{"id":11571,"date":"2006-03-28T11:49:57","date_gmt":"2006-03-28T11:49:57","guid":{"rendered":".\/?p=11571"},"modified":"2006-03-28T11:49:57","modified_gmt":"2006-03-28T11:49:57","slug":"11571","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2006\/03\/11571\/","title":{"rendered":"Kasseler Linksb&#252;ndnis erreicht 6,8%"},"content":{"rendered":"<p>SAV-Mitglied zieht in die Stadtverordnetenversammlung <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  Am 26. M&#228;rz waren nicht nur Landtagswahlen in Baden-W&#252;rttemberg,   Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt, sondern auch Kommunalwahlen in   Hessen.<\/p>\n<p>  <i>von Leonie Blume, Kassel<\/i><\/p>\n<p>  Fl&#228;chendeckend kandidierten linke B&#252;ndnisse unter verschiedenen Namen   wie Die Linke.WASG, Die Linke oder WASG. Auch wenn das Zustandekommen   dieser Listen nicht ohne Reibungen ablief, verdeutlicht es in vielen   Orten beispielhaft, wie ein Neuformierungsprozess der Linken von unten   und unter Einbeziehung verschiedener sozialer Bewegungen gelingen kann.<\/p>\n<p>  So auch in Kassel. Hier kandidierte ein B&#252;ndnis aus WASG (einschlie&#223;lich   der SAV), Linkspartei, DIDF, DKP und Einzelpersonen (unter anderem von   ATTAC) unter dem Namen Kasseler Linke f&#252;r Arbeit und soziale   Gerechtigkeit, kurz Kasseler Linke.ASG.<\/p>\n<p>  <b>Umverteilung gefordert<\/b><\/p>\n<p>  Da es das Kommunalwahlrecht in Hessen erm&#246;glicht, mit einer geringen   Anzahl von Unterschriften neue W&#228;hlergruppen zu gr&#252;nden, war man sich   schnell einig, ein neues Personenwahlb&#252;ndnis mit eigenem Programm und   demokratischen Strukturen zu bilden. Die Erstellung eines gemeinsamen   Wahlprogramms war weitgehend unproblematisch, da alle Beteiligten &#8211;   anders als in Berlin &#8211; in den Kernpunkten &#228;hnliche Positionen vertraten:<\/p>\n<p>  -&#160;St&#228;rkung der Kommunalfinanzen durch eine Gemeindefinanzreform   (beziehungsweise ein Entschuldungsprogramm) finanziert aus Steuern auf   hohe Einkommen und Verm&#246;gen sowie einen Verzicht auf Presti-geprojekte   und klassische Wirtschaftsf&#246;rderung<\/p>\n<p>  -&#160;Ablehnung jeder Form von Privatisierung und Sozialabbau<\/p>\n<p>  -&#160;R&#252;cknahme von Hartz IV und Verzicht auf kommunale Ein-Euro-Jobs<\/p>\n<p>  -&#160;Schaffung von Arbeitspl&#228;tzen durch Arbeitszeitverk&#252;rzung, den Ausbau   des &#246;ffentlichen Besch&#228;ftigungssektors und ein &#246;ffentliches   Investitionsprogramm in den Bereichen Jugend, Umwelt, Wohnen, Verkehr,   Kultur und Soziales<\/p>\n<p>  Auch auf Forderungen wie die Rekommunalisierung von bereits   privatisierten Bereichen und eine Schuldenerlass- und   Zinsmoratoriumskampagne konnte man sich einigen. Zudem war allen   Beteiligten klar, dass auf Grundlage dieses Programms keine Koalitionen   mit CDU, SPD, FDP und Gr&#252;nen im Rathaus m&#246;glich sind und Gestaltung in   Parlamenten von links ohnehin nur mit dem n&#246;tigen Druck von der Stra&#223;e   erreicht werden kann.<\/p>\n<p>  Schwieriger als die Programmdiskussion war die Listenaufstellung, da es   hier zun&#228;chst Ausgrenzungsversuche nach links (unter anderem auch gegen   die SAV) gab. Aber schlie&#223;lich einigte man sich auf eine Liste von 28   Personen, die auf den aussichtsreichen Pl&#228;tzen alle oben genannte   B&#252;ndnispartner ber&#252;cksichtigte. Die SAV war mit KandidatInnen auf den   Pl&#228;tzen 3, 11, 20, 21 und 27 vertreten.<\/p>\n<p>  <b>Aktiv gegen Privatisierung<\/b><\/p>\n<p>  Der Wahlkampf selbst konzentrierte sich auf eine Reihe von   Schwerpunktthemen: Neben den &#246;ffentlichen Finanzen und Hartz IV, die in   einer Stadt mit einer offiziellen Arbeitslosenquote von rund 20 Prozent   und einer Gesamtverschuldung von fast einer Milliarde zu den nat&#252;rlichen   Brennpunktthemen geh&#246;ren, wurden Kampagnen zu den Themen Flughafenausbau   Kassel Calden sowie Privatisierung und Stellenabbau an Kasseler Kliniken   gef&#252;hrt. Bei den rund 200.000 Kasseler B&#252;rgerInnen wurde die Liste mit   rund 100.000 Faltbl&#228;ttern und 400 selbst gestalteten Plakaten zu den   Themen Flughafen, Hartz IV, Privatisierung, Gesundheit, Jugend,   Migration und Kinderbetreuung bekannt gemacht. T&#228;glich fanden   Informationsst&#228;nde in der Innenstadt und in den Stadtteilen statt.   Regelm&#228;&#223;ig wurde vor &#246;rtlichen Betrieben und Schulen verteilt.<\/p>\n<p>  <b>Zuwachs &#8211; auch in absoluten Zahlen<\/b><\/p>\n<p>  Letztendlich erreichte die Kasseler Linke. ASG das beste Ergebnis unter   den linken Kandidaturen in den kreisfreien hessischen St&#228;dten: 6,8   Prozent (CDU: 29,1; SPD: 39,8; Gr&#252;ne: 15,4; FDP: 5,5; AUF: 1,7; FWG:   1,8). Im Vergleich mit dem Ergebnis der PDS\/Kasseler Linke aus dem Jahr   2001 verdoppelte sich das Stimmergebnis sowohl prozentual als auch   (ann&#228;hernd) in absoluten Zahlen. Bei einer historisch niedrigen   Wahlbeteiligung von 37 Prozent war die Kasseler Linke.ASG damit die   einzige Liste, die &#252;berhaupt einen absoluten Stimmengewinn verzeichnen   konnte. Neben einem Linkspartei-Mitglied und zwei unabh&#228;ngigen   KandidatInnen wurden zwei WASGler in die Stadtverordnetenversammlung   gew&#228;hlt, darunter Nico Weinmann von der SAV.<\/p>\n<p>  <b>St&#228;rkung des Neuformierungsprozesses<\/b><\/p>\n<p>  Der Wahlkampf wurde von allen Beteiligten als Erfolg bilanziert und was   viel wichtiger ist, anf&#228;ngliches Misstrauen konnte durch die gemeinsamen   Aktivit&#228;ten und Erfahrungen abgebaut werden. F&#252;r Juni ist eine   Basiskonferenz vereinbart, bei der die inhaltliche Diskussion um den   Neuformierungsprozess weiter gef&#252;hrt werden soll. Der gemeinsame Erfolg   bei den Kommunalwahlen in Kassel stimmt optimistisch, dass hier von   unten m&#246;glich wird, was in Berlin aufgrund der derzeitigen Politik der   Linkspartei verhindert wird.<\/p>\n<p>  Hier entsteht eine neue Linke, die ihren Namen verdient, weil sie mehr   ist als ein kleineres &#220;bel, Privatisierung und Sozialabbau konsequent   bek&#228;mpft und die &#8222;Sachzw&#228;nge&#8220; des Kapitalismus nicht widerspruchslos   akzeptiert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>SAV-Mitglied zieht in die Stadtverordnetenversammlung <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[30],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11571"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11571"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11571\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11571"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11571"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11571"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}