{"id":11705,"date":"2006-08-06T14:48:11","date_gmt":"2006-08-06T14:48:11","guid":{"rendered":".\/?p=11705"},"modified":"2006-08-06T14:48:11","modified_gmt":"2006-08-06T14:48:11","slug":"11705","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2006\/08\/11705\/","title":{"rendered":"Mit Regierung und Unternehmern Franz&#246;sisch reden!"},"content":{"rendered":"<p>  Damit es zu einem hei&#223;en Herbst kommt, sind Initiativen von unten und   massiver Druck auf die DGB-Spitze n&#246;tig <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  Die Bundesregierung hat im Windschatten der WM-Euphorie eine asoziale   Gesetzes&#228;nderung nach der anderen durch Bundestag und Bundesrat   gepeitscht. Und weitere sollen folgen. Es wird Zeit, dieser Politik   entschlossenen Widerstand entgegenzusetzen.<\/p>\n<p>  <i>von Daniel Behruzi, Berlin<\/i><\/p>\n<p>  Die Gewerkschaften des DGB &#8211; die Organisation mit dem gr&#246;&#223;ten Potenzial   f&#252;r Gegenwehr &#8211; haben bislang wenig in diese Richtung unternommen. Statt   auf Proteste setzten Sommer, Bsirske und Peters auf Plauderst&#252;ndchen mit   den Politikern der Regierungsfraktionen. Die DemonstrantInnen, die am 3.   Juni in Berlin gegen Sozialabbau auf die Stra&#223;e gingen, wurden von ihnen   im wahrsten Sinne des Wortes im Regen stehen gelassen.<\/p>\n<p>  Nun endlich ruft auch die DGB-Spitze zum Protest: Am Samstag, den 21.   Oktober soll es einen Aktionstag geben. Besser sp&#228;t als nie, m&#246;chte man   meinen. Allerdings scheint es dar&#252;ber Auseinandersetzungen innerhalb der   DGB-F&#252;hrung zu geben. Aber auch wenn an diesem Termin festgehalten   werden sollte, ist zu bef&#252;rchten, dass es die DGB-Oberen mit dem   Widerstand wieder einmal nicht ganz so ernst meinen. Zur Erinnerung:   Bereits am 3. April 2004 demonstrierte eine halbe Million Menschen gegen   Agenda 2010 und Hartz IV &#8211; um danach vom DGB-Chef in die &#8222;Sommerpause&#8220;   geschickt zu werden.<\/p>\n<p>  <b>Nicht zum Dampf ablassen!<\/b><\/p>\n<p>  Damit die Sommers den 21. Oktober nicht wieder fallenlassen, m&#252;ssen   jetzt Konferenzen organisiert werden, auf denen betriebliche und   gewerkschaftliche AktivistInnen, aber auch Akteure der sozialen   Bewegungen diskutieren, wie die DGB-Spitze in die Pflicht genommen   werden kann. Es gilt, Anstrengungen f&#252;r eine massenhafte Mobilisierung   zu unternehmen. Das macht Betriebsversammlungen,   Informationsveranstaltungen und Vertrauensleutekonferenzen, m&#246;glichst   unter Beteiligung der sozialen Bewegungen, n&#246;tig. Diese Treffen b&#246;ten   die M&#246;glichkeit, die eigenst&#228;ndige Mobilisierung an der Basis und   &#246;rtiche Aktionen auf die Beine zu stellen. Symbolische Aktionen am 21.   Oktober bringen uns wenig. Gro&#223;demonstrationen sind geboten.<\/p>\n<p>  Dieses Mal darf es nicht bei blo&#223;en Dampfablassaktionen bleiben. Es   braucht mehr als Demonstrationen am Samstagnachmittag, um die   Gro&#223;koalition&#228;re von ihren Vorhaben abzubringen. Letztlich m&#252;ssen wir   die Politiker und ihre Unternehmerfreunde da treffen, wo es weh tut:   beim Profit. Um eine gr&#246;&#223;tm&#246;gliche &#8211; &#246;konomische &#8211; Wirkung zu entfalten,   sollten Besch&#228;ftigte, Azubis, Studierende und Sch&#252;lerInnen an einem Tag   gemeinsam streiken.<\/p>\n<p>  Christa Hourani vom Zukunftsforum Stuttgarter Gewerkschaften schreibt im   Netzwerk-Info Gewerkschaftslinke vom Juli, dass &#8222;k&#252;nftige   Demonstrationen w&#228;hrend der Arbeitszeit stattfinden m&#252;ssen, so dass   zumindest die gut organisierten Belegschaften diese als   Demonstrationsstreiks durchf&#252;hren k&#246;nnen&#8220;.<\/p>\n<p>  Am Besten w&#228;re es, Sommer und Co. w&#252;rden einen eint&#228;gigen Protest- und   Streiktag festlegen. Darauf k&#246;nnen wir nat&#252;rlich nicht bauen. Darum   sollten die Mobilisierungskonferenzen vor dem 21. Oktober auch &#252;ber die   Vorbereitung von Streikma&#223;nahmen diskutieren. &#214;rtliche und regionale   Streik- und Protesttage k&#246;nnten erste Schritte sein.<\/p>\n<p>  Die Proteste von Allianz- und Daimler-Besch&#228;ftigten zeigen das Potenzial   f&#252;r betriebliche Aktionen. Ob im &#246;ffentlichen Dienst, bei der   Commerzbank oder an den Hochschulen &#8211; es regt sich vielf&#228;ltiger Protest,   f&#252;r den der Widerstand gegen die Umverteilungspolitik der Regierenden   zum Fokus werden kann.<\/p>\n<p>  Die Kampagnen von Gewerkschaften, Linkspartei.PDS und WASG f&#252;r einen   gesetzlichen Mindestlohn machen nur einen Sinn, wenn sie in diesen   Zusammenhang gebracht werden und nicht bei Appellen stehen bleiben. F&#252;r   die Linksfraktion, auf die viele Menschen bei der Bundestagswahl ihre   Hoffnung gesetzt haben, wird dieser Herbst zur Nagelprobe. Sie muss ihre   Position und Organisationskraft endlich zum Aufbau der   au&#223;erparlamentarischen Bewegung nutzen. Bislang ist &#8211; au&#223;er einigen   Alibi-Aktionen &#8211; nicht viel davon zu sehen.<\/p>\n<p>  <b>Gewerkschaftslinke<\/b><\/p>\n<p>  Entscheidend werden aber die weiteren Prozesse in den Gewerkschaften   sein. Die &#252;blichen Quersch&#252;sse von IG-BCE-Chef Hubertus Schmoldt d&#252;rfen   nicht als Vorwand f&#252;r weitere Halbherzigkeiten des DGB herhalten.   Inwieweit Sommer und Co. in der Lage sein werden, den Protest wiederum   in f&#252;r ihre sozialdemokratischen Regierungsfreunde ungef&#228;hrliches   Fahrwasser umzuleiten, h&#228;ngt vor allem vom Grad eigenst&#228;ndiger   Aktivit&#228;ten an der Basis ab. Wenn die Mobilisierung f&#252;r den 21. Oktober   vor Ort mit Aktionen und dem Aufbau von Kampagnestrukturen verbunden   wird, d&#252;rfte es den Gewerkschaftsspitzen schwerer fallen, den Widerstand   klammheimlich zu beerdigen.<\/p>\n<p>  Die organisierte Gewerkschaftslinke tr&#228;gt hierbei eine Verantwortung.   Durch koordinierte Initiativen und klare politische Positionierungen   k&#246;nnte sie die Selbstorganisation an der Basis bef&#246;rdern. Allerdings   haben gerade die vergangenen Monate die inhaltliche und organisatorische   Schw&#228;che der Initiative zur Vernetzung der Gewerkschaftslinken (IVG)   deutlich gemacht. Bei den Streiks im &#246;ffentlichen Dienst und w&#228;hrend der   IG-Metall-Tarifrunde hat sie als organisierte Kraft kaum eine Rolle   gespielt &#8211; trotz der gro&#223;en Bedeutung, die diese Auseinandersetzungen   f&#252;r die Gewerkschaftsbewegung insgesamt hatten. Die IVG hat es bislang   nicht geschafft, die auf ihrem Kongress im Januar letzten Jahres in   Stuttgart von einer Vielzahl der TeilnehmerInnen eingeforderte   Kampagnef&#228;higkeit zu erreichen. Auf der am 30. September und 1. Oktober   in Frankfurt am Main stattfindenden Konferenz ist eine offene Debatte   &#252;ber die Ursachen dieser Entwicklung n&#246;tig. Trotz der guten Arbeit, die   viele in der IVG organisierte KollegInnen vor Ort und im Betrieb   leisten, wird die Vernetzungsinitiative keine Anziehungskraft   entwickeln, solange sie in den Auseinandersetzungen nicht praktisch   eingreift und damit einen &#8222;Gebrauchswert&#8220; f&#252;r AktivistInnen bekommt.   Deshalb muss in diesem Herbst die betriebliche Vernetzung gef&#246;rdert und   die IVG in Richtung einer kampagnef&#228;higen Oppositionsstruktur   weiterentwickelt werden.<\/p>\n<p>  &#8226;Gegen Sozialk&#252;rzungen und Unternehmergeschenke &#8211; F&#252;r die R&#252;cknahme   aller K&#252;rzungen der letzten Monate und Jahre<\/p>\n<p>  &#8226;Gegen Arbeitsplatzabbau und Hartz IV &#8211; F&#252;r die 30-Stunden-Woche bei   vollem Lohn- und Personalausgleich als erster Schritt zur Verteilung der   Arbeit auf alle<\/p>\n<p>  &#8226;Gegen Billigjobs &#8211; F&#252;r einen Mindestlohn von zw&#246;lf Euro brutto pro   Stunde<\/p>\n<p>  &#8226;Gegen Studiengeb&#252;hren &#8211; F&#252;r kostenlose Bildung<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>      Damit es zu einem hei&#223;en Herbst kommt, sind Initiativen von unten und<br \/>\n      massiver Druck auf die DGB-Spitze n&#246;tig<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[11],"tags":[184],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11705"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11705"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11705\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11705"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11705"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11705"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}