{"id":11645,"date":"2006-06-09T12:32:30","date_gmt":"2006-06-09T10:32:30","guid":{"rendered":"http:\/\/.\/?p=11645"},"modified":"2012-12-30T12:08:44","modified_gmt":"2012-12-30T11:08:44","slug":"11645","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2006\/06\/11645\/","title":{"rendered":"WM von A bis Z"},"content":{"rendered":"<p>  &#160; <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <b>Argentinien.<\/b> Die FIFA hatte kein Problem damit, 1978 die   Fu&#223;ball-WM in der Milit&#228;rdiktatur Argentinien auszutragen. Nach dem   Putsch 1976 &#8222;verschwanden&#8220; dort 30.000 Menschen. Auch w&#228;hrend des   Turniers wurde gefoltert.<\/p>\n<p>  <b>BAFF.<\/b> &#8222;B&#252;ndnis aktiver Fu&#223;ballfans&#8220;. Ein Zusammenschluss von   Fu&#223;ball-Begeisterten, die sich gegen Kommerzialisierung, Rassismus und   Willk&#252;r von Ordnern und Polizei einsetzen. Ihr Slogan: &#8222;Reclaim the game   &#8211; wir holen uns das Spiel zur&#252;ck!&#8220; (www.aktive-fans.de)<\/p>\n<p>  <b>Chile.<\/b> W&#228;hrend in den G&#228;ngen des Stadions von Santiago Gefangene   gefoltert wurden, trug Chiles Nationalteam 1973\/74 dort Spiele aus. Das   Stadion hatte nach dem Putsch von Pinochet als Konzentrationslager   gedient. W&#228;hrend des WM-Spiels Deutschland &#8211; Chile waren die Proteste   nicht zu &#252;berh&#246;ren: &#8222;Chile si &#8211; Junta no&#8220; riefen Tausende im Berliner   Olympia-Stadion.<\/p>\n<p>  <b>Datenschutz.<\/b> Ist schon vor der Vorrunde ausgeschieden. Jeder   Ticket-Interessent musste umfassende Daten&#160; an die Fifa &#252;bermitteln. Per   RFID-Chip sind die pers&#246;nlichen Daten auf den Tickets gespeichert. RFID   ist die Traum-Technologie f&#252;r die Strategen des &#220;berwachungsstaates und   die Marketing-Bosse.<\/p>\n<p>  <b>Eurocard und Coca-Cola.<\/b> Zwei der Hauptsponsoren der WM. Deswegen   muss s&#228;mtliche Werbung f&#252;r Pepsi und anderes konkurrierendes Teufelszeug   in der N&#228;he der Stadien und der Fanfeste unsichtbar gemacht werden.<\/p>\n<p>  <b>FIFA-WM-Stadion.<\/b> So werden, erg&#228;nzt durch den St&#228;dtenamen, die   Stadien w&#228;hrend der WM umbenannt (mit zwei Ausnahmen). Der Grund: die   meisten Stadien tragen den Namen von Sponsoren, die keine Vertr&#228;ge mit   der FIFA haben.<\/p>\n<p>  <b>Grundgesetz&#228;nderung<\/b>. Hooligans und Terroristen dienen der   CDU als Vorwand, unter dem Deckmantel der &#8222;Sicherheit bei der WM&#8220; den   Bundeswehreinsatz im Inneren zu propagieren.<\/p>\n<p>  <b>Honoratioren.<\/b> Bekommen Tickets. W&#228;hrend Lisa und Otto Normalfan   bei der Verlosung geringe Chancen hatten, hat die FIFA viele Tausend   Karten an St&#228;dte und Institutionen geschickt. Mindestens 800 Tickets hat   allein der Chef der K&#246;lner Sportst&#228;tten GmbH unter nicht offen gelegten   Kriterien verkauft, weitere Tickets bietet die Stadt K&#246;ln vorrangig   Ratsmitgliedern und anderen &#8222;Personen des &#246;ffentlichen Lebens&#8220; an.<\/p>\n<p>  <b>Italien.<\/b> Wird von einem Skandal ersch&#252;ttert. Dutzende Spiele   sollen &#252;ber Bestechung manipuliert worden sein. Vermutet wird, dass   Spieler auf die Spiele des eigenen Teams gewettet haben. Befremdlich   ist, dass gerade jetzt mehrere europ&#228;ische Spitzenmannschaften   Sponsoren-Vertr&#228;ge mit Wettanbietern geschlossen haben.<\/p>\n<p>  <b>Jobs<\/b>. Gibt es nicht, sagt die &#8222;Agentur f&#252;r Arbeit&#8220;. Der &#8222;WM-Boom&#8220;   ist ausgeblieben. H&#246;chstens 50.000 Arbeitspl&#228;tze wurden geschaffen, auch   diese Arbeitspl&#228;tze werden nicht von Dauer sein.<\/p>\n<p>  <b>Kaffeeservice<\/b>. Pr&#228;mie f&#252;r das deutsche Frauen-Team f&#252;r den Gewinn   der Europameisterschaft 1989. Erst 1970 hat der DFB den Frauenfu&#223;ball   anerkannt. Viele Frauenteams spielen &#8211; obwohl h&#246;herklassig als die   M&#228;nner-Teams &#8211; nicht auf dem &#8222;guten Rasen&#8220; des Vereins.<\/p>\n<p>  <b>Lucarelli.<\/b> St&#252;rmer des AS Livorno in der ersten italienischen   Liga und Torsch&#252;tzenk&#246;nig der Saison 2004\/05. Er wurde nicht in den   italienischen WM-Kader berufen. Lucarelli wechselte 2003 auf eigenen   Wunsch vom Erstligisten AC Turin in die zweite Liga zu Livorno und   verzichtete dabei auf 500.000 Euro Jahresgehalt. Er identifiziert sich   mit den antifaschistischen Ultras, deren Gr&#252;ndungsjahr 1999 er als   Trikotnummer (99) tr&#228;gt. Nachdem diese bei einem Spiel in Rom von den   faschistischen Lazio-Fans und von der Polizei festgenommen wurden,   finanzierte Lucarelli drei Busse f&#252;r die R&#252;ckfahrt nach Livorno.<\/p>\n<p>  <b>Maradona.<\/b> Einer der gr&#246;&#223;ten Spieler aller Zeiten. Heute zeigt er   mit Che-Tattoo und auf Demos gegen den Besuch von Bush in Argentinien,   dass sich auch Fu&#223;ballstars nach Karriereende sinnvoll bet&#228;tigen k&#246;nnen.<\/p>\n<p>  <b>Nazis.<\/b> Wollen die WM f&#252;r ihre Propaganda nutzen. Rechte   Aufm&#228;rsche sind f&#252;r den 3.6. in D&#252;sseldorf, den 10.6. in Gelsenkirchen   und den 21.6. in Leipzig angek&#252;ndigt. AntifaschistInnen und aktive   Fu&#223;ballfans werden sich ihnen in den Weg stellen.<\/p>\n<p>  <b>Ohne Steuergelder.<\/b> Sollte die WM finanziert werden. Die   &#8222;Arbeitsgemeinschaft WM-St&#228;dte&#8220; beziffert ihre bisherigen Ausgaben mit   1,2 Millarden Euro, 40 Millionen Euro zus&#228;tzliche &#246;ffentliche Ausgaben   pro WM-Tag. Die Sicherheitskosten sind noch nicht ber&#252;cksichtigt.<\/p>\n<p>  <b>Prolleo<\/b>. Ist das alternative WM-Maskottchen des &#8222;B&#252;ndnis aktiver   Fussballfans&#8220; (BAFF).<\/p>\n<p>  <b>Quark, verbaler.<\/b> Von Kommentatoren wird uns auch diesmal nicht   erspart bleiben. Beispiel: &#8222;Es steht im Augenblick 1:1. Aber es h&#228;tte   auch umgekehrt laufen k&#246;nnen&#8220; (Heribert Fa&#223;bender).<\/p>\n<p>  <b>Rekordsummen.<\/b> Nimmt die FIFA als Veranstalter der WM 2006 ein.   TV-&#220;bertragungsrechte, Sponsoren und Werbung bringen 1,7 Milliarden   Euro, bei 580 Millionen Ausgaben.<\/p>\n<p>  <b>Stadionverbote.<\/b> Treffen immer mehr Fu&#223;ballfans. Ein Stadionverbot   kann man schon bekommen, wenn man bei einer Fangruppe war, der die   Polizei &#8222;St&#246;rungen&#8220; unterstellt.<\/p>\n<p>  <b>Tickets.<\/b> W&#228;hrend Hunderttausende Fans leer ausgehen, wird   bef&#252;rchtet, dass Pl&#228;tze leer bleiben. Nicht verkauft worden sind rund   70.000 der exklusiven &#8222;Hospitality-Tickets&#8220;. Diese sollten insgesamt 170   Millionen Euro kosten, pro Karte &#252;ber 2.400 Euro.<\/p>\n<p>  <b>Ultras.<\/b> Zumeist jugendliche Fu&#223;ballfans. Sorgen f&#252;r Stimmung in   den Stadien, zum Teil mit aufw&#228;ndigen Choreographien. Viele   Ultra-Gruppen wenden sich gegen polizeiliche Willk&#252;r und stehen der   Kommerzialisierung kritisch gegen&#252;ber. Von Vereinsf&#252;hrungen und Polizei   zu Unrecht mit Hooligans in einen Topf geworfen.<\/p>\n<p>  <b>Vorfelder.<\/b> Mayer-Vorfelder ist einer von zwei DFB-Pr&#228;sidenten.   Christoph Daum &#252;ber die politische Ausrichtung von &#8222;MV&#8220;: &#8222;Der w&#252;rde auch   politisch gut mit Berti Vogts harmonisieren. Sie sind beide so schwarz,   dass sie im abgedunkelten Raum noch Schatten werfen.&#8220;<\/p>\n<p>  <b>Wir sind Ade!<\/b> Von Fans des FC Sachsen Leipzig initiierte Kampagne   zur Solidarit&#228;t mit dem nigerianischen Fu&#223;baller Adebowale Ogungbure,   der wiederholt rassistisch angefeindet wurde.<\/p>\n<p>  <b>XXL.<\/b> Ist die T-Shirt-Gr&#246;&#223;e, die viele Kinder und Jugendliche in   Deutschland tragen. W&#228;hrend der Spitzensport ein Milliardengesch&#228;ft ist,   wird beim Breitensport gek&#252;rzt.<\/p>\n<p>  <b>Yokohama.<\/b> Ort des Endspiels der WM 2002. Brasilien siegte und ist   auch diesmal Favorit.<\/p>\n<p>  <b>Zu Gast bei Freunden<\/b>. Ist das offizielle WM-Motto. W&#228;hrend sich   zahlungskr&#228;ftige ausl&#228;ndische Ticket-Inhaber im Stadion wie bei Freunden   f&#252;hlen sollen, werden wenige Kilometer entfernt Jugendliche abgeschoben,   die seit Jahren hier leben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>      &#160;<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[69],"tags":[182],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11645"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11645"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11645\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11645"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11645"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11645"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}