{"id":11800,"date":"2006-10-19T18:00:07","date_gmt":"2006-10-19T16:00:07","guid":{"rendered":"http:\/\/.\/?p=11800"},"modified":"2017-07-06T13:50:41","modified_gmt":"2017-07-06T11:50:41","slug":"11800","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2006\/10\/11800\/","title":{"rendered":"Weiter K\u00e4mpfen &#8211; f\u00fcr alle Arbeitspl\u00e4tze"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2006\/10\/BSH_Demoweb.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-medium wp-image-23200\" title=\"Bosch Siemens Hausger\u00e4tewerk\" src=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2006\/10\/BSH_Demoweb-e1355484127416-280x173.jpg\" alt=\"\" width=\"280\" height=\"173\" \/><\/a>Flugblatt der SAV zum Streik BSH in Berlin (20. Oktober 2006)<br \/> <a href=\"\/media\/2006\/BSH_SAV-Flugblatt_2006_10_19.pdf\"><em>Download als PDF-Datei<\/em><\/a><!--more--><br \/> \u00a0<\/p>\n<p><strong>Weiter k\u00e4mpfen: <\/strong><\/p>\n<p><strong>&#8211; f\u00fcr alle Arbeitspl\u00e4tze ! <\/strong><\/p>\n<p><strong>&#8211; unter der Kontrolle der Streikenden!<\/strong><\/p>\n<p>Die gestrige Rebellion gegen die Vereinbarung mit der Gesch\u00e4ftsleitung war die richtige Antwort auf den Versuch, den Streik zu beenden. Denn f\u00fcr den Inhalt dieses \u201eErgebnisses\u201c habt Ihr den Kampf nicht gef\u00fchrt. Ihr habt Euch nicht f\u00fcr dumm verkaufen lassen und deutlich gemacht: es geht um Eure Zukunft, es ist Euer Streik und es ist Eure Entscheidung, ob dieser beendet wird oder nicht! Eine solche offene Ablehnung eines faulen Kompromisses ist einmalig. Ihr beweist: eine Belegschaft kann sich auch gegen die IG Metall-F\u00fchrung durchsetzen, wenn diese einen Kampf beenden will! Das wird andere Belegschaften ermutigen.<\/p>\n<p>Die Siemens-Bosse hatten offensichtlich eine Heidenangst vor Eurer Kundgebung in M\u00fcnchen. Nicht, weil sie mit hunderttausenden Demonstranten rechneten. Sondern, weil sie unter gro\u00dfem \u00f6ffentlichen Druck stehen und sie Angst davor haben, dass Euer Marsch der Solidarit\u00e4t und die Kundgebung in M\u00fcnchen zu einer Vernetzung verschiedener Belegschaften und einem gemeinsamen Widerstand f\u00fchren. Dass die IG Metall in einer solchen Situation die Demonstration absagt und einen Abschluss t\u00e4tigen zu will, der 216 betriebsbedingte K\u00fcndigungen, eine m\u00e4\u00dfig hohe Abfindung, 20 Prozent Lohnverlust und keine Aussicht auf Fortf\u00fchrung der Produktion nach 2010 vorsieht, ist unfassbar. Kein Wunder, dass das Wort \u201eVerrat\u201c im Streikzelt die Runde machte.<\/p>\n<p>Euer Kampf hat schon jetzt eine bundesweite Ausstrahlung. Eure Botschaft \u2013 die Arbeitsplatzvernichtung in ganz Deutschland muss ein Ende haben \u2013 trifft die Stimmung von Millionen Arbeitern und Arbeitslosen, die die Nase voll davon haben, dass die Konzerne immer gr\u00f6\u00dfere Profite machen und gleichzeitig immer mehr Besch\u00e4ftigte entlassen und in die Armut st\u00fcrzen. Diese Stimmung in der Arbeiterklasse kann in Solidarit\u00e4t verwandelt werden und dadurch auch der Widerstand anderer Belegschaften angefacht werden.<\/p>\n<p>Wir stehen an Eurer Seite, wenn der Streik fortgesetzt wird. Eure Standfestigkeit \u2013 auch gegen\u00fcber der IG Metall-F\u00fchrung \u2013 wird das Potenzial f\u00fcr Solidarit\u00e4t vergr\u00f6\u00dfern. Um dieses zu mobilisieren m\u00fcssen praktische Schritte ergriffen werden. Auf die IG Metall-F\u00fchrung solltet Ihr Euch dabei nicht verlassen. Fordert von Ihr die Organisierung einer bundesweiten Solidarit\u00e4tskampagne, aber ergreift vor allem weitere selbst\u00e4ndige Schritte in diese Richtung. Das hei\u00dft: schickt Delegationen in andere Betriebe, geht raus auf die Stra\u00dfe und sprecht die Bev\u00f6lkerung Berlins direkt an, macht Aktionen, die Euch in die \u00d6ffentlichkeit bringen. Der erste Schritt kann morgen getan werden: beteiligt Euch geschlossen an der Demonstration des DGB und verteilt dort tausende Flugbl\u00e4tter, die zur Solidarit\u00e4t mit Eurem Streik und zu einem gemeinsamen Kampf gegen Arbeitsplatzvernichtung und Sozialabbau aufrufen.<\/p>\n<p>Eins ist klar: der Kampf wird noch h\u00e4rter. Es wird Versuche geben, Streikbrecher in den Betrieb zu bekommen und die fertigen Waschmaschinen abzutransportieren. Um dies zu verhindern werden Werkstorbesetzungen nicht ausreichen. Dann ist eine wirkliche Besetzung des Betriebs das einzig wirksame Mittel. Eine solche Zuspitzung w\u00fcrde wiederum zu einer gr\u00f6\u00dferen \u00d6ffentlichkeit und Solidarit\u00e4t f\u00fchren.<\/p>\n<p>Und: lasst Euch nicht auf die Profit-Logik der Kapitalisten ein! Wenn die Eigent\u00fcmer von BSH Eure Arbeitspl\u00e4tze vernichten wollen, spricht das nicht gegen die Arbeitspl\u00e4tze, sondern gegen die Eigent\u00fcmer. Lenken sie nicht ein, solltet Ihr die \u00dcberf\u00fchrung des Werks in \u00f6ffentliches Eigentum durch das Land Berlin und eine Fortf\u00fchrung der Produktion unter demokratischer Kontrolle der Belegschaft und Gewerkschaft fordern.<\/p>\n<p>Um den Kampf zum Erfolg zu f\u00fchren, m\u00fcsst Ihr da weiter machen, womit Ihr gestern angefangen habt: den Kampf unter Eure Kontrolle und Leitung zu bringen. Ihr m\u00fcsst das Recht haben, die Verhandlungs- und Tarifkommission und gegebenenfalls auch die Streikleitung neu zu w\u00e4hlen, wenn Ihr das wollt. Ihr solltet t\u00e4glich Vollversammlungen durchf\u00fchren, auf denen Ihr informiert werdet und \u00fcber die weiteren Schritte im Kampf entscheiden. Und vor allem: eine n\u00e4chste Vereinbarung darf erst unterzeichnet werden, nachdem sie von Euch diskutiert wurde!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>      Flugblatt der SAV zum Streik BSH in Berlin (20. 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