{"id":11817,"date":"2006-11-01T09:26:57","date_gmt":"2006-11-01T08:26:57","guid":{"rendered":"http:\/\/.\/?p=11817"},"modified":"2017-07-06T13:50:40","modified_gmt":"2017-07-06T11:50:40","slug":"11817","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2006\/11\/11817\/","title":{"rendered":"K&#228;mpfen lohnt sich!"},"content":{"rendered":"<p>  Der Streik bei BSH war ein politischer Erfolg &#8211; der Abbruch des Streiks   ein politischer Skandal! &#8211; Flugblatt der SAV zum Streikende bei BSH   Berlin <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <b>Liebe Kolleginnen und Kollegen, <\/b>    <\/p>\n<p>  nach 26 Tagen eines beeindruckenden Streiks f&#252;r den Erhalt Eurer   Arbeitspl&#228;tze musstet Ihr die Arbeit wieder aufnehmen, obwohl eine   deutliche Mehrheit der Belegschaft sich in der Urabstimmung und in den   Streikversammlungen f&#252;r eine Fortsetzung des Streiks ausgesprochen   hatte. Die Wut und Entt&#228;uschung waren und sind unter Euch zurecht gro&#223;.   Einige von Euch werden sich vielleicht fragen, ob der Streik &#252;berhaupt   einen Sinn gemacht hat, andere &#252;berlegen sicher aus der IG Metall   auszutreten. <\/p>\n<p>  Die SAV hat Euren Kampf von Anfang an unterst&#252;tzt. Wir haben mit Euch   den Streik-Abbruch der IG Metall verurteilt und Vorschl&#228;ge f&#252;r eine   Fortsetzung des Kampfes gemacht. Wir sind der Meinung: Ihr habt viel   erreicht und k&#246;nnt stolz auf Euren Kampf sein! Das ist keine Floskel und   soll nicht von dem skandal&#246;sen Verhalten der IG Metall ablenken. Im   Gegenteil sind wir der Meinung, dass es jetzt darauf ankommt, Lehren und   Konsequenzen zu ziehen. Dabei k&#246;nnen die aktiven Kolleginnen und   Kollegen Eurer Belegschaft eine wichtige Rolle spielen. Wir wollen Euch   mit diesem Flugblatt ein paar Ideen und Vorschl&#228;ge mitteilen.<\/p>\n<p>  <b>K&#228;mpfen lohnt sich!<\/b><\/p>\n<p>  Die Art und Weise des Streikabbruchs zeigt, dass Euer Streik eine   Wirkung erzielt hat. Die Siemens-Bosse hatten richtig Angst vor der   geplanten Kundgebung in M&#252;nchen. Und die Spitzenfunktion&#228;re der IG   Metall offensichtlich auch. Es ist kein Geheimnis, dass die IG   Metall-F&#252;hrung in Bayern Eure Kundgebung nicht gerne sah und sich   weigerte daf&#252;r zu mobilisieren. Auch die, stark von gewerkschaftlichen   Funktion&#228;ren gepr&#228;gte, WASG M&#252;nchen rief ihre Mitglieder erst zwei Tage   vor dem Kundgebungstermin auf daran teilzunehmen &#8211; nachdem Lucy Redler   von der WASG Berlin sie schriftlich dazu aufgefordert hatte. <\/p>\n<p>  Warum diese Angst? Siemens war durch die BenQ-Pleite und die Debatte   &#252;ber Managergeh&#228;lter einerseits und &#8222;neue Unterschicht&#8220; andererseits   unter erheblichen &#246;ffentlichen Druck geraten. Eine Kundgebung vor der   Konzernzentrale h&#228;tte den Image-Schaden stark vergr&#246;&#223;ert. Vor allem aber   h&#228;tte eine Kundgebung, an der sich nicht nur 600 oder BSH-Kollegen, ihre   Angeh&#246;rigen und solidarische Unterst&#252;tzer aus Berlin beteiligt h&#228;tten,   sondern auch Delegationen anderer Belegschaften, vor allem von BenQ aus   Kamp Lintfort einen wichtigen Schritt hin zu gemeinsamem Widerstand   verschiedener Belegschaften gegen Arbeitsplatzvernichtung und   Werksschlie&#223;ungen bedeutet. <\/p>\n<p>  Und genau darin besteht die gro&#223;e Bedeutung und der politische Erfolg   Eures Kampfes. Ihr habt den Kampf f&#252;r Euer Werk nicht &#8222;egoistisch&#8220;   gef&#252;hrt. Ihr habt nicht die Standort-Brille aufgesetzt. Ihr habt ihn als   Beitrag zum Kampf gegen Arbeitsplatzvernichtung und Sozialabbau im   Allgemeinen verstanden. Ihr habt deutlich gemacht: Solidarit&#228;t ist keine   Einbahnstra&#223;e. Dadurch, dass Ihr andere BSH-Standorte und andere von   Entlassungen betroffene Belegschaften auf Eurem Marsch der Solidarit&#228;t   besucht habt, habt Ihr den Finger in die Wunde des kapitalistischen   Systems gelegt. Denn Werksschlie&#223;ungen und Massenentlassungen sind keine   betriebswirtschaftlichen Unf&#228;lle, sondern sind Folge der Profitlogik des   Kapitalismus. Und die Kapitalisten kommen mit Ihren dreisten Ma&#223;nahmen   durch, wenn die Arbeiterinnen und Arbeiter sich spalten lassen und nicht   geschlossen zur Wehr setzen. Euer Kampf war eine Ma&#223;nahme gegen die   Spaltung. Deshalb war er politisch und deshalb war er so wichtig.<\/p>\n<p>  Dabei seid Ihr auch der IG Metall-F&#252;hrung in die Quere gekommen. Diese   betreibt schon lange eine Politik des Co-Managements. Statt konsequentem   und entschlossenem Widerstand wird die Standort- und Profitlogik der   Kapitalisten nicht in Frage gestellt und wird nur noch versucht das   Schlimmste zu verhindern. Niederlagen von Streiks wie bei AEG in   N&#252;rnberg und bei CNH in Berlin sind die Folge. Den hauptamtlichen   Funktion&#228;ren ist bei solchen Streiks nicht wichtiger, als dass sie die   Kontrolle dar&#252;ber behalten. Ihr habt begonnen eine selbst&#228;ndige   Vernetzung von unten anzusto&#223;en und das gef&#228;llt den B&#252;rokraten in der   Gewerkschaft nicht. Au&#223;erdem wollten sie offensichtlich Ruhe f&#252;r einen   Deal bei BenQ &#8211; da passte Eure Kundgebung in M&#252;nchen &#252;berhaupt nicht in   die gewerkschaftliche Verzichtsstrategie. <\/p>\n<p>  <b>Das Ergebnis<\/b><\/p>\n<p>  Die IG Metall sagt, das von ihr abgeschlossene Ergebnis sei ein Erfolg.   Schlie&#223;lich sei zum ersten Mal ein Schlie&#223;ungsbeschluss r&#252;ckg&#228;ngig   gemacht worden. Es stimmt: das ist ein Erfolg. Dieser Erfolg wurde aber   teuer durch 216 betriebsbedingte K&#252;ndigungen, enormen Lohnverzicht, eine   schlechte Abfindungsregelung erkauft. Und vor allem gibt es keinerlei   Garantie darauf, dass das Werk nach 2010 fortbesteht. Im Gegenteil: die   Tatsache, dass es keine Investitionszusagen gibt  macht deutlich, dass   hier einem Tod auf Raten zugestimmt wurde. <\/p>\n<p>  Vor allem w&#228;re aber mehr drin gewesen. Denn Euer Streik wurde genau in   dem Moment abgew&#252;rgt, als er begann, eine gr&#246;&#223;ere Wirkung zu entfalten.   Das &#8222;Argument&#8220;, die Kundgebung in M&#252;nchen w&#228;re ein Misserfolg geworden,   ist in doppelter Hinsicht faul. Erstens l&#228;ge die Verantwortung daf&#252;r bei   der IG Metall-F&#252;hrung und niemandem sonst, insbesondere die bayrische IG   Metall F&#252;hrung hat sich geweigert zu der Kundgebung zu mobilisieren.   Zweitens konnte niemand ernsthaft 10.000 Demonstranten erwarten, das hat   auch die Gesch&#228;ftsleitung zu keinem Zeitpunkt. Hier war die Qualit&#228;t   entscheidender als die Quantit&#228;t. Eine Kundgebung, an der selbst&#228;ndig   Delegationen verschiedener Betriebe, insbesondere von BenQ Kamp Lintfort   und BSH, teilgenommen h&#228;tten, w&#228;re ein politischer Erfolg gewesen, auch   wenn daran &#8222;nur&#8220; 1.500 Kolleginnen und Kollegen teilgenommen h&#228;tten. <\/p>\n<p>  Vor diesem Hintergrund ist es besonders skandal&#246;s, dass Teil der   Vertrages der Verzicht auf Protestaktionen au&#223;erhalb Berlins ist. Damit   hat die IG Metall-F&#252;hrung nicht nur Euch das gr&#246;&#223;te Druckpotenzials   genommen, sondern auch die Kollegen anderer Betriebe, die gemeinsam mit   Euch protestieren wollten, im Regen stehen lassen. <\/p>\n<p>  Euer Streik war ein politischer Erfolg &#8211; das Verhandlungsergebnis ein   schlechter Kompromiss!<\/p>\n<p>  <b>Wof&#252;r k&#228;mpfen?<\/b><\/p>\n<p>  Ihr habt immer wieder in der &#214;ffentlichkeit betont, dass Ihr Euren Kampf   um den Erhalt aller Arbeitspl&#228;tze f&#252;hrt. Gleichzeitig hat die IG Metall   Verhandlungen &#252;ber einen Sozialtarifvertrag aufgenommen, was   gleichbedeutend ist mit einer Akzeptanz mindestens von   Arbeitsplatzvernichtung, wenn nicht sogar der Werksschlie&#223;ung. Dies   wurde oft damit begr&#252;ndet, dass nur durch Sozialtarifverhandlungen ein   legaler Streik gef&#252;hrt werden kann und die Forderungen f&#252;r einen   Sozialtarifvertrag so hoch gestellt werden, dass es f&#252;r das Unternehmen   zu teuer w&#228;re, dem zuzustimmen. Aber schon vor dem Streikbeginn wurde in   der &#214;ffentlichkeit davon gesprochen, die Produktion mit 400 Kollegen   fortzusetzen und zwanzig Prozent Lohneinbu&#223;en zu akzeptieren. Das zeigt:   die IG Metall-F&#252;hrung war von Beginn an zu weitgehenden Zugest&#228;ndnissen   bereit, obwohl Bosch-Siemens hohe Gewinne einf&#228;hrt und es nicht einmal   betriebswirtschaftlich eine nachvollziehbare Argumentation f&#252;r die   Schlie&#223;ung des Werkes gibt, au&#223;er eben die, dass anderswo noch mehr   Profite eingefahren werden k&#246;nnen. <\/p>\n<p>  Um den Kampf erfolgreich zu f&#252;hren, war es richtig ihn politisch zu   f&#252;hren und Forderungen wie das Verbot von Entlassungen (bei Betrieben,   die schwarze Zahlen schreiben) und dem politischen Streikrecht   aufzuwerfen. Im Falle eines Konzerns, der eine halbe Milliarde Euro   Gewinn macht und gleichzeitig hunderte Arbeiter auf die Stra&#223;e werfen   will, w&#228;re es aber angebracht gewesen, die Politisierung des Kampfes   noch weiter zuzuspitzen. Das h&#228;tte dadurch geschehen k&#246;nnen, dass die   Forderung nach Enteignung und &#220;berf&#252;hrung des Werks in &#246;ffentliches   Eigentum aufgestellt wird. Diese Forderung h&#228;tte deutlich gemacht, dass   die Allmacht der Privateigent&#252;mer von Betrieben &#252;ber das Leben der   Besch&#228;ftigten nicht akzeptiert werden muss. <\/p>\n<p>  Das h&#228;tte gleichzeitig die Frage aufgeworfen: in welcher Gesellschaft   leben wir eigentlich? Wer kontrolliert sie und f&#252;r wen funktioniert sie?   Man h&#228;tte einen ersten Schritt der Arbeiterbewegung raus aus der   politischen Defensive der letzten Jahre machen k&#246;nnen und der   neoliberalen Ideologie etwas entgegensetzen k&#246;nnen. Das bedeutet, dass   man nicht bereit ist, die kapitalistischen Sachzw&#228;nge und Regeln zu   akzeptieren und einem solchen Auseinandersetzung eine &#252;ber den   Kapitalismus hinausweisende, letztlich sozialistische, Perspektive gibt.   Das ist keine Ablenkung von dem Kampf um ein bestimmtes Werk, sondern   eine n&#246;tige Voraussetzung, damit ein solcher Kampf eben gesellschaftlich   und politisch gef&#252;hrt werden kann.<\/p>\n<p>  <b>Wie k&#228;mpfen?<\/b><\/p>\n<p>  Die IG Metall-F&#252;hrung hat Euren Streik gegen Euren Willen abgebrochen.   Die Berufung auf die Satzung der Gewerkschaft, die vorsieht das ein   Streik nur bei 75-prozentiger Zustimmung gef&#252;hrt werden kann, kann das   Verhalten der IG Metall-Spitze nicht rechtfertigen. Es kann nicht   angehen, dass 147 Kollegen &#252;ber die K&#252;ndigung von 216 entscheiden. Hier   ist die Satzung schlicht und einfach undemokratisch. Sie muss ge&#228;ndert   werden &#8211; und bis sie nicht ge&#228;ndert wurde, sollte ihr nicht sklavisch   gefolgt werden. Euer Votum war eindeutig. Die IG Metall-Spitze h&#228;tte den   Streik  fortsetzen k&#246;nnen. <\/p>\n<p>  Das Kind war aber schon vorher in den Brunnen gefallen. Als bei der   Torbesetzung am Montag fr&#252;h das Ger&#252;cht die Runde machte, dass es eine   Einigung bevor steht und die Kundgebung in M&#252;nchen deshalb   m&#246;glicherweise abgesagt wird, h&#228;tte gehandelt werden m&#252;ssen. Eine   Streikversammlung der gesamten Belegschaft h&#228;tte einberufen werden   sollen und diese h&#228;tte beschlie&#223;en sollen, dass keine Unterschrift unter   eine Vereinbarung gesetzt werden darf, bevor diese nicht auf einer   Streikversammlung diskutiert wurde und dort Zustimmung gefunden hat. Das   w&#228;re ein Schritt gewesen, die Auseinandersetzung und die Verhandlungen   unter die Kontrolle der Streikenden zu bekommen.<\/p>\n<p>  Euer Zwei-Drittel-Votum gegen den ausgehandelten Kompromiss kam einer   Rebellion gegen die IG Metall-F&#252;hrung gleich und war in der Geschichte   der IGM ein einmaliger Vorgang. Es war gleichzeitig ein politisches   Signal in mehrerer Hinsicht. Erstens: Es reicht! Wir sind nicht bereit   weitere Entlassungen und Lohnk&#252;rzungen hinzunehmen! Zweitens: Wir wollen   unsere K&#228;mpfe selber kontrollieren und brauchen demokratische und   k&#228;mpferische Gewerkschaften.<\/p>\n<p>  Es war richtig von Euch, den IGM Bezirksleiter Olivier H&#246;bel alleine im   Streikzelt stehen zu lassen und es war richtig die Streikversammlung   danach ohne die hauptamtlichen IGM-Funktion&#228;re fortzusetzen. In diesem   Moment h&#228;tte die Streikversammlung jedoch weitere konkrete   Entscheidungen f&#252;r eine Fortsetzung des Kampfes f&#252;hren m&#252;ssen.   Mindestens h&#228;tte eine spontane Demonstration oder eine Besetzung der   IGM-B&#252;ros beschlossen werden m&#252;ssen. In jedem Fall h&#228;ttet Ihr Euch in   diesem Moment eine autonome Streikleitung w&#228;hlen m&#252;ssen. Und   wahrscheinlich w&#228;re es sinnvoll gewesen, in das Werk zu besetzen. Dass   dies nicht geschah war ein Fehler. Genauso war es ein Fehler nach dem   Ende der Urabstimmung vor allem darauf zu setzen, dass die IG   Metall-F&#252;hrung m&#246;glicherweise Nachverhandlungen f&#252;hrt oder den Streik   doch fortsetzt. Das w&#228;re nur noch unter Eurer direkten Kontrolle und   Leitung m&#246;glich gewesen. <\/p>\n<p>  Fehler sind unvermeidlich. Die Frage ist, wie man sich darauf   vorbereiten kann, dass m&#246;glichst wenig Fehler gemacht werden. Das geht   nur durch gemeinsame Diskussion und gemeinsames Handeln. Es gab viele   aktive Streikenden, die das Verhandlungsergebnis ablehnten und den   Streik fortsetzen wollten. Viele davon hatten ohnehin eine gewisse   Skepsis gegen&#252;ber der IGM-F&#252;hrung. Solche Kolleginnen und Kollegen   h&#228;tten fr&#252;hzeitig eine Gruppe bilden sollen, die nach der Urabstimmung   in der Lage gewesen w&#228;re, die F&#252;hrung des Streiks zu &#252;bernehmen.<\/p>\n<p>  <b>War eine Betriebsbesetzung m&#246;glich &#8230; und was w&#228;ren die Folgen   gewesen?<\/b><\/p>\n<p>  Am Freitag Mittag w&#228;re sicher eine gro&#223;e Mehrheit der Streikenden zur   Besetzung des Betriebes bereit gewesen, wenn der Vorschlag gemacht   worden w&#228;re. Eine Besetzung h&#228;tte bedeutet, die Auseinandersetzung unter   eigener Regie der Belegschaft zuzuspitzen. Sie h&#228;tte f&#252;r alle   beteiligten auch ein Risiko bedeutet. Die IG Metall h&#228;tte kein   Streikgeld mehr gezahlt und die Konzernleitung h&#228;tte es sicher erst   einmal auf eine Kraftprobe ankommen lassen. H&#228;ttet Ihr die Kraft gehabt   durchzuhalten? H&#228;tte es eine Solidarit&#228;tsbewegung gegeben? Darauf gibt   es keine Garantien. Sicher ist aber: wenn in diesem Land nicht mal eine   Belegschaft diesen Schritt macht, werden die Gewerkschaftsb&#252;rokraten   immer weiter unsere K&#228;mpfe ausverkaufen und an die Wand fahren. Eine   selbst&#228;ndige Fortsetzung des Streiks und Betriebsbesetzung h&#228;tte zu   einem Bezugspunkt f&#252;r andere Belegschaften und viele Gewerkschafterinnen   und Gewerkschafter in ganz Deutschland werden k&#246;nnen. Die   Voraussetzungen daf&#252;r waren durch Euren Marsch der Solidarit&#228;t sogar   gut. Bundesweit h&#228;tten aktive Gewerkschafter Solidarit&#228;tskomitees bilden   m&#252;ssen, um Spenden f&#252;r Euch zu sammeln und politische Unterst&#252;tzung zu   mobilisieren. Das w&#228;re m&#246;glich gewesen. Der politische Druck auf die   Konzernleitung und den IGM Vorstand h&#228;tten gesteigert werden k&#246;nnen.   M&#246;glicherweise h&#228;ttet Ihr dadurch ein besseres Ergebnis erzielt. In   jedem Fall h&#228;ttet Ihr ein Ziel erreicht, das Ihr immer wieder formuliert   habt: &#8222;die gesellschaftlichen Verh&#228;ltnisse zum Tanzen bringen&#8220; und damit   einen wichtigen Beitrag zum Wiederaufbau einer starken und k&#228;mpferischen   Gewerkschaftsbewegung zu leisten. <\/p>\n<p>  <b>Der Streik ist vorbei &#8211; der Kampf geht weiter!<\/b><\/p>\n<p>  Jetzt aus der IG Metall auszutreten w&#228;re der falsche Schritt. Ohne eine   Gewerkschaft h&#228;tte der Streik wahrscheinlich gar nicht erst begonnen   werden k&#246;nnen. Wir Arbeiter brauchen starke Gewerkschaften, um unsere   Interessen gegen die Unternehmer durchsetzen zu k&#246;nnen. Die sind n&#228;mlich   gut organisiert. Aber wir brauchen andere Gewerkschaften. K&#228;mpferische   und demokratische Gewerkschaften, ohne &#252;berbezahlte B&#252;rokraten an der   Spitze. Wir brauchen Streiks, die von den Belegschaften selber   kontrolliert werden k&#246;nnen. Deshalb sollte die Schlussfolgerung aus   Eurem Streik sein: die IG Metall ver&#228;ndern. Das geht am besten dadurch,   dass kritische Gewerkschafter sich zusammen schlie&#223;en und eine   k&#228;mpferische Opposition bilden &#8211; im Betrieb, im Bezirk und bundesweit.<\/p>\n<p>  Es ist wichtig, dass die Erfahrung Eures Streiks und die wahre   Geschichte des Verlaufs und Abbruchs m&#246;glichst weit verbreitet werden.   Nur dann k&#246;nnen daraus die wichtigen Lehren f&#252;r zuk&#252;nftige K&#228;mpfe   gezogen werden. Kollegen, die Euch im Streik unterst&#252;tzt haben, planen   eine Brosch&#252;re und einen Film zur Dokumentation Eures Kampfes. Daran   sollten sich m&#246;glichst viele Kollegen beteiligen, denn es war Euer   Streik. Ebenso halten wir es f&#252;r wichtig, dass eine   Auswertungsversammlung unter Beteiligung von Kollegen und anderen   Gewerkschaftern in Berlin durchgef&#252;hrt wird. <\/p>\n<p>  Es w&#228;re ein wichtiges Signal, wenn die Betriebsversammlung in dieser   Woche  einen Beschluss fassen sollte, der den Streikabbruch verurteilt   und das Verhandlungsergebnis zur&#252;ckweist. Eine solche Erkl&#228;rung k&#246;nnte   an alle IG Metall-Bezirke und betrieblichen Vertrauensk&#246;rper im Land   geschickt werden. <\/p>\n<p>  Vor allem aber m&#252;sst Ihr Euch auf die Auseinandersetzungen vorbereiten,   die kommen werden: &#252;ber die betriebsbedingten K&#252;ndigungen, &#252;ber die   Frage der Festlegung der Abfindungsh&#246;he, &#252;ber die Fortsetzung der   Produktion. <\/p>\n<p>  Bald stehen die Wahlen zu den gewerkschaftlichen Vertrauensleuten an.   W&#228;hlt Kolleginnen und Kollegen, denen Ihr vertraut und die sich nicht am   Ausverkauf des Streiks beteiligt haben. St&#228;rkt so eine wirklich   k&#228;mpferische gewerkschaftliche Interessenvertretung im Betrieb. F&#252;hrt   dann regelm&#228;&#223;ige Vertrauensleute-Treffen durch, auf denen die gemeinsame   Politik im Betrieb und m&#246;gliche Aktionen besprochen werden. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>      Der Streik bei BSH war ein politischer Erfolg &#8211; der Abbruch des Streiks<br \/>\n      ein politischer Skandal! &#8211; Flugblatt der SAV zum Streikende bei BSH<br \/>\n      Berlin<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[8,17],"tags":[929],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11817"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11817"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11817\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":34949,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11817\/revisions\/34949"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11817"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11817"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11817"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}