{"id":11814,"date":"2006-10-30T09:46:27","date_gmt":"2006-10-30T09:46:27","guid":{"rendered":".\/?p=11814"},"modified":"2006-10-30T09:46:27","modified_gmt":"2006-10-30T09:46:27","slug":"11814","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2006\/10\/11814\/","title":{"rendered":"2\/3 Mehrheit der Bremer Landesmitgliederversammlung f&#252;r linke \r\n      W&#228;hlervereinigung"},"content":{"rendered":"<p>  Mit klarer Mehrheit hat am 29.10. die mit etwa 70 Mitgliedern besuchte   LMV des Bremer Landesverbandes den vom eigenen Landes- und   Bundesvorstand unterst&#252;tzten Antritt zu den Bremer B&#252;rgerschaftswahlen   auf einer L.PDS-Liste zur&#252;ckgewiesen und stattdessen f&#252;r die Bildung   einer partei&#252;bergreifenden linken W&#228;hlergemeinschaft votiert. <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <i>von Heino Berg, Bremen<\/i><\/p>\n<p>  Die Mitglieder der Bremer WASG missbilligten ausdr&#252;cklich den von Axel   Troost verteidigten Beschluss des WASG-Bundesvorstands f&#252;r eine   Kandidatur von WASG-Mitgliedern auf einer L.PDS-Liste als Missachtung   der Autonomie der Landesverb&#228;nde in den sie betreffenden   Angelegenheiten: &#8222;Damit wurden die Rechte der Bremer WASG und die   demokratische Legitimit&#228;t ihrer gew&#228;hlten Gremien missachtet. Die   Landesmitgliederver&#173;sammlung fordert den Bundesvorstand auf, solche   autorit&#228;ren Um&#173;gangsformen im Verkehr mit den Landesverb&#228;nden zuk&#252;nftig   zu unterlassen und ihnen den Respekt zu erweisen, der demokratischen   Gepflogenheiten entspricht.&#8220;<\/p>\n<p>  Axel Troost hatte bei seiner Rede auf einen entsprechenden Appell von   O.Lafontaine an die Bremer WASG-Mitglieder hingewiesen, aber auf dessen   Verteilung bei der LMV dann ausdr&#252;cklich verzichtet, um das Ausmass der   Niederlage f&#252;r Lafontaine und die Politik des Ausverkaufs der WASG an   die L.PDS in Grenzen zu halten.<\/p>\n<p>  In einem ebenfalls mit 2\/3-Mehrheit verabschiedeten Antrag wurde das   Verhalten der Mehrheit des Bremer Landesvorstands verurteilt, der die   seit langem geforderte Bildung einer linken W&#228;hlergemeinschaft unter   Missachtung der innerparteilichen Demokratie zu verschleppen versucht   hat:<\/p>\n<p>  &#8222;Die Landesmitgliederversammlung missbilligt die Verhandlungsf&#252;hrung des   WASG-Lan&#173;desvorstandes in punkto Wahlantritt zur B&#252;rgerschaftswahl im   Mai 2007. Sie bedauert, dass der Landesvorstand der WASG der Strategie   der hiesigen Linkspartei.PDS, die Verhandlun&#173;gen in die L&#228;nge zu ziehen   und die Zeit f&#252;r sich wirken zu lassen, nicht nur nichts   entgegen&#173;zusetzen hat, sondern dass er dar&#252;ber hinaus den Eindruck   erweckt, als ob er diesen Verschlep&#173;pungskurs ge&#173;gen&#252;ber den eigenen   Mitgliedern auch noch aktiv unterst&#252;tzt.&#8220;<\/p>\n<p>  Dazu geh&#246;rte die Verschickung eines angeblich vom Landesvorstand   &#8222;einstimmig&#8220; gebilligten Kooperationsabkommens II mit der L.PDS,   demzufolge &#252;ber die Ziele und die Zusammensetzung einer linken   B&#252;rgerschaftsliste allein der L.PDS-Parteitag entscheiden k&#246;nne. Die   WASG-Mitglieder d&#252;rften, so der von Axel Troost nach eigenem   Eingest&#228;ndnis &#8222;vorleilig&#8220; ver&#246;ffentlichte Text, ja vorher in die L.PDS   eintreten. Wie sich herausstellte, waren diese &#8222;einstimmigen&#8220;   Verabredungen nicht einmal allen Vorstandsmitgliedern der WASG bekannt.<\/p>\n<p>  Die Mehrheit der Bremer Landesmitgliederversammlung hielt trotz der   Drohungen, dass eine linke W&#228;hlervereinigung von der L.PDS boykottiert,   finanziell nicht unterst&#252;tzt oder vom Landeswahlleiter verboten werden   k&#246;nnte, an der &#220;berzeugung fest, dass nur eine wirkliche NEUE und   GEMEINSAME Linke, die weder von der Vergangenheit L.PDS, noch von ihrer   Regierungsmitarbeit an Stellen- und Sozialk&#252;rzungen diskreditiert ist,   glaubw&#252;rdig gegen die neoliberale Politik der gro&#223;en Koalition in Bremen   antreten und den Einzug in das erste westdeutsche Landesparlament   schaffen kann.<\/p>\n<p>  Einige Bef&#252;rworter der W&#228;hlervereinigung, wie das GLV-Mitglied Erlanson,   deuteten in der vierst&#228;ndigen Debatte und mit einem Satzungsentwurf an,   dass sie diese &#8211; als Zugest&#228;ndnis an den Bundes- und Landesvorstand &#8211;   auf die Mitglieder von WASG und L.PDS beschr&#228;nken m&#246;chten, was auf den   entschiedenen Protest vor allem der Bremerhavener WASG-Mitglieder stie&#223;,   die dort seit Monaten gemeinsam mit unabh&#228;ngigen Linken die Liste   vorbereiten. Das Bremerhavener Linkenplenum\/W&#228;hlergemeinschaft &#8211; so das   WASG-KV- und SAV-Mitglied Patrik Schulte &#8211; sei ein autonomes   Wahlb&#252;ndnis, dem die Vorst&#228;nde von L.PDS oder WASG keine Vorschriften   machen k&#246;nnten,. Die Frage, ob die &#8211; vorbehaltlich der Urabstimmung &#8211;   beschlossene W&#228;hlervereinigung auch Linken ohne WASG- bzw.   L.PDS-Parteibuch Mitspracherechte zugestehen solle, wurde von der LMV   vorl&#228;ufig offen gelassen.<\/p>\n<p>  Zum Schluss ging es um die Frage, wie der LMV- Beschluss f&#252;r eine   W&#228;hlervereinigung nach einer Zustimmung durch die Urabstimmung in die   Praxis umgesetzt werden kann, wenn sich die Mehrheit des   WASG-Landesvorstands offensichtlich nicht den Beschl&#252;ssen der   WASG-Mitglieder, sondern den Bundesspitzen von WASG und L.PDS   verpflichtet f&#252;hlt. Dazu wurde die Bildung eines LMV-Ausschusses   beschlossen. Leider wurde der Auftrag dieses Ausschusses im Antrag von   Klemens Alff auf die Verhandlungen mit der L.PDS und von der Best&#228;tigung   seiner Mitglieder durch den WASG-Landesvorstand abh&#228;ngig gemacht. Mein   Antrag, dass dieser Ausschuss &#8222;den Landesvorstand bei der Umsetzung der   Beschl&#252;sse von LMV f&#252;r die Bildung der W&#228;hlervereinigung vorbehaltlich   des Urabstimmungsergebnisses unterst&#252;tzen solle&#8220; fand keine Mehrheit.   Auch seine Wahl wurde auf die n&#228;chste Landesmitgliederversammlung   verschoben.<\/p>\n<p>  Dies unterstreicht die Notwendigkeit der unabh&#228;ngigen &#8222;Linkenplenen&#8220; in   Bremen und Bremerhaven, die sich seit Monaten f&#252;r die Bildung einer   linken W&#228;hlervereinigung, die &#252;ber den Kern von WASG- und   L.PDS-Mitgliedern hinausgehen, einsetzen. Der Aufruf der   WASG-Landesmitgliederversammlung zur Bildung dieser linken   W&#228;hlervereinigung schafft daf&#252;r endlich die Voraussetzungen. Nun kommt   es darauf an, ihn in der &#214;ffentlichkeit bekannt zu machen und so f&#252;r   eine wirkliche Einheit aller Linken bei den Bremer B&#252;rgerschaftswahlen   zu sorgen.<\/p>\n<p>  Der Antrag von Heino Berg und anderen an den Bundespartei, die   Zustimmung zur Vereinigung der WASG mit der L.PDS von sechs   Mindestbedingungen abh&#228;ngig zu machen, wurde mit Hinweis auf die   abgelaufene Antragsfrist mit 29 zu 29 Stimmen nicht zur Abstimmung   zugelassen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>      Mit klarer Mehrheit hat am 29.10. die mit etwa 70 Mitgliedern besuchte<br \/>\n      LMV des Bremer Landesverbandes den vom eigenen Landes- und<br \/>\n      Bundesvorstand unterst&#252;tzten Antritt zu den Bremer B&#252;rgerschaftswahlen<br \/>\n      auf einer L.PDS-Liste zur&#252;ckgewiesen und stattdessen f&#252;r die Bildung<br \/>\n      einer partei&#252;bergreifenden linken W&#228;hlergemeinschaft votiert.<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[30],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11814"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11814"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11814\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11814"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11814"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11814"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}