{"id":11619,"date":"2006-05-16T11:20:13","date_gmt":"2006-05-16T11:20:13","guid":{"rendered":".\/?p=11619"},"modified":"2006-05-16T11:20:13","modified_gmt":"2006-05-16T11:20:13","slug":"11619","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2006\/05\/11619\/","title":{"rendered":"Daf&#252;r steht die SAV &#160; &#160; &#160; &#160; &#160; &#160;"},"content":{"rendered":"<p>  Am 19. M&#228;rz schrieb die Welt am Sonntag, dass man SAV-Mitglied Lucy   Redler <i>&#8220;jetzt t&#228;glich in irgendeiner Zeitung&#8221;<\/i>   sieht und kl&#228;rt auf: Die SAV <i>&#8220;fordert die Abschaffung des   kapitalistischen Wirtschaftssystems. Die SAV verlangt auch ein Ende der   Regierungsbeteiligung der PDS in Berlin, da diese &#8220;neoliberale Politik&#8221;   unterst&#252;tze.&#8221;<\/i><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <b>Die SAV und die Kandidatur der Berliner WASG<\/b><\/p>\n<p>  Warum &#252;ber Monate hinweg diese Medienresonanz f&#252;r Lucy Redler und die   SAV? Die SAV arbeitet aktiv in der Wahlalternative Arbeit und soziale   Gerechtigkeit (WASG) mit und engagiert sich f&#252;r den Aufbau einer neuen   k&#228;mpferischen Partei f&#252;r ArbeiterInnen, Erwerbslose, RentnerInnen und   Jugendliche.<\/p>\n<p>  In Berlin hat die WASG auf einem Landesparteitag mit   Zwei-Drittel-Mehrheit entschieden, eigenst&#228;ndig zur Abgeordnetenhauswahl   am 17. September anzutreten. Hintergrund ist die Tatsache, dass die   Linkspartei.PDS in der Regierungsbeteiligung mit der SPD 100.000   Wohnungen privatisiert hat, mehr als 30.000 Hartz-IV-Empf&#228;ngerInnen in   Ein-Euro-Jobs zw&#228;ngt und mit dem Austritt aus dem Kommunalen   Arbeitgeberverband f&#252;r Besch&#228;ftigte des &#246;ffentlichen Dienstes die   Einkommen um acht bis zw&#246;lf Prozent gek&#252;rzt hat. Die Berlin-Frage ist   eine Schl&#252;sselfrage f&#252;r die Zukunft der neuen Linken. Wenn die WASG auf   den Listen der Linkspartei.PDS kandidieren w&#252;rde, hie&#223;e das eine Abkehr   von den Gr&#252;ndungsprinzipien Nein zu Sozialabbau, Privatisierungen und   Stellenstreichnungen; sie m&#252;sste im Wahlkampf eine Regierung vertreten,   die eine durch und durch unsoziale Politik betreibt.<\/p>\n<p>  Darum unterst&#252;tzt die SAV aktiv den Kurs der WASG-Mehrheit in Berlin.   Zwei SAV-Mitglieder geh&#246;ren dem Berliner Landesvorstand an: Lucy Redler   und Hakan Doganay. Lucy Redler wurde von den Berliner Delegierten auch   als Spitzenkandidatin aufgestellt. Zudem treten weitere Mitglieder der   SAV auf WASG-Listen f&#252;r die Bezirksverordneten-Wahlen an.<\/p>\n<p>  <b>Die neue Linke darf nicht die alte Politik fortsetzen<\/b><\/p>\n<p>  SAV-Mitglieder haben sich gemeinsam mit anderen auch daf&#252;r eingesetzt,   dass auf der Berliner WASG-Liste ebenfalls k&#228;mpferische Betriebsr&#228;te und   Akteure der sozialen und antifaschistischen Bewegung antreten. Zum   Beispiel Carsten Becker, der Vorsitzender der ver.di-Betriebsgruppe an   der Charite ist, Hermann Werle von der Berliner Mietergemeinschaft oder   Kerstin F&#252;rst, die als S-Bahn-Betriebsr&#228;tin ein Aktionsb&#252;ndnis zur   Verteidigung der Interessen von Besch&#228;ftigten und Fahrg&#228;sten   mitinitiiert hat.<\/p>\n<p>  Die SAV ist wie die Berliner WASG f&#252;r eine starke bundesweite Linke &#8211;   aber auf der Grundlage: Nein zu Sozialabbau und Umverteilungspolitik von   unten nach oben. Die Berliner WASG-Kandidatur ist mit ihrer   grundlegenden Ablehnung von Sozialk&#252;rzungen, ihrer Orientierung auf   au&#223;erparlamentarische Protestbewegungen und ihrer Verteidigung von   innerparteilicher Demokratie ein entscheidender Referenzpunkt f&#252;r den   Aufbau der neuen Linken auf bundesweiter Ebene. Seit Mitte der neunziger   Jahre tritt die SAV f&#252;r die Schaffung einer neuen Partei f&#252;r   ArbeiterInnen und Jugendliche ein &#8211; eine neue linke Partei, die nicht   die alte Politik fortsetzen darf.<\/p>\n<p>  <b>Die SAV beteiligt sich an der St&#228;rkung des Widerstands<\/b><\/p>\n<p>  Die SAV ist fest davon &#252;berzeugt, dass in Betrieben, an Schulen, Unis,   in den Stadtteilen und auf der Stra&#223;e Druck ausge&#252;bt werden muss, um   sich f&#252;r politische Forderungen stark zu machen. Die Arbeit der WASG und   die Kandidatur der Berliner WASG sind f&#252;r uns auch kein Selbstzweck,   sondern Mittel um den au&#223;erparlamentarischen Protest zu st&#228;rken.<\/p>\n<p>  Die SAV hat sich in den letzten Jahren auch tatkr&#228;ftig an   Protestbewegungen beteiligt. In den Monaten vor Beginn des Irak-Krieges   starteten SAV-Mitglieder eine Jugendkampagne. Gemeinsam mit anderen   gelang es, Gruppen von Sch&#252;lerInnen gegen den Krieg ins Leben zu rufen   und zum Beginn des Krieges &#252;ber 200.000 Sch&#252;lerInnen f&#252;r Streiks zu   mobilisieren, die sich nicht nur gegen Bush sondern auch gegen Schr&#246;ders   militaristischen Kurs richteten.<\/p>\n<p>  Als die Gewerkschaftsspitze nach Schr&#246;ders offener Kriegserkl&#228;rung an   die arbeitende Bev&#246;lkerung mit der Agenda 2010 im Fr&#252;hjahr 2003 auf   Tauchstation ging, machte die SAV sich in der Linken daf&#252;r stark, dass   zum einen der Druck auf die DGB-F&#252;hrung verst&#228;rkt wird, zum anderen aber   von unten eine bundesweite Demonstration in Angriff genommen wird. Mit   100.000 Beteiligten an der Demo am 1. November war dieser Protest, zu   dem wir mit anderen gemeinsam die Initiative ergriffen hatten, ein   wichtiger Erfolg.<\/p>\n<p>  Die SAV engagiert sich innerhalb der Gewerkschaften auch f&#252;r den Aufbau   einer innergewerkschaftlichen Opposition &#8211; f&#252;r k&#228;mpferische und   demokratische Gewerkschaften. So ergriff die SAV zusammen mit anderen   kritischen KollegInnen die Initiative f&#252;r die Gr&#252;ndung vom Netzwerk f&#252;r   eine k&#228;mpferische und demokratische &#214;TV (heute ver.di).<\/p>\n<p>  <b>SAV-Mitglieder in kommunalen Parlamenten<\/b><\/p>\n<p>  In den letzten zwei Jahren konnten vier SAV-Mitglieder auf der Basis von   Kampagnenarbeit und einer prinzipiellen Absage an Lohn- und Sozialraub   kommunale Mandate erobern. In Aachen und K&#246;ln gelang das &#252;ber   W&#228;hlerb&#252;ndnisse, in Kassel als Teil der Kasseler Linke.ASG. In Rostock   wurde Christine Lehnert als SAV-Kandidatin in die B&#252;rgerschaft gew&#228;hlt.   W&#228;hrend der Montagsdemonstrationen hat Christine Lehnert geholfen,   Tausende auf die Stra&#223;e zu bringen. Das Resultat: Ein Verzicht auf   Zwangsumz&#252;ge und erm&#228;&#223;igte Fahrpreise f&#252;r Erwerbslose in der Stadt.<\/p>\n<p>  Um ein &#8220;Abheben&#8221; unserer Ageordneten zu verhindern, gilt bei uns der   Grundsatz: Einnahmen aus dem Mandat sind f&#252;r politische Aktivit&#228;ten   einzusetzen. Generell d&#252;rfen unserer Ansicht nach Parlamentsabgeordnete   sowie Funktion&#228;re in den Betrieben und Gewerkschaften nicht mehr als   einen durchschnittlichen Facharbeiterlohn verdienen.<\/p>\n<p>  <b>Marxistische Theorie als Anleitung zum Handeln<\/b><\/p>\n<p>  Die SAV leistet auch einen theoretischen Beitrag beim Wiederaufbau der   Arbeiterbewegung. Theorie und Praxis schlie&#223;en sich nicht aus, sondern   erg&#228;nzen sich. Um die Fehler der Vergangenheit nicht zu wiederholen gilt   es, aus der Geschichte zu lernen und die Lehren auf die heutigen   Entwicklungen anzuwenden. Unserer Meinung nach ist die marxistische   Theorie kein Dogma sondern eine Methode, um im Interesse der arbeitenden   Menschen Ereignisse zu studieren, entsprechende Schlussfolgerungen zu   ziehen und in den heutigen Klassenauseinandersetzungen nicht einfach   ziellos zu reagieren.<\/p>\n<p>  <b>K&#228;mpfen wie in Frankreich<\/b><\/p>\n<p>  Frankreich zeigt, dass Verschlechterungen wie die weitere Aush&#246;hlung des   K&#252;ndigungsschutzes aufgehalten werden k&#246;nnen. Die SAV ist der Meinung:   Das was nur m&#246;glich, weil Jugendliche und Besch&#228;ftigte gemeinsam   Widerstand geleistet haben. Entscheidend waren die beiden Streiktage und   die Androhung eines nationalen Generalstreiks.<\/p>\n<p>  Diese Massenproteste waren n&#246;tig, nur um eine Konterreform zu stoppen.   Das zeigt einmal mehr, dass dieses kapitalistische System uns nichts   anzubieten hat. Vor dem Hintergrund struktureller Probleme in der   Wirtschaft und konfrontiert mit einem zugespitzten Konkurrenzkampf   setzen die Kapitaleigner und ihre Regierungen alles daran, ihre   Profitbedingungen auf Kosten der arbeitenden Bev&#246;lkerung zu verbessern.<\/p>\n<p>  <b>Gegenwehr kann Erfolg haben<\/b><\/p>\n<p>  Die Schlussfolgerung der SAV ist es, dass kein Weg daran vorbei f&#252;hrt,   sich mit den Herrschenden anzulegen und die Betroffenen zu mobilisieren   &#8211; wenn man Verbesserungen erreichen will. F&#252;r diese Position machen wir   uns in der WASG stark. In dieser Frage haben wir auch elementare Kritik   an der Spitze der Linkspartei.PDS, die unserer Meinung nach kaum   versucht, die Basis und Anh&#228;ngerschaft zu mobilisieren. Gysi, Bisky und   Co. zeigen sich nicht bereit, die Konfrontation mit den Reichen und   M&#228;chtigen, mit dem b&#252;rgerlichen Establishment einzugehen.<\/p>\n<p>  <b>Sozialismus ist machbar<\/b><\/p>\n<p>  Die SAV ist der Ansicht, dass die ganze Misere (Ausbeutung,   Arbeitslosigkeit, Armut, Kriegsgefahr, Umweltzerst&#246;rung, Rassismus etc.   etc.) System hat und das System einen Namen hat: Kapitalismus &#8211; die   Diktatur der M&#228;rkte und Konzerne.<\/p>\n<p>  Es gilt, den Kampf gegen Lohn- und Sozialraub mit dem Kampf f&#252;r eine   radikal andere, sozialistische Gesellschaft zu verbinden.<\/p>\n<p>  Eine andere Gesellschaft m&#252;sste mit Profitproduktion und Marktkonkurrenz   Schluss machen. Wissenschaft und Technik m&#252;ssten planm&#228;&#223;ig und den   Bed&#252;rfnissen von Mensch und Umwelt entsprechend eingesetzt werden. Das   ist nur m&#246;glich, wenn die Wirtschaft von der Mehrheit der Bev&#246;lkerung   kontrolliert wird. Kontrollieren l&#228;sst sich nur, was einem geh&#246;rt.   Deshalb tritt die SAV f&#252;r die &#220;berf&#252;hrung der Banken und Konzerne in   Gemeineigentum bei demokratischer Kontrolle und Verwaltung durch die   arbeitende Bev&#246;lkerung ein.<\/p>\n<p>  Sozialismus braucht Demokratie wie der menschliche K&#246;rper Sauerstoff. In   der DDR und in den anderen stalinistischen Staaten ist nicht der   Sozialismus gescheitert, sondern eine b&#252;rokratische Diktatur.<\/p>\n<p>  <b>Sozialismus international erk&#228;mpfen<\/b><\/p>\n<p>  Die SAV geh&#246;rt dem CWI (Komitee f&#252;r eine Arbeiterinternationale) an, das   Sektionen in &#252;ber 35 L&#228;ndern vereinigt. Um den Kapitalismus abzuschaffen   und durch eine sozialistische Demokratie zu ersetzen, bedarf es einer   marxistischen Organisation international, einer Organisation mit einer   starken Verankerung unter Besch&#228;ftigten und Jugendlichen. Eine solche   Internationale aufzubauen ist das Ziel des CWI.<\/p>\n<p>  <b>Mach mit bei den SozialistInnen!<\/b><\/p>\n<p>  Es ist h&#246;chste Zeit, aktiv zu werden. Darum: Werde Mitglied der SAV!   Mach mit bei den SozialistInnen!<\/p>\n<p>  <a href=\"\/?p=11166\">Melde   dich auch bei uns, falls du weitere Fragen zu unseren Ideen und zu   unserer Arbeit hast. Melde dich, um mit uns zu dar&#252;ber zu diskutieren,   wie wir eine Gesellschaft frei von Ausbeutung, Unterdr&#252;ckung und Krieg   erk&#228;mpfen k&#246;nnen!<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>      Am 19. M&#228;rz schrieb die Welt am Sonntag, dass man SAV-Mitglied Lucy<br \/>\n      Redler <i>&#8220;jetzt t&#228;glich in irgendeiner Zeitung&#8221;<\/i><br \/>\n      sieht und kl&#228;rt auf: Die SAV <i>&#8220;fordert die Abschaffung des<br \/>\n      kapitalistischen Wirtschaftssystems. 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