{"id":11636,"date":"2006-05-24T21:00:55","date_gmt":"2006-05-24T21:00:55","guid":{"rendered":".\/?p=11636"},"modified":"2006-05-24T21:00:55","modified_gmt":"2006-05-24T21:00:55","slug":"11636","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2006\/05\/11636\/","title":{"rendered":"WASG-Linke verurteilt Vorgehen des Bundesvorstands gegen Berlin und MV &#160; \r\n      &#160; &#160;"},"content":{"rendered":"<p>  Am 20. Mai trafen sich in Kassel WASG-Linke aus dem gesamten   Bundesgebiet.<br \/>  <i>von Angelika Teweleit und Heino Berg<\/i>&#160;<!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <b>Die 280 TeilnehmerInnen &#8211; mehr als bei drei Wochen Mobilisierung   erwartet &#8211; dr&#252;ckten ihre Emp&#246;rung &#252;ber die undemokratische   Vorgehensweise des Bundesvorstands aus. Eingefordert wurde &#8220;eine neue   Art von Partei zu schaffen, die von unten nach oben aufgebaut wird, die   konsequent die Interessen der kapitallosen Mehrheit der Bev&#246;lkerung   gegen den neoliberalen Angriff auf alle sozialen Grundlagen unserer   Gesellschaft vertritt, die sich als breite pluralistische   Sammlungsbewegung versteht&#8221;, so die Abschlusserkl&#228;rung. Ein Gro&#223;teil der   RednerInnen bezog sich positiv und solidarisch auf die eigenst&#228;ndigen   Wahlantritte in Berlin und MV als Mittel, den Kampf um die Inhalte der   neuen Linken zu f&#252;hren.<\/b><i> <\/i><\/p>\n<p>  Der Bundesparteitag am 27. und 28. April wurde einhellig als Z&#228;sur   bewertet. Inge H&#246;ger, Bundestags-Fraktions-Vize der Linken, erinnerte an   den Anspruch bei der WASG-Gr&#252;ndung, &#8220;nicht so zu sein wie andere   Parteien&#8221; &#8211; und stellte heraus, dass damit von der WASG-Spitze gebrochen   worden sei. Sie kritisierte auch die Einsetzung von &#8220;Beauftragten&#8221;   anstelle der gew&#228;hlten Landesvorst&#228;nde, ausgerechnet durch   Fraktionsmitglieder aus dem Bundestag.<\/p>\n<p>  Die sehr breit getragene Unterst&#252;tzung der eigenst&#228;ndigen Wahlantritte   in den L&#228;ndern mit L.PDS-Regierungsbeteiligung war nicht von vornherin   klar. Thies Gleiss, Mitglied im WASG-Bundesvorstand, in seiner   Einleitung und Inge H&#246;ger in ihrem Gru&#223;wort stellten dar, dass sie den   eigenst&#228;ndigen Antritt nicht unterst&#252;tzen &#8211; wenngleich sie die   administrativen Ma&#223;nahmen gegen die Landesvorst&#228;nde verurteilten. Gleiss   riet dazu, die Kandidaturen zur&#252;ckzuziehen, um den Prozess der   Neuformierung nicht zu gef&#228;hrden. F&#252;r den Neuformierungsprozess werde   die L.PDS gebraucht, &#8220;wie sie ist&#8221;, meinte Gleiss unter   Missfallensbekundungen des Saales.<\/p>\n<p>  Lucy Redler, Spitzenkandidatin der WASG in Berlin, ordnete dagegen in   ihrer Einleitung die eigenst&#228;ndige Kandidatur ein als Beitrag, eine   wirkliche Alternative f&#252;r konsequente linke Politik aufzuzeigen und so   einen Beitrag f&#252;r den Aufbau der neuen Linken zu leisten. Angesichts der   Angriffe der Gro&#223;en Koalition mittels Mehrwertsteuererh&#246;hung,   Gesundheits-Reform und neuen Debatten &#252;ber die Absenkung von Hartz IV   sei eine Linke n&#246;tig, die sich am Widerstand dagegen beteilige. Eine   Unterst&#252;tzung der L.PDS, was WASG-Bundesvorstand und Berliner Minderheit   vorschlagen, w&#252;rde bedeuten, das Programm von weiteren Privatisierungen,   Stellenabbau im &#214;ffentlichen Dienst und K&#252;rzungen bei sozialen   Einrichtungen und Kitas zu unterst&#252;tzen. Diese Politik hat die L.PDS   ganz konkret durch Beteiligung an der Regierung betrieben und das soll   auch weiterhin umgesetzt werden.<\/p>\n<p>  Die gro&#223;e Mehrheit der RednerInnen in der Plenumsdiskussion   unterst&#252;tzten diese Sichtweise, wonach sich die WASG auf die vom   Sozialkahlschlag Betroffenen st&#252;tzen und durch Aktionen und Kampagnen   den Widerstand organisieren muss. Die Unterst&#252;tzung der eigenst&#228;ndigen   Kandidaturen und die Hilfsangebote daf&#252;r taten auch den zahlreich   anwesenden Berliner und Mecklenburg-Vorpommerschen WASGlern sichtbar gut.<\/p>\n<h5>  Regierungsbeteiligung<\/h5>\n<p>  Weitere politische Fragen wurden auf der Konferenz zun&#228;chst nur   angerissen. Mehr war angesichts der kurzen Zeit nicht zu erwarten. Aber   es wurden einige Kernfragen zur weiteren Diskussion herausgearbeitet. So   wiesen RednerInnen auch der SAV darauf hin, dass es nicht ausreicht, bei   anti-neoliberalen Forderungen stehen zu bleiben. Der Kampf gegen jede   Verschlechterungen muss konsequent gef&#252;hrt werden. Dies muss auch mit   einem Kampf f&#252;r Reformen wie beispielsweise einem ausreichenden   Mindestlohn und gegen Privatisierungen verbunden werden. Doch jegliche   Reform st&#246;&#223;t innerhalb des kapitalistischen Systems auf Grenzen &#8211; heute   umso mehr, wo der Verteilungsspielraum wesentlich geringer geworden ist   als im Nachkriegsaufschwung. Daher ist es notwendig, &#252;ber den   Anti-Neoliberalismus und Anti-Kapitalismus hinaus die sozialistische   Alternative zu diskutieren. Das beinhaltet auch, die Erfahrungen aus der   Geschichte der stalinistischen Staaten zu analysieren und daraus   Schlussfolgerungen zu ziehen.<\/p>\n<p>  Es wurde auch die Frage der Regierungsbeteiligung noch einmal   grunds&#228;tzlich angerissen. Jede Beiteiligung an b&#252;rgerlichen Regierungen   wird bedeuten, dass eine Partei sich am massiven Abholzen aller in der   Vergangenheit von der ArbeiterInnenbewegung erk&#228;mpften Reformen   beteiligt. Denn dies ist das Vorhaben der hinter den b&#252;rgerlichen   Regierungen stehenden Unternehmer weltweit: nur auf der Grundlage einer   massiv verst&#228;rkten Ausbeutung der Arbeiterklasse, und zwar   international, k&#246;nnen die interational operierenden Gro&#223;konzerne ihre   Gewinnspanne vergr&#246;ssern. Daf&#252;r m&#252;ssen die Regierungen in allen L&#228;ndern,   auf allen Ebenen inklusive der Kommunen, die Voraussetzungen schaffen.<\/p>\n<p>  Parteien, die auf der Seite der Arbeiterklasse stehen, k&#246;nnen sich daher   nicht an b&#252;rgerlichen Regierungen beteiligen. Stattdessen m&#252;ssen solche   Parteien K&#228;mpfe mitorganisieren. Gew&#228;hlte Abgeordnete haben dann die   Aufgabe, Parlament oder Stadtverordnetenversammlung als Plattform zu   benutzen.<\/p>\n<p>  Dazu wurde auch nochmals die Gr&#252;ndungsprogrammatik der WASG betont und   in den Zusammenhang mit den eigenst&#228;ndigen Antritten in Berlin und   Mecklenburg-Vorpommern gestellt. &#8220;Die Entscheidung dieser   Landesverb&#228;nde, in ihren Bundesl&#228;ndern nicht auf L.PDS-Listen zu   kandidieren, entspricht dem Auftrag des WASG-Programms, keine   Regierungen mitzutragen oder zu tolerieren, die Sozialabbau und   Privatisierungen betreiben&#8221;, so die Abschlusserkl&#228;rung.<\/p>\n<p>  Die Debatte um die weitere Entwicklung der WASG wurde bei diesem   Linken-Treffen durch die akuten Fragen um Berlin und   Mecklenburg-Vorpommern und dem Vorgehen des Bundesvorstands in den   Hintergrund gedr&#228;ngt. Die n&#228;chsten Konferenzen werden darauf ein h&#246;heres   Gewicht legen m&#252;ssen.<\/p>\n<h5>  Netzwerk<\/h5>\n<p>  Und diese Folge-Arbeit wurde vereinbart, denn ein weiterer positiver   Aspekt der Konferenz bestand darin, dass die meisten TeilnehmerInnen   sich st&#228;rker vernetzen wollen. Dies ist ein wichtiger Fortschritt im   gesamten Neuformierungsprozess.<\/p>\n<p>  Vereinbart wurde, mit einer Arbeitskonferenz den n&#228;chsten   Bundesparteitag der WASG gemeinsam vorzubereiten. Eine Konferenz,   m&#246;glichst zusammen mit der &#8220;anti-kapitalistsichen Linken&#8221; aus WASG und   L.PDS, soll im Sp&#228;therbst die inhaltlichen Diskussionen weiter f&#252;hren.   Der Vorschlag, den Berliner Wahlkampf im Sommer auch mittels einer   Konferenz in Berlin zu unterst&#252;tzen, stie&#223; auf Zustimmung, muss   allerdings noch konkretisiert werden.<\/p>\n<p>  Angesichts lebendiger Diskussionen, auch in Arbeitskreisen zu Berlin,   zur Regierungsbeteiligungen und innerparteilicher Demokratie, sahen die   Anwesenden, festgehalten in ihrer ohne Gegenstimmen angenommenen   Abschlusserkl&#228;rung, trotz der &#8220;autorit&#228;ren Ma&#223;nahmen des Bundesvorstands   und den knappen Mehrheiten auf dem Bundesparteitag keinen Anlass zu   Resignation und R&#252;ckzug, sondern einen Grund mehr, die Gr&#252;ndungsziele   der WASG durch eine &#246;ffentlich sichtbare Vernetzung des Widerstands in   WASG und L.PDS gemeinsam zu verteidigen und zu st&#228;rken&#8221;.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm\">  <b>Ergebnisse der Kasseler Konferenz der linken WASG-Opposition am 20.5.<\/b><\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm\">  Mit etwa 280 registrierten TeilnehmerInnen hat die Kasseler Konferenz   eindrucksvoll unterstrichen, da&#223; die linke Opposition in der WASG das   Projekt einer Neuformierung der antikapitalistischen Kr&#228;fte in der   Bundesrepublik nicht kampflos aufgeben oder der L.PDS-F&#252;hrung und ihrer   neoliberalen Regierungspolitik &#252;berlassen wird.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm\">  Die Kr&#228;fte in der WASG, die an den antineoliberalen Gr&#252;ndungszielen   dieser Sammlungsbewegung festhalten wollen, sammeln sich im Protest   gegen die Absetzung der WASG-Landesvorst&#228;nde von Berlin und   Mecklenburg-Vorpommern. Sie haben einm&#252;tig beschlossen, sich in einem   offenen Netzwerk als linke Opposition in der WASG zusammenzuschlie&#223;en   und dadurch ihre Initiativen &#246;ffentlich wahrnehmbar zu b&#252;ndeln.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm\">  <i>von Heino Berg<\/i><\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm\">  <b>Einleitungsbeitr&#228;ge: <\/b><\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm\">  Schon im einleitenden Beitr&#228;g machte <b>Inge H&#246;ger<\/b>   (WASG-Mitglied und stellvertretende Vorsitzende der L.PDS-   Bundestagsfraktion) darauf aufmerksam, da&#223; die Beschl&#252;sse des   WASG-Bundesparteitags den pluralistischen und demokratischen Charakter   der WASG bedrohen w&#252;rden. &#8222;<i>Die W&#228;hler<\/i>&#8220;, so Inge   H&#246;ger, &#8222;<i>wollen eine gemeinsame Linke, aber keine PDS plus<\/i>.&#8220;   Auch wenn sie die Eigenkandidatur der Berliner WASG kritisch beurteile,   wandte sie sich kategorisch gegen die Entmachtung von demokratisch   gew&#228;hlten Parteigremien durch &#8220;Kommissare&#8220; aus der Bundestagsfraktion.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm\">  <b>Thies Gleiss<\/b> erinnerte in seinem Beitrag daran, da&#223; den   WASG-Linken in Ludwigshafen nur wenige Stimmen f&#252;r eine Mehrheit gegen   die Spaltungsdrohung von Lafontaine und Ernst gefehlt h&#228;tten. Die   Opposition sei sehr stark, wenn sie besonnen bleibe und sich nicht durch   die administrativen Provokation aus der Partei und dem   Neubildungsprozess herausdr&#228;ngen lasse. Auf Widerspruch stie&#223; in der   anschlie&#223;enden Aussprache, an der sich etwa 30 Redner beteiligten,   allerdings seine Aufforderung, da&#223; man f&#252;r eine Vereinigung mit der   L.PDS keine Bedingungen stellen d&#252;rfe. Man brauche die PDS so, wie sie   sei.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm\">  <b>Edith Bartelmus-Scholich<\/b> erkl&#228;rte, da&#223; sich durch die Beschl&#252;sse   von Ludwigshafen der Charakter der WASG ver&#228;ndert habe. Trotzdem gelte   es, zusammen mit Vertretern der sozialen Bewegungen wie <b>W. Klautke <\/b>weiter   f&#252;r eine linke Massenpartei einzutreten, die diesen Namen durch   antikapitalistische Ziele auch verdiene.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm\">  <b>Wolfgang Dressen<\/b> vom L.PDS-Landesvorstand NRW wandte sich gegen   die administrativen Massnahmen in Berlin und begr&#252;&#223;te, da&#223; sich der   Bremer L.PDS-Landesvorstand von solchen Methoden distanziert hat. Er   rief dazu auf, sich mit den Kr&#228;ften aus der L.PDS zu verbinden, die den   &#8222;Aufruf f&#252;r eine antikapitalistische Linke&#8220; herausgegeben und zu einer   Veranstaltung am 10.6. nach Berlin eingeladen haben.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm\">  <b>Lucy Redler<\/b> begr&#252;ndete als Spitzenkandidatin der Berliner-WASG am   Beispiel der Mehrwertsteuererh&#246;hung, warum eine starke, vereinigte Linke   notwendig sei. Diese d&#252;rfe jedoch nicht wie die SPD- oder PDS-F&#252;hrung   bei der &#8222;Politik des kleineren &#220;bels&#8220; landen, weil sie dann   Verschlechterung f&#252;r die Arbeitnehmer und Arbeitslosen mittragen und   sich unglaubw&#252;rdig machen w&#252;rde. Die Beschl&#252;sse in Ludwigshafen seien   nicht nur in der Frage der administrativen Ma&#223;nahmen gegen die Rechte   der Landesverb&#228;nde, sondern auch inhaltlich ein Rechtsruck in der WASG,   weil die Beteiligungen an neoliberalen Regierungen im Leitantrag nicht   mehr kategorisch ausgeschlossen w&#252;rden. Die Eigenkandidatur der Berliner   WASG spielt f&#252;r den Aufbau einer pluralistischen und demokratische Linke   eine wichtige Rolle. Zudem w&#252;rde eine erfolgreiche Kandidatur ein klares   Signal setzen, um beispielhaft Opposition gegen Regierungen, die   Sozialabbau betreiben zu organisieren und auch gegen die Beteiligun von   Linken an solchen Regierungen..<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm\">  Sie rief die Konferenzteilnehmer dazu auf, auch weiterhin in der WASG um   Mehrheiten zu k&#228;mpfen und den Wahlkampf in Berlin aktiv zu unterst&#252;tzen.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm\">  <b>Aussprache<\/b><\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm\">  Dieser Aufruf wurde in der unter der Leitung von <b>Angela Klein<\/b>   sehr leidenschaftlich, aber diszipliniert gef&#252;hrten Debatte von der   gro&#223;en Mehrheit der RednerInnen aufgegriffen und unterst&#252;tzt. Fast alle   Beitr&#228;ge unterstrichen die Bedeutung der eigenst&#228;ndigen Kandidatur der   Berliner als &#246;ffentlich sichtbare und w&#228;hlbare Alternative zur Politik   des &#8222;kleineren &#220;bels&#8220; und gegen eine bedingunglose Auslieferung der WASG   an den L.PDS-Apparat. Die Diskussion beschr&#228;nkte sich aber nicht auf   blosse Anklagen gegen die antidemokratischen Massnahmen des   WASG-Bundesvorstands, sondern konzentrierte sich auf die Schl&#252;sselfragen   des weiteren Vorgehens und die Notwendigkeit, die Initiativen der   Opposition praktisch zu koordinieren. Die Mitglieder der SAV, unter   anderem Sascha Stanicic betonten in der Aussprache, da&#223; die Opposition   gerade angesichts der sozialistischen Rhetorik von Lafontaine keinen   Grund habe, sich nur auf die Verteidigung der innerparteilichen   Demokratie zu beschr&#228;nken und dadurch von ihm &#8222;links &#252;berholen&#8220; zu   lassen. Um konsequent f&#252;r die Rechte der Arbeitnehmer und Arbeitslosen   eintreten zu k&#246;nnen, m&#252;sse die WASG-Opposition im Gegensatz zu Berliner   Regierungspolitik die Logik der angeblichen Sachzw&#228;nge durchbrechen und   sozialistische Alternativen zur kapitalistischen Marktwirtschaft   erkennbar machen.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm\">  <b>Arbeitsgruppen<\/b><\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm\">  Anschlie&#223;end tagten die Arbeitsgruppen, deren Ergebnisse im   Abschlussplenum vorgetragen wurden. Die dort erarbeiteten Thesen werden   schriftlich dokumentiert und in den beiden Websites der Opposition   ver&#246;ffentlicht. Die Arbeitsgruppen haben sich zum Teil bereits Sprecher   gew&#228;hlt und so mit dem Aufbau von Basisstrukturen des Netzwerks begonnen.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm\">  <b>Abschlussresolution<\/b><\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm\">  Auch die gemeinsame Abschlu&#223;resolution der Konferenz, die als   inhaltliche Grundlage f&#252;r das neue Netzwerk der linken WASG-Opposition   dienen soll, wurde von einer Arbeitsgruppe mit knapp 30 Teilnehmern aus   unterschiedlichen Texten und Einzelantr&#228;gen erarbeitet. Der   Textvorschlag der AG wurde von der Konferenz abschnittweise beraten und   noch einmal ver&#228;ndert. So konnte das Ergebnis dann einm&#252;tig (mit 2   Enthaltungen) beschlossen werden.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm\">  Die Konferenzerkl&#228;rung verteidigt das <b>Recht der Berliner<\/b> auf   eine autonome Entscheidung, will das Netzwerk der Opposition aber auch   f&#252;r diejenigen Kr&#228;fte der WASG offen halten, die eine eigenst&#228;ndige   Kandidatur kritisch beurteilen.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm\">  Die Erkl&#228;rung stellt fest, dass es <b>&#8222;keine Beteiligung an   Regierungen, die Sozialk&#252;rzungen und Privatisierungen betreiben&#8220;<\/b>,   geben darf. Es wird darauf hingewiesen, dass es eine Regierungs&#252;bernahme   nur auf der Grundlage geben kann, dass man aufgrund von   Maasenunterst&#252;tzung einen Politikwechsel ohne Kompromisse mit   substantiellen Inhalten durchsetzen kann.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm\">  Im Zentrum der Debatte stand das <b>Verh&#228;ltnis des Netzwerks zu WASG   sowie zur L.PDS <\/b>. Einige Diskussionsteilnehmer beurteilten die   Chancen f&#252;r linke Politik nicht nur in der L.PDS, sondern auch in WASG   inzwischen ebenso skeptisch wie die bisherigen Form des sog.   &#8222;Parteibildungsprozesses&#8220;. Diese MitstreiterInnen schienen das Netzwerk   eher als Keim f&#252;r eine neue Organisation neben diesen Parteien zu   begreifen. Die Mehrheit der Konferenz sprach sind daf&#252;r aus, den Kampf   f&#252;r antikapitalistische Mehrheiten in der WASG und dadurch f&#252;r eine   vereinigte linke Massenpartei fortsetzen will. Die Konferenz beschloss   jedoch, das Netzwerk der linken WASG-Opposition durch die Erkl&#228;rung auch   f&#252;r diejenigen Kr&#228;fte offen zu halten, die weder in der WASG, noch in   der L.PDS organisiert sind.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm\">  Die Kasseler Erkl&#228;rung fordert nicht nur die Respektierung der   demokratischen Entscheidungen der Landesverb&#228;nde zu Regional- und   Kommunalwahlen, sondern ruft auch zur Beteiligung an bundesweiten   Kampagnen f&#252;r einen ausreichenden Mindestlohn und gegen Privatisierungen   auf. Zusammen mit den Linken der L.PDS soll f&#252;r den Herbst eine   gemeinsame, breite <b>Folgekonferenz<\/b> vorbereitet werden, die den   Kampf f&#252;r den antikapitalistischen und demokratisch-pluralistischen   Charakter einer vereinigten, linken Massenpartei zum Ausdruck bringen   soll. Ein weiterer Vorschlag wurde eingebracht, eine bundesweite   Konferenz im August in Berlin zu organisieren, die dann auch mit dem   konkreten Wahlkampf verbunden werden k&#246;nnte.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm\">  <span><b>Resolution der Teilnehmer der Kasseler Konferenz der linken   WASG-Opposition vom 20. Mai 2006 (beschlossen, ohne Gegenstimmen):<\/b><\/span><\/p>\n<p>1.   Gegen Absetzung der Landesvorst&#228;nde von Berlin und Mecklenburg-Vorpommern<\/p>\n<p>Die   Konferenzteilnehmer verurteilen die Amtsenthebung der demokratisch   gew&#228;hlten Landesvorst&#228;nde von Berlin und MV, wenngleich es unter ihnen   unterschiedliche Auffassungen dar&#252;ber gibt, ob es politisch zielf&#252;hrend   ist, dass die WASG in Berlin zur Abgeordnetenhauswahl antritt. Die   Entscheidung dieser Landesverb&#228;nde, in ihren Bundesl&#228;ndern nicht auf   L.PDS-Listen zu kandidieren, entspricht dem Auftrag des WASG-Programms,   keine Regierungen mitzutragen oder zu tolerieren, die Sozialabbau und   Privatisierungen betreiben.<\/p>\n<p>2. F&#252;r eine demokratischen   pluralistischen linken Neuformierungsproze&#223;<\/p>\n<p>Wir wollen Ernst   machen mit dem Anspruch eine neue Art von Partei zu schaffen, die von   unten nach oben aufgebaut wird, die konsequent die Interessen der   kapitallosen Mehrheit der Bev&#246;lkerung gegen den neoliberalen Angriff auf   alle sozialen Grundlagen unserer Gesellschaft vertritt, die sich als   breite pluralistische Sammlungsbewegung versteht. Wir verstehen unter   Parteineubildung das partei&#252;bergreifende Zusammenwachsen aller linken   antineoliberalen Kr&#228;fte auf einer klaren inhaltlichen Basis in engster   Verbindung mit den sozialen Bewegungen in allen Teilen der Gesellschaft.   Politik verstehen wir in erster Linie als unmittelbare Aktivit&#228;t in   Betrieben, Schulen und Stadtvierteln, w&#228;hrend parlamentarische Arbeit   nur Teil und Ausdruck dieser K&#228;mpfe sein kann.<br \/>Unseren Konflikt   innerhalb der WASG begreifen wir als einen politischen Konflikt.<\/p>\n<p>3.   Keine Beteiligung an Regierungen, die Sozialk&#252;rzungen und   Privatisierungen betreiben<\/p>\n<p>Regierungs&#252;bernahmen kommen f&#252;r uns   nur in Frage, wenn wir f&#252;r einen grunds&#228;tzlichen Politikwechsel &#252;ber   Mehrheiten verf&#252;gen und keine Kompromisse mit unseren substanziellen   Inhalten eingehen m&#252;ssen. Blo&#223;e Absichtserkl&#228;rungen und   Formelkompromisse nutzen den Menschen nichts. Wir wollen einen   Politikwechsel, der reale Fortschritte f&#252;r die arbeitende und   arbeitslose Mehrheit der Bev&#246;lkerung herbeif&#252;hrt.<\/p>\n<p>4.   F&#252;r ein Netzwerk der linken gesellschaftlichen Bewegung gegen den   neoliberalen Angriff auf unsere Lebensbedingungen<\/p>\n<p>Die   Konferenzteilnehmer sehen in den autorit&#228;ren Ma&#223;nahmen des   Bundesvorstands und den knappen Mehrheiten auf dem Bundesparteitag   keinen Anlass zu Resignation und R&#252;ckzug, sondern einen Grund mehr, die   Gr&#252;ndungsziele der WASG durch eine &#246;ffentlich sichtbare Vernetzung des   Widerstands in WASG und L.PDS gemeinsam zu verteidigen und zu st&#228;rken.   Dabei wollen wir alle einbeziehen, die diesen Parteien noch nicht oder   nicht mehr angeh&#246;ren. Dieses Netzwerk engagiert sich f&#252;r eine   Vereinigung der Linken auf antineoliberaler Grundlage. Wir kritisieren   die L.PDS-F&#252;hrung oder Lafontaine nicht wegen ihres sozialistischen   Anspruchs, sondern weil die von ihnen mitgetragene Regierungspraxis   diesen programmatischen Anspr&#252;chen nicht gerecht wird. Die Menschen   beurteilen die Linke und deren Glaubw&#252;rdigkeit nicht an ihren   Versprechungen, sondern an ihrem praktischen Handeln.<\/p>\n<p>Wir wollen   eine linke Partei,<\/p>\n<p>* die auf allen Ebenen gegen Sozialabbau,   Privatisierungen, Stellenstreichungen und Lohnk&#252;rzungen k&#228;mpft,<br \/>*   den unterschiedlichen Auffassungen der Linken Raum l&#228;sst und   Widerspr&#252;che aush&#228;lt,<br \/>* sich vor allem als Teil und   Partnerin der betrieblichen K&#228;mpfe und sozialen Bewegungen sieht,<br \/>*   die gemeinsam mit den Menschen f&#252;r deren Interessen k&#228;mpft und sie   vertritt, ohne Stellvertreterpolitik zu betreiben,<br \/>* Parlamentarische   Arbeit vor allem zur Unterst&#252;tzung der au&#223;erparlamentarischen Opposition   nutzt<br \/>* nicht nur f&#252;r Reformen k&#228;mpft, sondern auch Alternativen zum   kapitalistischen System diskutiert und realisiert.<\/p>\n<p>Wir begr&#252;&#223;en   die Tatsache, dass sich auch in der L.PDS Linke zu Wort gemeldet haben   und suchen die Zusammenarbeit mit ihnen ebenso wie mit kritischen   Gewerkschaftern und den Vertretern der sozialen Bewegungen, die   au&#223;erhalb der Parteien an der Sammlung der Linken in unserem Land   teilnehmen m&#246;chten. Deshalb werden wir uns an der f&#252;r den 10.6.   geplanten Konferenz der antikapitalistischen Linken aus WASG und L.PDS   beteiligen und dort f&#252;r die Vorbereitung einer gemeinsamen   Folgekonferenz eintreten.<br \/>Bleibt in der WASG und k&#228;mpft mit uns!<\/p>\n<p>5.   Konsequenzen und Initiativen<\/p>\n<p>Die Konferenzteilnehmer unterst&#252;tzen   auf der Grundlage der Diskussion im Plenum und in den Arbeitsgruppen   (die ihre Ergebnisse getrennt dokumentieren) folgende gemeinsame   Initiativen:<\/p>\n<p>* a) Bundesweite Kampagne f&#252;r die Aufhebung aller   administrativen Eingriffe des Bundesvorstands in die demokratischen   Rechte der WASG-Landesverb&#228;nde: Anerkennung der gew&#228;hlten   Landesvorst&#228;nde einschlie&#223;lich der ihnen f&#252;r Wahlk&#228;mpfe zustehenden   finanziellen Mittel<br \/>* b) Bundesweite Kampagnen gegen   Privatisierungen, Hartz IV, Zwangsumz&#252;ge, f&#252;r einen Mindestlohn, von dem   man leben kann.<br \/>* c) Aufbau eines partei&#252;bergreifenden Netzwerkes   aller an der linken antineoliberalen Neuformierung interessierten   Menschen. Unsere Arbeitsgruppen verstehen wir als offene Angebote,   gemeinsam Inhalte und Ziele der Bewegung zu erarbeiten.<br \/>* d)   Unterst&#252;tzung der &#252;berregionalen und str&#246;mungs&#252;bergreifenden   Bildungsgemeinschaft SALZ<br \/>* e) Unterst&#252;tzung der beiden Webseiten der   linken Opposition (zur Zeit: <a class=\"moz-txt-link-abbreviated\" href=\"http:\/\/www.linkezeitung.de\">www.linkezeitung.de<\/a>   und <a class=\"moz-txt-link-abbreviated\" href=\"http:\/\/www.linkspartei-debatte.de\">www.linkspartei-debatte.de<\/a>)   als Organe der Informations- und Meinungsaustauschs.<br \/>* f) Einberufung   einer Konferenz im Herbst, wenn m&#246;glich gemeinsam mit den   Unterst&#252;tzerInnen des &quot;Aufrufs f&#252;r eine antikapitalistische Linke&quot;. Die   Mitglieder des Koordinationskreises werden damit beauftragt, noch vor   dem n&#228;chsten Bundesparteitag der WASG zu einer weiteren offenen   Arbeitskonferenz der linken WASG-Opposition einzuladen und sie   vorzubereiten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>      Am 20. 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