{"id":11614,"date":"2006-05-12T14:58:18","date_gmt":"2006-05-12T14:58:18","guid":{"rendered":"http:\/\/.\/?p=11614"},"modified":"2012-06-08T13:32:21","modified_gmt":"2012-06-08T11:32:21","slug":"11614","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2006\/05\/11614\/","title":{"rendered":"Hotzenplotz und die Kaffeem\u00fchle"},"content":{"rendered":"<p>Kommentar von Lucy Redler<\/p>\n<p>Die WASG Berlin tritt zur Wahl an: Daran ist nicht mehr zu r\u00fctteln. Das hat nun mittlerweile auch Klaus Ernst vom WASG-Bundesvorstand verstanden.<\/p>\n<p>Die aufgestellte Landesliste ist von Vielfalt und Breite gepr\u00e4gt und passt gut ins Konzept der neuen Linken. Michael Kronawitter, als Aktivist der Antifaschistischen Linken Berlin (ALB) stadtbekannter Linker, kandidiert ebenso auf der Liste wie Herrmann Werle, der sich in der Berliner Mietergemeinschaft engagiert. Mit an Bord sind auch bekannte AktivistInnen aus dem gewerkschaftlichen Spektrum: Carsten Becker ist Vorsitzender der ver.di-Betriebsgruppe an der Charit\u00e9 und kandidiert auf einem vorderen Platz. Ebenso Kerstin F\u00fcrst, Betriebsr\u00e4tin bei der S-Bahn. Neben VertreterInnen der WASG aus Ost- und Westberlin hat sich auch die DKP entschlossen, ihren Berliner Vorsitzenden, Rainer Perschewski, ins Rennen zu schicken.<br \/>Mit dieser Pluralit\u00e4t ist die WASG Berlin gut aufgestellt. Die Liste macht deutlich: Es geht darum, die Proteste der letzten Jahre und die Forderungen der verschiedenen sozialen und gewerkschaftlichen Bewegungen ins Abgeordnetenhaus zu bringen:<\/p>\n<p>Das \u201eNein\u201c der Kampagne gegen Zwangsumz\u00fcge gegen Ein-Euro-Jobs und Hartz-IV-Armut, das \u201eJa\u201c der Besch\u00e4ftigten an der Charit\u00e9 f\u00fcr einen Fl\u00e4chentarifvertrag, das \u201eNein\u201c zur Privatisierung\u00a0 ganzer Wohnungsbest\u00e4nde der Mieterinnen und Mieter.<\/p>\n<p>In diesem Sinne werden wir auch in Zukunft die b\u00fcrgerlichen Medien entt\u00e4uschen, die in t\u00e4glichem Rhythmus verk\u00fcnden, es ginge uns nur um die \u201ereine Lehre\u201c. Dem ist mitnichten so. Stattdessen hat sich die WASG Berlin entschlossen, an den von Oskar Lafontaine eingezogenen Haltelinien (unter anderem keine Privatisierungen) auch Halt zu machen, w\u00e4hrend die Linkspartei.PDS in Berlin das Stoppschild plattf\u00e4hrt. Es geht nicht um die Abschottung vor realen Problemen und den R\u00fcckzug in linke Tr\u00e4umerei, sondern es geht um die Anerkennung der Realit\u00e4ten.<\/p>\n<p>Die Realit\u00e4t spiegelt sich unter anderem in der neuesten Studie der Springer AG (!) wider, der zufolge 18 Millionen Menschen in Deutschland monatlich weniger als 50 Euro frei verf\u00fcgbares Einkommen haben.<\/p>\n<p>Vor diesem Hintergrund kann die Aufgabe der neuen Linken nur sein, konsequent f\u00fcr und mit diesen Menschen Politik zu machen. Die neue Linke kann nur auf der Seite der Erwerbslosen, arbeitenden Menschen, RentnerInnen und Jugendlichen stehen und nicht auf der Seite des kapitalistischen Sachzwangs. Sonst ist die neue Linke nicht links. Deshalb wird der Antritt der WASG Berlin auch ein Beitrag sein, die Fortschreibung der Politik der Linkspartei.PDS in Berlin nicht zur Grundlage der neuen Linken werden zu lassen.<\/p>\n<p>Die neue Linke sollten neben klaren inhaltlichen Positionen auch so weitgehend wie m\u00f6glich von unten nach oben gebildet werden. Es wird die neue Partei nicht als Marionettenspiel geben, die an den F\u00e4den von Oskar Lafontaine und Bodo Ramelow h\u00e4ngen und nach deren Pfeife tanzen. Kasperle und Seppl werden sich streiten, was der beste Weg sein wird, die Kaffeem\u00fchle von R\u00e4uber Hotzenplotz zur\u00fcck zu erobern und der armen Gro\u00dfmutter wieder zu bringen. Ob das \u00fcber Zugest\u00e4ndnisse an Hotzenplotz oder entschlossenen Kampf geht, wird zu diskutieren sein.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die WASG Berlin tritt zur Wahl an: Daran ist nicht mehr zu r\u00fctteln.<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[27,30],"tags":[181],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11614"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11614"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11614\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11614"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11614"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11614"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}