{"id":11651,"date":"2006-06-02T20:34:47","date_gmt":"2006-06-02T20:34:47","guid":{"rendered":".\/?p=11651"},"modified":"2006-06-02T20:34:47","modified_gmt":"2006-06-02T20:34:47","slug":"11651","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2006\/06\/11651\/","title":{"rendered":"Lucy Redler und die WASG Berlin nicht zu stoppen"},"content":{"rendered":"<p>  Jetzt den Wahlkampf gegen Sozialabbau und Privatisierungen unterst&#252;tzen!<br \/><i> von Sascha Stanicic, Berlin<\/i><\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  Die Berlinerinnen und Berliner werden am 17. September eine wirkliche   Wahl haben. Die WASG Berlin wird per Beschluss des Landeswahlausschusses   vom 1. Juni an den Abgeordnetenhauswahlen teilnehmen k&#246;nnen. Damit kann   gegen Sozialabbau, Privatisierungen, Tarifflucht,   Arbeitsplatzvernichtung und Lohnk&#252;rzungen gestimmt werden. Dem   vorausgegangen war die vorl&#228;ufige Wieder-Einsetzung des Landesvorstands   der WASG Berlin durch das Landgericht am 31. Mai. Das sind die guten   Nachrichten der Woche.<\/p>\n<p>  Die schlechte Nachricht ist, dass es &#252;berhaupt so weit kommen musste,   dass b&#252;rgerliche Gerichte und ein Landeswahlausschuss die demokratischen   Rechte des Landesverbandes einer linken Partei gegen den eigenen   Bundesvorstand zur Geltung bringen m&#252;ssen &#8211; in einer Partei, die als   Sammlungsbewegung, als Partei &#8222;neuen Typs&#8220; vor einem Jahr gegr&#252;ndet   wurde!<\/p>\n<p>  Der WASG Bundesvorstand um Klaus Ernst hat sich eine teure   Nachhilfestunde in Sachen b&#252;rgerlicher Parteiendemokratie geholt. Der   Gedanke, dass die Bundesebene in einer Partei &#252;ber die Kandidatur auf   Landesebene entscheidet, f&#252;hrte bei Richtern und Ausschuss-Mitgliedern   zu sichtlicher Verwunderung.<\/p>\n<p>  Vor diesem Hintergrund w&#228;re es wohl angemessener, wenn der   WASG-Bundesvorstand inne halten w&#252;rde und eine breite Diskussion in der   Partei zur Reflexion der Ereignisse organisieren w&#252;rde. Stattdessen   &#228;u&#223;ert er sein Befremden, &#8222;dass eine Parteigliederung ein b&#252;rgerliches   Gericht bem&#252;ht&#8220;. Dies ist der WASG Berlin zweifelsfrei nicht leicht   gefallen und sie h&#228;tte gerne darauf verzichtet. Aber wenn ein   Parteivorstand demokratische Errungenschaften im Parteienrecht mit F&#252;&#223;en   tritt, m&#252;ssen diese zur Not eben auch vor einem b&#252;rgerlichen Gericht   verteidigt werden.<\/p>\n<p>  <b>Politische Differenzen <\/b><\/p>\n<p>  Die juristischen Auseinandersetzungen sollten nicht &#252;ber den politischen   Kern der Auseinandersetzung hinweg t&#228;uschen. Der Berliner Landesverband   der WASG ist nicht bereit, sich an einer Politik des Sozialabbaus, der   Privatisierungen, der Lohnk&#252;rzungen und Arbeitsplatzvernichtung zu   beteiligen. Eine solche Politik wurde in den letzten vier Jahren vom   Berliner Senat betrieben &#8211; unter Beteiligung der Linkspartei.PDS. In den   letzten Monaten war klar geworden: trotz Diskussionen, gemeinsamer Foren   und &#246;ffentlichen Drucks ist die LPDS zu einem Politikwechsel nicht   bereit. Sie stellt ihren Wahlkampf unter das Motto &#8222;Fortsetzung folgt&#8220;   und will die Koalition mit der neoliberalen SPD weiter f&#252;hren. F&#252;r die   WASG Berlin ist diese Politik des kleineren &#220;bels vor allem eins &#8211; ein   &#220;bel. In den letzten vier Jahren wurden &#252;ber 30.000 Ein-Euro-Jobs   eingerichtet, 100.000 Wohnungen privatisiert, die L&#246;hne im &#246;ffentlichen   Dienst massiv gesenkt, ist das Land Berlin aus dem Kommunalen   Arbeitgeberverband ausgetreten, gab es Teilprivatisierungen im   Krankenhausbereich &#8230; die Liste lie&#223;e sich fortsetzen.<\/p>\n<p>  Der WASG Bundesvorstand und leider auch eine knappe Mehrheit der   Delegierten des Bundesparteitags hat sich trotzdem f&#252;r eine   Unterst&#252;tzung der LPDS und gegen eine eigenst&#228;ndige Kandidatur   ausgesprochen. Die Einheit der Linken d&#252;rfe nicht gef&#228;hrdet werden und   die LPDS habe sich bewegt, so die Argumente der GegnerInnen der WASG   Berlin. Doch es handelt sich um schwache Argumente.<\/p>\n<p>  <b>Hat sich die LPDS Berlin bewegt? <\/b><\/p>\n<p>  In den vom WASG Bundesvorstand und der Berliner Linkspartei.PDS   erarbeiteten &#8222;Inhaltlichen Positionen f&#252;r einen gemeinsamen Wahlkampf&#8220;   gibt es viele vage Phrasen, aber keine belastbaren Aussagen, die auf   einen Politikwechsel schlie&#223;en lassen. Hier finden sich im Gegenteil   Formulierungen, die weitere Wohnungsprivatisierungen und   Teilprivatisierungen im Krankenhaus-Bereich und von Wohnungen   erm&#246;glichen. Hier wird keine Aussage gegen Ein-Euro-Jobs getroffen. Hier   wird dem geplanten Stellenabbau des Senats von weiteren 18.000 Stellen   bis 2012 und dem zus&#228;tzlichen Arbeitsplatzabbau bei der BVG, BSR,   Vivantes, st&#228;dtischen Wohnungsbaugesellschaften, privatisierten   Unternehmen der Daseins&#173;vorsorge sowie ausgegliederten Kinderg&#228;rten   nicht widersprochen.<\/p>\n<p>  <b>Einheit der Linken <\/b><\/p>\n<p>  Die Politik der Berliner LPDS schadet der Linken. Das zeigt sich nicht   nur im drastischen R&#252;ckgang der Unterst&#252;tzung f&#252;r die Partei in der   Stadt. W&#228;hrend sie bei den letzten Wahlen 22 Prozent erreichte, liegt   sie heute in Umfragen zwischen 13 und 15 Prozent. Wahrscheinlich ist sie   die erste Partei in der Geschichte, die sich zum Ziel setzt weniger   Stimmen zu erhalten, als bei der letzten Wahl, n&#228;mlich 17 Prozent.<\/p>\n<p>  Sie schadet der Linken, weil sie nicht glaubw&#252;rdig ist und die   Vorurteile best&#228;tigt, dass ohnehin jede Partei nach den Wahlen die   Wahlkampf-Versprechen vergisst. Und vor allem schadet sie dem Aufbau von   Gegenbewegungen gegen die Politik des Neoliberalismus und gegen   Kapitalmacht. Wenn die neue linke Partei, die gebildet werden soll, mit   einer Unterst&#252;tzung oder auch nur Duldung der Politik der Berliner LPDS   beginnt, wird sie die in sie gesetzten Hoffnungen und Erwartungen   entt&#228;uschen. Wir brauchen nicht die n&#228;chste Partei, die links blinkt und   dann rechts in Richtung Regierungsbeteiligung mit der SPD abbiegt. Wir   brauchen eine demokratische und k&#228;mpferische Partei der abh&#228;ngig   Besch&#228;ftigten, Erwerbslosen, RentnerInnen und Jugendlichen, die   konsequent, &#252;berall und in jeder Situation an deren Seite steht &#8211; im   Bund, in den L&#228;ndern und in den Kommunen!<\/p>\n<p>  Weil wir f&#252;r den Aufbau einer solchen Partei sind, sind SAV-Mitglieder   in der WASG aktiv. Aus dem gleichen Grund unterst&#252;tzen wir die WASG   Berlin und Mecklenburg-Vorpommern. Die Einheit mit der LPDS darf es   nicht auf Kosten politischer Prinzipien geben. Und: eine neue linke   Partei darf linke KritikerInnen nicht ausgrenzen oder unbequeme   Landesvorst&#228;nde einfach absetzen, wie in Berlin und   Mecklenbrug-Vorpommern geschehen. Mit undemokratischen Methoden ist   keine linke und demokratische Politik zu machen.<\/p>\n<p>  <b>Wahlkampf<\/b><\/p>\n<p>  Unmittelbar nach dem Gerichtsurteil, das den abgesetzten Landesvorstand   wieder einsetzte, erkl&#228;rte Klaus Ernst, Bundestagsabgeordneter und   Mitglied im WASG-Bundesvorstand, er werde Wahlkampf f&#252;r die LPDS in   Berlin machen. Auf Unterst&#252;tzung aus der F&#252;hrung der WASG kann der   Berliner Landesverband nicht setzen.<\/p>\n<p>  Daf&#252;r aber umso mehr auf Unterst&#252;tzung von Basismitgliedern aus dem   ganzen Bundesgebiet. Vielen ist klar, dass die Zukunft der neuen Linken   stark vom Ausgang der Berliner Wahlen abh&#228;ngt. Ein Wahlerfolg f&#252;r den   rebellischen Landesverband w&#252;rde die Linke bundesweit st&#228;rken und   deutlich machen, dass es eine linke Alternative zum Kurs der   LPDS-F&#252;hrung gibt.<\/p>\n<p>  Ebenso w&#252;rden die inhaltlichen Forderungen der Berliner WASG Nachdruck   erhalten: Umwandlung der Ein-Euro-Jobs in sozialversicherungspflichtige   Arbeitsverh&#228;ltnisse, R&#252;ckkehr des Landes Berlin in den Kommunalen   Arbeitgeberverband, Investitionsprogramme zur Schaffung von   Arbeitspl&#228;tzen, Rekommunlisierung der Wasserbetriebe, &#220;berf&#252;hrung in   &#246;ffentliches Eigentum von Betrieben, die mit Schlie&#223;ung drohen.<\/p>\n<p>  Der Aufbau einer starken innerparteilichen Opposition, begonnen auf   einer Konferenz am 20. Mai in Kassel, ist eng verkn&#252;pft mit Erfolg oder   Misserfolg des Berliner Wahlantritts. Alle kritischen und linken   AktivistInnen sollten deshalb f&#252;r die Berliner WASG spenden und selber   zur Wahlkampfhilfe anreisen. Am 29. Juli geht es los. Sorgen wir   gemeinsam daf&#252;r, dass dann bis zum 17. September kein Tag vergeht, ohne   dutzende WASG-Wahlk&#228;mpferInnen auf Berlins Stra&#223;en.<\/p>\n<p>  Weitere Informationen unter <font color=\"#000080\"><a href=\"http:\/\/www.waehlt-wasg.de\/\"><u> www.waehlt-wasg.de<\/u><\/a><\/font><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Jetzt den Wahlkampf gegen Sozialabbau und Privatisierungen unterst&#252;tzen!<br \/><i><br \/>\nvon Sascha Stanicic, Berlin<\/i>\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[27,30],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11651"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11651"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11651\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11651"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11651"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11651"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}