{"id":11704,"date":"2006-07-25T14:47:24","date_gmt":"2006-07-25T14:47:24","guid":{"rendered":".\/?p=11704"},"modified":"2006-07-25T14:47:24","modified_gmt":"2006-07-25T14:47:24","slug":"11704","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2006\/07\/11704\/","title":{"rendered":"Ladenschluss verteidigen!"},"content":{"rendered":"<p>  Kommentar von Lucy Redler<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  Anfang Juli stimmte das Land Berlin im Bundesrat der F&#246;deralismusreform   zu. Auch die Berliner Linkspartei.PDS war &#8211; im Gegensatz zur   Bundestagsfraktion der Linken &#8211; daf&#252;r, obwohl der Abw&#228;rts-Wettbewerb der   L&#228;nder untereinander dadurch versch&#228;rft wird. Dem Berliner Senat, der   sich die Haushaltskonsolidierung um jeden Preis auf die Fahnen   geschrieben hat, kommt die Deregulierung und Flexibilisierung zu Lasten   der Besch&#228;ftigten gerade recht. Das zeigt das Beispiel der   Ladenschluss-Regelung.<\/p>\n<p>  Elf L&#228;nder, inklusive Berlin, haben bereits angek&#252;ndigt, den   Ladenschluss zwischen Montag und Samstag komplett abzuschaffen. Noch in   dieser Legislaturperiode soll der Senat den Gesetzentwurf beschlie&#223;en,   wenn es nach Sozialsenatorin Heidi Knake-Werner (L.PDS) geht. Einzig die   rot-rote Regierung in Mecklenburg-Vorpommern setzt noch einen drauf. SPD   und L.PDS im Nordosten wollen die Besch&#228;ftigte im Einzelhandel auch noch   am Sonntag arbeiten lassen.<\/p>\n<p>  Seit Jahren m&#252;ssen sich die Besch&#228;ftigten im Einzelhandel gegen den   zunehmenden Verdr&#228;ngungswettbewerb, angeheizt durch die Ver&#228;nderungen   beim Ladenschluss, zur Wehr setzen. Denn diese Konkurrenz f&#252;hrt zu   Arbeitsplatzvernichtung, Ausd&#252;nnung der Innenst&#228;dte und dient nur den   gro&#223;en Handelskonzernen mit ihren Einkaufs-Centern auf der gr&#252;nen Wiese.   Auch der Berliner SPD\/L.PDS-Senat tritt nun die Interessen der   Besch&#228;ftigten mit F&#252;&#223;en.<\/p>\n<p>  Seit 2004 &#252;bersteigt die Zahl der Teilzeitarbeitspl&#228;tze die Zahl der   Vollzeitstellen im Einzelhandel. W&#228;hrend seit 2000 &#252;ber 250.000   Vollzeitstellen vernichtet wurden, gibt es nun 170.000 geringf&#252;gig   Besch&#228;ftigte mehr &#8211; au&#223;erhalb der normalen Sozialversicherungspflicht   und -absicherung. So die Frankfurter Rundschau vom 6. Juli. Dieser   alarmierende Trend wird mit den angestrebten Ausweitungen der   gesetzlichen Laden&#246;ffnungszeiten weiter forciert werden.<\/p>\n<p>  Als Argument f&#252;r l&#228;ngere &#214;ffnungszeiten wird ins Feld gef&#252;hrt, dass auf   diese Weise der Umsatz angekurbelt werden k&#246;nnte und somit alle   profitieren. Nur: Der Masse der Bev&#246;lkerung fehlt nicht die Zeit   einzukaufen, sondern das Geld.<\/p>\n<p>  Die L.PDS m&#252;sste alles daran setzen, gegen Arbeitsplatz- und Sozialabbau   Widerstand zu organisieren. Widerstand, der sich auch gegen die weitere   Demontage des Ladenschlussgesetzes richten m&#252;sste. VertreterInnen der   Linkspartei d&#252;rfen sich nicht an einem Wettbewerb zwischen den Kommunen   beteiligen. Vielmehr gilt es, sich st&#228;dte- und l&#228;nder&#252;bergreifend gegen   die Umverteilungspolitik zu wehren &#8211; gemeinsam!<\/p>\n<p>  Die Aushebelung des Ladenschlusses wird zu dramatischen weiteren   Einsparungen beim Personal f&#252;hren. So erwartet Erika Ritter von &#173;ver.di,   dass viele Voll- und Teilzeitkr&#228;fte durch Aushilfen ersetzt werden. Es   sei zudem mit Lohnk&#252;rzungen bei den 20- bis 60-prozentigen   Lohnzuschl&#228;gen f&#252;r abendliche Arbeitszeiten zu rechnen.<\/p>\n<p>  Die L.PDS begr&#252;ndet ihren Vorsto&#223; zur Abschaffung des Ladenschlusses   interessanter Weise auch mit der Zustimmung der anderen Parteien. So   meinte die Sprecherin von Knake-Werner, Roswitha Steinbrenner, k&#252;rzlich:   &#8222;Ich w&#252;sste auch keine andere Partei &#8211; au&#223;er vielleicht die WASG &#8211;, die   die Laden&#246;ffnungszeiten anders regeln will.&#8220;<\/p>\n<p>  Ich auch nicht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Kommentar von Lucy Redler\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[11,27],"tags":[184],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11704"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11704"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11704\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11704"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11704"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11704"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}