{"id":11605,"date":"2006-05-06T15:35:59","date_gmt":"2006-05-06T15:35:59","guid":{"rendered":".\/?p=11605"},"modified":"2006-05-06T15:35:59","modified_gmt":"2006-05-06T15:35:59","slug":"11605","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2006\/05\/11605\/","title":{"rendered":"1. Mai 2006: Arbeiter sch&#252;tzen DSM-Mitglieder vor nigerianischer Polizei"},"content":{"rendered":"<p>Zusammengestellt von mehreren BerichterstatterInnen des Democratic Socialist Movement (DSM; nigerianische Sektion des CWI und Schwesterorganisation der SAV), Lagos, Nigeria <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  Der absolute H&#246;hepunkt der diesj&#228;hrigen 1. Mai-Kundgebung in Abuja, wo   die Hauptveranstaltung vom Nigeria Labour Congress (NLC) und dem   Congress of Free Trade Unions (CFTU) stattfand, war der heldenhafte   Einsatz von Arbeitern, die die Verhaftung von Demola Yaya and Eko John   Nicholas (zwei f&#252;hrende Mitglieder des DSM) durch die Polizei   verhinderten. Zu Hunderten schw&#228;rmten Arbeiter aus, als die Polizei   versuchte, die DSM-Genossen auf dem Kundgebungsplatz zu verhaften. Unter   k&#246;rperlichem Einsatz gelang es ihnen schlie&#223;lich die beiden aus der Hand   der Polizei zu befreien.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm\">  Zwei der bekanntesten Fernsehsender filmten den Vorfall, der an   vorderster Stelle in den Berichten zum 1. Mai vorkam. Der Sender <i>Channels   television<\/i> interviewte Demola nach seiner Befreiung, und dieser   wiederholte nur die Position des DSM, wonach der Kampf gegen den   sogenannten &#8222;third term&#8220;<a name=\"sdfootnote1anc\" class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote1sym\"><sup>1<\/sup><\/a>   nicht nur gegen Obasanjo, sondern gegen alle Politiker gef&#252;hrt werden   muss, die sich im Amt bereichern: Atiku, Babangida, Buhari, Marwa, etc.   Die Genannten teilten demnach die anti-Armen Politik der   Obasanjo-Regierung. Im gleichen Atemzug rief Demola zur Gr&#252;ndung einer   Massenpartei der arbeitenden Menschen auf, die der parasit&#228;ren   herrschenden Elite die Macht entrei&#223;en und die neoliberale Politik gegen   die arme Bev&#246;lkerung beenden muss.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm\">  In ihrer Ausgabe vom 2. Mai berichteten mindestens drei landesweit   erscheinende Zeitungen ebenfalls von den Ereignissen. Auf ihrer   Titelseite ver&#246;ffentlichte die Vanguard newspaper sogar ein Foto, auf   dem Demola von der Polizei weggezerrt wird.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm\">  Der Polizeipr&#228;sident des Federal Capital Territory (FCT), in dem Abuja   liegt, Lawrence Alobi, gab den Haftbefehl gegen die Genossen aufgrund   des DSM-Transparentes und des Leitartikels in der Socialist Democracy   (SD), der Zeitung des DSM. Beide waren &#252;berschrieben mit einem Slogan   gegen den &#8222;third term&#8220; und dem Aufruf f&#252;r eine Massenpartei der   arbeitenden Menschen. W&#246;rtlich stand auf dem Transpi zu lesen: &#8222;3rd   Term: Obasanjo Again? No Way! For a Mass Working Peoples Party Now To   End All Anti-Poor Policies&#8220; (&#8222;Dritte Amtszeit f&#252;r Obasanjo? Niemals! F&#252;r   eine Massenpartei der arbeitenden Menschen, um die Politik gegen die   Armen sofort zu beenden!&#8220;)<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm\">  &#8222;Beleidigendes&#8220; Transparent<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm\">  Zusammen mit drei Mitstreitern, die beim Zeitungsverkauf helfen wollten,   nahmen die Genossen mit besagtem Transpi an der Demo teil. Den   Vorsitzenden des NLC, Adams Oshiomhole, eingeschlossen, zogen sie damit   die Begeisterung der Arbeiter auf sich. Oshiomhole animierte daraufhin   die KundgebungsteilnehmerInnen, den DSM-Demoblock zu begr&#252;&#223;en. Weil die   DSM als einzige mit einem Slogan gegen das Obasanjo-Regime auftrat,   schlossen sich Arbeiter spontan dem Block an. Das &#8222;beleidigende&#8220; Transpi   und die Wirkung, die dieses auf die DemoteilnehmerInnen hatte, brachten   dann auch wohl Alobi aus der Fassung, der aus dem VIP-Bereich aufsprang,   um pers&#246;nlich den Haftbefehl zu erteilen.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm\">  Polizeipr&#228;sident Alobi ist daf&#252;r ber&#252;hmt ber&#252;chtigt, Einsatzkommandos zu   den Treffen der Obasanjo-Opposition in Abuja zu schicken. So zeichnet er   auch f&#252;r den Polizeieinsatz verantwortlich, bei dem im August 2004 eine   Demonstration von ArbeiterInnen gegen das &#8222;Trade Union Amendment Bill&#8220;   (Gewerkschafts-Nachtragsgesetz) verhindert wurde. K&#252;rzlich verweigerte   er auch den LandespolitikerInnen die Nutzung des Sheraton-Hotels in   Abuja, die dort ein Treffen gegen den &#8222;third term&#8220; abhalten wollten.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm\">  Der Empfang der DSM-Genossen am 1. Mai und die Verhinderung ihrer   Verhaftung durch Arbeiter bedeutet einen eindeutigen Hinweis auf die   Massenunterst&#252;tzung f&#252;r die Forderungen auf dem DSM-Transparent. Damit   zeigt sich, dass die ArbeiterInnen nicht nur gegen eine dritte Amtszeit   Obasanjos und die anti-Armen Politik seiner Regierung sind, sondern auch   f&#252;r den Aufruf f&#252;r eine politische Alternative eintreten. Dennoch sind   diese Ereignisse nicht beispiellos; die verarmten ArbeiterInnen haben   ihre Ablehnung gegen&#252;ber Obasanjo und seiner kapitalistischen,   neoliberalen Politik schon in den Massenprotesten und Generalstreiks   allein in den vergangenen sieben Jahren zum Ausdruck gebracht. Das   Problem lag bisher bei der F&#252;hrung der Arbeiter- und   Massenorganisationen, die die Proteste wertlos werden lie&#223;en, als sie es   ablehnten, die Bewegung Richtung einer politischen Alternative voran zu   bringen. Die Regierung h&#228;tte schon l&#228;ngst aus dem Amt und ihre Klone   h&#228;tten schon l&#228;ngst aus den Machtzentralen gejagt werden k&#246;nnen.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm\">  Unbestreitbar hat Adams Oshiomhole in seiner Rede am 1. Mai klar die   oppositionelle Haltung des NLC gegen eine dritte Amtszeit Obasanjos   hervorgehoben. Zudem rief er die ArbeiterInnen dazu auf, keine   Kompromisse mit irgendwem aus der herrschenden Klasse einzugehen, die   wegen der Frage des &#8222;third term&#8220; in sich zerstritten ist. In der ihm   eigenen Art und Weise blieb Oshiomhole zur Frage der konkreten   politischen Alternative f&#252;r die Arbeiterklasse hingegen auff&#228;llig   zur&#252;ckhaltend.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm\">  Das Democratic Socialist Movement hat sich daf&#252;r entschieden, die   Kampagne f&#252;r eine politische Massenpartei der ArbeiterInnen speziell   unter den prek&#228;r Besch&#228;ftigten und den Teilen der Arbeiterschaft   auszuweiten, die den Druck auf die Gewerkschaftsf&#252;hrung zum Parteiaufbau   erh&#246;hen k&#246;nnen.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm\">  In Abuja konnten wir am 1. Mai 170 Ausgaben unserer Zeitung Socialist   Democracy verkaufen. Die restlichen Exemplare beschlagnahmte die Polizei   bevor wir sie unter das Volk bringen konnten. 45 Ausgaben der Brosch&#252;re   zu prek&#228;rer Besch&#228;ftigung der Kampagne f&#252;r demokratische und   Arbeiterrechte (Campaign for Democratic and Workers Rights, CDWR)   konnten dar&#252;ber hinaus verkauft werden.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm\">  In Abuja fand &#252;brigens nur eine der 12 landesweit abgehaltenen   Kundgebungen Nigerias anl&#228;sslich des 1. Mai statt, an denen das DSM   teilnahm.<\/p>\n<div id=\"sdfootnote1\">\n<p class=\"sdfootnote\">    <a name=\"sdfootnote1sym\" class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote1anc\">1<\/a>Gemeint ist die Kampagne des korrupten Pr&#228;sidenten Obasanjo f&#252;r einedritte Amtszeit in den bevorstehenden Wahlen 2007, die eineVerfassungs&#228;nderung voraussetzen w&#252;rde.  <\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zusammengestellt von mehreren BerichterstatterInnen des Democratic<br \/>\n    Socialist Movement (DSM; nigerianische Sektion des CWI und<br \/>\n    Schwesterorganisation der SAV), Lagos, Nigeria <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[36],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11605"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11605"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11605\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11605"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11605"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11605"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}