommen.<\/p>\n<p>  Die Wahlniederlage von Bush wird von einer Reihe h&#228;rterer Arbeitsk&#228;mpfe   begleitet. In Houston, Texas, konnten 5.300 Reinigungskr&#228;fte eine   Verdoppelung ihrer Einkommen bis 2009 erstreiken. F&#252;r viele von ihnen   wird es zum ersten Mal so etwas wie einen bezahlten Urlaub geben (von   sechs Tagen im Jahr).<\/p>\n<h5>  Politik der Demokraten<\/h5>\n<p>  Die Demokraten haben &#252;berhaupt nicht vor, die Truppen aus dem Irak   abzuziehen. Howard Dean, ein sogenannter linker Demokrat, sagte direkt   nach den Wahlen: &#8222;Jetzt k&#246;nnen wir den Irak nicht verlassen. Wir m&#252;ssen   die Situation erstmal stabilisieren.&#8220; Wenn es nach Hilary Clinton geht,   die als n&#228;chste Pr&#228;sidentschaftskandidatin der Demokraten gehandelt   wird, dann soll das Truppenkontingent kurzfristig sogar noch aufgestockt   werden.<\/p>\n<p>  Die F&#252;hrung der Demokraten sorgte daf&#252;r, dass bei den Vorwahlen   &#252;berwiegend rechtere KandidatInnen das Rennen machten. Wo ihnen das   nicht gl&#252;ckte, war in Connecticut. Dort verlor ein bekannter   konservativer Demokrat, Joe Lieberman, der den Irak-Krieg unterst&#252;tzt   hatte, gegen den unbekannten Ned Lamont, der die Truppen aus dem Irak   abziehen wollte. Bei der Wahl im November hat Lieberman dann gegen   Lamont als Parteiloser kandidiert und gewonnen &#8211; weil zwei Drittel der   Anh&#228;nger der Republikaner ihn an Stelle ihres eigenen Kandidaten w&#228;hlten. <\/p>\n<h5>  &#8222;Republikraten&#8220;<\/h5>\n<p>  Die Republikaner steckten 559 Millionen Dollar in den Wahlkampf. Die   Demokraten verpulverten 456 Millionen.<\/p>\n<p>  Kurz vor den Wahlen, als klar wurde, dass die Demokraten wenigstens das   Repr&#228;sentantenhaus &#252;bernehmen werden, haben mehrere Konzerne wie zum   Beispiel UPS, Hewlett-Packard und Lockheed Martin gro&#223;e Spenden an die   Demokraten gemacht.<\/p>\n<p>  Das Geld kommt oft von denselben Konzernen, die auch an Republikaner   gespendet haben. Das zeigt einmal mehr, dass auch die Demokraten eine   Partei des Big Business sind.<\/p>\n<p>  Das Zwei-Parteien-System funktioniert bis-lang gut f&#252;r die gro&#223;en   Konzerne. Wenn die ArbeiterInnen die Nase voll haben von der einen   Partei, k&#246;nnen sie die andere w&#228;hlen &#8211; ohne dass sich substanziell etwas   &#228;ndert.<\/p>\n<h5>  Neue Partei n&#246;tig<\/h5>\n<p>  Das macht deutlich, dass in den USA eine Arbeiterpartei aufgebaut werden   muss &#8211; eine Partei, welche die massive Wut gegen Bush,   Betriebsschlie&#223;ungen und die Kriegspolitik nutzt und einen ernsthaften   Kampf organisiert.<\/p>\n<p>  Das Beispiel der amerikanischen Gr&#252;nen zeigt auf, dass eine Offenheit   f&#252;r eine neue Partei schon existiert. Die Partei der Gr&#252;nen ist die   einzige gr&#246;&#223;ere Partei, die gegen den Krieg ist und Kritik an der   Politik der Gro&#223;konzerne &#252;bt. Die Gr&#252;nen konnten auch die   B&#252;rgermeisterwahl in Richmond, Kalifornien, f&#252;r sich entscheiden und   einige Stadtratssitze gewinnen. Die Gr&#252;nen stellen das kapitalistische   System jedoch nicht in Frage und sehen auch nicht, dass die   Arbeiterklasse die entscheidende Kraft in der Gesellschaft ist, um   grundlegende Ver&#228;nderungen zu erk&#228;mpfen. Allerdings existiert ein Kreis   vonLinken in der Partei, der beim Aufbau einer neuen politischen Kraft   mitwirken k&#246;nnte &#8211; sollte er sich daf&#252;r entscheiden, Arbeiterinteressen   konsequent aufzugreifen.<\/p>\n<p>  Linke AktivistInnen in den USA sehen sich durch den Wahlausgang   ermutigt. Gleichzeitig gibt es eine breite Schicht in der arbeitenden   Bev&#246;lkerung, die noch hofft, dass sich mit dem Wahlerfolg der Demokraten   die Dinge nun in ihrem Sinn &#228;ndern. Sie werden ihre Erfahrungen machen.   Die Fortsetzung der Kriegspolitik und die wachsenden &#246;konomischen und   sozialen Schwierigkeiten werden die Ablehnung gegen die &#8222;Republikraten&#8220;   enorm verst&#228;rken.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>      <img align=\"left\" src=\"\/media\/2006\/bush.jpg\"><br \/>\n      Die Fassade br&#246;ckelt: Die Supermacht USA steht vor gewaltigen<br \/>\n      au&#223;enpolitischen, aber auch wachsenden wirtschaftlichen Problemen<br \/>\nF&#252;r George W. Bush und die Neokonservativen ist eine Welt zusammengebrochen.<br \/>\n      Bei den Kongresswahlen am 7. 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