{"id":11675,"date":"2006-07-03T10:52:01","date_gmt":"2006-07-03T10:52:01","guid":{"rendered":".\/?p=11675"},"modified":"2006-07-03T10:52:01","modified_gmt":"2006-07-03T10:52:01","slug":"11675","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2006\/07\/11675\/","title":{"rendered":"Gemeinsame Gegenwehr und offensive Forderungen n&#246;tig"},"content":{"rendered":"<p>  Wie sind die &#196;rztestreiks und die Politik des Marburger Bundes zu   bewerten? <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  Peinlicher k&#246;nnte die Situation f&#252;r ver.di nicht sein. Da macht der   Marburger Bund mit seinen 105.000 Mitgliedern der zweitgr&#246;&#223;ten   Einzelgewerkschaft der Welt mit 350.000 Mitgliedern allein im   Fachbereich Gesundheit vor, wie man k&#228;mpft. Man stellt eine   mobilisierende Forderung auf, streikt bundesweit einheitlich,   organisiert zentrale Demonstrationen und l&#228;sst es bis zur R&#228;umung ganzer   Unikliniken kommen.<\/p>\n<p>  <i>von Ursel Beck, Stuttgart<\/i><\/p>\n<p>  Von 22.000 Uniklinik&#228;rzten hat der Marburger Bund in drei Monaten bis zu   14.000 &#196;rzte in Streiks einbezogen. H&#228;tte die Streikbeteiligung bei den   von ver.di organisierten Landesbesch&#228;ftigten einen &#228;hnlichen Anteil   erreicht, h&#228;tten mehr als 500.000 streiken m&#252;ssen. Es waren maximal   20.000.<\/p>\n<p>  Die Bedeutung des &#196;rztestreiks liegt darin, dass eine Berufsgruppe mit   kurzer Streikerfahrung einen mehrw&#246;chigen Streik zustande gebracht hat.   Bereits durch die ersten &#196;rztestreiks im Sommer 2005 wurden die anderen   Besch&#228;ftigten der Unikliniken und kommunalen Krankenh&#228;user zum   Arbeitskampf ermutigt.<\/p>\n<p>  <b>ver.di-Spitze organisierte den Ausverkauf<\/b><\/p>\n<p>  Man stelle sich vor, &#196;rzte und Pflegekr&#228;fte und alle anderen   Krankenhausbesch&#228;ftigten h&#228;tten gemeinsam f&#252;r h&#246;here L&#246;hne, mehr   Personal und bessere Arbeitsbedingungen gestreikt. Die   Spitzenfunktion&#228;re des Marburger Bundes betrieben mit elit&#228;ren   Abgrenzungen gegen&#252;ber der Pflege schon immer die Spaltung. Der Streik   an den Unikliniken in Baden-W&#252;rttemberg hat dagegen gezeigt, dass ein   gro&#223;er Teil der &#196;rzte zum gemeinsamen Kampf mit den anderen   Krankenhausbesch&#228;ftigten bereit war.<\/p>\n<p>  Mit dem Abschluss des TV&#246;D und anderen Absenkungstarifvertr&#228;gen hat   ver.di dem Marburger Bund den Vorwand geliefert, die jungen, extrem   ausgebeuteten &#196;rzte hinter sich zu scharen. Eine verheiratete   Krankenpflegerin mit einem Kind verliert durch den TV&#246;D &#252;ber ihre   Lebensarbeitszeit gerechnet mehr als 45.000 Euro. Ein Arzt mit einem   Kind verliert fast 83.000 Euro. Das hat zu Recht zu Unmut &#252;ber diesen   von ver.di organisierten Ausverkauf gef&#252;hrt. Nachdem der Marburger Bund   die &#220;bernahme des TV&#246;D f&#252;r die &#196;rzte ablehnte und mit einer Forderung   von 30 Prozent in die Offensive ging, traten innerhalb kurzer Zeit   20.000 &#196;rzte in den Marburger Bund ein.<\/p>\n<p>  <b>Spaltung<\/b><\/p>\n<p>  Nach dem Streik an den Unikliniken in Baden W&#252;rttemberg haben   Funktion&#228;re aus ver.di und dem Marburger Bund alles getan, um die   Spaltung zu vertiefen. Im Streik des &#246;ffentlichen Dienstes im Fr&#252;hjahr   2006 war das ein sp&#252;rbares Hindernis. Der Versuch von ver.di, die   Forderung der &#196;rzte zu diskreditieren, ist allerdings fehlgeschlagen.   Als der ver.di-Vorsitzende, Thomas B&#246;hm, bei einer Streikkundgebung in   Stuttgart die Forderung von 30 Prozent erw&#228;hnte, gab es keine Buhrufe,   sondern Sprechch&#246;re: &#8222;Das wollen wir auch.&#8220; Dass mehr durchsetzbar w&#228;re,   wenn alle gemeinsam streiken w&#252;rden, hat der Streik an den   baden-w&#252;rttembergischen Unikliniken und der &#196;rztestreik bewiesen.<\/p>\n<p>  <b>Streikergebnisse<\/b><\/p>\n<p>  Der Abschluss des Marburger Bundes bei den Unikliniken ist kaum besser   als der ver.di-Abschluss. Das zeigt, dass es Montgomery weniger um die   Interessen der streikenden &#196;rzte geht, sondern eher darum, dass seine   Unterschrift unter dem Tarifvertrag steht und nicht die von Frank   Bsirske. Daf&#252;r haben die &#196;rzte nicht gestreikt. Am Ende sieht ist es so   aus, dass alle Krankenhausbesch&#228;ftigten von ihren Organisationen   verraten und verkauft wurden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>      Wie sind die &#196;rztestreiks und die Politik des Marburger Bundes zu<br \/>\n      bewerten?<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[17],"tags":[183],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11675"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11675"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11675\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11675"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11675"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11675"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}