{"id":11665,"date":"2006-06-15T16:15:02","date_gmt":"2006-06-15T16:15:02","guid":{"rendered":".\/?p=11665"},"modified":"2006-06-15T16:15:02","modified_gmt":"2006-06-15T16:15:02","slug":"11665","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2006\/06\/11665\/","title":{"rendered":"&quot;Ein Mann. Ein Wort&quot;? &#8211; Ein Kahlschlagskurs! &#160; &#160;"},"content":{"rendered":"<p>  Durch ihren Landesparteitag am vergangenen Wochenende hat die Berliner   Linkspartei einer Fortsetzung der neoliberalen Senatspolitik mit dem   Koalitionspartner SPD erneut gr&#252;nes Licht erteilt.&#160;&#160;<!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <i>von Joseph Rothmaler, Berlin <\/i><\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm\">  Dies ist nach den Erfolgen der WASG Berlin in puncto innerparteilicher   Demokratie und Antritt als soziale Opposition in Berlin (siehe Berichte   auf dieser Site) die n&#228;chste Schlappe f&#252;r den   &#8222;Linke-Einheit-ohne-linke-Politik&#8220;-Kurs des WASG-Bundesvorstands, dessen   Wahlunterst&#252;tzung f&#252;r die Linkspartei bei den Berliner   Abgeordnetenhauswahlen nun endg&#252;ltig nicht mehr haltbar ist und   schleunigst korrigiert werden muss.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm\">  Selbst die b&#252;rgerlichen Tageszeitungen konnten sich einer Erw&#228;hnung der   skurrilen Widerspr&#252;che auf dem Parteitag in ihren Artikeln nicht   enthalten. <i>&#8222;Bronzefarbene Textiltapeten mit gesticktem Blumenbukett,   gl&#228;nzende Messingl&#252;ster mit geschliffenem Glasgeh&#228;nge, verspiegelte   Rundbogenfenster zieren den Konferenzraum des Hotels Maritim nahe dem   Kulturforum &#8211; und vorne ruft Harald Wolf, Wirtschaftssenator der   Linkspartei, die neue ,Parole der Linken in der Wirtschaftspolitik&#180; aus:   ,Innovation statt Billiglohn!&#180; Etliche Genossen r&#228;umten auf Nachfrage   ein, dass auch ihnen der ganz im alten West-Berliner Schick gehaltene   Ort dieses Nominierungsparteitages komisch vorkam.&#8220; <\/i>(Berliner   Zeitung vom 12. Juni)<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm\">  Im Zusammenhang mit der neoliberalen Berliner Regierungspolitik von   Sozialabbau, Tarifbruch und Privatisierungen &#8211; f&#252;r die auch Harald Wolf   als einer der drei L.PDS-SenatorInnen federf&#252;hrend verantwortlich war   und ist &#8211; liegt das luxuri&#246;se Ambiente des Parteitags der L.PDS Berlin   wesentlich n&#228;her als das Gewitter von pseudosozialen Slogans, das Wolf   in seiner Kandidaturrede f&#252;r den Spitzenplatz der Landesliste zu den   Wahlen im September unter Applaus auf die Deligierten loslie&#223;.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm\">  Durch die asozialen Angriffe des Senats auf Besch&#228;ftigte, Arbeitslose   und Jugendliche sei laut Wolf der &#8222;Weg nach Karlsruhe&#8220; geebnet worden.   Hiermit bezieht er sich auf die Haushaltsklage beim   Bundesverfassungsgericht auf Teilentschuldung Berlins, mit der der   rot-rote Senat momentan seine Konzeptlosigkeit offenbart, wie der   Schuldenberg Berlins bew&#228;ltigt werden soll. Selbst bei einem Erfolg der   Klage w&#252;rden Schulden von 35 Milliarden Euro bestehen bleiben, die der   Senat mit weiterem Sozialabbau und Privatisierungen zu senken versuchen   w&#252;rde und die j&#228;hrlich weitere 1,2 Milliarden an Zinsen verschlingen. <\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm\">  Es grenzt an Realit&#228;tsverlust, wenn der Wirtschaftssenator erkl&#228;rt, die   Integrationspolitik der SPD ginge <i>&#8222;in die richtige Richtung&#8220;<\/i>  , am konkreten Beispiel der Familie Aydin, welche momentan von ihrer   Abschiebung bedroht ist, m&#252;sse der Koalitionspartner aber <i>  &#8222;konkret beweisen, was man unter humaner Fl&#252;chtlingspolitik versteht&#8220;. <\/i> In der j&#252;ngsten Abstimmung des Abgeordnetenhauses zum Fall Aydin enthielt sich   die Fraktion der Linkspartei ihrer Stimme zur Abschiebung, um den   Anspr&#252;chen des Koalitionspartners nicht zu widersprechen. Damit hat die   Linkspartei &#8222;konkret bewiesen&#8220;, auf welcher Seite sie im Ernstfall   steht, wenn es gilt, die Rechte der Menschen in Berlin zu verteidigen.   Keine Erw&#228;hnung fand in diesem Zusammenhang der R&#252;cktritt von Karin   Hopfmann als fl&#252;chtlingspolitische Sprecherin der L.PDS-Fraktion im   Abgeordnetenhaus kurz vor dem Parteitag. Diese hatte damit die letzte   Konsequenz aus der Inkonsequenz der Linkspartei Berlin in Fragen der   MigrantInnenpolitik gezogen.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm\">  All diese und die vielen weiteren Widerspr&#252;che zwischen dem   sozialistischen Anspruch der L.PDS und ihrer realen Kahlschlagspolitik   wusste auch Oskar Lafontaine in seiner Gastrede f&#252;r die Linksfraktion im   Bundestag nicht zu erw&#228;hnen.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm\">  O-Ton junge Welt vom 12. Juni: <i>&#8222;Parteitagsgast Oskar Lafontaine   erkl&#228;rte in seiner Rede, warum eine neue Linke kommen m&#252;sse und wof&#252;r   sie stehen soll. Seine Rede erstreckte sich vom &#187;Recht auf   Generalstreik&#171;&#252;ber, das &#187;Lernen von den Franzosen&#171; bis hin zum   &#187;Einfordern von V&#246;lkerrecht.&#171; Dabei sprach der Linksfraktionschef im   Bundestag eindeutige Worte wie: &#187;Unser Markenzeichen ist die   Arbeitszeitk&#252;rzungspolitik, das der Neoliberalen ist die   Stundenlohnk&#252;rzungspolitik.&#171; Ohne eine richtige Analyse des Kapitalismus   gebe es keine entsprechende Therapie. Kritik an der Senatspolitik   vermied Lafontaine.&#8220; <\/i>Dabei erzeugte Lafontaine abgesehen von   einem allgemeinen Hinweis auf <i>&#8222;die eine oder andere kritikw&#252;rdige   Entscheidung&#8220;<\/i> des Senats (Kommentar der Berliner Zeitung vom   12. Juni) nicht den Eindruck, als g&#228;be es einen Widerspruch zwischen der   Berliner Situation und den Notwendigkeiten der Neuen Linken.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm\">  Als zweiter Gast der Linksfraktion setzte Gregor Gysi noch einen oben   drauf und motivierte die Deligierten zu &#8222;Stolz und Selbstbewusstsein&#8220; im   Wahlkampf (Tagesspiegel online).<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm\">  Die Gesamtheit der Harmonie, der Selbstinszenierung und der Vertuschung   beim Parteitag kann nicht dar&#252;ber hinwegt&#228;uschen, dass Wolf &amp; Co. den   Jugendlichen, ArbeitnehmerInnen und Arbeitslosen in Berlin keine   politische Alternative zu sozialen Schweinereien auf ihre Kosten   anbieten k&#246;nnen und wollen, sondern vielmehr bem&#252;ht sind, ihre Politik   des &#8222;kleineren &#220;bels&#8220; zu verteidigen.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm\">  Vor diesem Hintergrund kann der WASG-Bundesvorstand seine Unterst&#252;tzung   f&#252;r die Linkspartei.PDS bei den Berliner Wahlen nicht aufrecht erhalten,   es sei denn, er bekennt sich dadurch offen zu einer Politik des   Sozialabbaus und bricht so mit dem Gr&#252;ndungskonsens der WASG, der eben   dieser &#8222;linken&#8220; Realpolitik die konsequente Vertretung der Interessen   der sozial Benachteiligten entgegensetzt.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm\">  Da die Linkspartei.PDS zwar mit dem knackigen Slogan &#8222;Harald Wolf. Ein   Mann. Ein Wort&#8220; in den Wahlkampf ziehen will, das &#8222;eine Wort&#8220; aber nicht   benennt, wollen wir hiermit der Berliner Linkspartei und dem   Bundesvorstand der WASG auf die Spr&#252;nge helfen: Das Wort lautet   &#8222;Kahlschlag&#8220; in s&#228;mtlichen Bereichen des &#246;ffentlichen Lebens und   verdeutlicht die Notwendigkeit einer linken Opposition im   Abgeordnetenhaus und auf den Stra&#223;en Berlins, die Widerstand gegen   diesen Kurs vom SPD\/L.PDS-Senat, aber auch gegen die Alternativlosigkeit   der bisherigen Oppositionsparteien leistet.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm\">  Berechtigterweise wird mit dieser Notwendigkeit seit Monaten eine   Partei, ein Wort und eine soziale Opposition verbunden: &#8222;WASG&#8220;. <\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm\">  Statt zugunsten einer abstrakten linken Einheit mit einer bedingungs-   und kritiklosen Unterst&#252;tzung der L.PDS in Berlin von der Pike auf das   wirkliche Potenzial einer Neuen Linken zu zerst&#246;ren, muss der   Bundesvorstand den Wahlkampf der WASG Berlin als einzigen Ansatz f&#252;r   eine politische Alternative akzeptieren und unterst&#252;tzen.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm\">  Weitere Infos &#252;ber den Berliner Wahlkampf \/ Aufruf zu Spenden: <a href=\"http:\/\/www.waehlt-wasg.de\" class=\"moz-txt-link-abbreviated\"> www.waehlt-wasg.de<\/a><\/p>\n<p>&#160;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>      Durch ihren Landesparteitag am vergangenen Wochenende hat die Berliner<br \/>\n      Linkspartei einer Fortsetzung der neoliberalen Senatspolitik mit dem<br \/>\n      Koalitionspartner SPD erneut gr&#252;nes Licht erteilt.&#160;&#160;<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[78],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11665"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11665"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11665\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11665"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11665"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11665"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}