{"id":11690,"date":"2006-07-18T14:05:28","date_gmt":"2006-07-18T12:05:28","guid":{"rendered":"http:\/\/.\/?p=11690"},"modified":"2012-07-02T19:40:31","modified_gmt":"2012-07-02T17:40:31","slug":"11690","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2006\/07\/11690\/","title":{"rendered":"Eine neue Situation in Italien"},"content":{"rendered":"<p>  Die Wahlen in Italien im April sind mit einer Niederlage f&#252;r den   verhassten Berlusconi und einer unstabilen, schwachen Koalition der   Mitte-Links Parteien geendet. Aber es ist nur eine Frage der Zeit bis   diese Regierung ebenfalls beginnt, die Arbeits- und Lebensbedingungen   der ArbeiterInnenklasse anzugreifen. Claire Doyle berichtet. <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  Angesichts der Tiefe der Ablehnung gegen&#252;ber der vorherigen   Rechts-Regierung von Milliard&#228;r und Betr&#252;ger Silvio Berlusconi h&#228;tten   die linken Parteien die Wahlen am 9.\/10. April haushoch gewinnen sollen.   In den 5 Jahren davor, haben praktische alle Schichten der   ArbeiterInnenklasse, Teile der Mittelschichten und Intellektuellen sowie   Millionen von Studierenden und Jugendlichen ihre Ablehnung seiner   Politik gezeigt &#8211; auf der Stra&#223;e, in Streiks und Generalstreiks sowie   lokalen Wahlen. Nur die Unf&#228;higkeit der Gewerkschaftsf&#252;hrung und der   politischen F&#252;hrer der Arbeiterschaft, diese K&#228;mpfe zu einem   erfolgreichen Ende zu f&#252;hren, hat Berlusconi bis dahin das Amt   gesichert. Viele gingen diesmal mit einer Entschlossenheit ihn aus dem   Amt zu jagen zu den Urnen.<\/p>\n<p>  Es hat das siegreiche Mitte-links B&#252;ndnis l&#180;unione nach den Wahlen mehr   als 5 Wochen gekostet, eine Regierung unter dem neuen Premier Romano   Prodi zu bilden. Um das zu erm&#246;glichen musste erst ein neuer Pr&#228;sident   von Parlaments- und lokalen Abgeordneten gew&#228;hlt werden.<\/p>\n<p>  Der 80j&#228;hrige Giorgio Napolitano ist der erste ex-kommunistische   Pr&#228;sident Italiens der Geschichte. Er behauptet ein Pr&#228;sident aller   Italiener zu sein, und als Mitglied der ex-kommunistischen Democrati die   Sinistra (DS), stellt er keine Bedrohung f&#252;r die kapitalistische Klasse   dar. Er war bereits Innenminister in Prodis letzter Regierung (1996-98)   gewesen, die Angriffe auf die Rechte und Lebensbedingungen der   ArbeiterInnenklasse umgesetzt hat. Dennoch wollte Berlusconi Napolitano   nicht akzeptieren und fast die H&#228;lfte der wahlberechtigten Abgeordneten   w&#228;hlten wei&#223;! Dessen Wahl und jeder der Sprecher der Abgeordnetenh&#228;user   waren von viel Man&#246;vrieren und Aufregung begleitet. Das aber war nur ein   Vorgeschmack auf die Schwierigkeiten die der neuen Regierung bevorstehen.<\/p>\n<p>  L&#180;Unione hat nun eine Mehrheit im Abgeordnetenhaus von mehr als 64 MPS,   aber nur aufgrund von &#196;nderungen im Wahlrecht von Berlusconis besiegter   alter Regierung. Von den fast 40 Millionen die gew&#228;hlt haben (fast 84%   der Wahlberechtigten), bekam L`Unione nur um 25000 Stimmen mehr als   Berlusconis Rechts-B&#252;ndnis. Im Senat &#8211; der anders gew&#228;hlt wird, aber   dieselbe Macht hat wie das Abgeordnetenhaus &#8211; hat die   Regierungskoalition nur eine hauchd&#252;nne Mehrheit von 2 Mandaten.<\/p>\n<p>  Rifondazione Communista (RC) hat bei der Wahl f&#252;r das Abgeordnetenhaus   2.229.604 Stimmen erhalten (im Vergleich zu 361000 im Jahr 2001). Die   Partito die Comunisti Italiani (PdCI) hat 884912 erhalten. Ihre Stimmen   zusammen waren auf demselben Stand wie jener der RC im Jahre 1996, vor   der Rechtsabspaltung (die von Armando Cossutta angef&#252;hrt die damalige   Regierung Prodis trotz deren Privatisierungen und K&#252;rzungen   weiterunterst&#252;tzte). Im Senat, wo die PdCI nicht auf einer eigenen Liste   antrat und wo die RC die einzige Liste mit Hammer und Sichel-Emblem war,   stieg die Zahl der Stimmen der RC von 809.000 auf 2.518.624. Das zeigt   wie gro&#223; die Zahl derer war, die Berlusconi mit einer Stimme f&#252;r jene   Partei die als &#8222;am linksten&#8220; gesehen wird zu besiegen versuchten.<\/p>\n<p>  Die Mehrheit der Jugend und Erstw&#228;hler stimmten f&#252;r das Mitte-Links   B&#252;ndnis. Die Zahl von wei&#223;en und ung&#252;ltigen Stimmen war im Vergleich zu   den Wahlen davor massiv zur&#252;ckgegangen auf lediglich knapp &#252;ber eine   Million &#8211; um 60% weniger bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus, um 66%   weniger bei der Wahl zum Senat. Im Norden, wo die rechte am st&#228;rksten   ist, haben dagegen die zus&#228;tzlichen 3-4% die gew&#228;hlt haben f&#252;r   Berlusconis Koalitionsparteien gestimmt.<\/p>\n<p>  Allerdings gab es keine entschiedene Stimmung unter potentiellen   W&#228;hlerInnen f&#252;r die Linke. Viele waren entt&#228;uscht vom Fehlen einer   klaren Alternative von Seiten der Mitte-Links Parteien und von den   Beteuerungen der RC F&#252;hrung der Prodiregierung gegen&#252;ber loyal zu   bleiben. Viele erinnerten sich an die Prodiregierung in den 90er Jahren   und ihre neoliberalen Attacken und sahen keine wirklichen Unterschiede   zwischen den beiden gro&#223;en Bl&#246;cken.<\/p>\n<p>  Daher r&#252;hrt diese scheinbare Pattsituation. Unentschiedene d&#252;rften wohl   von den Angstparolen Berlusconis in letzter Minute beeinflusst gewesen   sein, aufgrund der St&#228;rke der Propaganda durch sein Medienimperium.   Prodi hat ihm aber in die H&#228;nde gespielt. Mit keiner Strategie, wie mit   der schwierigen wirtschaftlichen Situation umzugehen sei, sprach er von   Steuererh&#246;hungen und &#8222;Senkung der Lohnkosten&#8220;.<\/p>\n<p>  <b>Vage Politik <\/b>    <\/p>\n<p>  Als Pr&#228;sident der Europ&#228;ischen Kommission (1991-1996) und Italiens   Premierminister (1996-1998) hat Prodi klar bewiesen, dass er f&#228;hig und   willens ist, die ArbeiterInnen, Arbeitslosen und Jugendlichen f&#252;r die   Krise der Bosse zu zahlen. Aus diesem Grund hat sich die   Unternehmerorganisation &#8222;Confindustra&#8220; auch bei diesen Wahlen   entschlossen die italienische ArbeiterInnenklasse zur&#252;ck in die Schule   einer Mitte-Links-Regierung zu schicken. Angef&#252;hrt von Fiat-Magnat Luca   Cordero de Montozemolo ist Confindustra jetzt wieder fest in der Hand   der gro&#223;en Kapitalistenfamilien anstatt der kleineren, die Berlusconi in   der Vergangenheit unterst&#252;tzt haben.<\/p>\n<p>  In seiner populistischen Art hat Berlusconi Prodi als Pl&#252;nderer und sich   selbst als Wunderheiler dargestellt, und versprochen jegliche Steuern   aufzuheben (im Wohnbereich, M&#252;llsteuern, etc.). Er hat ausgeleierte   antikommunistische Rhetorik ausgepackt &#252;ber die &#8222;Enteigner&#8220; und die   &#8222;rachs&#252;chtigen roten Beh&#246;rden&#8220; die ihn f&#252;r Betrug und Korruption   festnageln wollten.<\/p>\n<p>  Ungl&#252;cklicherweise hat die RC unter Fausto Bertinotti einen sehr vagen   Wahlkampf gemacht unter dem wenigsagenden Slogen &#8222;Wetten dass Italien   wirklich ver&#228;ndert werden kann?&#8220;. Bertinotti hat das vage Gerede des   Programms des Mitte-Links-B&#252;ndnisses unterst&#252;tzt, allerdings ohne das   durch einen Parteikongress abzusegnen. Die RC war nicht bereit auch nur   die am Grundforderungen der Anti-Berlusconi-Bewegung zu unterst&#252;tzen,   wie zum Beispiel der sofortige Truppenabzug aus dem Irak. Eine weitere   war die Abschaffung &#8211; und nicht Neugestaltung &#8211; der sogenannten   &#8222;Moratti-Reformen&#8220;, die eine weitreichende Privatisierung des   Bildungssystems und die Entfernung der demokratischen   Selbstverwaltungsmechanismen, die in den K&#228;mpfen der sp&#228;ten 1960er und   70er entstanden waren, beinhalten. Ebenfalls Teil des Programms der RC   sollte die Abschaffung der Biagi Gesetze sein. Dieses Gesetz erlaubt   Unternehmen, junge Arbeiter ohne fixe Arbeitvertr&#228;ge einzustellen, und   erinnert sehr an den ber&#252;chtigten CPE in Frankreich. Die Abgeordneten   der RC sollten im Parlament Antr&#228;ge in diese Richtung stellen, um diesen   wichtigen Forderungen Druck zu verleihen.<\/p>\n<p>  Einige linke Gewerkschaftsf&#252;hrer wie Gianni Rinaldini und Giorgo   Cremaschi haben lautstark get&#246;nt, diese Forderungen w&#252;rden umgesetzt   werden, trotz der kleinen Mehrheit die die Linke im Parlament hat. Die   Kampfbereitschaft der ArbeiterInnen ist ungebrochen. Am 18.April und am   19.Mai fanden jeweils zwei Acht-Stunden-Streiks statt f&#252;r eine   monatliche Lohnerh&#246;hung von 111 Euro. Der &#246;ffentliche Nahverkehr &#8211;   Busse, Stra&#223;enbahnen, U-Bahnen &#8211; stand still. Aber die &#252;berwiegende   Stimmung in den Gewerkschaftsspitzen ist eine der &#8222;concertazione&#8220; &#8211;   Deals mit den Unternehmen und der Regierung, die die Forderungen der   ArbeiterInnen, die eine andere Politik von der neuen Regierung sehen   wollen, in Schutt und Asche begraben. Angesichts der schwierigen   wirtschaflichen Situation und der langen Periode von Opfern von Seiten   der ArbeiterInnenklasse sind Klassenk&#228;mpfe jedoch kaum vermeidbar.<\/p>\n<p>  Bei ihrer letzten Amtszeit hatten Prodi und seine Regierung eine lange   Honeymoon-Periode. Tats&#228;chlich hatte es keine gro&#223;en Streiks gegeben,   nicht einmal als diese Regierung begann neoliberale K&#252;rzungen und   Privatisierungen umzusetzen. Viele ArbeiterInnen gaben der RC die Schuld   am darauf folgenden Sieg des verhassten Berlusconi und nicht den   Attacken der Regierung.<\/p>\n<p>  Die F&#252;hrer der Europ&#228;ische Union und der IWF dr&#228;ngen auf unmittelbare   Ma&#223;nahmen um Italiens Defizit zu verkleinern. Die Zeitung &#8222;Corriere   della Sera&#8220; spricht von einer &#8222;Mission Impossible&#8220;. Ein Italienischer   Wirtschaftsexperte beschrieb die Aufgabe Prodis und seines neuen   Finanzministers Tommaso Padoa-Schippoa wie folgt: &#8222; als ob man den Motor   eines Flugzeugs austauschen wollte w&#228;hrend man sich noch in der Luft   befindet&#8220;.<\/p>\n<p>  Die Times schrieb am 2.Mai: &#8222;Die Spekulation dass Italien gezwungen sein   k&#246;nnte, den Euro aufzugeben, ist kein Thema mehr wenn es nach Politikern   und Wirtschaftsexperten geht. Aber die M&#246;glichkeit eines   &#8222;argentinischen&#8220; Abrutschens ins wirtschaftliche Desaster ist nicht so   leicht vom Tisch zu wischen.&#8220; Ein Prodi-Helfer hat gesagt, dass   Einsparungen von 7 Milliarden Euro n&#246;tig w&#228;ren um das Budgetdefizit zu   reduzieren. Padoa-Schioppa, ehemals in den oberen R&#228;ngen der   Europ&#228;ischen Zentralbank, wird aber sehr wahrscheinlich nicht die   Kapitalisten zur Kasse bitten, sondern die ArbeiterInnenklasse, die   sowieso schon seit langem leidet.<\/p>\n<p>  Italien hat mehr als andere Europ&#228;ische L&#228;nder unter der Konkurrenz im   Bereich Billiglohng&#252;ter wie Kleidung oder Schuhe gelitten. Diese werden   haupts&#228;chlich von kleinen Firmen produziert, die Berlusconi unterst&#252;tzt   haben. Er hat ihre Unterst&#252;tzung f&#252;r einen &#8222;Steuerstreik&#8220; rekrutiert als   weiteren Sabtageakt gegen&#252;ber der Prodiregierung.<\/p>\n<p>  Der besiegte Premier hat sich als &#228;u&#223;erst schlechter Verlierer   hervorgetan. Daf&#252;r gibt es handfeste materielle Gr&#252;nde. Berlusconi   dominiert 90% des italienischen Fernsehen, durch Staatssender, aber auch   durch seinen Mediaset Konzern, aufgrund einer &#196;nderung der   &#8222;Interessenskonfliktregeln&#8220;. Diese &#196;nderung k&#246;nnte nun zur&#252;ckgenommen   werden, auch wenn das unwahrscheinlich ist; Bertinotti, der lediglich   vorgeschlagen hat, dass Mediaset &quot;abgespeckt&#8220; werden k&#246;nnte wurde von   Prodi scharf zurechtgewiesen.<\/p>\n<p>  Eine der wichtigsten Gr&#252;nde f&#252;r Berlusconis Kriegszug ist wohl die   Aussicht auf einige Jahre hinter Gittern! Aufgrund der Gesetzgebung kann   es gut sein, dass viele der Klagen gegen ihn wegen Betrug und Korruption   bereits verj&#228;hrt sind. Aber nun ist der Mills Bestechungsfall   aufgetaucht, der den Exmann von New Laber Minister Tessa Jowell   involviert.<\/p>\n<p>  Schockierender noch aber als Berlusconis st&#228;ndige Versuche eine R&#252;ckkehr   an die Macht zu organisieren ist die Tatsache dass seinen Man&#246;vern von   den linken Parteien nichts entgegengesetzt wird &#8211; kein einziger Appell   an die ArbeiterInnen und Jugendlichen ihren Protest auf der Stra&#223;e   auszudr&#252;cken. Berlusconi hat de facto versucht einen unblutigen Coup   gegen die neue demokratisch gew&#228;hlte Regierung zu starten, indem er   Giulio Andreotti, einem bewiesenen Mafiosi, als Kandidat f&#252;r den   Senatssprecher aufstellte. Sein Versuch scheiterte, aber keine einzige   linke Partei hat auch nur einen Finger ger&#252;hrt um zu Massenprotesten   aufzurufen und die Rechte zu stoppen. Das w&#228;re aber n&#246;tig, wenn   Berlusconi noch mehr dieser Tricks versuchen sollte, um das   demokratische Wahlergebnis zu &#252;bergehen.<\/p>\n<p>  <b>Rifondazione im Amt <\/b>    <\/p>\n<p>  Bertinotti hat seinen Loyalit&#228;tsschwur gegen&#252;ber dem   Mitte-Links-B&#252;ndnis, es f&#252;r die volle Legislaturperiode zu unterst&#252;tzen,   nun bekr&#228;ftigt. Als neuer Pr&#228;sident des Abgeordnetenkammer wird es   Bertinottis Jobs sein, die Mitte-Links-Abgeordneten in Schach zu halten,   auf Linie zu bringen und alles in seiner Macht stehende zu tun, um das   Leben dieser kapitalistischen Regierung zu retten. Aber es wird eine   schwache Regierung sein, die w&#228;hrend ihrer Lebenszeit st&#228;ndig am Rande   der Krise schweben wird. Es ist m&#246;glich, dass diese Regierung nicht   l&#228;nger als ein paar Wochen halten wird &#8211; wie soll sie es da auf Jahre   bringen?<\/p>\n<p>  Bertinotti scheint in seiner neuen Rolle aufzugehen. Er war es, der   aufgrund des Fehlens eines angelobten Premierministers zu diesem   Zeitpunkt die Aufgabe hatte, offiziell die Wahl des neuen Pr&#228;sidenten   anzuk&#252;ndigen. Am selben Tag hatte er Hugo Chavez bei sich zu Gast.<\/p>\n<p>  Die Zeitung der RC, Liberazione, verbreitet Freude &#252;ber die aktuelle   Situation, in der Rifondazione &#8211; die zweit gr&#246;&#223;te eigenst&#228;ndige Partei   im der Abgeordnetenkammer &#8211; voll an einer Regierung, inklusive dem   Kabinett, teilnimmt, die sehr wahrscheinlich sogar sch&#228;rfere Attacken   auf die ArbeiterInnenklasse starten wird als Berlusconi.<\/p>\n<p>  Franco Giordano, ein Unterst&#252;tzer von Bertinotti, ist mit 68%   Unterst&#252;tzung zum Generalsekret&#228;r der RC gew&#228;hlt worden. Die gr&#246;&#223;ten   oppositionellen Gruppen innerhalb der RC sind die &#8222;Ernesto&#8220;-Fraktion,   die aus einem stalinistischen Hintergrund kommen, und die Mandelistische   &#8222;Erre&#8220;. Obwohl sie sich zun&#228;chst gegen eine Regierungsbeteiligung ohne   Zustimmung der Partei ausgesprochen haben, scheinen sie nun die   Teilnahme an einer Regierung mit kapitalistischen Parteien zu   akzeptieren. Die Union ist ein sehr breites B&#252;ndnis und schliesst die   &#8222;radikal&#8220;-katholische kapitalistische Margherita Partei ebenso mit ein   wie die DS, PdCI und eben auch die RC.<\/p>\n<p>  Die Stellungnahmen von Ernesto nach der Wahl sprechen von &#8222;einer neuen   Phase&#8220; im Leben der RC, der Notwendigkeit zusammenzuarbeiten und   &#8222;Differenzen hinter sich zu lassen&#8220;. Die Erre-Fraktion erkl&#228;rt dass die   Regierung entweder mehr Radikalit&#228;t haben und eine Alternative sein wird   oder nicht halten wird.<\/p>\n<p>  Die wesentlich kleinere &#8222;Falce e Martello&#8220; TrotzkistInnengruppe in der   RC stehen einer Teilnahme an Prodis neoliberaler Regierung ablehnend   gegen&#252;ber. Aber sie scheinen sich mehr mit der im Raum stehenden Fusion   von CS und Margherita zu einer den Demokraten in den USA &#228;hnlichen   Formation zu besch&#228;ftigen &#8211; eine Entwicklung die m&#246;glich scheint. Diese   beiden Parteien erreichten gemeinsam bei den Wahlen zur   Abgeodnetenkammer mahr Stimmen als getrennt bei den Senatswahlen. Aber   das, so die Argumentation von &#8222;Falce e Martello&#8220; w&#252;rde das Verschwinden   von der Hauptmassenpartei der italienischen ArbeiterInnenklassem der DS,   bedeuten. In Wirklichkeit hat sich die DS aber schon lange zu einer   kapitalistischen Partei entwickelt, das war sie sogar schon als sie noch   eine gewisse W&#228;hlerInnenbasis in der ArbeiterInnenklasse hatte.<\/p>\n<p>  Eine der drei &#8222;Progetto Comunista&#8220;-Gruppen in der RC, eine um Francesco   Ricci, hat ihr Verlassen der RC am Tag nach der Wahl angek&#252;ndigt. Das   war bevor noch ArbeiterInnen die die Sache verfolgten &#252;berhaupt blinzeln   konnten. Es stimmt schon, dass w&#228;hrend der Wahlkampagne Prodi und sein   Team alles getan haben um die Erwartungen der ArbeiterInnen zu   entt&#228;uschen, aber viele werden der neuen Regierung zun&#228;chst einmal eine   Chance geben. Die Partei zu diesem Zeitpunkt zu verlassen, und nicht in   einer konkreten Auseinandersetzung um einen Punkt den die   ArbeiterInnenklasse nicht akzeptieren kann, bedeutet, dass diese Gruppe   die M&#246;glichkeit verliert, k&#228;mpferische ArbeiterInnen, die sich noch in   der RC befinden, mit sich zu nehmen. (Die RC hat zumindest eine formale   Mitgliedschaft von bis zu 100.000)<\/p>\n<p>  Die zweite Progetto-Gruppe &#8211; die sich noch in der RC befindet &#8211; ist die   einzige gr&#246;&#223;ere Fraktion, die noch f&#252;r einen Kurswechsel und dagegen,   dass die Partei sich an einer kapitalistischen Regierung beteiligt,   k&#228;mpft. Leider gilt diese Gruppe, die sich trotzkistisch nennt, als   etwas abstrus aufgrund ihrer abstrakten sektiererischen Haltung zu   vielen Dingen besonders im internationalen Bereich: unkritische   Unterst&#252;tzung f&#252;r den &#8222;Widerstand&#8220; im Irak, unkritische Unterst&#252;tzung   f&#252;r die Taliban in der Vergangenheit, und die Forderung nach der   Abschaffung des Staates Israel. Einer ihrer F&#252;hrer, Marco Ferrando, war   von der Senatsliste der RC genommen worden, als er derartige Ansichten   im Wahlkampf &#228;u&#223;erte. Allerdings k&#246;nnte diese Gruppe, obwohl ihr ein   sensibler Zugang zu Problemen die die ArbeiterInnenklasse direkt   betreffen fehlt, ein Focuspunkt f&#252;r Unzufriedenheit in der RC werden.   Die Ereignisse der n&#228;chsten Zukunft &#8211; wirtschaftliche und politische   Krise &#8211; werden starke Spannungen in der Italienischen Gesellschaft   schaffen und Konflikte mit sich bringen. Diese werden weiteren Druck auf   die RC aus&#252;ben, die sich wom&#246;glich mit weiteren, substantielleren   Spaltungstendenzen konfrontiert sehen wird m&#252;ssen &#8211; wenn keine   Kurs&#228;nderung in Richtung unabh&#228;ngige, antikapitalistische,   klassenk&#228;mpferische Politik stattfindet. Um all dies zu diskutieren,   w&#228;re eine Konferenz der RC n&#246;tig. W&#228;hrend sich neue   ArbeiterInnenparteien in vielen Teilen der Welt im Prozess der   Formierung befinden &#8211; Deutschland, Britannien, Brasilien, S&#252;dkorea &#8211; ist   das Schicksal der Rifondazione und in Verbindung damit eine Perspektive   siegreicher Klassenk&#228;mpfe der Italienischen ArbeiterInnenklasse von   unmittelbarer Bedeutung f&#252;r SozialistInnen und KommunistInnen   international.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>      Die Wahlen in Italien im April sind mit einer Niederlage f&#252;r den<br \/>\n      verhassten Berlusconi und einer unstabilen, schwachen Koalition der<br \/>\n      Mitte-Links Parteien geendet. Aber es ist nur eine Frage der Zeit bis<br \/>\n      diese Regierung ebenfalls beginnt, die Arbeits- und Lebensbedingungen<br \/>\n      der ArbeiterInnenklasse anzugreifen. 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