{"id":11676,"date":"2006-06-26T10:53:57","date_gmt":"2006-06-26T10:53:57","guid":{"rendered":".\/?p=11676"},"modified":"2006-06-26T10:53:57","modified_gmt":"2006-06-26T10:53:57","slug":"11676","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2006\/06\/11676\/","title":{"rendered":"Deutschland zwischen Fu&#223;ball und &#8222;Sanierungsfall&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>Ger&#252;chten zufolge will Angela Merkel die WM verl&#228;ngern. F&#252;r die Regierung geht es vor allem darum, das Fu&#223;ballfieber f&#252;r das Durchpeitschen unpopul&#228;rer Ma&#223;nahmen zu nutzen &#8211; Brot und Spiele eben. <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  So wurde w&#228;hrend den WM-Vorbereitungen eben noch schnell die Erh&#246;hung   der Mehrwertsteuer beschlossen, bei gleichzeitigem Versprechen, die   Steuern f&#252;r Unternehmen von 2008 an um ein Viertel zu k&#252;rzen. Dann kam   die Versch&#228;rfung der Hartz-IV-Gesetze und mehr. Der Tagesspiegel   kommentierte am 24. Juni: &#8222;Vier riesige Reformen stehen an und sollen   innerhalb der n&#228;chsten zwei Wochen irgendwie durch die Instanzen   gebracht werden: die F&#246;deralismusreform (&#8230;), die Gesundheitsreform   (&#8230;), der Bundeshaushalt 2007, die Reform der Unternehmenssteuer.&#8220;<\/p>\n<p>  Fu&#223;ball, Mitfiebern f&#252;rs eigene Team und Feiern macht Spa&#223;. Unangenehm   wird es, wenn die da oben den &#8222;Volkssport Fu&#223;ball&#8220; beinhart f&#252;r ihre   Interessen nutzen wollen. Nach dem Motto &#8222;Ist es nicht sch&#246;n, dass sich   die Deutschen endlich wieder trauen, die Nationalflagge zu zeigen&#8220; soll   Nationalismus schleichend wieder respektabel gemacht werden, denn   Regierung und Unternehmer brauchen ihn.<\/p>\n<p>  Nicht umsonst spricht Angela Merkel vom &#8222;Sanierungsfall Deutschland&#8220;   gerade jetzt. Zum einen will sie den Unternehmern damit signalisieren,   dass sie die &#8222;Reformen&#8220; schnellstm&#246;glich durchpeitschen will. Zum   anderen wird uns vorgekaukelt, wir s&#228;&#223;en alle im gleichen Boot, ob   Unternehmer oder Arbeiter, ob gut bezahlter Minister oder   Hartz-IV-Empf&#228;nger: Alle m&#252;ssen den G&#252;rtel enger schnallen. Aber in   Wirklichkeit sind es immer wir, die dran glauben m&#252;ssen, wenn im   globalen Konkurrenzkampf Arbeitspl&#228;tze, L&#246;hne und &#246;ffentliche Leistungen   abgebaut werden.<\/p>\n<p>  Mit den Managern von Siemens und Allianz, die den Abbau von Tausenden   von Arbeitpl&#228;tzen angek&#252;ndigt haben, haben wir nichts gemein.   Siemens-Chef Klaus Kleinfeld hat das selbst klar erkannt. &#8222;Nein, (&#8230;)   er empfinde keine Heimatliebe f&#252;r Deutschland. Verantwortung versp&#252;re er   dagegen vor allem gegen&#252;ber den Aktion&#228;ren seines Konzerns&#8220;, zitiert die   Berliner Zeitung am 21. Juni. Wie wahr. Letztes Jahr sind die Gewinne in   Deutschland um 32 Milliarden gestiegen, w&#228;hrend sechs Milliarden Euro   weniger in den Lohnt&#252;ten der ArbeitnehmerInnen gelandet sind &#8211; kein   Wunder, dass zwischen 2000 und 2005 der Anteil der L&#246;hne am   Gesamteinkommen in Deutschland von 72,2 auf 67 Prozent gesunken ist. Im   Profitsystem gibt es nur wenige Pl&#228;tze an der Sonne. Da hat man noch   schlechtere Chancen dran zu kommen, als an WM-Eintrittskarten.<\/p>\n<p>  Zeit, dass sich was &#228;ndert. Die rote Karte k&#246;nnen nur wir, Besch&#228;ftigte,   Erwerbslose, Jugendliche und RenterInnen dieser Regierung zeigen &#8211; alle   gemeinsam, gleichg&#252;ltig welcher Nationalit&#228;t oder Hautfarbe. Daf&#252;r   m&#252;ssen wir uns organisieren, hinter einem Programm, das soziale   K&#252;rzungen und Privatisierungen bek&#228;mpft, und das eine Alternative zur   Profitlogik der Gro&#223;konzerne aufzeigt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>    Ger&#252;chten zufolge will Angela Merkel die WM verl&#228;ngern. 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