{"id":11650,"date":"2006-06-02T09:25:25","date_gmt":"2006-06-02T09:25:25","guid":{"rendered":".\/?p=11650"},"modified":"2006-06-02T09:25:25","modified_gmt":"2006-06-02T09:25:25","slug":"11650","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2006\/06\/11650\/","title":{"rendered":"Sch&#252;lerInnenproteste in Chile"},"content":{"rendered":"<p>  Es ist notwendig, die Brutalit&#228;t der uniformierten Polizei zu stoppen   und gemeinsam mit den Obersch&#252;lerInnen zu k&#228;mpfen <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <i>von Celso Calfullan, CWI Chile<\/i><\/p>\n<p>  Die Mobilisierungen der StudentInnen haben die Regierung und die   Pr&#228;sidentin Bachelet blo&#223;gestellt. Alle haben die gewaltige Repression   gegen die Jugendlichen sehen k&#246;nnen. Die Brutalit&#228;t kennt auf Seiten der   Polizei keine Grenzen.<\/p>\n<p>  Es ist deutlich erkennbar, dass sie den Auftrag von der Regierung haben,   auf diese Weise vorzugehen, dass sie ihnen v&#246;llige Straffreiheit   zugesichert haben, damit sie vollkommen schrankenlos auf die   Obersch&#252;lerInnen einschlagen, die sich mobilisieren. Man kann die   Brutalit&#228;t nicht verstehen, da klar ist, dass die Mehrheit der   Obersch&#252;lerInnen &#252;berhaupt keine M&#246;glichkeit hat, sich gegen M&#228;nner zu   verteidigen, die darin ausgebildet sind, ihre Gewalt einzusetzen. Dieses   Repressionsniveau ist ganz klar eine Art von Folter. Auf den Stra&#223;en   unseres Landes kommt es zu &#220;bergriffen auf die Menschenrechte &#8211; das   sieht man in den Medien und das stellt die Geduld von allen auf die   Probe.<\/p>\n<p>  Es wird deutlich, dass diejenigen die einzigen Gewaltt&#228;ter sind, die   heute die Uniformen der Polizei anhaben. Es handelt sich eigentlich um   Kriminelle, die die Erlaubnis dazu haben, und sie k&#246;nnen mit der   Garantie durch die Regierungsmacht rechnen. Die Polizisten haben noch   immer die gleiche Mentalit&#228;t, die sie unter der Diktatur gehabt haben.   Sie sind eigentlich noch immer die gleichen M&#246;rder, die Professoren   niedergemetzelt haben und die schlimmsten Scheu&#223;lichkeiten begangen   haben, an die sich unser Land erinnert.<\/p>\n<p>  Der Zynismus der Machthaber ist beeindruckend &#8211; allen voran der   B&#252;rgermeister der Hauptstadt, V&#237;ctor Barrueto, der unversch&#228;mt l&#252;gt, um   die v&#246;llig ungerechtfertigte Gewalt zu rechtfertigen, die von der   Polizei immer dann ausge&#252;bt wird, wenn es eine soziale Mobilisierung   gibt. Aber dieses Mal werden ihre Aussagen durch die Tatsachen   widerlegt. Au&#223;erdem wird durch das eigene Fernsehen bewiesen, dass sie   den gr&#246;&#223;ten Teil ihrer Zeit dazu verwenden, den Sachverhalt zu   verschleiern oder zumindest zu entstellen. Zu ihrem Pech sind die Fakten   dieses Mal st&#228;rker gewesen.<\/p>\n<p>  Die Regierung hat den StudentInnen &#252;berhaupt keine Antwort gegeben und   hat anscheinend auch nicht die geringste Absicht, es noch zu tun. Sie   hat nur ihre ParlamentarierInnen und AktivistInnen ihrer Parteien   mobilisiert, um die Bewegung zu spalten, zu bremsen und zu zerm&#252;rben.<\/p>\n<p>  Leider stellt sich auch der Rest der Volksbewegung nicht die Frage, auf   welche Art und Weise dieser Bewegung Kontinuit&#228;t verliehen werden kann,   damit der Kampf siegreich ausgeht. Es gen&#252;gt nicht zu sagen,   unterst&#252;tzen wir den Kampf der Obersch&#252;lerInnen, wenn wir keine   konkreten Aktionen setzen, um sie in ihren Forderungen zu unterst&#252;tzen,   und im &#220;brigen sollten sie mit der ArbeiterInnenklasse verbunden sein.&#160;&#160;<\/p>\n<p>  Die Gewerkschaften sollen in diesem Kampf eine aktive Rolle einnehmen   und zumindest einen 24-st&#252;ndigen Generalstreik ausrufen, wobei sie echte   L&#246;sungen im Bildungswesen und auch den Schutz unserer Kinder vor der   Brutalit&#228;t der Polizei verlangen sollen.<\/p>\n<p>  Der Kampf der franz&#246;sischen StudentInnen vor weniger als einem Monat   zeigte den Weg, den man gehen soll, um Antworten auf die Forderungen zu   bekommen, und das geht nur im Einklang mit der ArbeiterInnenklasse. In   Frankreich war f&#252;r den Sieg der StudentInnen der Einstieg der   Gewerkschaften, die sich dem studentischen Kampf anschlossen,   entscheidend. Auf diese Weise konnten sie die Offensive der   franz&#246;sischen Regierung stoppen, die sich anma&#223;te, die Jugendlichen, die   neu in die Arbeitswelt eingestiegen sind, in B&#252;rger zweiter Klasse mit   weniger Rechte als die ArbeiterInnen mit mehreren Jahren in der   Arbeitswelt zu verwandeln.<\/p>\n<p>  Was dabei deutlich wird ist, dass wir die K&#228;mpfe gegen das in unserem   Land bestehende kapitalistische System verallgemeinern m&#252;ssen. Chile hat   nicht nur Probleme im Bildungswesen, Gleiches wenn nicht Schlimmeres   passiert im kommunalen Gesundheitswesen, die Pensionsfonds (AFP)   befinden sich in der Krise und verdammen Tausende von ArbeiterInnen zu   unw&#252;rdig niedrigen Pensionen etc.<\/p>\n<p>  Alle, die Bachelet im zweiten Pr&#228;sidentschaftswahlgang unterst&#252;tzt   haben, indem sie sagten, dass sie eine Frau der linken &#8222;Progressiven&#8220;   w&#228;re, haben sich geirrt und leider gen&#252;gten nur etwas mehr als zwei   Monate, um dies auf allen Linien beweisen zu k&#246;nnen. Das zentrale   Problem der chilenischen ArbeiterInnenklasse ist heute, dass sie mit   keiner Partei rechnen kann, die ihre Klasseninteressen vertritt. Das   Fehlen einer ArbeiterInnenpartei zur F&#252;hrung der K&#228;mpfe, wenn soziale   Bewegungen wie die der Obersch&#252;lerInnen entstehen, ist offensichtlich.<\/p>\n<p>  Die zentrale Aufgabe der linken Organisationen ist es, ohne Wenn und   Aber eine Neue ArbeiterInnenpartei zu bilden, die sich mit aller   Deutlichkeit der Frage widmet, mit allen diesen &#220;beln, die der   Kapitalismus in seiner neoliberalen Variante hervorbringt, Schluss zu   machen.<\/p>\n<p>  Eine ArbeiterInnenpartei, die sich auch dem Kampf um eine demokratische,   sozialistische Gesellschaft widmen soll.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>      Es ist notwendig, die Brutalit&#228;t der uniformierten Polizei zu stoppen<br \/>\n      und gemeinsam mit den Obersch&#252;lerInnen zu k&#228;mpfen<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[41],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11650"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11650"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11650\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11650"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11650"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11650"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}