{"id":11679,"date":"2006-06-27T18:56:27","date_gmt":"2006-06-27T18:56:27","guid":{"rendered":".\/?p=11679"},"modified":"2006-06-27T18:56:27","modified_gmt":"2006-06-27T18:56:27","slug":"11679","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2006\/06\/11679\/","title":{"rendered":"Wer gef&#228;hrdet die Einheit der Linken?"},"content":{"rendered":"<p>Offener Brief der SAV M&#252;nchen an die Mitglieder der WASG unter besonderer Ber&#252;cksichtigung der Kreismitgliederversammlung am Sonntag, 18.06.2006 in M&#252;nchen <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  Als sich die WASG als Partei mit dem Anspruch gr&#252;ndete, eine breite   linke Opposition gegen die herrschende neoliberale Politik der sozialen   Grausamkeiten in diesem Land zu bilden, wurde dies von vielen als Chance   verstanden. Die schnell wachsenden Zahl der Mitglieder gr&#252;ndete sich   deshalb nicht nur auf Menschen, die bis dato nirgends organisiert waren,   sondern auch auf die zahlreichen Vertreter aus den verschiedendsten   sozialen Organisationen und Bewegungen, die gemeinsam f&#252;r den Aufbau   einer echten linken Opposition arbeiten wollten.<\/p>\n<p>  Grundlage hierf&#252;r war ein klares Bekenntnis der WASG, die   au&#223;erparlamentarische Opposition miteinzubeziehen, und und eine Absage   an die herrschende Politik, die sich vor allem auf folgende Aussagen   st&#252;tzte:<\/p>\n<p>  &quot;Wir sind die Opposition gegen die herrschende, neoliberal bestimmte   Politik. An<br \/>einer Regierung in Land oder Bund werden wir uns nur dann   beteiligen, wenn<br \/>dies zu einem grundlegenden Politikwechsel in   Richtung unserer Forderungen<br \/>f&#252;hrt.&quot;(Grundsatzprogramm der WASG)<br \/>&quot;Wir   werden uns nicht an einer Regierung beteiligen oder sie tolerieren, die<br \/>Sozialabbau   betreibt.&quot;(Wahlmanifest der WASG)<\/p>\n<p>  Doch schon bald wurde klar, dass eine Zusammenarbeit mit allen linken   und fortschrittlichen Kr&#228;ften innerhalb der Partei von der Parteif&#252;hrung   nicht angestrebt wurde. Der Vereinigungsproze&#223; der Linken wurde immer   offener ausschlie&#223;lich auf die Linkspartei\/PDS begrenzt.<\/p>\n<p>  Jedwede Kritik an dieser Vorgehensweise wird von der Parteif&#252;hrung mit   Diffamierungen, Ausgrenzungsversuchen und der Androhung des   Parteiausschlusses beantwortet.<\/p>\n<p>  Einer der ersten, den diese Ausgrenzung traf, war der bekannteVertreter   der DKP, Leo Mayer. Es folgte die Absetzung des Berliner   Landesvorstandes der WASG. Das Vorgehen gegen die Berliner wurde von   einem b&#252;rgerlichen Gericht als illegal eingestuft. Dennoch wird im Lande   Bayern weiter eine wilde Hetzjagd gegen alle &#8222; Abweichler&#8220; fortgef&#252;hrt.&#160;   Als letztes traf es Rainer Ferch und Peter Knappe, Vorstandvorsitzende   aus Augsburg, die man kurzerhand absetzte. Vorgeworfen wurde ihnen ein   falsches Abstimmungsverhalten bez&#252;glich der Berlin-Frage auf dem   Bundesparteitag in Ludwigshafen.<\/p>\n<p>  Seit Einsetzen der Berlin-Debatte sehen sich auch die Mitglieder der SAV   immer massiver mit der Parteiausschlussdrohung konfrontiert.   &#220;berdeutlich wurde dies auf der letzten Kreismitgliederversammlung am   Sonntag, den 18.06.2006 in M&#252;nchen. Bei der Aussprache zum   Bundesparteitag in Ludwigshafen erkl&#228;rte Albert Lochner,   (Landesgesch&#228;ftsf&#252;hrer) dass dort der Antrag zum Ausschluss der SAV   ordnungsgem&#228;&#223; bis 14 Uhr eingereicht wurde. Er erkl&#228;rte au&#223;erdem, dass   der Antrag solange eingebracht werden soll, bis man den Ausschluss der   SAV erreicht hat. Dagmar Henn, Mitglied des M&#252;nchner Kreisvorstandes,   erl&#228;uterte dazu, dass auch sie zu den Antragstellern geh&#246;rt. Auf   entsprechende Nachfrage musste sie eingestehen, dass der M&#252;nchner   Kreisvorstand &#8222;einstimmig&#8220; f&#252;r die Aufl&#246;sung des WASG Landesverbandes   Berlin gestimmt hat. Au&#223;erdem gab sie preis, dass es einen neuen Entwurf   zum Thema Unvereinbarkeitsbeschluss und damit f&#252;r Parteiausschl&#252;sse gibt.<\/p>\n<p>  Fritz Schmalzbauer, (Landesvorsitzender) betonte in seiner Rede, dass in   der Neuen Linkspartei nur die Mitglieder sein sollten, die f&#252;r die   Fusion eintreten.<\/p>\n<p>  Wir von der SAV sind der Meinung, dass es nur dann eine starke linke   Partei geben kann, wenn sie die au&#223;erparlamentarischen Bewegungen, die   Gewerkschaften, und andere linke und soziale Initiativen mit einbezieht. Durch   die alleinige Fusion zwischen Linkspartei\/PDS und WASG entsteht noch   keine starke, vereinigte Linke, da die Partei dadurch die Akzeptanz und   Unterst&#252;tzung in der au&#223;erparlamentarischen Opposition verliert.&#160; Die   SAV ist keine Partei, sondern ein Zusammenschluss von SozialistInnen,   die f&#252;r den Aufbau einer neuen Arbeiterpartei eintritt. Sie ist Teil des   Komitees f&#252;r eine Arbeiterinternationale (CWI).<\/p>\n<p>  Um dem Kapitalismus mit seinen Grausamkeiten entgegenzutreten, und ihn   letztendlich abzuschaffen, bedarf es einem Zusammenschluss aller   sozialistischen und revolution&#228;ren Kr&#228;fte, auch international. Wer gegen   Sozialabbau, Massenarbeitslosigkeit und Verelendung der Menschen   Widerstand leisten will, braucht die Unterst&#252;tzung gewerkschaftlicher,   sozialer und kultureller Bewegungen, auf Basis eines sozialistischen   Politikverst&#228;ndnisses.<\/p>\n<p>  Eine Politik von Sozialkahlschlag, Privatisierung,Tarifflucht und   Lohnsenkungen, wie sie auch vom Berliner Senat aus verfolgt wird, lehnen   wir ab. Eine solche Politik<br \/>darf von keiner Ebene und von keinem   Gremium unserer Partei gerechtfertigt oder unterst&#252;tzt werden.<\/p>\n<p>  Die Landesvorst&#228;nde der WASG Berlin und Mecklenburg-Vorpommern halten   uneingeschr&#228;nkt an den Grundaussagen unserer Partei fest. Ebenfalls tun   dies viele WASG-Mitglieder in ganz Deutschland.<\/p>\n<p>  Wir wehren uns entschieden gegen jede Form von Parteiausschl&#252;ssen gegen   Mitglieder, die sich kritisch gegen&#252;ber der Regierungspolitik der   Linkspartei\/PDS &#228;u&#223;ern.<\/p>\n<p>  Unsere Solidarit&#228;t geh&#246;rt der Berliner WASG, die zusammen mit anderen   linken Kr&#228;ften zum Wahlkampf antritt. Wir fordern den Bundesvorstand   auf, demokratische Entscheidungen zur Kenntnis zu nehmen, und alle   Repressalien zu unterlassen.<\/p>\n<p>  Der Kreisvorstand in M&#252;nchen betreibt eine Politik der Spaltung und   vernachl&#228;ssigt die politische Arbeit. Die Bilanz dieses Vorstandes ist   verheerend:<\/p>\n<p>  &#8211; &#214;ffentliche Veranstaltungen, wie z.B. zum &#8222;Bayerischen   Fl&#252;chtlingsrat&#8220;, wurden von sechs Personen besucht. Die Organisatoren   k&#252;mmerten sich leider nicht im geringsten um den Terminkalender der   Fu&#223;ball WM, in dem nachzulesen gewesen w&#228;re, dass am Veranstaltungstag   ein wichtiges Spiel stattfand.<\/p>\n<p>  &#8211; Mobilisierungen f&#252;r die Demonstration gegen den Sozialabbau am   03.06.06 in Berlin gab es faktisch nicht. Im Bus sa&#223;en von der WASG nur   Mitglieder der SAV.<\/p>\n<p>  &#8211; F&#252;r die Demonstration in Regensburg am Samstag, den 17.06.06 gegen das   NPD-Schulungszentrum wurde trotz mehrmaliger Bitten der WASG Regensburg   nicht mobilisiert. Erst am Freitag davor, gegen 23 Uhr 30 erhielten die   Mitglieder in M&#252;nchen eine Mail, dass man sich am darauffolgenden   Samstag um 8 Uhr 15 am HBF tr&#228;fe. Zugegen war au&#223;er uns&#160; nur ein WASG   Mitglied.<\/p>\n<p>  Die Liste der Vers&#228;umnisse seitens des Kreisvorstandes, lie&#223;e sich   endlos fortsetzen. Zur letzten Kreismitgliederversammlung erschienen   keine 40 Personen. Die Abstimmungen fanden mit etwas mehr als 20 Leuten   statt. In M&#252;nchen treibt die offizielle &#8222;Politik&#8220; die Mitgliedschaft in   die Resignation. Durch das Fehlen politischer Inhalte und Aktionen   verliert die WASG immer mehr an Mitgliedern.<\/p>\n<p>  Dieser Zustand mu&#223; schnellstm&#246;glich beendet werden. Im Interesse der   Partei hat der Kreisvorstand sofort zur&#252;ckzutreten. Es ist dringend   erforderlich, mittels einer au&#223;erordentlichen Mitgliederversammlung, die   Spalter und Parteizerst&#246;rer abzuw&#228;hlen.<\/p>\n<p>  <i>SAV M&#252;nchen<\/i><\/p>\n<p>  i.A. Beate Jenkner, Max Brym und Wolfgang Dirrig<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Offener Brief der SAV M&#252;nchen an die Mitglieder der WASG unter besonderer<br \/>\n    Ber&#252;cksichtigung der Kreismitgliederversammlung am Sonntag, 18.06.2006 in<br \/>\n    M&#252;nchen <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[30],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11679"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11679"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11679\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11679"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11679"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11679"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}