{"id":11835,"date":"2006-11-17T15:12:34","date_gmt":"2006-11-17T15:12:34","guid":{"rendered":".\/?p=11835"},"modified":"2006-11-17T15:12:34","modified_gmt":"2006-11-17T15:12:34","slug":"11835","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2006\/11\/11835\/","title":{"rendered":"Partymeister des Tages: Peter Dussmann"},"content":{"rendered":"<p>  <img align=\"left\" src=\"\/media\/2006\/Ladenschluss_verdiNord.gif\">  Bei den Bossen im Einzelhandel knallen die Champagnerkorken. Der Grund:   Ab heute gibt es in Berlin keinen Ladenschlu&#223; mehr.<!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <i>von Daniel Behruzi, zuerst erschienen in der <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2006\/11-17\/046.php\"> jungen Welt, 17. November<\/a><\/i><\/p>\n<p>  Der Partymeister: Peter Dussmann, Chef des gleichnamigen   &#187;Kulturkaufhauses&#171; an der Friedrichstra&#223;e und Besitzer eines Konzerns   mit weltweit mehr als 50 000 Besch&#228;ftigten. F&#252;r Freitag abend l&#228;dt   dieser zur &#187;Ladenschlu&#223;-Killer-Party&#171;, mit der &#187;die neue Freiheit beim   Einkauf&#171; zelebriert werden soll. Auf der G&#228;steliste stehen sicherlich OB   Klaus Wowereit (SPD) und seine Kumpels von der Linkspartei.PDS. Haben   diese doch Dussmanns jahrelang erhobene Forderung nach vollst&#228;ndiger   Abschaffung des Ladenschlusses erf&#252;llt und das entsprechende Gesetz auch   noch dienstbeflissen und in unglaublichem Tempo durch die   parlamentarischen Gremien gejagt. Nicht nur, da&#223; die Senatskoalition auf   die &#252;bliche Er&#246;rterung in Fachaussch&#252;ssen und die dritte Lesung im   Abgeordnetenhaus verzichtet hat &#8211; sogar der Druck des Amtsblattes wurde   um eine Woche vorgezogen.<\/p>\n<\/p>\n<p>  Dussmann &#8211; der gerne dar&#252;ber spricht, da&#223; &#187;die Deutschen wieder lernen   sollten zu dienen, aber auch sich bedienen zu lassen&#171; &#8211; hatte zuvor   verk&#252;ndet, er werde sein Kaufhaus ab Freitag l&#228;nger &#246;ffnen, egal ob das   Gesetz bis dahin in Kraft getreten ist oder nicht. Prompt reagierten die   Dussmann-Diener im Senat und pa&#223;ten die Gesetzgebung den W&#252;nschen des   Herrn an. Dessen Bedienstete m&#252;ssen jetzt in der Woche bis 24 Uhr und   Freitagnachts durchgehend B&#252;cher und CDs an die Kunden bringen. Grund   genug, &#187;mit Livemusik und einem Glas Prosecco&#171; darauf anzusto&#223;en. Nichts   zu Feiern gibt es hingegen f&#252;r die Besch&#228;ftigten, deren Kinder sich   k&#252;nftig allein ins Bett bringen m&#252;ssen. Auch bei kleineren Buchl&#228;den, in   denen n&#228;chtliche Einkaufsbummel wohl weiterhin nicht m&#246;glich sein   werden, d&#252;rfte sich die Freude in Grenzen halten.<\/p>\n<\/p>\n<p>  Dussmann verdankt sein Firmenimperium in weiten Teilen der   Privatisierung &#246;ffentlicher Dienstleistungen. In Berlin war dies zuletzt   beim Teilverkauf des aus der Charit&#233; ausgegliederten &#187;Facility   Managements&#171; der Fall, wo Besch&#228;ftigten laut ver.di teilweise   Stundenl&#246;hne von 3,99 Euro angeboten werden. Mangelnde Kontinuit&#228;t bei   der Beg&#252;nstigung von Privatunternehmern m&#252;ssen sich SPD und   Linkspartei.PDS jedenfalls nicht vorwerfen lassen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>      <img align=\"left\" src=\"\/media\/2006\/Ladenschluss_verdiNord.gif\"><br \/>\n      Bei den Bossen im Einzelhandel knallen die Champagnerkorken. 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