{"id":11575,"date":"2006-04-05T10:11:21","date_gmt":"2006-04-05T10:11:21","guid":{"rendered":".\/?p=11575"},"modified":"2006-04-05T10:11:21","modified_gmt":"2006-04-05T10:11:21","slug":"11575","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2006\/04\/11575\/","title":{"rendered":"Die Gro&#223;e Koalition gef&#228;hrdet die Gesundheit"},"content":{"rendered":"<p>Neue Gesundheitsreform: Das Kapital wird entlastet, Lohnabh&#228;ngige zahlen drauf <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  P&#252;nktlich nach den Wahlen am 26. M&#228;rz hat das Schweigen &#252;ber die gro&#223;en   &#8222;Reformen&#8220; endlich ein Ende: In Hinterzimmern und &#8222;Expertenrunden&#8220; haben   Union und SPD in der letzten Zeit geplant, wie sie Besch&#228;ftigte und   Erwerbslose st&#228;rker zur Kasse bitten k&#246;nnen. Und nun steht der Umbau des   Gesundheitssystems, die F&#246;deralismusreform, das Kombilohnmodell und eine   weitere Einschr&#228;nkung im K&#252;ndigungsschutz an &#8211; binnen kurzer Zeit wird   eine Welle von K&#252;rzungen auf uns zu kommen.<\/p>\n<p>  von Holger Dr&#246;ge, Berlin<\/p>\n<p>  Das Gesundheitswesen steht dabei als das zentrale Reformprojekt im   Mittelpunkt. Die gesetzlichen Krankenkassen rechnen nach Angaben des   AOK-Bundesverbandes im kommenden Jahr mit einem Fehlbetrag von   mindestens f&#252;nf Milliarden Euro. Diese Summe ben&#246;tigen die Kassen, um   die Beitragss&#228;tze stabil zu halten.<\/p>\n<p>  Krankenkassen im Minus<\/p>\n<p>  &#8222;Wir gehen bisher von f&#252;nf Milliarden Euro aus, vielleicht werden es   aber noch mehr&#8220;, sagte der Chef des AOK-Bundesverbandes, Hans J&#252;rgen   Ahrens, der S&#252;ddeutschen Zeitung unter Verweis auf das   Haushaltsbegleitgesetz. Damit habe die Regierung die Finanzn&#246;te der   Kassen versch&#228;rft. &#8222;Das Vorgehen hat bei uns nicht das Vertrauen in die   Politik der Gro&#223;en Koalition gef&#246;rdert.&#8220; So sinkt der Bundeszuschuss an   die Kassen 2007 um 2,7 Milliarden auf 1,5 Milliarden Euro. Gleichzeitig   steigen durch die Mehrwertsteuer-Anhebung die Kosten f&#252;r Medikamente um   mindestens 800 Millionen Euro. Hinzu kommen hohe Kosten durch die   elektronische Gesundheitskarte.<\/p>\n<p>  Auch andere Kassen erwarten eine Finanzl&#252;cke. Die DAK sch&#228;tzt den Bedarf   auf 6,5 Milliarden Euro. Das Gesundheitsministerium erwartet sogar bis   zu acht Milliarden Euro. Als Konsequenz forderte Ahrens eine rasche   Reform des Gesundheitswesens. &#8222;Das muss schnell gehen, damit die Gesetze   Anfang Januar wirken k&#246;nnen.&#8220;<\/p>\n<p>  Auch die bestehende Massenarbeitslosigkeit und massive Lohnverluste   vieler Besch&#228;ftigter (zum Beispiel durch K&#252;rzungen beim Weihnachtsgeld)   tragen zu den Defiziten bei. Ab 2008 sp&#228;testens m&#252;ssten die Beitr&#228;ge um   mindestens einen Prozentpunkt steigen.<\/p>\n<p>  Parit&#228;tische Finanzierung im Visier<\/p>\n<p>  F&#252;r Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) ist klar, wie diese   Probleme in den Griff zu bekommen sind: Sie stellt nicht weniger in   Frage als die parit&#228;tische Finanzierung der Krankenversicherung. Das   hei&#223;t, die Besch&#228;ftigten sollen gr&#246;&#223;ere Teile der Kosten &#252;bernehmen. Der   bisherige Arbeitgeberanteil soll dem Vorschlag entsprechend einmalig an   die Besch&#228;ftigten ausgezahlt werden, die dann allein den weiterhin   einkommensabh&#228;ngigen Beitrag zahlen m&#252;ssen, berichtet das Magazin   impulse. S&#228;mtliche k&#252;nftige Beitragssteigerungen w&#252;rden folglich   einseitig zu Lasten der ArbeitnehmerInnen gehen.<\/p>\n<p>  Kopfpr&#228;mie<\/p>\n<p>  Gleichzeitig soll eine Kopfpr&#228;mie eingef&#252;hrt werden. Zur Zeit ist von   einem Durchschnittsbeitrag von 15 Euro die Rede, die von jedem &#8211; egal ob   Million&#228;r, Arbeitsloser oder Jugendlicher &#8211; zu bezahlen w&#228;re. Bereits   jetzt ist aber schon klar, dass bei manchen Kassen diese Pr&#228;mie bis zu   40 Euro betragen wird. Vor allem wird aber die Abkoppelung der   Gesundheitskosten von den Lohnnebenkosten vorangetrieben. Das ist der   zentrale Gedanke des Pr&#228;mienmodells der CDU. Die Pl&#228;ne zeigen Parallelen   zur Gesundheitsreform in den Niederlanden auf, die dort zum Jahresbeginn   eingef&#252;hrt wurde.<\/p>\n<p>  Aber noch ist nicht klar, welchen Weg genau die Gro&#223;e Koalition   einschlagen will: Die ersten Pl&#228;ne werden von Kanzlerin Merkel (CDU) und   Vize M&#252;ntefering (SPD) erarbeitet &#8211; ohne Ulla Schmidt. Die Frage, ob   nicht direkt zu einheitlichen Kopfpr&#228;mien &#8211; wie es sich das Kapital   w&#252;nscht &#8211; &#252;bergegangen wird, ist also noch nicht vom Tisch.<\/p>\n<p>  Zwei-Klassen-Medizin<\/p>\n<p>  Schon in den letzten Jahren wurden Besch&#228;ftigte und Erwerbslose zur   Kasse gebeten: zehn Euro Eintrittsgeld beim Arzt, wachsender Eigenanteil   bei der Medizin. Zahnersatz und Krankengeld m&#252;ssen auf eigene Kosten   versichert werden. Viele Kranke, Alte und Menschen mit geringem   Einkommen k&#246;nnen sich das kaum leisten. Wer arm ist oder besonders hart   arbeiten muss, stirbt fr&#252;her.<\/p>\n<p>  SozialistInnen treten daf&#252;r ein, dass alle medizinisch notwendigen   Leistungen &#252;ber die Krankenversicherung bezahlt werden. Wir bek&#228;mpfen   Verschwendung und Profitsucht der Pharmakonzerne. An diese Ressourcen   wollen wir ran, um ein kostenloses Gesundheitswesen f&#252;r   ArbeitnehmerInnen, Erwerbslose und RentnerInnen zu finanzieren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Neue Gesundheitsreform: Das Kapital wird entlastet, Lohnabh&#228;ngige zahlen<br \/>\n    drauf <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[78],"tags":[180],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11575"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11575"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11575\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11575"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11575"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11575"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}