{"id":11725,"date":"2006-08-20T09:53:23","date_gmt":"2006-08-20T09:53:23","guid":{"rendered":".\/?p=11725"},"modified":"2006-08-20T09:53:23","modified_gmt":"2006-08-20T09:53:23","slug":"11725","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2006\/08\/11725\/","title":{"rendered":"&#160;L.PDS im Privatisierungswahn"},"content":{"rendered":"<p>  <i>von Steve K&#252;hne, Dresden<\/i> <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <i>&#8222;Wir dr&#228;ngen darauf, dass mit dem Eigentum der Stadt wirtschaftlich   verantwortlich umgegangen wird. Privatisierungen d&#252;rfen die F&#228;higkeit   der Stadt, ihr Leben sozial und &#246;kologisch zu regulieren, nicht   beeintr&#228;chtigen. Durch ein verbessertes Management und controlling   m&#252;ssen die Nutzung und die Bewirtschaftung stadteigener Geb&#228;ude nach   wirtschaftlichen Kriterien erfolgen.&#8220; <\/i>(aus dem   Kommunalwahlprogramm der L.PDS-Dresden von 2004)<\/p>\n<p>  Kritisiert man die L.PDS, weil sie vielfach Privatisierungen mittr&#228;gt,   so schl&#228;gt einem nicht nur in Dresden eine Welle von Entr&#252;stung   entgegen. Schnell bem&#252;ht sich dann die L.PDS zu zeigen wie sehr sie   gegen Privatisierungen k&#228;mpft. Ob Bodo Ramelow oder der Dresdner   Vorsitzende der L.PDS Muskulus &#8211; sie alle lehnten schon Privatisierungen   in der &#214;ffentlichkeit ab. Da wird auf L.PDS-Veranstaltungen auch schon   mal &#8211; v&#246;llig richtig &#8211; erkl&#228;rt, dass Privatisierung Diebstahl ist. Nur   leider verscherbelt die L.PDS kommunales und staatliches Eigentum   trotzdem ganz gern mit.<\/p>\n<p>  Der Verkauf der Berliner Wohnungsbaugesellschaft GSW mit 65 000   Wohnungen? Ein bedauerlicher Fehler. Die Privatisierung der Dresdner   WOBA? Kann doch jedem mal passieren. Das Verscherbeln von 50 000   weiteren Wohnungen in Berlin? Die CDU h&#228;tte es noch schlimmer gemacht.   Der Verkauf eines Drittels der st&#228;dtischen Wohnungen in Zwickau? Die   Anderen wollten gleich alles verkaufen.<\/p>\n<p>  <b>Ostrowskis Privatisierungstour<\/b><\/p>\n<p>  Zumindest ein Dresdner L.PDS-Stadtratsmitglied ist da weitaus offener.   Christine Ostrowski, die den DresdnerInnen schon vor einigen Jahren   erkl&#228;rte mit dem Sozialismus nichts mehr anfangen zu k&#246;nnen, stand ganz   offen zum Verkauf der Dresdner WOBA. Nat&#252;rlich fluchte die Basis, einige   Funktion&#228;re distanzierten sich, Beschl&#252;sse wurden gefasst, dass das   alles nicht sehr sch&#246;n sei, aber neun von siebzehn L.PDS-Stadtr&#228;tInnen   stimmten f&#252;r den Verkauf der WOBA. Dabei konnten sie sich auch auf das   Kommunalwahlprogramm der PDS aus dem Jahr 2004 berufen, welches   Privatisierungen ausdr&#252;cklich erm&#246;glicht, solange die Stadt Dresden   nicht die F&#228;higkeit verliere das Leben &#8222;sozial und &#246;kologisch zu   regulieren.&#8220; Dass dies jedoch eine unweigerliche Folge von   Privatisierungen ist, scheint den Sch&#246;pfern des Wahlprogramms nicht   gel&#228;ufig gewesen zu sein.<\/p>\n<p>  Christine Ostrowski setzt nun noch eins drauf. Sie tourt durch   verschiedene deutsche St&#228;dte, u.a. Freiburg, und ber&#228;t diese beim   Verkauf ihres kommunalen Wohnungsbestandes. Nat&#252;rlich hat sich die   Dresdner L.PDS-Spitze, allen voran Herr Muskulus, von Ostrowskis   fliegender Privatisierungsberatung pflichtbewusst distanziert. Was nicht   hei&#223;t, dass Frau Ostrowski daraus irgendwelche Nachteile entstehen   werden.<\/p>\n<p>  <b>Sehr w&#228;hlerisch mit Sanktionen<\/b><\/p>\n<p>  Zwar brachten auf dem letzten L.PDS-Parteitag einige Dresdner Mitglieder   der Jungen Linken einen Antrag ein, jene neun Stadtratsmitglieder ihrer   Partei, die f&#252;r den Verkauf der WOBA gestimmt hatten zur R&#252;ckgabe ihres   Mandats zu verpflichten. Dieser wurde allerdings erwartungsgem&#228;&#223;   abgelehnt. An diesem Parteitag nahmen ja vorrangig Mitglieder von   Kommunal- oder Landesparlamenten teil und so manch einer hatte bei der   Ablehnung dieses Antrags sicher schon die n&#228;chste &#8222;Sachentscheidung&#8220; in   seiner Stadt im Auge. Au&#223;erdem wolle man mit allen demokratisch   diskutieren und niemanden ausschlie&#223;en.<\/p>\n<p>  Bei der Verh&#228;ngung von Sanktionen gegen die prinzipientreue WASG-Berlin   hatte man sich mehr ins Zeug gelegt. Nicht wenige L.PDS-PolitikerInnen   hatten diesbez&#252;glich eine deutlichere Sprache vom WASG-Bundesvorstand   gefordert. Demokratische Bedenken hatte man dabei nicht.<\/p>\n<p>  Wenn die L.PDS es sich vorstellen kann Anh&#228;nger von Privatisierungen in   den eigenen Reihen zu dulden, hingegen die privatisierungsfeindliche   WASG-Berlin los werden will, spricht sie damit allein schon eine   deutliche Sprache. Ebenso mit der letzten Ausgabe der &#8222;SO!&#8220;, der   &#8222;Zeitung der Linken in Sachsen&#8220;, die im Juli diesen Jahres erschien.   Darin verleumdete sie nicht nur SAV und WASG-Berlin, sondern und rief   zur Unterst&#252;tzung der L.PDS im Berliner Wahlkampf auf. Sie druckte auf   der Titelseite auch ganz unverbl&#252;mt &#8211; entgegen allen Beteuerungen des   Herrn Muskulus &#8211; eine Stellungnahme der Stadt Freiburg, in der Frau   Ostrowski f&#252;r ihre Hilfe bei der bevorstehenden Privatisierung des   Wohnungsbestandes gedankt wurde.<\/p>\n<p>  <b>Kampf gegen Privatisierung hei&#223;t Kampf um eine sozialistische Linke<\/b> <\/p>\n<p>  Die Bekenntnisse der L.PDS- und WASG-Spitze f&#252;r eine neue linke Partei,   die gegen Privatisierungen, Entlassungen und Sozialabbau k&#228;mpft, sind,   gemessen an ihren Taten, vielfach Lippenbekenntnisse. Den Kampf um eine   solche Partei m&#252;ssen wir gemeinsam f&#252;hren. Sie wird nicht vom Himmel   fallen und uns ganz sicher nicht durch Maurer, Ramelow, Muskulus oder   Ostrowski geschenkt werden. F&#252;r eine neue Arbeiterpartei mit   sozialistischem Programm zu k&#228;mpfen hei&#223;t im Moment vor allem die   WASG-Berlin im Wahlkampf aktiv oder durch Spenden zu unterst&#252;tzen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>      <i>von Steve K&#252;hne, Dresden<\/i><\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[30],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11725"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11725"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11725\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11725"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11725"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11725"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}