{"id":11668,"date":"2006-06-25T13:59:51","date_gmt":"2006-06-25T13:59:51","guid":{"rendered":".\/?p=11668"},"modified":"2006-06-25T13:59:51","modified_gmt":"2006-06-25T13:59:51","slug":"11668","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2006\/06\/11668\/","title":{"rendered":"Turbulenzen an den B&#246;rsen &#160;"},"content":{"rendered":"<p>  Finanz- und W&#228;hrungskrisen k&#246;nnen jederzeit eine &#246;konomische Talfahrt   ausl&#246;sen&#160;<!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  Nach Turbulenzen an den B&#246;rsen im &#8222;Wonnemonat Mai&#8220; sind die Kursgewinne   dieses Jahres erstmal ausradiert. Seit dem Sechsjahreshoch vom 9. Mai   purzelten die Aktienkurse weltweit im Schnitt um neun Prozent innerhalb   von vier Wochen. Wer in &#8222;Schwellenl&#228;ndern&#8220; investiert hatte, verlor   sogar satte 20 Prozent. Der Dax war seit Jahresbeginn bis Mitte Mai um   zw&#246;lf Prozent geklettert, einen Monat sp&#228;ter lag er in der   Halbjahresbilanz leicht im Minus.<\/p>\n<p>  <i>von Aron Amm, Berlin <\/i><\/p>\n<p>  Einbu&#223;en gab es an den Aktien- und Rohstoffm&#228;rkten, aber auch die   Devisenm&#228;rkte wurden durcheinandergewirbelt. Ausl&#246;ser waren die &#196;ngste   vor einer<span>ansteigenden<\/span><u> <\/u>Inflation in den USA verbunden   mit der Sorge, dass die US-Notenbank weiter an der Zinsschraube drehen   k&#246;nnte. Bef&#252;rchtet wird, dass ein Abw&#252;rgen des US-Konjunkturmotors dann   die Folge sein k&#246;nnte. Ein weiterer Ausl&#246;ser f&#252;r die j&#252;ngsten Unruhen an   den Weltfinanzm&#228;rkten war die steile Abw&#228;rtsbewegung des Dollar seit   Mitte April.<\/p>\n<p>  Die Frankfurter Allgemeine Zeitung schrieb am 3. Juni, dass es <i>&#8222;zwei   grundverschiedene Szenarien sind, welche die Kapitalm&#228;rkte derzeit   diskutieren: In der Armageddon-Version st&#252;rzen Wachstumsschw&#228;chen und   hohe Inflationsraten die B&#246;rse in ein Tal der Tr&#228;nen, genannt   Stagflation, in der optimistischen Variante handelt es sich bei der   derzeitigen Abk&#252;hlung um eine gesunde Korrektur innerhalb eines intakten   Aufw&#228;rtstrends.&#8220;<\/i><\/p>\n<p>  <b>Korrektur im spekulativen Finanzsektor<\/b><\/p>\n<p>  Gegen&#252;ber dem kapitalistischen Nachkriegsaufschwung hat der Finanzsektor   enorm an Gewicht gewonnen. In den f&#252;nfziger und sechziger Jahren sackten   die Finanzh&#228;user zehn bis 15 Prozent der Unternehmensprofite ein. Heute   sind es 30 bis 40 Prozent. Rechnet man die Finanzaktivit&#228;ten der   Industriekonzerne hinzu, sind es mehr als 50 Prozent. Abgesehen von   Kapitalinvestitionen in China und einigen anderen Niedriglohnl&#228;ndern   wurde in den vergangenen Jahren wenig in neue Maschinen und Fabriken   investiert.<\/p>\n<p>  Auf Grund der schw&#228;chelnden &#8222;Realwirtschaft&#8220; jagen die oberen   Zehntausend und die gro&#223;en Konzerne Umsummen von Kapital um den Erdball,   um an den B&#246;rsen zu spekulieren, immer eifriger, immer riskanter. <i>&#8222;Weltweit   kreisen 60 Billionen Euro privates Geldverm&#246;gen &#8211; das ist das   Drei&#223;igfache des deutschen Sozialproduktes &#8211; um sich dort   niederzulassen, wo der h&#246;chste Profit herausspringt&#8220;<\/i>   (Conrad Schuhler vom Institut f&#252;r sozial-&#246;kologische   Wirtschaftsforschung). Weiter ermutigt wurde dieses Treiben durch   Zinss&#228;tze auf Tiefst&#228;nden und extrem billige Kredite. Die j&#252;ngsten   Kurseinbr&#252;che sind offenkundig eine Reaktion auf diese spekulativen   Trends.<\/p>\n<p>  Obgleich Luft aus den entstandenen Blasen gelassen wurde, erkennen   einzelne Repr&#228;sentanten des b&#252;rgerlichen Lagers inzwischen, dass damit   l&#228;ngst nicht alles im Lot ist. So schrieb Joachim Fels von der   Investmentbank Morgan Stanley am 12. Juni &#8211; also einen Monat nach den   &#8222;Korrekturen&#8220; an den M&#228;rkten, dass <i>&#8222;sich die   Anzeichen f&#252;r eine merkliche Verlangsamung des Wirtschaftswachstums   mehren. Den Kursen riskanter Anlagen bekommt das in der Regel nicht   gut.&#8220;&#8222;Die wenigsten Menschen erinnern sich daran, dass nach dem   B&#246;rsenkrach von 1929 ein Zwischenhoch kam &#8211; danach sind die Kurse wieder   eingebrochen.&#8220;<\/i> Shiller weist zu Recht darauf hin, dass es vor   allem die Immobilienm&#228;rkte sind, wo <i>&#8222;derzeit die Musik spielt.&#8220;<\/i>   Auch wenn die Aktien weiterhin &#252;berbewertet sind, muss das Augenmerk   heute gerade auf die extrem bedrohliche Immobilienblase gerichtet   werden. In Spanien und in den USA haben sich die Werte zwischen 2002 und   2005 teilweise mehr als verdoppelt. <i>&#8222;Immobilien werden nicht mehr als   eine Geldanlage, sondern als spekulatives Investment angesehen &#8211; das   kann auf Dauer nicht gut gehen.&#8220;<\/i> Und weiter: <i>&#8222;Die   Immobilienpreise steigen mittlerweile in allen Regionen Amerikas, als ob   die steigenden Preise in der einen Region die anderen Regionen   infizieren w&#252;rden&#8220;<\/i> (Shiller im Interview in der   Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 29. M&#228;rz).<\/p>\n<p>Der Yale-&#214;konom Robert Shiller, dessen Buch &#8222;Irrationaler &#220;berschwang&#8220; p&#252;nktlich zum B&#246;rsenkrach im Jahr 2000 erschienen war, sieht keinen Grund f&#252;r eine Entwarnung: <\/p>\n<p>  Die Unruhen auf dem B&#246;rsenparkett in diesem Fr&#252;hsommer offenbaren die   Volatilit&#228;t des globalen Kapitalismus in der aktuellen Situation. Am   Wirtschaftshimmel sind einige dunkle Wolken aufgezogen: Anzeichen f&#252;r   eine Abschw&#228;chung des Wirtschaftswachstums, gewaltige &#220;berkapazit&#228;ten in   den meisten Branchen, fatale Ungleichgewichte im Welthandel und auf den   Devisenm&#228;rkten, last but not least der rapide Anstieg der Roh&#246;lpreise.<\/p>\n<p>  <b>Schw&#228;chelnde Weltwirtschaft<\/b><\/p>\n<p>  Seit bald 200 Jahren kommt es zu periodischen Wirtschaftskrisen, zu   kapitalistischen Krisenzyklen. In den Worten von Karl Marx: <i>&#8222;Die   Weltmarktkrisen m&#252;ssen als die reale Zusammenfassung und gewaltsame   Ausgleichung aller Widerspr&#252;che der b&#252;rgerlichen &#214;konomie gefasst   werden.&#8220;<\/i> Die letzte internationale Rezession fand 2001\/2002   statt (wobei es in Deutschland und anderen Teilen der EU eine leichte   zeitliche Verschiebung gab und die Jahre 2002 und 2003 als Krisenjahre   zu datieren sind). Der seitdem eingesetzte Konjunkturaufschwung wird   mehr als fr&#252;her von Spekulationen im Finanzsektor mitgetragen. W&#228;hrend   die Investitionen in die &#8222;reale&#8220; Wirtschaft j&#228;hrlich nur im Schnitt um   zwei Prozent gesteigert werden, betrugen diese Investitionen in den   sechziger Jahren in den kapitalistischen L&#228;ndern noch das Doppelte.   Diese schwache konjunturelle Aufschwungsphase k&#246;nnte nunmehr ihren Zenit   erreicht haben.<\/p>\n<p>  Schon im letzten Jahr erhielt das US-Wachstum einen D&#228;mpfer. Die   Eurozone tritt ohnedies fast auf der Stelle.<\/p>\n<p>  <b>&#220;berkapazit&#228;ten<\/b><\/p>\n<p>  Der gegenw&#228;rtige Aufschwung wird l&#228;ngst durch &#220;berproduktion und   &#220;berkapazit&#228;ten belastet. Gerade die Zahlen f&#252;r die Autoindustrie sind   besonders bedenklich. 2004 lagen die globalen Produktionskapazit&#228;ten bei   62 Millionen. 2006 werden sie auf 68 Millionen gesch&#228;tzt. Verkauft   wurden 2005 dagegen 53,2 Millionen Pkw. In diesem Jahr sollen 54   Millionen Wagen K&#228;ufer finden. In Europa k&#246;nnten aktuell 14,4 Millionen   Autos gebaut werden, tats&#228;chlich sind es jedoch weniger als elf   Millionen. Parallel dazu entstehen trotzdem neue Werke in Osteuropa. Im   Moment werden dort 2,5 Millionen Autos gebaut, 2010 sollen es knapp f&#252;nf   Millionen sein.<\/p>\n<p>  <b>W&#228;hrungsungleichgewichte<\/b><\/p>\n<p>  Die Gesamtverschuldung der Vereinigten Staaten von Amerika betr&#228;gt   inzwischen 2,5 Billionen Dollar. Sechs Milliarden Dollar m&#252;ssen t&#228;glich   vom Rest der Welt geborgt werden. 2005 fehlten im Staatshaushalt 319   Milliarden Dollar. Noch alarmierender ist das Handelsbilanzdefizit. Im   letzten Jahr &#252;berstieg der Wert aller Importe in die USA den Wert der   Exporte um 725 Milliarden Dollar.<\/p>\n<p>  Das kann nicht auf Dauer gut gehen. Noch werden die Schuldenberge vom   Ausland, vor allem von China und anderen asiatischen L&#228;ndern finanziert   &#8211; &#252;berwiegend durch den Kauf von US-Staatsanleihen. Auf diesem Weg   st&#252;tzten sie bislang den US-Konsum, der ihnen den Export garantierte.   Gleichzeitig st&#228;rkten sie den US-Dollar, hielten ihre eigenen W&#228;hrungen   niedrig und halfen so ihrer Exportwirtschaft.<\/p>\n<p>  &#8222;<i>Um das Defizit in der Handelsbilanz zu halbieren, m&#252;sste der   US-Dollar handelsgewichtet etwa 20 bis 25 Prozent abwerten, sch&#228;tzt Fred   Bergsten vom Institut f&#252;r Internationale &#214;konomie. Selbst wenn der   Dollar langsam und stetig in diesem Ausma&#223; abwerten w&#252;rde, bleiben in   Verbindung mit weiterhin hohen &#214;lpreisen signifikante Risiken: h&#246;here   Inflation, h&#246;here Zinsen, weniger Wachstum. Im Fall einer raschen,   deutlichen Abwertung des Dollar k&#246;nnten die Zinss&#228;tze in den USA schnell   in den zweistelligen Bereich steigen: Die Gefahr einer weltweiten   Finanzkrise w&#228;re hoch&#8220;<\/i> (SPIEGEL ONLINE vom 17. M&#228;rz).<\/p>\n<p>  Schon eine Abk&#252;hlung am Immobilienmarkt w&#252;rde den US-Konsum stark   bremsen &#8211; und k&#246;nnte den chinesischen H&#246;henflug j&#228;h stoppen, wenn mit   den USA der wichtigste Absatzmarkt ins Stottern geriete.<\/p>\n<p>  Das riesige Ungleichgewicht im US-Au&#223;enhandel birgt dar&#252;ber hinaus   weiterhin die Gefahr einer kr&#228;ftigen Abwertung des Dollar. 2005 drohte   sich dieses Risiko bereits zu materialisieren. Umschichtungen vom Dollar   in den Euro standen auf der Tagesordnung. In der zweiten Aprilh&#228;lfte   2006 schien der Dollar erneut in den freien Fall &#252;berzugehen. Abgebremst   wurde diese Entwicklung durch die Aussicht auf eine weitere Zinserh&#246;hung   &#8211; die in der jetzigen Phase nat&#252;rlich Gift f&#252;r die Konjunktur ist.   Allerdings sind es bislang die kurzfristigen Zinsen in den USA, nicht   die langfristigen Zinsen, die nachhaltig steigen. Wenn nicht nur die   Zinsen &#8222;am kurzen Ende&#8220;, sondern auch &#8222;am langen Ende&#8220; (wie die Rendite   der zehnj&#228;hrigen Anleihe) in die H&#246;he schnellen, dann k&#246;nnten   Konjunkturaufschwung, Unternehmensgewinne und B&#246;rsenhausse f&#252;r l&#228;ngere   Zeit der Vergangenheit angeh&#246;ren.<\/p>\n<p>  <b>Anf&#228;lligkeit der deutschen Wirtschaft<\/b><\/p>\n<p>  Auf Grund des hohen Exportanteils und der schwachen Binnennachfrage (die   durch Lohnraub, Mehrwertsteuererh&#246;hung und anderen Ma&#223;nahmen der Gro&#223;en   Koalition weiter geschw&#228;cht wird) h&#228;tte ein Einbruch der US-Konjunktur   verheerende Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft. Darauf wurde erst   k&#252;rzlich auch von der OECD hingewiesen.<\/p>\n<p>  Im deutschen Bankensektor droht in der n&#228;chsten Zeit ein Hauen und   Stechen &#8211; auf Kosten der Besch&#228;ftigten. <i>&#8222;Trotz der Zuk&#228;ufe des   vergangenen Jahres stehen die vier klassischen Gro&#223;banken Deutsche Bank,   HVB, Commerzbank und Dresdner Bank mit einer Bilanzsumme von 2,4   Billionen Euro gerade einmal f&#252;r 15 Prozent des Gesamtmarktes.   Gro&#223;banken anderer europ&#228;ischer L&#228;nder kommen in ihrem Heimatmarkt   mitunter auf die H&#228;lfte der Marktanteile.&#8220;<\/i> Unter anderem   droht die Privatisierung der Sparkassen, die 37 Prozent der   Bankenlandschaft ausmachen; Berlin soll im Jahr 2007 &#8211; m&#246;glicherweise   unter SPD und Linkspartei.PDS &#8211; den Anfang machen.<\/p>\n<p>  In diesem Fr&#252;hjahr musste die Deutsche B&#246;rse einen bitteren R&#252;ckschlag   einstecken. Der New York Stock Exchange (Nyse) gelang es, die bisher von   Paris gesteuerte Mehrl&#228;nderb&#246;rse Euronext einzuverleiben. Der Konflikt   um Euronext wirft ein Licht auf die Konflikte zwischen den   imperialistischen Kr&#228;ften Deutschland, Frankreich und Gro&#223;britannien   (wodurch die Nyse zum lachenden Dritten beziehungsweise Vierten wurden).   Ein Konflikt, der auch in anderen Fragen verst&#228;rkt in Erscheinung treten   wird.<\/p>\n<p>  So wie die Deutsche Bank durch massiven Arbeitsplatzabbau (wobei die   Dresdner Bank mit der angek&#252;ndigten Streichung von 2.000 Stellen und die   Commerzbank mit der Streichung von 900 Arbeitspl&#228;tzen nachziehen will)   ihre Position im deutschen Bankensektor ausbauen konnte, will   DaimlerChrysler unter dem neuen Vorstandsvorsitzenden Dieter Zetsche   ihre Stellung auf &#228;hnliche Weise verbessern. Nicht umsonst hat sich   Zetsche mit der Reduzierung der Chrysler-Belegschaft um ein Drittel   seinerzeit seine &#8222;Sporen vedient&#8220;.<\/p>\n<p>  <b>&#214;lpreiskrise<\/b><\/p>\n<p>  Der Roh&#246;lpreis schwankt derzeit um die Marke von 70 Dollar pro Barrel.   Damit hat sich der Preis seit Beginn dieses Jahrzehnts nahezu   verdoppelt. Eine Eind&#228;mmung dieser Preisexplosion ist zurzeit   unwahrscheinlich. Schlie&#223;lich ist keine Stabilisierung der politischen   Verh&#228;ltnisse in zentralen &#214;lf&#246;rderregionen abzusehen. Ganz im Gegenteil.   Zwar ist im Irak die Zahl der Anschl&#228;ge auf &#214;linstallationen zur&#252;ck   gegangen. Allerdings sind die Angriffe auf die Besatzungstruppen von 70   auf 90 pro Tag angestiegen, die offiziell gesch&#228;tzten Aufst&#228;ndischen   haben von 17.000 auf 21.500 zugenommen. Auf Grund der politischen   Schw&#228;che der Bewegung haben sich auch die interkonfessionellen   &#220;bergriffe verzehnfacht. Vor allem aber w&#228;chst die Ablehnung gegen die   imperialistischen Kr&#228;fte, aber auch gegen die neue irakische Regierung.   Nicht nur im Irak, sondern in der gesamten Region br&#246;ckelt die Position   des US-Imperialismus und seiner Vasallen. Dazu kommen die   innerimperialistischen Konflikte um Rohstoffquellen in Afrika, im   Kaukasus und in anderen Regionen. Zudem bleibt aus Sicht Washingtons   Chavez in Venezuela ein st&#228;ndiger Unruhefaktor.<\/p>\n<p>  Die FAZ.NET konstatierte am 30. Mai ebenfalls <i>&#8222;politische Risiken&#8220;<\/i>,   wies aber auch auf die Tatsache hin, <i>&#8222;dass leicht zug&#228;ngliche,   &#8222;konventionelle&#8220; Energietr&#228;ger erschlossen oder ausgesch&#246;pft sind&#8220;<\/i>   und sich vor diesem Hintergrund <i>&#8222;in den vergangenen sechs Jahren die   Kosten f&#252;r die Entwicklung neuer Felder verdreifacht&#8220;<\/i>   haben.<\/p>\n<p>  <b>Gefahr eines B&#246;rsenkrachs und einer tiefen Wirtschaftskrise<\/b><\/p>\n<p>  Im b&#252;rgerlichen Bl&#228;tterwald mehren sich die Sorgen um die Bedeutung des   Kurseinbruchs im Mai. F&#252;r einzelne werden schon Erinnerungen an den   B&#246;rsenkrach von 1987 wach. Damals verloren die Aktienkurse weltweit 20   Prozent ihrer Werte. Der Konjunkturaufschwung setzte sich zwar zun&#228;chst   weiter fort, erreichte jedoch bald seinen Zenit. 1990 nahm die   internationale Rezession ihren Lauf.<\/p>\n<p>  M&#246;glich, dass der aktuelle Kurssturz ein Wetterleuchten darstellt und   erstmal nur den fragilen Zustand der Weltwirtschaft erhellt: Der   Aufschwung, der 2002 begann, hat seinen H&#246;hepunkt erreicht; die   B&#246;rsenturbulenzen vor einigen Wochen stellen eine Vorboten der kommenden   Krise dar.<\/p>\n<p>  Auf Grund der vielen Krisenherde ist jedoch auch eine tiefe   Ersch&#252;tterung auf den Weltfinanzm&#228;rkten jederzeit m&#246;glich, die   unmittelbar eine dramatische Wirtschaftskrise zur Folge haben k&#246;nnte.   Ausgel&#246;st werden k&#246;nnte ein B&#246;rsenkrach durch verschiedene Faktoren: dem   Platzen der Immobilienblase, dem Zusammenbruch einer gro&#223;en   Finanzgesellschaft, m&#246;glicherweise einem Hedge-Fonds, einer weiteren   &#214;lpreisexplosion, W&#228;hrungsturbulenzen oder einer starken Abschw&#228;chung   der Konjunkturaussichten. M&#246;glich ist auch eine Kombination   verschiedener Faktoren.<\/p>\n<p>  Unter der &#220;berschrift <i>&#8222;Ver&#228;ngstigt, aber noch nicht verzweifelt&#8220;<\/i>   skizzierte die Frankfurter Allgemeine Zeitung am 12. Juni ein denkbares   Szenario: <i>&#8222;Das Schlimmste, was in dieser Korrekturphase passieren   k&#246;nnte, w&#228;re denn auch der Kollaps eines gr&#246;&#223;eren Hedge-Fonds, der in   den Schwellenl&#228;ndern oder Rohstoffm&#228;rkten unterwegs war. Dann k&#228;me es   schnell zu einer Panik, von der die M&#228;rkte bis heute verschont geblieben   sind.&#8220;<\/i> Ausgehend von einem solchen Prozess h&#228;lt die FAZ eine <i>&#8222;Kettenreaktion&#8220;<\/i>   f&#252;r vorstellbar. 1998 schrammte die kapitalistische Wirtschaft in den   Augen des Spekulanten George Soros nur um Haaresbreite am Zusammenbruch   des Weltfinanzsystems vorbei. Damals br&#246;ckelte der Wert des russischen   Rubels. Vor diesem Hintergrund kam es zur Pleite des Hedge Fonds Long   Term Capital Management (LTCM). In letzter Sekunde rettete eine   konzertierte Aktion von einem Banken-Konsortium, die von der   US-Notenbank organisiert worden war, die globalen Finanzm&#228;rkte vor   gewaltigen Verwerfungen. Heute gibt es eine Vielzahl von riskanten   Finanzaktivit&#228;ten diverser Hedge-Fonds, die allesamt tickende Zeitbomben   bedeuten k&#246;nnen. Eine solche Entwicklung, aber auch st&#228;ndig m&#246;gliche   W&#228;hrungskrisen oder andere Szenarien w&#252;rden schnell dazu f&#252;hren, dass   sich an den B&#246;rsen nicht nur &#8222;Angst&#8220;, sondern auch &#8222;Verzweiflung&#8220; breit   macht. Die haupts&#228;chlich Leidtragenden w&#228;ren allerdings die lohnabh&#228;ngig   Besch&#228;ftigten und Erwerbslosen &#8211; ein Grund mehr, den Kampf f&#252;r eine   sozialistische Welt zu intensivieren<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>      Finanz- und W&#228;hrungskrisen k&#246;nnen jederzeit eine &#246;konomische Talfahrt<br \/>\n      ausl&#246;sen&#160;<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[127],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11668"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11668"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11668\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11668"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11668"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11668"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}