{"id":11681,"date":"2006-06-30T13:19:02","date_gmt":"2006-06-30T13:19:02","guid":{"rendered":".\/?p=11681"},"modified":"2006-06-30T13:19:02","modified_gmt":"2006-06-30T13:19:02","slug":"11681","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2006\/06\/11681\/","title":{"rendered":"Zu wenig um das Gesetz zu kippen &#8211; zu viel um aufzugeben!"},"content":{"rendered":"<p>Am Mittwoch hat der Hamburger Senat die Einf&#252;hrung von Studiengeb&#252;hren beschlossen Dagegen waren rund 2500 Menschen in Hamburg auf der Stra&#223;e. <!--more--><br \/>\n &nbsp;<br \/>\n<span><i>von Andreas Schmidtke aus Hamburg<\/i><\/span> <\/p>\n<p>  <b>Hamburger Senat bleibt sich treu: undemokratisch &amp; unsozial<\/b><\/p>\n<p>  Der Hamburger Senat hat sich durch den leidenschaftlichen Protest auf   der Stra&#223;e von seinem Plan nicht abbringen lassen die Studiengeb&#252;hren   einzuf&#252;hren. Das ist nichts Neues. Selbst nachdem Tausende beim   Volksentscheid gegen den Ausverkauf der Hamburger Krankenh&#228;user (LBK)   gestimmt hatten, setzte sich der Senat kaltschn&#228;uzig &#252;ber diese   Mehrheitsentscheidung hinweg. Ob bei dem Ausverkauf der Krankenh&#228;user   oder der Privatisierung der Berufsschulen- der Senat legt keinen Wert   darauf auf die Betroffenen mit einzubeziehen. Nach Gutsherrenart   verk&#252;ndet er von oben herab seine Ma&#223;nahmen.<\/p>\n<p>  Auch auf sein soziales Gewissen m&#252;ssen wir nicht hoffen. Die Vertreibung   von Bettlern und Obdachlosen aus der Innenstadt, damit die heile   FIFA-Fu&#223;ballwelt nicht gest&#246;rt wird, zeigt welche Priorit&#228;ten dieser   Senat setzt.<\/p>\n<p>  Der einzige Weg bleibt weiterhin Widerstand zu organisieren.<\/p>\n<p>  <b>Wird Raketen-Moni neue Unipr&#228;sidentin?<\/b><\/p>\n<p>  Als neue Uni-Pr&#228;sidenten ist Prof.Dr.-Ing. Monika Auweter-Kurtz   vorgesehen worden. Sie ist Raketenforscherin und Leiterin des Instituts   f&#252;r Raumfahrtsysteme der Universit&#228;t Stuttgart.<\/p>\n<p>  Nebenbei ist sie sehr engagiert als Leiterin des   &#8222;Steinbeis-Transfer-Zentrums f&#252;r Plasma und Raumfahrttechnologie&#8220;   welches Ergebnisse der universit&#228;ren Forschung f&#252;r die R&#252;stungskonzerne   nutzbar macht. Partner ist unter anderem der 100% R&#252;stungskonzern   &#8222;Bayern-Chemie Protac&#8220;. Dieser Konzern liefert z.B. den Antrieb f&#252;r die   Meteorrakete des Jagdflugzeuges Eurofighter Typhoon. Auch von der U.S.   Airforce wurde Frau Auweter-Kurtz schon f&#252;r ihr Engagement im   milit&#228;risch-industriellem Komplex ausgezeichnet. Dieser Vorschlag f&#252;r   die neue Uni-Pr&#228;sidentin von Hamburg zeigt in welche Richtung die   Umgestaltung der Universit&#228;t gehen sollen: Universit&#228;ten, welche ganz im   Dienste der Gro&#223;konzerne forschen. Gerade auch die Forschung nach neuen   Mordwaffen wie z.B. Raketen ist erw&#252;nscht. Schlie&#223;lich ist der deutsche   Imperialismus einer der gr&#246;&#223;ten Waffenexporteure weltweit und r&#252;stet   sich zur weltweit agierenden Milit&#228;rmacht auf. Geb&#252;hrenpflichtige   Eliteuniversit&#228;ten f&#252;r Auserw&#228;hlte sind daf&#252;r eine gute Vorraussetzung.<\/p>\n<p>  <b>Guter Ansatz<\/b><\/p>\n<p>  Nicht nur Studierende aus Hamburg waren auf der Stra&#223;e, sondern auch aus   Kiel, L&#252;neburg, Hildesheim, Hannover, Berlin oder Frankfurt. .Nach der   Demonstration haben sich einige Studentinnen getroffen, um den weiteren   Protest zu koordinieren. Zeitgleich fand in S&#252;ddeutschland eine S&#252;ddemo   statt. Diese bundesweite Vernetzung ist ein Erfolg und ein guter   Ansatzpunkt f&#252;r weiteren Widerstand. Mit einer landesweiten Bewegung   haben wir bessere Chancen die Gesetze zu kippen.<\/p>\n<p>  Das sich Sch&#252;lerInnen, sowie Gewerkschafter und Aktive aus der sozialen   Bewegung an der Demonstration beteiligt haben ist ein weiterer guter   Ansatzpunkt. Die Studentinnen haben klar gemacht, dass sie nicht nur f&#252;r   ihre eigenen Standesinteressen auf die Stra&#223;e gehen. Ganz bewusst wurde   die Br&#252;cke geschlagen zum Protest gegen Sozialabbau, Privatisierungen   und Massenentlassungen. Die Proteste gegen Studiengeb&#252;hren,   Massenentlassungen wie bei der Allianz oder Telekom, oder gegen die   neuen Verschlechterungen durch die Bundesregierung m&#252;ssen geb&#252;ndelt   werden. Vereinzelte Proteste werden scheitern, aber eine gemeinsame   Bewegung kann wie in anderen L&#228;ndern erfolgreich sein.<\/p>\n<p>  <b>Nicht aufgeben<\/b><\/p>\n<p>  Trotz der Proteste wurde das Gesetz beschlossen. Das ist kein Grund   aufzugeben. In Frankreich wurde das CPE-Gesetz auch erst im Nachhinein   gekippt.<\/p>\n<p>  Nach den Aktivit&#228;ten dieses Semesters ist nun eine gewisse Ersch&#246;pfung   eingetreten: Die Zahl der Aktivisten stagniert und die Beteiligung an   den Protesten ist relativ gering. Doch keine Bewegung verl&#228;uft   geradlinig, sondern mit aufs und abs. Es ist nicht die Frage ob, sondern   wann ein neues Aufb&#228;umen an den Universit&#228;ten beginnt. Im n&#228;chster Zeit   wird das volle Ausma&#223; der unsozialen Studiengeb&#252;hren deutlich werden:   sp&#228;testens wenn man bei der Bank &#252;ber einen Kredit verhandelt oder Ende   des Monats jeden Cent zweimal umdrehen muss. Einige werden sogar das   Studium abbrechen m&#252;ssen. Zudem ist das neue Bachelore-Master-System   v&#246;llig daneben. In manchen Studieng&#228;ngen wird nicht jeder zum Master   zugelassen werden, aber mit dem Bachelore-Abschluss gibt es kaum   Berufsm&#246;glichkeiten (Beispiel Lehramt). In dieser Situation wird es zu   neuen Massenprotesten kommen. Studiengeb&#252;hren l&#246;sen keine Probleme,   sondern sind ein zus&#228;tzliches Problem!<\/p>\n<p>  Deswegen sollten wir die kommende Zeit nutzen, um uns bundesweit noch   intensiver zu vernetzen und handlungsf&#228;hige Aktionskomitees an den Unis   und Schulen zu gr&#252;nden bzw. auszubauen. Mit diesem R&#252;ckrat werden die   kommenden Massenproteste wirkungsvoller sein, denn sie k&#246;nnen auf den   bisherigen Erfahrungen aufbauen.<\/p>\n<p>Kriminalisierung der Bewegung- nicht mit uns! <\/p>\n<p>  Zeitweise wurde der Protest von Provokationen seitens der Polizei   &#252;berschattet. Gleich zur Beginn der Hauptdemonstration umringten so   viele gepanzerte Polizisten den Demonstrationszug, dass dies eher ein   wandernder Kessel war. Unn&#246;tige Aufnahmen von Personalien und ein   Schlagstockeinsatz erg&#228;nzten diese Eskalationsstrategie der Polizei.<\/p>\n<p>  Trotz dieser aufgeheizten Stimmung blieb der Demonstrationszug friedlich   und skandierte stattdessen &#8222;wir lassen uns nicht kriminalisieren&#8220;. In   Hamburg gibt es eine schlechte Tradition von &#252;bertriebenen   Polizeieins&#228;tzen, um Proteste in ein schlechtes Licht zu r&#252;cken und   somit Leute abzuschrecken, z.B. der Einsatz von Kn&#252;ppeln und   Wasserwerfern gegen eine Friedensdemonstration von Sch&#252;lerInnen w&#228;hrend   des Irakkrieges.<\/p>\n<p>  Es ist gut, dass sich die Demonstration nicht auf diese Provokationen   eingelassen hat. Der OrdnerInendienst war ein guter Ansatz, um sich   besser vor den Polizei&#252;bergriffen zu sch&#252;tzen.<\/p>\n<p>  Zurecht sagte eine Rednerin: nicht wir sind die asozialen Kriminellen,   sondern die Politiker in den Landtagen!<\/p>\n<p>  In diesem Sinne: Legen wir den Kriminellen das Handwerk! Wir wollen   keine Eliteuniversit&#228;ten im Dienste der Profitinteressen von Konzernen   und Banken.<\/p>\n<p>  Auf zur bundesweiten Demonstration am 6.7. in Frankfurt<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Mittwoch hat der Hamburger Senat die Einf&#252;hrung von Studiengeb&#252;hren<br \/>\n    beschlossen Dagegen waren rund 2500 Menschen in Hamburg auf der Stra&#223;e. <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[50],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11681"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11681"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11681\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11681"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11681"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11681"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}