{"id":11748,"date":"2006-09-14T15:14:41","date_gmt":"2006-09-14T15:14:41","guid":{"rendered":".\/?p=11748"},"modified":"2006-09-14T15:14:41","modified_gmt":"2006-09-14T15:14:41","slug":"11748","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2006\/09\/11748\/","title":{"rendered":"Demos am 21.10. &#8211; wie ernst meint es der DGB?"},"content":{"rendered":"<p>  Initiativen von unten und massiver Druck auf DGB-F&#252;hrung notwendig <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  Nach einer Forsa-Umfrage hatten im August 82 Prozent der Bev&#246;lkerung   &#8222;geringes&#8220; oder &#8222;weniger gro&#223;es Vertrauen&#8220; in die Bundesregierung. Und   das vor der n&#228;chsten Umverteilungsoffensive. In der &#8222;zweiten Etappe&#8220;   ihrer Kanzlerschaft will Merkel den Systemwechsel im Gesundheitswesen,   weitere Leistungsk&#252;rzungen bei Hartz-IV-Empf&#228;ngern und vieles mehr   durchsetzen. Diese Politik f&#252;r die Reichen soll mit einer   milliardenschweren Senkung der Steuerbelastung f&#252;r Unternehmen garniert   werden.<\/p>\n<p>  <i>von Ursel Beck, Stuttgart<\/i><\/p>\n<p>  Zwei Prozent Wachstum im Jahr 2006 hin oder her, erh&#246;hte   Steuerereinahmen und &#220;bersch&#252;sse bei der Bundesagentur f&#252;r Arbeit, die   Bundesregierung will sicherstellen, dass von dem aus den Erwerbst&#228;tigen   herausgepressten h&#246;heren gesellschaftlichen Reichtum unten nichts   ankommt.<\/p>\n<p>  Auch die Herren in den Chefetagen nutzen ihre Macht in den Betrieben, um   ihre im zweistelligen Bereich angelangten Kapitalrenditen weiter zu   erh&#246;hen. 5,5 Milliarden Euro Gewinn erwartet die Allianz im Jahr 2006.   Trotzdem bleiben die Konzernherren dabei, 7.500 Vollzeitstellen zu   vernichten.<\/p>\n<p>  <b>Nur Alibiaktionen?<\/b><\/p>\n<p>  Die Wut unter Besch&#228;ftigten und Erwerbslosen w&#228;chst mit jeder Ma&#223;nahme   aus Berlin und aus den Chefetagen. Nach langem Hin und Her hat sich der   DGB dazu durchgerungen, f&#252;r den 21. Oktober zu f&#252;nf regionalen   Demonstrationen in Berlin, Dortmund, M&#252;nchen, Stuttgart und Wiesbaden   aufzurufen. Stellt sich die Frage, wie ernst es die Gewerkschaftsspitze   meint. Ihr Motto f&#252;r den 21.10. lautet: &#8222;Das geht besser &#8211; aber nicht   von allein! &#8211; F&#252;r die soziale Erneuerung Deutschlands&#8220;. Soll das hei&#223;en,   die Regierung macht es schon ganz gut, aber es geht noch besser?<\/p>\n<p>  Dazu passt, dass Gewerkschaftsfunktion&#228;re einzelne Ma&#223;nahmen der   Regierung kritisieren und manche ausdr&#252;cklich begr&#252;&#223;en. Aus Sicht der   Gewerkschaftsbasis ist es dagegen &#252;berf&#228;llig, die gesamte Richtung in   Politik und Wirtschaft abzulehnen und f&#252;r eine radikale Umkehr der   Umverteilungspolitik zu k&#228;mpfen. Die Gewerkschaften m&#252;ssten ihren   Protest als Teil des weltweiten Widerstands gegen die neoliberale   Globalisierung betrachten. Doch sie reden nur von Deutschland. Obwohl   der Demotermin Ende Juli bekanntgegeben wurde, wurde der Aufruf bis Ende   August nicht verbreitet, gab es noch keine Mobilisierungsflugbl&#228;tter und   keine Presseerkl&#228;rung.<\/p>\n<p>  Es dr&#228;ngt sich der Verdacht auf, dass die Gewerkschaftsspitze wieder mal   alibim&#228;&#223;ige Dampfablassaktionen organisiert. Die Basis wird in ihrer   Freizeit um eine paar H&#228;userblocks geschickt und muss sich halbherzige   oder scheinradikale Reden anh&#246;ren. Den Demoteilnehmern wird keine Idee   und kein Vorschlag mit nach Hause gegeben, wie der Kampf weitergeht,   geschweige denn in die Betriebe getragen wird. Mit dieser Politik bleibt   das Kampfpotenzial ungenutzt, wird das Gef&#252;hl f&#252;r die eigene St&#228;rke der   Lohnabh&#228;ngigen nicht aufgebaut, werden die Herrschenden nicht gestoppt. <\/p>\n<p>  <b>Welche Aufgaben stellen sich vor Ort?<\/b><\/p>\n<p>  Es ist notwendig, dass k&#228;mpferische Kr&#228;fte in Betrieben und   Gewerkschaften durch Antr&#228;ge und Resolutionen konsequenten   gewerkschaftlichen Widerstand gegen die Offensive der Herrschenden   einfordern. Dazu geh&#246;rt nicht nur eine entschlossene Demo-Mobilisierung,   sondern Streiks und die Verbindung von Tarifauseinandersetzungen,   betrieblicher Gegenwehr und sozialen Protesten mit den regionalen Demos   am 21. Oktober. Gleichzeitig m&#252;ssen vor Ort, regional und bundesweit   alle vorhandenen Vernetzungen ausgebaut werden und Initiativen ergriffen   werden. Betriebsversammlungen, Vertrauensleutesitzungen, eigene   Demoaufrufe, eigenst&#228;ndige Demo-Mobilisierung und Aktionen in Betrieben   und vor Ort k&#246;nnten dazu einen Beitrag leisten, Gegenwehr von unten   aufzubauen. In Kassel hat sich zum Beispiel ein B&#252;ndnis gegen   Privatisierung gebildet (siehe Seite 11).<\/p>\n<p>  <b>Gewerkschaftslinke<\/b><\/p>\n<p>  Am 30. September findet der Kongress der Initiative zur Vernetzung der   Gewerkschaftlinken (IVG) statt. Hier sollte diskutiert und beschlossen   werden, wie der Protest in den Betrieben mit dem Widerstand gegen Merkel   und Co. verbunden werden kann und welchen Beitrag die Gewerkschaftslinke   leisten muss, den Druck auf die Gewerkschaftsf&#252;hrung f&#252;r entschlossene   Gegenwehr bis hin zu einem eint&#228;gigen Generalstreik zu erh&#246;hen. Die   Gewerkschaftslinke k&#246;nnte zum Beispiel ein entsprechendes Flugblatt bei   den Demos am 21. Oktober verteilen und zu lokalen Treffen unter dem   Titel &#8222;Wie weiter nach den Demos vom 21. Oktober&#8220; organisieren. Es   k&#246;nnte ein betrieblicher Aktionstag eingefordert und festgelegt werden,   bei dem versucht wird, bundesweit einheitlich in m&#246;glichst vielen   Betrieben Proteste bis hin zu Arbeitsniederlegungen zu organisieren.<\/p>\n<p>  <b>WASG, Linkspartei und Lafontaine<\/b><\/p>\n<p>  Die WASG und die Linkspartei sollten die k&#228;mpferischen Kr&#228;fte in den   Gewerkschaften zu einem solchen Vorgehen ermutigen und dabei   unterst&#252;tzen. Damit w&#252;rde die WASG ihrem Gr&#252;ndungsanspruch gerecht   werden, eine starke au&#223;erparlamentarische Opposition aufzubauen.<\/p>\n<p>  Anstatt sich kritiklos der Politik der Gewerkschaftsf&#252;hrung zu   unterwerfen, muss die Linke ihren Apparat und ihre Mittel einsetzen, um   f&#252;r den 21. Oktober zu mobilisieren &#8211; und Forderungen aufstellen, f&#252;r   die es sich zu k&#228;mpfen lohnt.<\/p>\n<p>  Es reicht nicht, wenn Oskar Lafontaine das Recht auf Generalstreik   fordert. Die parlamentarische und au&#223;erparlamentarische Linke muss sich   f&#252;r die Organisierung eines Generalstreiks einsetzen und sich bei den   Gewerkschaften daf&#252;r stark machen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>      Initiativen von unten und massiver Druck auf DGB-F&#252;hrung notwendig<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[78],"tags":[185],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11748"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11748"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11748\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11748"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11748"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11748"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}