{"id":11773,"date":"2006-10-10T13:03:01","date_gmt":"2006-10-10T13:03:01","guid":{"rendered":".\/?p=11773"},"modified":"2006-10-10T13:03:01","modified_gmt":"2006-10-10T13:03:01","slug":"11773","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2006\/10\/11773\/","title":{"rendered":"Die Bahn: Auf Privatisierungskurs"},"content":{"rendered":"<p>  F&#252;tterung von &#8222;Heuschrecken&#8220; und Entstehen eines privaten Molochs<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  Ende Oktober will die Gro&#223;e Koalition die folgenschwerste   Privatisierung, die es in der deutschen Geschichte je gab, in Angriff   nehmen und im Bundestag dar&#252;ber entscheiden, ob das Bundeseigentum an   der Deutschen Bahn AG weitgehend an private &#8222;Investoren&#8220; verkauft wird.   Gleichg&#252;ltig welche Form der Privatisierung am Ende gew&#228;hlt werden w&#252;rde   &#8211; ob es zu einem &#8222;integrierten B&#246;rsengang&#8220; oder zur Umsetzung des so   genannten Eigentumsmodells kommt &#8211;, gilt: Damit droht eine Verkehrsform   auf Schienen, die in 170 Jahren aufgebaut wurde, weitgehend zerst&#246;rt zu   werden.<\/p>\n<p>  <i>von Winfried Wolf<\/i><\/p>\n<p>  Vor zw&#246;lf Jahren wurde die DB AG gebildet, die sich zu 100 Prozent im   Eigentum des Bundes befindet. Damals wurden f&#252;r die Bahnreform die   gleichen Ziele genannt, die heute f&#252;r die materielle Privatisierung der   Bahn nun in den Mittelpunkt gestellt werden.<\/p>\n<p>  <b>Formelle Privatisierung 1994<\/b><\/p>\n<p>  Es gehe um erstens Kostensenkung f&#252;r die Steuerzahlenden, zweitens um   Servicefreundlichkeit der Bahn, und drittes um eine verbesserte   Marktposition der Schiene.<\/p>\n<p>  Doch alle drei Ziele wurden verfehlt.<\/p>\n<p>  &#8226;Der Bund zahlt inzwischen mehr an staatlichen Geldern f&#252;r die Schiene   als vor 1994 (j&#228;hrlich rund zw&#246;lf Milliarden Euro). Gleichzeitig ist die   DB AG, die 1994 schuldenfrei startete, mit 21,5 Milliarden Euro so hoch   verschuldet wie die Bundesbahn Ende 1993.<\/p>\n<p>  &#8226;Im Ranking unter allen gro&#223;en Unternehmen landet die DB AG in puncto   Kundenfreundlichkeit in der Regel auf dem letzten Platz.<\/p>\n<p>  &#8226;Laut offizieller Verkehrsstatistik hat die Schiene im Personen- wie im   G&#252;terverkehr im Zeitraum 1993 bis 2004 weiter an Boden verloren. Dies   gilt insbesondere f&#252;r den Fernverkehr: Obgleich in diesen 1994 bis 2005   rund hundert Milliarden Euro investiert wurden, gab es sogar einen   absoluten R&#252;ckgang der Fernverkehrsleistungen.<\/p>\n<p>  Tats&#228;chlich gibt es Erfolge im Personenverkehr (auch bei einzelnen   privaten Anbietern) nur im Nahverkehr, also dort, wo zwei Drittel der   Einnahmen aus staatlichen Unterst&#252;tzungen stammen. Mit der Bahnreform   wurden diese Unterst&#252;tzungszahlungen deutlich erh&#246;ht   (&#8222;Regionalisierungsgelder&#8220;).<\/p>\n<p>  Die DB AG hat den kleinteiligen Schieneng&#252;terverkehr radikal abgebaut.   Gab es 1992 noch 13.629 &#8222;Privatgleisanschl&#252;sse&#8220; (Industriegleise), so   waren es 2004 gerade noch 4.004.<\/p>\n<p>  In der Regel begrenzt sich im Personennahverkehr der &#8222;Wettbewerb&#8220; auf   einen Wettbewerb um Staatsknete. Im G&#252;terverkehr kommt es zur   klassischen &#8222;Rosinenpickerei&#8220;.<\/p>\n<p>  <b>Marktordnung<\/b><\/p>\n<p>  Die Schiene befindet sich &#8211; in krassem Widerspruch zu den hehren   Erkl&#228;rungen auf den Klimakonferenzen &#8211; international seit Jahrzehnten   auf dem R&#252;ckzug. In den USA, im ehemals klassischen Eisenbahnland, ist   ihr Marktanteil im Personenverkehr auf 0,4 Prozent gesunken. Europa ist   der einzige Kontinent, in dem die Schiene im Personenverkehr mit rund   acht Prozent Marktanteil noch eine nennenswerte Position im   Verkehrsmarkt einnimmt.<\/p>\n<p>  Der Verkehrsmarkt wird seit langer Zeit vom Auto und vom Flugzeug   bestimmt. Als Stichworte seien genannt: Steuerfreiheit f&#252;r Kerosin und   F&#246;rderung von Billigfliegern und Regionalflugh&#228;fen. Die konkrete   Verkehrspolitik erg&#228;nzt die Ungleichgewichte: So werden seit Jahrzehnten   in Deutschland j&#228;hrlich (!) rund 1.000 Kilometer neue Stra&#223;en   (Gemeinde-, Kreis-, Land- und Bundesstra&#223;en beziehungsweise   Bundesautobahnen) gebaut und &#8211; ebenfalls j&#228;hrlich! &#8211; bis 1993 rund 200   Kilometer und seit 1994 rund 450 Kilometer des Schienennetzes abgebaut.   Allein seit der Bahnreform 1994 &#8222;verschwanden&#8220; 5.300 Kilometer des   deutschen Schienennetzes.<\/p>\n<p>  Unter diesen Bedingungen ist der Schienenverkehr als Ganzes dort   defizit&#228;r, wo er eigenwirtschaftlich betrieben wird. Anders stellt es   sich dar, wenn Konsequenzen aus der Debatte um die &#8222;externen Kosten des   Verkehr&#8220; gezogen und die Folgekosten des Verkehrs f&#252;r Umwelt, Klima und   kommende Generationen in Betracht gezogen werden. Bei einer solchen   Sichtweise m&#252;ssten sich die Transporte auf Stra&#223;en und der Luftverkehr   deutlich verteuern.<\/p>\n<p>  Mit der nun debattierten materiellen Privatisierung der Bahn werden alle   negativen Erscheinungen der Bahnreform von 1994 potenziert. Sechs   weitreichende reale Konsequenzen seien benannt.<\/p>\n<p>  <b>Konsequenz 1: Im Personenverkehr zum Nischenanbieter <\/b><\/p>\n<p>  Alle ma&#223;geblichen Gutachten gehen davon aus, dass das Schienennetz im   Fall einer Bahnprivatisierung erneut deutlich reduziert wird. Im   Gespr&#228;ch ist ein Abbau von weiteren 5.000 Kilometern. Damit l&#228;ge die   Gesamtl&#228;nge des deutschen Schiennetzes mit rund 29.000 Kilometern auf   den Stand von 1875.<\/p>\n<p>  Die Ausrichtung an einer hohen Rendite, zu der sich jeder private   Investor verpflichtet sieht, m&#252;ndet in der Konzentration auf rentable   Strecken und der Aufgabe von unrentablen Verbindungen. Laut dem   Bundestags-Gutachten w&#252;rde der Schienenpersonennahverkehr weitgehend auf   dem erreichten Niveau verharren. Dabei sind die von der Bundesregierung   beschlossenen K&#252;rzungen der Regionalisierungsmittel f&#252;r den Zeitraum   2006-2010 noch nicht ber&#252;cksichtigt. Der Schienenpersonenfernverkehr   soll sogar absolut r&#252;ckl&#228;ufig sein. Lediglich im Schieneng&#252;terverkehr   soll es zu Anteilsgewinnen kommen.<\/p>\n<p>  Ergebnis: Eine privatisierte und im Sinn der Investoren &#8222;rentable&#8220; Bahn   wird notwendig dazu f&#252;hren, dass das Schienennetz weiter abgekappt und   der Fahrplan deutlich ausged&#252;nnt werden.<\/p>\n<p>  <b>Konsequenz 2: Ausverkauf gesellschaftlichen Eigentums<\/b><\/p>\n<p>  Das gesamte Verm&#246;gen der Bahn &#8211; Infrastruktur und rollendes Material &#8211;   wird auf einen Wert von 100 bis 150 Milliarden Euro gesch&#228;tzt. In der   Bilanz der DB AG wird ein Anlagewert von 40 Milliarden Euro ausgewiesen.   Die Differenz ist Resultat von zwei Kunstgriffen: Erstens tauchten   Anfang 1994 zwei Drittel des Anlagewerts, den Bundesbahn und Reichsbahn   Ende 1993 ausgewiesen hatten, in der Er&#246;ffnungsbilanz der DB AG vom   Januar 1994 nicht mehr auf. Damit wurden g&#252;nstige Startbedingungen f&#252;r   ein positives Bild der Bahnreform geschaffen: Niedrigere Abschreibungen   bewirken h&#246;here (k&#252;nstliche) Gewinne. Zweitens wurden die Bauzusch&#252;sse   des Bundes f&#252;r das Schienennetz in H&#246;he von 40 Milliarden Euro, die im   Zeitraum 1994 bis 2005 gezahlt wurden, nicht bilanziert. Diese Zusch&#252;sse   sind sp&#228;testens dann pures Gold wert, wenn private Investoren einsteigen. <\/p>\n<p>  Die Bundesregierung veranschlagt als Einnahmen im Fall eines   &#8222;integrierten B&#246;rsengangs&#8220; nur zehn bis 15 Milliarden Euro. Selbst wenn   es nur zu einem Verkauf des Bahnbetriebs kommt und das Netz beim Bund   bleibt, kann der Wert des &#8222;rollenden Materials&#8220; auf 20 bis 25 Milliarden   Euro gesch&#228;tzt werden. Doch die Bundesregierung erwartet bei einem   Verkauf des reinen Schienentransport-Sektors lediglich Einnahmen von   vier bis sieben Milliarden Euro.<\/p>\n<p>  Ergebnis: Die Bahnprivatisierung ist die Verschleuderung von   gesellschaftlichem Verm&#246;gen.<b> <\/b><\/p>\n<p>  <b>Konsequenz 3: Privatisierung kommt uns teuer zu stehen<\/b><\/p>\n<p>  In der Summe sollen nach einer Privatisierung die staatlichen   Unterst&#252;tzungszahlungen (darunter zwei bis drei Milliarden Euro j&#228;hrlich   f&#252;r das Schienennetz sowie derzeit sieben Milliarden Euro j&#228;hrlich   Regionalisierungsgelder f&#252;r den Nahverkehr) nicht niedriger sein. Das   aber hei&#223;t: Die kurzfristigen Einnahmen durch den Teilverkauf des   Bundeseigentums an der Deutschen Bahn AG an private Investoren werden   sp&#228;testens im zweiten Jahr nach der Bahnprivatisierung &#252;bertroffen von   den staatlichen Unterst&#252;tzungsleistungen, die der Schiene &#8211; nunmehr in   erheblichem Ma&#223;: den privaten Anteilseignern &#8211; zuflie&#223;en.<\/p>\n<p>  Ergebnis: J&#228;hrlich werden bis zu zw&#246;lf Milliarden Euro an Steuergeldern   f&#252;r die F&#246;rderung der dann neuen privaten Bahneigent&#252;mer ausgegeben.   Gleichzeitig tendiert die Kontrolle &#252;ber die Verwendung dieser Mittel   gegen null.<\/p>\n<p>  <b>Konsequenz 4: Schlechtere Kapitalausstattung<\/b><\/p>\n<p>  Eine g&#228;ngige Behauptung lautet: Mit der Bahnprivatisierung k&#246;nne sich   die Bahn frisches Kapital besorgen. Das Gegenteil trifft zu. Eine   privatisierte Deutsche Bahn AG h&#228;tte zun&#228;chst ein deutlich schlechteres   Kredit-Rating als die DB AG in Bundesbesitz. Jede Form der Aufnahme von   Fremdkapital k&#228;me teurer. Vor allem aber m&#252;ssen private Investoren   darauf dr&#228;ngen, die derzeitige offizielle Rendite von zwei Prozent   zumindest zu vervierfachen. Sie w&#252;rden somit der Bahn Gelder, die   potenziell dem Schienenverkehr zur Verf&#252;gung stehen, entziehen.<\/p>\n<p>  Ergebnis: Eine privatisierte Bahn ist eine zu Lasten der Fahrg&#228;ste arme   Bahn.<\/p>\n<p>  <b>Konsequenz 5: Gefahr der Fremdbestimmung<\/b><\/p>\n<p>  Alle Modelle eines Bahn-B&#246;rsengangs sind damit verbunden, dass private   Investoren, auch Heuschrecken genannt, Miteigent&#252;mer werden. Vor dem   Hintergrund eines vom Auto und Flugzeug dominierten Verkehrsmarkts ist   auch vorstellbar, dass Investoren einsteigen, die dem Schienenverkehr   widersprechende Interessen vertreten. In Gro&#223;britannien sind heute   Busverkehrgesellschaften (StageCoach; Arriva) und   (Billig-)Flugverkehrsunternehmen (Virgin) die wesentlichen Eigent&#252;mer   privater Bahnbetreiber.<\/p>\n<p>  Ergebnis: Eine private Bahn droht in dem vom Auto und Flugzeug   beherrschten Markt ein Schicksal zu erleiden, wie es die Bahnen in den   USA erlebt haben. Diese wurden durch die US-Auto- und Reifenindustrie   beziehungsweise von Unternehmen, die eng mit den Autokonzernen verbunden   waren, aufgekauft und in ein Nischendasein gedr&#228;ngt.<\/p>\n<p>  <b>Konsequenz 6: Arbeitsplatzabbau <\/b><\/p>\n<p>  In kaum einem anderen Wirtschaftsbereich wurden die Arbeitspl&#228;tze derart   radikal abgebaut wie im Bahnsektor. In der BRD kam es seit der   Bahnreform im Schienenverkehrsbereich zu einer Halbierung der   Besch&#228;ftigtenzahl (von 360.000 auf 180.000; ohne Stinnes-Schenker).   Hinzu kommen einige zehntausend Arbeitspl&#228;tze, die in der Bahntechnik   abgebaut wurden. Die nun zur Entscheidung anstehende materielle   Bahnprivatisierung gef&#228;hrdet in den Bereichen Schiene und Bahntechnik   weitere 80.000 bis 100.000 Arbeitpl&#228;tze.<\/p>\n<p>  Ergebnis: Ein privater Schienenverkehr f&#252;hrt zu einem Abbau von   gesellschaftlich sinnvollen und zukunftsf&#228;higen Arbeitspl&#228;tzen. Dies   muss die Qualit&#228;t des Service und die Sicherheitsstandards weiter   verschlechtern.<\/p>\n<p>  <b>Neue Debatte: &#8222;Eigentumsmodell&#8220;<\/b><\/p>\n<p>  Seit Juni 2006 gibt es eine neue Situation. Im Gespr&#228;ch ist das so   genannte Eigentumsmodell. Dieses wird wie das Kaninchen aus dem Zylinder   hervor gezaubert.<\/p>\n<p>  Bei dieser Privatisierungs-Variante wird das Netz aus der DB AG   herausgetrennt und bleibt im Besitz des Bundes. Die materiell zu   privatisierende (Rest-) Deutsche Bahn AG wird &#252;ber eine Art   Generalvertrag allein zust&#228;ndig bleiben f&#252;r den Unterhalt und die   Bewirtschaftung des Netzes. Da es bei dieser Variante einen engen   Zusammenhang zwischen der Transportgesellschaft DB AG und dem formell   staatlichen Netz geben wird, darf &#8211; so die derzeit noch vorherrschende   Auffassung &#8211; die DB AG nur zu 49 Prozent in das Eigentum von privaten   Investoren &#252;bergehen.<\/p>\n<p>  Dieses Modell soll es allen recht machen: Das Netz bleibt staatlich   (&#8222;Keine irreversible Entscheidung&#8220;!). Der Transport ist zwar weitgehend   privatisiert; doch DB AG und Netz bleiben vertraglich gesichert eng   verbunden (&#8222;Keine Zerschlagung des Konzerns!&#8220;).<\/p>\n<p>  Im Grundsatz treffen auch auf dieses Privatisierungsmodell die erw&#228;hnten   sechs negativen Folgen zu. Zun&#228;chst wirft dieses Modell drei kritische   Fragen auf.<\/p>\n<p>  Erstens: Wo verbleiben die in der AG Station &amp; Service zusammengefassten   rund 5.500 Bahnh&#246;fe?<b> <\/b><\/p>\n<p>  Zweitens: Was ist mit den &#8222;falsch verbuchten Immobilien&#8220;? Im Mai 2006   wurde nach Untersuchungen des Bundesrechnungshofs bekannt, dass die DB   AG eine nicht n&#228;her benannte Zahl wertvoller Bahnh&#246;fe und Trassen nicht,   wie seit 1999 gesetzlich erforderlich, in den Bilanzen der   Infrastrukturgesellschaften Netz AG und AG Station und Service   verbuchte. Stattdessen wurden diese der Holding DB AG zugeschlagen. Der   Bahnvorstand k&#252;ndigte Ende August 2006 an, eine Umbuchung der falsch   bilanzierten Grundst&#252;cke vornehmen zu wollen. Erstmals nannte er auch   einen Wert von rund zwei Milliarden Euro (!), auf den diese Grundst&#252;cke   zu bilanzieren w&#228;ren. Gleichzeitig wurde jedoch mitgeteilt, diese   Grundst&#252;cke w&#228;ren mit hohen Verbindlichkeiten belastet. Das hei&#223;t: Im   Fall einer Trennung von Netz und Betrieb w&#252;rde allein diese Umbuchung zu   neuen hohen Verbindlichkeiten des Bundes f&#252;hren.<\/p>\n<p>  Doch dies ist &#8211; drittens &#8211; ein grundlegendes Dilemma beim   &#8222;Eigentumsmodell&#8220;: 15 Milliarden Euro Verbindlichkeiten (von insgesamt   21,5 Milliarden Euro Bahnschulden) lasten auf der Netz AG. Allein die   &#220;bernahme dieser Bahnschulden l&#228;ge beim Doppelten dessen, was der Bund   mit einem Verkauf von 49 Prozent der (Rest-) DB AG erzielen k&#246;nnte.<\/p>\n<p>  <b>Das Eigentumsmodell vereint die negativen Aspekte<\/b><\/p>\n<p>  Vielfach wird argumentiert, es komme bei einer Heraustrennung des Netzes   zu einem &#8222;Mehr an Wettbewerb&#8220;. Doch gerade dies zeitigt fatale Folgen:   Je mehr private Betreiber es im Schienennetz gibt, desto mehr wird sich   dies zu einem Flickenteppich in Bezug auf Fahrpl&#228;ne, Tarife und   Standards von Service und Sicherheit entwickeln.<\/p>\n<p>  Das Eigentumsmodell ist gleichzeitig mit dem wesentlichen negativen   Element des Modells &#8222;integrierter B&#246;rsengang&#8220; verbunden: Durch den   langfristigen Generalvertrag bleibt die teilprivatisierte DB AG faktisch   Herr &#252;ber das Netz. Anstelle des staatlichen Monopolisten wird es zur   Herausbildung eines privaten Monopolisten kommen.<\/p>\n<p>  Insgesamt muss davon ausgegangen werden, dass allein im ersten Jahrzehnt   nach der Bahnprivatisierung rund hundert Milliarden Euro Steuergelder   (vor allem f&#252;r Investitionen und Regionalisierungsgelder) in einen   weitgehend privatisierten Sektor Schiene flie&#223;en. Dies stellt ein   einmaliges Potenzial f&#252;r Missbrauch dar. Das Eigentumsmodell wird sich   im Wortsinn als ein gro&#223;er Verschiebebahnhof f&#252;r gewaltige Transfers an   &#246;ffentlichen Geldern erweisen.<\/p>\n<p>  <b>Es gibt Alternativen!<\/b><\/p>\n<p>  In Zeiten, in denen der &#214;lpreis immer wieder neue Rekordh&#246;hen erreicht   und Kriege um &#214;l gef&#252;hrt werden und die Gef&#228;hrdung elementarer   Bedingungen f&#252;r menschliches Leben auf unserem Planeten Erde   offensichtlich ist, ist eine nachhaltige und zukunftsf&#228;hige Energie- und   Verkehrspolitik erforderlich. Diese setzt den Erhalt des &#246;ffentlichen   Eigentums an der Schieneninfrastruktur und dem Betrieb des   Schienenverkehrs voraus.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      F&#252;tterung von &#8222;Heuschrecken&#8220; und Entstehen eines privaten Molochs\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[78,20],"tags":[186],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11773"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11773"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11773\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11773"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11773"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11773"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}