{"id":11689,"date":"2006-07-15T14:02:56","date_gmt":"2006-07-15T14:02:56","guid":{"rendered":".\/?p=11689"},"modified":"2006-07-15T14:02:56","modified_gmt":"2006-07-15T14:02:56","slug":"11689","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2006\/07\/11689\/","title":{"rendered":"SPD-PDS-Senat in Berlin bleibt sich trotz Vorwahlkampf treu: \r\n      Privatisierungen und Stellenabbau"},"content":{"rendered":"<p>  Der &#8222;rot-rote&#8220; Senat langt zu: 1.600 Stellen werden an der Charit&#233;   vernichtet, zur Not betriebsbedingt gek&#252;ndigt. 1.700 Wohnungen werden   privatisiert. Gab es da nicht andere Aussagen der L.PDS zu Stellenabbau   und Privatisierungen? <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <i>von Stephan Kimmerle, Berlin <\/i><\/p>\n<p>  Noch in dieser Woche werden die ersten von insgesamt 1.700 Wohnungen der   Wohnungsbaugesellschaft Mitte (WBM) privatisiert. &#8222;Die Wohnungen liegen   in der Dammwegsiedlung in Neuk&#246;lln. K&#228;ufer ist ein international   agierender Finanzinvestor. Er bezahlt einen Betrag in zweistelliger   Millionenh&#246;he&#8220;, berichtet die Berliner Zeitung (13. Juli). Statt durch   den Senat soll sich die angeschlagene Wohnungsbaugesellschaft selbst   sanieren &#8211; und plant mit noch weit mehr Ver&#228;u&#223;erungen.<\/p>\n<p>  <b>&#8222;Internationaler Finanzinvestor&#8220; <\/b><\/p>\n<p>  Damit macht die SPD-L.PDS-Koalition noch einmal klar, wof&#252;r sie steht.   Und das im Gegensatz auch noch zu den sanftesten Korrektur-Ank&#252;ndigungen   der L.PDS: In den &#8222;Inhaltliche Positionen f&#252;r einen gemeinsamen   Wahlkampf der Linkspartei.PDS und WASG Berlin&#8220;   (http:\/\/www.sozialisten.de\/sozialisten\/nachrichten\/view_html?zid=32334)   hatte neben Oskar Lafontaine der Berliner Linkspartei-Chef Klaus Lederer   eine Neuordnung und &#246;konomische Stabilisierung des st&#228;dtischen   Wohnungsbestandes gefordert, &#8222;weil wir keine Ver&#228;u&#223;erung von   landeseigenen Wohnungsbest&#228;nden an den Kapitalmarkt akzeptieren k&#246;nnen&#8220;.<\/p>\n<p>  Die &#8222;Inhaltlichen Positionen&#8220; dienten damals dazu, den Druck auf die   WASG Berlin zu erh&#246;hen, auf eine eigenst&#228;ndige Kandidatur zu verzichten.   Mit ihnen wurde im Vorfeld des Bundesparteitag der WASG gewedelt, um   Zwangsma&#223;nahmen gegen den rebellischen Landesverband zu begr&#252;nden.<\/p>\n<p>  Der WASG Bundesvorstand schrieb in einem offenen Brief den Berliner   WASG-Landesvorstand am 8. April: &#8222;Der Bundesvorstand der WASG sieht   jetzt die politischen Voraussetzungen f&#252;r einen gemeinsamen Wahlantritt   in Berlin erf&#252;llt. Der Landesvorsitzende der Linkspartei.PDS, Klaus   Lederer, hat sich diese Positionen zu eigen gemacht; dem Landesparteitag   der Linkspartei.PDS Berlin lagen diese &quot;Inhaltlichen Positionen f&#252;r   einen gemeinsamen Wahlkampf von Linkspartei.PDS und WASG&quot; am 07.04.2006   schriftlich vor; er hat sie per Akklamation beschlossen.&#8220; Auch wenn es   diese Verabschiedung &#8222;per Akklamation&#8220; laut Protokoll des Parteitags nie   gegeben hat, so stimmte der Landesvorstand der L.PDS den Positionen am   11. April 2006 einstimmig zu.<\/p>\n<p>  Der WASG Landesverband Berlin hatte sein Kritik an den &#8222;Inhaltlichen   Positionen&#8220; ausf&#252;hrlich dargelegt   (http:\/\/www.wasg-berlin.de\/uploads\/media\/Kritik-InhaltPosgemWahlkampf-endfassung__1_.pdf).   Die eingebaute Hintert&#252;r zu Lasten der Mieter bestand in der   Formulierung, dass keine Wohnungsbaugesellschaften verkauft werden   sollten &#8211; sprich: Wohnungen schon.<\/p>\n<p>  Doch selbst diese allgemein gehaltenen Worte mit dem Zusatz des   Ausschlusses vom Verkauf von Wohnungen an den Kapitalmarkt werden noch   vor der Wahl widerlegt. Was mag wohl nach der Stimmabgabe am 17.   September folgen?<\/p>\n<p>  <b>Charit&#233; <\/b><\/p>\n<p>  Am 12. Juli pr&#228;sentierte der Vorstand des gr&#246;&#223;ten Uni-Klinikums Europas   sein &#252;berarbeitetes Unternehmenskonzept &#8222;Charit&#233; 2010&#8220;: 1.600 Stellen   sollen abgebaut, Immobilien im Wert von 80 Millionen verh&#246;kert werden.   Weg fallen sollen &#8222;200 &#196;rzte- und Pflegestellen, 550 Vollkr&#228;fte im   medizinisch-technischen Dienst, 150 Kr&#228;fte im Funktionsdienst sowie 500   Vollkr&#228;fte im Verwaltungsbereich&#8220;, so die Welt (13. Juli).<\/p>\n<p>  In den &#8222;Inhaltlichen Positionen&#8220; hie&#223; es noch unter der &#220;berschrift   &#8222;&#214;ffentlicher Sektor&#8220; per Spiegelstrich: &#8222;Ausschluss betriebsbedingter   K&#252;ndigungen&#8220;. Die Welt (13. Juli) &#252;ber die jetzigen Pl&#228;ne: &#8222;Laut   Unternehmenskonzept seien betriebsbedingte K&#252;ndigungen &quot;nicht   auszuschlie&#223;en&quot;&#8220;. Aufsichtsratsvorsitzender der Charit&#233; ist   L.PDS-Wissenschaftssenator Thomas Flierl. Die Vorbereitungen der   betriebsbedingten K&#252;ndigungen laufen seit Monaten, um ver.di in einen   Absenkungstarifvertrag zu zwingen.<\/p>\n<p>  In Lafontaines und Gysis &#8222;Aufruf zur Gr&#252;ndung einer neuen Linken&#8220;   (http:\/\/w-asg.de\/820.html) hei&#223;t es: &#8222;Der Personalabbau in Bund, L&#228;ndern   und Gemeinden muss generell gestoppt und ebenso die K&#252;rzung sozialer   Leistungen verhindert werden.&#8220;<\/p>\n<p>  Wie Lafontaine das mit seiner Ank&#252;ndigung vereinbaren kann, f&#252;r die   L.PDS Berlin in den Wahlkampf zu ziehen? Sein Geheimnis.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>      Der &#8222;rot-rote&#8220; Senat langt zu: 1.600 Stellen werden an der Charit&#233;<br \/>\n      vernichtet, zur Not betriebsbedingt gek&#252;ndigt. 1.700 Wohnungen werden<br \/>\n      privatisiert. 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