{"id":11686,"date":"2006-07-13T14:08:21","date_gmt":"2006-07-13T14:08:21","guid":{"rendered":".\/?p=11686"},"modified":"2006-07-13T14:08:21","modified_gmt":"2006-07-13T14:08:21","slug":"11686","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2006\/07\/11686\/","title":{"rendered":"Polizei schikaniert russische SozialistInnen &#160;"},"content":{"rendered":"<p>Regierung Putin offenbart ihre wahren Ziele<br \/><i>BeobachterInnen des CWI in Russland berichten<\/i><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  Im Vorfeld des G8 Gipfels von St. Petersburg verst&#228;rkt die russische   Polizei ihre Schikanen gegen Globalisierungs-KritikerInnen und   SozialistInnen.<\/p>\n<p>  Menschen, die sich auf den Weg zu den Protesten in St. Petersburg   machen, m&#252;ssen mit massiven Problemen rechnen. So wurden z.B. vor   einigen Wochen in der russischen Stadt Jaroslawl AktivistInnen des CWI   von der Polizei auf eine Wache gebracht, wo eine &#8222;vorbeugende Befragung&#8220;   stattfand und die Warnung ausgesprochen wurde sich nicht &#8222;falsch zu   verhalten&#8220;.<\/p>\n<p>  In dieser Woche machten sich dann die ersten Leute auf den Weg zu den   bevorstehenden Anti-G8-Protesten. Aus unterschiedlichsten Gr&#252;nden wurden   AktivistInnen bereits davon abgehalten nach St. Petersburg zu gelangen   und besonders betroffen sind MitstreiterInnen, die aus Provinzst&#228;dten   kommen. Zwei gerade erst in St. Petersburg Angekommene wurden direkt von   der Polizei abgef&#252;hrt und f&#252;r mehrere Stunden verh&#246;rt.<\/p>\n<p>  <b>Wie ein CWI-Genosse plante von Jaroslawl (n&#246;rdlich von Moskau; ca.   600.000 EinwohnerInnen) nach St. Petersburg zu fahren <\/b><\/p>\n<p>  Einige Stunden vor der Abfahrt, l&#246;ste der Genosse seinen Fahrschein am   Bahnhof, da es in Russland &#252;blich ist, dass es f&#252;r Langstrecken nur   besonders registrierte Tickets gibt. Als er am selben Tag wieder nach   Hause fuhr, rief die Polizei bei ihm an und sagte, man habe geh&#246;rt, dass   er sich auf dem Weg nach St. Petersburg befinde. Man interessierte sich   w&#228;hrend der Fragerei auch daf&#252;r, was es denn in St. Petersburg   Aufregendes zu tun oder zu sehen g&#228;be. Alsbald wurde dann von ihm   abgelassen. Doch schon ein paar Stunden darauf erhielt er nun   pers&#246;nlichen Besuch von der Polizei. Sie nahmen ihn mit auf die Wache   und entlie&#223;en ihn erst nach einigen Stunden. W&#228;hrend dieser Zeit   besuchten Polizeibeamte seine NachbarInnen und fragten diese nach ihm   aus. Dabei gaben die Beamten vor, man habe einige Fragen &#252;ber den   &quot;Delinquenten&quot;, weil am Abend vorher eine Party mit viel Alkohol in der   Wohnung des Genossen stattgefunden h&#228;tte, auf der es auch zu physischen   Auseinandersetzungen gekommen sei. Nat&#252;rlich hatte keineR der   NachbarInnen auch nur einen Ton geh&#246;rt, da der Genosse zusammen mit   seiner Gro&#223;mutter die kleine Wohnung bewohnt und auch eine Feier nicht   stattgefunden hatte.<\/p>\n<p>  Am Abend gelang es dem Genossen dann doch noch, seinen reservierten   Platz im Zug nach St. Petersburg einzunehmen. Kurz bevor der Zug   abfahren sollte, suchte ihn dann die Bahnpolizei an seinem Platz auf und   hinderte ihn an der Mitfahrt. &#8222;Zur eigenen Sicherheit&#8220;, wie sie sagten.   Wenn er versuchen sollte, die Reise von einem anderen Bahnhof aus   aufzunehmen, w&#252;rde er in Konflikt mit den &#246;rtlichen Polizeibeh&#246;rden   geraten. Die Bahnpolizisten f&#252;hrten aus, dass man dann ganz sicher die   Taschen des Genossen durchsuchen w&#252;rde und &quot;wer w&#252;&#223;te schon, was man   darin dann finden w&#252;rde&#8230;&quot;!<\/p>\n<p>  <b>Polizei in der K&#252;che <\/b><\/p>\n<p>  Als ein weiterer CWI-Genosse aus Jaroslawl gerade nicht zuhause war,   durchsuchte die Polizei seine Wohnung. Seine Eltern wurden   eingesch&#252;chtert, indem man ihnen sagte, dass die &#8222;Dinge (sich) sehr   schlecht entwickeln&#8220; w&#252;rden, wenn ihr Sohn tats&#228;chlich nach St.   Petersburg fahren sollte. Tats&#228;chlich war es gar nicht der Plan des   Genossen, an den Anti-G8-Protesten in Petersburg teilzunehmen! Danach   versuchte die Polizei noch einige Male den Genossen zum Verh&#246;r auf die   Wache vorzuladen.<\/p>\n<p>  Doch der absurdeste Fall und gleichzeitig das unheimlichste Beispiel von   Polizei-Schikane gegen Unterst&#252;tzerInnen des CWI ist wohl, dass eine   junge Genossin ebenfalls aus Jaroslawl zum Verh&#246;r vorgeladen wurde. Dort   wurde sie gewarnt, &#8222;nichts Falsches zu tun&#8220;. Danach machte sie sich wie   geplant auf, um ihren Freund in Moskau zu besuchen. Als sie dort am   n&#228;chsten Morgen aufwachte, sa&#223; ein junger Polizist seelenruhig am Tisch   in der K&#252;che ihres Freundes. Er beschwerte sich, dass sein Vorgesetzter   ihn um vier Uhr nachts geweckt h&#228;tte, um ihr die vier Auto-Stunden nach   Moskau zu folgen und herauszubekommen, ob sie nicht doch &#8222;etwas Falsche   tun&#8220; w&#252;rde!<\/p>\n<p>  Die GlobalisierungskritikerInnen, die in dieser Woche vorhaben nach St.   Petersburg zu kommen, k&#246;nnen davon ausgehen, dass sich die Schikanen   noch versch&#228;rfen werden. Aus diesem Grund ist es von entscheidender   Wichtigkeit, sofort nach Bekanntwerden solcher Vorkommnisse   internationale Protestnoten an die russischen Beh&#246;rden zu senden. Siehe   dazu auch den Aufruf vom 11. Juli 06, der auf www.socialistworld.net   ver&#246;ffentlicht wurde.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Regierung Putin offenbart ihre wahren Ziele<br \/><i>BeobachterInnen des CWI<br \/>\n    in Russland berichten<\/i><\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[134],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11686"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11686"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11686\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11686"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11686"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11686"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}