{"id":11794,"date":"2006-10-15T09:47:15","date_gmt":"2006-10-15T09:47:15","guid":{"rendered":".\/?p=11794"},"modified":"2006-10-15T09:47:15","modified_gmt":"2006-10-15T09:47:15","slug":"11794","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2006\/10\/11794\/","title":{"rendered":"Kim Jong Il-Regime gibt ersten Atomtest bekannt"},"content":{"rendered":"<p>  Imperialistische M&#228;chte &#252;ben sich in scheinheiliger Kritik <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <i>von Niall Mulholland, CWI (Komitee f&#252;r eine Arbeiterinternationale,   dem die SAV angeh&#246;rt), London<\/i><\/p>\n<p>  Nordkoreas Bekanntgabe, am 9. Oktober 2006 einen unterirdischen   Atomwaffentest durchgef&#252;hrt zu haben, hat die Verurteilung seitens   regionaler und der Weltm&#228;chte hervorgerufen. Obwohl ExpertInnen in den   USA und Russland &#252;ber das Ausma&#223; der Explosion noch unterschiedlicher   Ansicht sind (einige behaupten sogar, der Test sei fehlgeschlagen), ist   der Wille Kim Il Sungs nach nuklearer Bewaffnung damit mehr als deutlich   geworden.<\/p>\n<p>  Die lohnabh&#228;ngigen Menschen auf der koreanischen Halbinsel, in ganz   Asien und weltweit bef&#252;rchten verst&#228;ndlicherweise, dass das   r&#252;cksichtslose Vorgehen des Regimes in Pj&#246;ngjang zu einer Ausweitung   nuklearer Programme und atomarer Militarisierung in der Region und im   internationalen Ma&#223;stab f&#252;hren wird.<\/p>\n<p>  Trotzdem sind die eindringlichen Worte der Verurteilung gegen das   nordkoreanische Vorgehen von Seiten der westlichen imperialistischen   Staaten und asiatischer Regionalm&#228;chte wie Japan von Heuchelei   durchdrungen. US-Pr&#228;sident George W. Bush nannte den Atomtest einen   &#8222;provokativen Akt&#8220;. Frankreich, Gro&#223;britannien wie auch der russische   Pr&#228;sident Putin griffen das Regime in Nordkorea ebenfalls scharf an.   Regionale M&#228;chte wie Indien und Pakistan &#252;bten harte Kritik gegen   Nordkorea und China, Pj&#246;ngjangs &#8222;Verb&#252;ndeter&#8220;, nannte den Test   &#8222;sch&#228;ndlich und unversch&#228;mt&#8220;.<\/p>\n<p>  Nichtsdestotrotz sind alle diese Staaten selbst im Besitz von Atomwaffen   und nuklearen Ressourcen. Keiner der Unterzeichner des   Atomwaffensperrvertrags von 1968 (Gro&#223;britannien, Frankreich, Russland   und die USA) haben &#252;berhaupt damit angefangen, in Richtung atomarer   Abr&#252;stung etwas zu tun, so wie es dieser Vertrag vorsieht. Die USA ist   die einzige Gro&#223;macht, die bisher Atomwaffen eingesetzt hat. Mehrere   hunderttausend japanische ZivilistInnen wurden am Ende des Zweiten   Weltkriegs in Nagasaki und Hiroshima ermordet oder verst&#252;mmelt. In den   sp&#228;ten 1990er Jahren entwickelten Indien und Pakistan Atomwaffen in   Geheimprogrammen. Nach einigen begrenzten Sanktionen der sogenannten   internationalen Gemeinschaft gegen diese beiden asiatischen   Regionalm&#228;chte, wurden beide dann sehr rasch wieder in der Gemeinde   willkommen gehei&#223;en. Vor allem die USA und Gro&#223;britannien bezeichneten   sie bald als wertvolle &#8222;Verb&#252;ndete&#8220; im &#8222;Krieg gegen den Terror&#8220;. Israel,   ein spezieller Verb&#252;ndeter des US-Imperialismus im Nahen Osten, ist seit   Jahrzehnten ebenfalls insgeheim im Besitz von nuklearen Waffen. Ein   diesbez&#252;gliches Vorgehen gegen Tel Aviv hat dennoch nie stattgefunden. <\/p>\n<p>  Nach dem Zusammenbruch der Berliner Mauer meinten die Unterst&#252;tzer der   kapitalistischen &#8222;Sieger&#8220;, dass die Welt nun in ein noch nie   dagewesenes, friedliches Zeitalter eintreten werde; das Ende der   Atomwaffen st&#252;nde bevor. In Wahrheit ist genau das Gegenteil   eingetreten. Wie das CWI damals schon warnte, ist die Welt aufgrund   kapitalistischer Krisen und sich zuspitzender innerer-imperialistischer   Rivalit&#228;ten auf dem Weg in eine wesentlich gef&#228;hrlichere, gewaltt&#228;tigere   und unberechenbare Epoche. Wie schon der Iran haben auch Staaten wie   Brasilien und &#196;gypten j&#252;ngst zu Erkennen gegeben, dass sie nukleare   Techniken entwickeln wollen. Die australische Regierung stellt momentan   &#220;berlegungen dar&#252;ber an. Das aggressive Vorgehen des US-Imperialismus   erzeugt eine sich mehr und mehr zuspitzende globale Lage. Nach dem   Angriff des US-Imperialismus auf den Irak, werden kleine   &#8222;Schurken-Staaten&#8220; wie Nordkorea versuchen, sich mit Atomwaffen   auszur&#252;sten, um damit imperialistische Angriffe zu verhindern. Wenn der   Kapitalismus tiefer in die Krise ger&#228;t, kann langfristig nicht   ausgeschlossen werden, dass unberechenbare, instabile Regimes auch den   Einsatz von Atomwaffen in Betracht ziehen. Das w&#252;rde ein nicht in Worte   zu fassendes Horrorszenario f&#252;r Millionen von ArbeiterInnen und Armen   bedeuten.<\/p>\n<p>  <b>SozialistInnen lehnen Atomwaffen ab<\/b><\/p>\n<p>  SozialistInnen gehen gegen Nordkorea oder jeden anderen Staat an, der   Atomwaffen besitzt. Der Atomtest vom 9. Oktober 06 ist alles andere als   &#8222;ein gro&#223;er Sprung vorw&#228;rts im Aufbau einer gro&#223;en, bl&#252;henden, starken   sozialistischen Nation&#8220;, wie in der Erkl&#228;rung Nordkoreas tituliert. Das   nordkoreanische Regime hat mit aufrichtigem Sozialismus nichts gemein.   Als eines der &#228;rmsten L&#228;nder der Welt, hat Nordkorea nichts als ein   tyrannisches, stalinistisches Regime, das die Rechte von ArbeiterInnen   zerdr&#252;ckt und seine Bev&#246;lkerung unter sklavischen Bedingungen h&#228;lt. Die   Entwicklung von Massenvernichtungswaffen, f&#252;r die Unsummen ausgegeben   wird, ist unvereinbar mit der Tatsache, dass gro&#223;e Teile der 23   Millionen starken nordkoreanischen Bev&#246;lkerung unter gr&#246;&#223;ter Armut und   sogar Hunger leiden.<\/p>\n<p>  Ohne das autokratische Regime eines Kim Jong Il in irgendeiner Weise   auch nur ansatzweise in Schutz nehmen zu wollen, muss konstatiert   werden, dass die Motivation Nordkoreas sich mit Atomwaffen auszur&#252;sten,   in erster Linie auf eine jahrzehntelange aggressive und gegen dieses   Land gerichtete US-Au&#223;enpolitik zur&#252;ckgeht. Dies nimmt seit &#220;bernahme   der Regierungsgesch&#228;fte durch die Bush-Administration noch zu.<\/p>\n<p>  W&#228;hrend des Kalten Krieges in den 1950er Jahren versuchten die USA   Nordkorea zu zerst&#246;ren, indem unschuldige ZivilistInnen bombardiert   wurden. Ein unter dem Deckmantel der UNO, von den USA gef&#252;hrter Krieg   forderte Millionen nordkoreanischer, s&#252;dkoreanischer und chinesischer   Toter; ebenso auf Seiten der US- und britischer wie der Truppen weiterer   L&#228;nder. Nach dem Ende des Korea-Kriegs verh&#228;ngten die USA ein   Wirtschaftsembargo gegen Nordkorea und Atomwaffen wurden in S&#252;dkorea   stationiert.<\/p>\n<p>  Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion verschlechterten sich die   Beziehungen zwischen den USA und Nordkorea nur noch weiter. Am Rande   eines weiterer milit&#228;rischer Aktionen, mit dem der ehemalige   &#8222;demokratische&#8220; US-Pr&#228;sident Bill Clinton Pj&#246;ngjang 1994 drohte,   unterzeichnete dieser dann doch noch das Genfer Rahmenabkommen und   sorgte damit f&#252;r eine zeitweise Entspannung. Laut Vertragswerk sollte   Nordkorea die Entwicklung nuklearer Programme einstellen und der Westen   w&#252;rde dem verarmten Staat Hilfe zukommen lassen, Know-How sowie   materielle Mittel liefern, wodurch Kraftwerke zur zivilen Nutzung   entstehen sollten. Seit 2000 regte der s&#252;dkoreanische Pr&#228;sident Kim   Dae-jung die so bezeichnete &#8222;Sonnenschein-Politik&#8220; mit Nordkorea an,   welche zu Gespr&#228;chsverhandlungen zwischen beiden Staaten f&#252;hrte. <\/p>\n<p>  <b>Der &#8222;Schurkenstaat&quot;<\/b><\/p>\n<p>  Dennoch fuhr das Wei&#223;e Haus unter Bush eine Hardliner-Politik gegen&#252;ber   Nordkorea. Das Land wurde als &#8222;Schurkenstaat&#8220; und Teil der &#8222;Achse des   B&#246;sen&#8220; gebrandmarkt. Im Endeffekt k&#252;ndigte Bush das Genfer   Rahmenabkommen auf und unterminierte somit die gerade erst begonnene   &#8222;Sonnenschein-Politik&#8220; , die f&#252;r ihn wohl eher Stolperstein-Charkater   hatte, auf verh&#228;ngnisvolle Art und Weise. Als die Spannungen zwischen   der Supermacht und dem umlagerten Nordkorea im Zuge der von den US   gef&#252;hrten Invasion im Irak zunahmen, legte das Kim Jong Il-Regime 2002   bis 2003 seine Atompl&#228;ne wieder auf.<\/p>\n<p>  Zur Beendigung des lahmlegenden Wirtschaftsembargos und um zu &#8222;normalen&#8220;   Beziehungen zur&#252;ckzukehren, rief Pj&#246;ngjang zu einem Kompromiss mit den   USA auf. 2003 ergriff China die Initiative f&#252;r Sechs-Parteien-Gespr&#228;che,   an denen Nord- und S&#252;dkorea, Japan, die USA, China und Russland   teilnahmen. Aber die Bush-Administration zeigte von dem Plan besessen,   in Nordkorea einen Regimewechsel herbeizuf&#252;hren, kein Zeichen mit dem   asiatischen Staat &#252;berein kommen zu wollen, was die Gespr&#228;che obsolet   werden lie&#223;. Nun hat die aggressive Politik der Washingtoner Neo-Cons   gegen&#252;ber Nordkorea zu dem Atomtest vom 9. Oktober und sich weiter   vertiefenden regionalen Spannungen und Krisen gef&#252;hrt. All dies markiert   einen tiefen R&#252;ckschlag f&#252;r die Politik Bushs nicht nur gegen&#252;ber   Nordkorea, sondern gegen&#252;ber gesamt Asien.<\/p>\n<p>  Die Lehren aus der US-Invasion und der anschlie&#223;enden Besetzung des Irak   einbeziehend, wo bekanntlich gar keine &#8222;Massenvernichtungswaffen&#8220;   existierten, spekuliert ein Kim Jong Il, dass es besser w&#228;re, mit dem   Bau von Atomwaffen in die Offensive zu gehen, um einen Milit&#228;rangriff   oder einer Invasion der USA gegen Nordkorea auszuschlie&#223;en.<\/p>\n<p>  Im Nachgang an den Atomtest letzte Woche rief das Wei&#223;e Haus die UNO zu   sofortigen Gegenma&#223;nahmen auf. Man berief sich dabei auf Kapitel 7 der   UN-Charta, das Sanktionen und sogar Milit&#228;rschl&#228;ge erlaubt.   US-amerikanische Diplomaten riefen zu einem Handelsembargo betreffs   R&#252;stungsexporten und Luxuswaren auf. Ein Versuch, jegliche Fracht, die   Nordkorea verl&#228;sst, zu &#252;berwachen und jegliche Verm&#246;genswerte   einzufrieren, die mit nordkoreanischer R&#252;stung zu tun haben k&#246;nnten. Bis   jetzt argumentieren jedoch die direkten Nachbarstaaten China und   S&#252;dkorea, dass solche Schritte in Nordkorea zu Instabilit&#228;t f&#252;hren oder   weitere Raketentests bzw. Grenzverletzungen nach sich ziehen k&#246;nnten. <\/p>\n<p>  Das Regime in China betrachtet den Atomtest als &#8222;Schlag ins Gesicht&#8220; f&#252;r   seine sorgf&#228;ltigen Bem&#252;hungen, zwischen Nordkorea und dem Westen eine   Verhandlungsl&#246;sung zu finden. Vorvergangene Woche warnte der chinesische   Au&#223;enminister Nordkorea &#246;ffentlich davor, die geplanten Atomtests   tats&#228;chlich durchzuf&#252;hren. Heute werden die USA China dazu zu bewegen   versuchen, Ma&#223;nahmen gegen Nordkorea zu ergreifen. China war den USA   bereits dabei behilflich, gegen die angeblichen Geldf&#228;lschungen von   US-Dollar und chinesischem Yuan seitens Nordkoreas vorzugehen. Wird aber   China, das sch&#228;tzungsweise 70% des &#214;l- und Lebensmittelbedarfs   Nordkoreas abdeckt, weiteren Finanzsanktionen zu stimmen?<\/p>\n<p>  Peking s&#228;he es gerne, wenn die koreanische Halbinsel atomwaffenfrei   w&#252;rde. &#220;ber allem anderen will China &#8222;Frieden und Stabilit&#228;t&#8220; in der   Region, um einer &#8222;internen &#246;konomischen Entwicklung, dem Schl&#252;ssel f&#252;r   die Langlebigkeit der herrschenden Kommunistischen Partei&#8220; Vorschub zu   leisten, wie Shen Dingli, &#8222;Sicherheitsexperte&#8220; der Fudan Universit&#228;t von   Shanghai, es ausdr&#252;ckte.<\/p>\n<p>  Chinas herrschende Elite &#8222;schlussfolgert seit langem, dass das erzeugte   wirtschaftliche Wachstum gutartige Beziehungen mit den gr&#246;&#223;ten M&#228;chten   dieser Welt, sichere Grenzen und offene M&#228;rkte braucht &#8211; mit einem Wort   also: Stabilit&#228;t&#8220; (International Herald Tribune, 10. Oktober 2006).   Gleichzeitig sieht Peking es als seine wichtigste strategische Aufgabe   an, Taiwan &#8222;zur&#252;ckzugewinnen&#8220; oder wenigstens diese Insel von einem   weiteren Abdriften von China abzuhalten.<\/p>\n<p>  Ein Konflikt mit Nordkorea oder der Fall des Regimes von Kim Jong Il   k&#246;nnte beide Anliegen vereiteln, was m&#246;glicher Weise zu einer   Fl&#252;chtlingswelle Richtung China und S&#252;dkorea und sogar zu einem   breiteren Konflikt in Nordost-Asien f&#252;hren k&#246;nnte.<\/p>\n<p>  <b>&#8222;Spiel mit dem Feuer&#8220;<\/b><\/p>\n<p>  Bis jetzt hat die Regierung unter Roh Moo-hyun in S&#252;dkorea hartn&#228;ckig   die M&#246;glichkeit von Gesr&#228;chen und Verhandlungen mit dem n&#246;rdlichen   Nachbarn verfolgt und Milliarden von Dollar in Handel und Hilfsg&#252;ter f&#252;r   den Norden gesteckt. Eine Politik &#252;brigens, die f&#252;r gro&#223;e Spannungen mit   Washington gesorgt hat. Letze Woche nun hat Roh &#246;ffentlich angezweifelt,   ob die &#8222;Sonnenschein-Politik&#8220; weiterhin durchf&#252;hrbar ist. Er sagte, dass   Nordkorea &#8222;gef&#228;hrlich mit dem Feuer spielt&#8220;, was andere L&#228;nder der   Region dazu bringen k&#246;nnte, ihrerseits f&#252;r nukleare Bewaffnung zu sorgen. <\/p>\n<p>  Doch wie China grenzt auch S&#252;dkorea an Nordkorea und bef&#252;rchtet, dass   st&#228;rkere Sanktionen gegen Pj&#246;ngjang im Norden Unruhen hervorrufen oder   das unberechenbare und instabile Regime nur weiter provozieren k&#246;nnten. <\/p>\n<p>  Gerade S&#252;dkorea ist &#252;ber die desastr&#246;sen Konsequenzen zutiefst besorgt,   die ein Zusammenbruch des nordkoreanischen Regimes h&#228;tte. Nordkoreas   j&#252;ngster Atomtest hat ausgereicht, um die regionalen B&#246;rsen kr&#228;ftig in   Aufruhr zu versetzen. Besonders die s&#252;dkoreanische, die den zehntgr&#246;&#223;ten   Markt der Welt widerspiegelt. Schon vor Jahren haben etablierte   Politiker im S&#252;den realisiert, dass Bestrebungen, den Norden mit dem   S&#252;den wieder zu vereinigen, auf kapitalistischer Grundlage alles andere   als glatt laufen w&#252;rden. Das w&#228;re mit enormen Kosten verbunden und   ungeheuer destabilisierend. Die gro&#223;en Probleme, auf die der deutsche   Kapitalismus nach der Wiedervereinigung 1989\/-90 stie&#223;, geben davon   einen Vorgeschmack.<\/p>\n<p>  Japan hat einen bei weitem h&#228;rteren Standpunkt zu Nordkorea eingenommen,   seitdem dort der rechts-konservative und nationalistische   Premierminister Shinzo Abe regiert. Dieser &#8222;gr&#252;belte&#8220; im Juli noch &#252;ber   einen Pr&#228;ventivschlag gegen Nordkorea. Letzte Woche forderte er &#8222;strenge   Ma&#223;nahmen&#8220; der UNO nach dem Atomtest vom 9. Oktober.<\/p>\n<p>  Shinzo Abe wird das Verhalten des Kim Jong Il-Regimes nutzen, um Japan   in eine &#8222;selbst bestimmtere und falkenartige&#8220; Richtung in der Region zu   bewegen; eine Revision der japanischen Anti-Kriegs-Verfassung   eingeschlossen. Das w&#252;rde es Japan gestatten, &#252;ber vollwertige   bewaffnete Kr&#228;fte zu verf&#252;gen seine Teilnahme am Raketenabwehr-System   der USA noch zu auszuweiten.<\/p>\n<p>  Von Japan nimmt man an, dass es die Ressourcen hat, um waffenf&#228;higes   radioaktives Material zu verarbeiten, das bisher in zivilen Kraftwerken   und Forschungsprojekten zur Anwendung kommt. In ein paar Monaten schon   kann dieses Material in Waffensystemen eingesetzt werden, wie einige   Experten meinen. Seitens der politischen Rechten in Japan gibt es   Aufrufe f&#252;r solch ein Programm. Allerdings st&#246;&#223;t die Vorstellung eines   auf dem Weg zur Nuklearmacht befindlichen Japan auf &#8222;breite und   emotionale&#8220; Ablehnung in dem Land, das schrecklich unter den   Atombombenangriffen auf Hiroshima und Nagasaki im Jahr 1945 zu leiden   hatte. Zudem w&#252;rde dies eine starke Gegnerschaft in der Region   hervorrufen, wo sich viele Menschen noch schmerzlich an einen brutalen   Aggressor und Besatzer Japan in Kolonial- und Kriegszeiten erinnern   k&#246;nnen.<\/p>\n<p>  Nichtsdestoweniger hat Japan Waffensysteme wie zum Beispiel   Spionagesatelliten in sein Milit&#228;rarsenal aufgenommen und ein Schiff zum   Truppentransport in Auftrag gegeben, was vor wenigen Jahren noch   &#8222;undenkbar&#8220; gewesen w&#228;re. All dies gibt dar&#252;ber Auskunft, dass es   wachsende Rivalit&#228;ten zwischen den regionalen M&#228;chten wie etwa Japan und   China gibt, da sie in Konkurrenz um M&#228;rkte, Profite und Einflusssp&#228;ren   stehen.<\/p>\n<p>  <b>Eine gef&#228;hrlich instabile Region<\/b><\/p>\n<p>  Nordkoreas Atomwaffentest von letzter Woche und die kriegslustige   Reaktion der imperialistischen und regionalen M&#228;chte verdeutlicht, wie   ganz Asien zu einem immer gef&#228;hrlicheren und instabileren Gebiet wird.   ArbeiterInnen und die Jugend m&#252;ssen sich einer Ausbreitung nuklearer   Bewaffnung und atomarer Aufr&#252;stung entgegensetzen. Nur ein vereinter   Kampf der Arbeiterklasse in der gesamten Region kann den obsz&#246;nen und   ungeheuerlich verschwenderischen R&#252;stungs-Wettlauf beenden. Dasselbe   gilt f&#252;r Armut, Arbeitslosigkeit und Ausbeutung. SozialistInnen   unterst&#252;tzen st&#228;dtische wie l&#228;ndliche ArbeiterInnen in Nordkorea beim   Umsturz des auf Vetternwirtschaft basierenden Regimes in Pj&#246;ngjang und   der Einf&#252;hrung authentischer Arbeiter-Demokratie. Als Teil einer   sozialistischen Transformation der Gesellschaft in Nord- und S&#252;dkorea   k&#246;nnen die lohnabh&#228;ngigen Menschen die t&#246;dliche Pattsituation zwischen   den beiden Staaten entsch&#228;rfen und demokratisch &#252;ber ihre Zukunft   entscheiden.<\/p>\n<p>  In ganz Asien brauchen ArbeiterInnen und Jugendliche m&#228;chtige   Klassen-Organisationen, eine neue Arbeiterpartei eingeschlossen, die f&#252;r   mutige sozialistische Politik steht als Alternative zu den Parteien der   Bosse, zu reaktion&#228;rem Nationalismus und zum Imperialismus.<\/p>\n<p>  <i>10. Oktober 2006<\/i><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>      Imperialistische M&#228;chte &#252;ben sich in scheinheiliger Kritik<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[38],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11794"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11794"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11794\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11794"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11794"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11794"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}