{"id":11560,"date":"2006-03-09T10:39:58","date_gmt":"2006-03-09T10:39:58","guid":{"rendered":".\/?p=11560"},"modified":"2006-03-09T10:39:58","modified_gmt":"2006-03-09T10:39:58","slug":"11560","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2006\/03\/11560\/","title":{"rendered":"Knappe Mehrheit best&#228;tigt: WASG Berlin tritt eigenst&#228;ndig an &#160;"},"content":{"rendered":"<p>Mit 272 &#8222;Ja&#8220;- und 245 &#8222;Nein&#8220;-Stimmen best&#228;tigte die Berliner WASG bei zehn Enthaltungen den Beschluss des Landesparteitags, zu den Abgeordnetenhauswahlen am 17. September eigenst&#228;ndig anzutreten. Die Delegierten des Landesparteitags hatte mit &#252;ber zwei Dritteln eine Kandidatur auf den Weg gebracht, die sich, so Lucy Redler f&#252;r den gesch&#228;ftsf&#252;hrenden Landesvorstand gegen&#252;ber der Presse, gegen alle Parteien richte, die f&#252;r Sozialabbau, Privatisierungen und Tarifflucht st&#252;nden. Das betreffe den rot-roten Senat genauso wie CDU, FDP und Gr&#252;ne.<br \/>&#160;<!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <i>von Stephan Kimmerle<\/i><\/p>\n<p>  &#8222;Knapp, aber doch ein Ergebnis&#8220;, kommentierte Stefan M&#252;ller, ebenfalls   Mitglied im gesch&#228;ftsf&#252;hrenden Berliner Vorstand. Rouzbeh Taheri   erg&#228;nzte seine Landesvorstandskollegen, die Bef&#252;rworter eines   gemeinsamen Antritts mit der L.PDS h&#228;tten &#8211; trotz Brief von Oskar   Lafontaine, einer Pressekonferenz mit ihm und &#8222;diverser anderer   Veranstaltungen&#8220; &#8211; die Berliner Mitglieder nicht &#252;berzeugt. &#8222;Ab heute,   13 Uhr, hat der Abgeordnetenhaus-Wahlkampf begonnen&#8220;, so der   Schatzmeister.<\/p>\n<p>  Gegen den Vorwurf der Spaltung und des Sektierertums wehrte sich   nochmals Siemen Dallmann, vierter Vertreter des gesch&#228;ftsf&#252;hrenden   Organs der WASG. Selbst neu im politischen Gesch&#228;ft wie viele andere der   Berliner WASG k&#246;nne er Lafontaines Unterstellung einer Fremdsteuerung   nicht nachvollziehen. &#8222;Wir haben einen Nachteil&#8220;, meinte Dallmann in   Bezug auf Lafontaine, &#8222;wir wohnen in Berlin und sind betroffen von   dieser Politik.&#8220;<\/p>\n<p>  Einen Zusammenhang zwischen dem Berliner Votum und der bundesweiten   Urabstimmung sah Lucy Redler nicht. Der &#8222;Kampf der Interpretationen&#8220;   laufe zwar bez&#252;glich der bundesweiten Abstimmung. Doch die Neuformierung   der Linken werden fortgesetzt und der Streit um die Inhalte stehe im   Mittelpunkt der Debatte. Eine Grundlage f&#252;r Sanktionen des Bundes- gegen   den Landesverband sahen die Landesvorst&#228;ndler nicht. &#8222;Wir gehen nicht   von Sanktionen aus&#8220;, so Stefan M&#252;ller. Daf&#252;r gebe es auch bundesweit   keine Mehrheiten. &#8222;Wir haben ein Problem mit der Berliner Linkspartei&#8220;,   brachte er die Pressekonferenz wieder auf eine politischere Schiene und   sprach sich nochmals gegen Privatisierungen, Stellenabbau und die Flucht   aus dem Kommunalen Arbeitgeberverband (KAV) aus.<\/p>\n<p>  <b>Ung&#252;ltige Stimmen<\/b><\/p>\n<p>  Das Abstimmungsergebnis mit 64 ung&#252;ltigen Stimmen erkl&#228;rt sich durch ein   kompliziertes Wahlverfahren, auf das sich die Vertreter aller   Bezirksverb&#228;nde der WASG Berlin im Landesdelegiertenrat geeinigt hatten.   In den Brief zur Urabstimmung musste der Abstimmungszettel &#8211; aber   verh&#252;llt durch einen zweiten Umschlag. 63 der 64 ung&#252;ltigen hatten dies   unterlassen, ihre Stimmabgabe war, so die Wahlkommission, nicht mehr in   ihrer Anonymit&#228;t zu garantieren &#8211; und daher ung&#252;ltig. Eine bewusste   Stimmenthaltung oder ein gezielter Boykott lag hier nicht vor.<\/p>\n<p>  Doch auch so ist die &#8222;Ausf&#252;hrungsbestimmung f&#252;r Urabstimmungen&#8220; der WASG   Berlin eindeutig. Sie h&#228;lt fest: &#8222;Steht nur eine Abstimmungsfrage zur   Entscheidung&#8220;, und das war in diesem Fall so, &#8222;so ist sie positiv   entschieden, wenn die Mehrheit der abgegebenen g&#252;ltigen Stimmen auf Ja   lautet.&#8220; Damit wurde ein hohes Quorum &#8211; eine absolute Mehrheit &#8211; zum   Erfolg einer Urabstimmung errichtet. Diese H&#252;rde nahm der jetzige Antrag   und ist damit angenommen.<\/p>\n<p>  <b>Pressekonferenz von Ernst und Ramelow<\/b><\/p>\n<p>  Unmittelbar nach der Pressekonferenz des gesch&#228;ftsf&#252;hrenden   Landesvorstands der WASG luden Klaus Ernst, gesch&#228;ftsf&#252;hrender   WASG-Bundesvorstand, und Bodo Ramelow, Fusionsbeauftragter der   Linkspartei.PDS, die Medien vor den Reichstag, um ihre Sicht der Dinge   kund zu tun. Ernst wiederholte noch einmal die Abstimmungsergebnisse und   fuhr fort: &quot;Damit ist aus meiner Sicht der alleinige Antritt in Berlin   gescheitert. Das freut mich sehr.&quot; Grundlage seiner Einsch&#228;tzung: Nur 41   Prozent der abgegebenen Stimmen seinen f&#252;r einen eigenst&#228;ndigen   Wahlantritt gewesen, nur knapp 31 der Abstimmungberechtigten h&#228;tten f&#252;r   den Antrag des Berliner Landesvorstands gestimmt und jeder Antrag   brauche ja eine Mehrheit.<\/p>\n<p>  Die etwas konsterniert blickende Presse erfuhr trotz Nachfrage nicht,   bei welcher Abstimmung die ung&#252;ltigen Stimmen denn mitz&#228;hlen w&#252;rden. Das   Ergebnis von 46 Prozent &#8211; nach Ernsts Rechnung w&#228;ren auch das deutlich   weniger &#8211; f&#252;r ein &quot;Nein&quot; f&#252;r das Lafontaine und die   Bundesvorstandsmehrheit geworben hatten, bewertete Ernst dagegen als   gute Ergebnis, da in Berlin die unterschiedlichsten kleinen Gr&#252;ppchen   die WASG zu bestimmen versuchten.<\/p>\n<p>  <b>&quot;Der Spuk ist zu Ende&quot;, so Ernst.<\/b><\/p>\n<p>  Wenn die Berliner Mehrheit das nicht teile, m&#252;sse sie &#252;berlegen,   gegebenenfalls einen eigenen Laden aufzumachen. F&#252;r administrative   Ma&#223;nahmen wollte sich Ernst derzeit nicht aussprechen. Man werde sich   mit den Berlinern nochmals zusammensetzen und den Berlinern die Rechnung   erkl&#228;ren.<\/p>\n<p>  Ramelow freute sich erkl&#228;rterma&#223;en ebenso. Die Abstimmung habe &quot;f&#252;r   Klarheit gesorgt&quot; &#8211; was er auf die Interpretation von Klaus Ernst bezog.   &quot;Es wird keine konkurrierenden Antritte geben&quot;, so Ramelow. Denn das   widerspreche dem Kooperationsabkommen III und&#160; &quot;g&#252;ltige Vertr&#228;ge werden   eingehalten&quot;. Er werbe jetzt f&#252;r eine hohe Beteiligung der   WASG-Mitglieder bei der bundesweiten Urabstimmung. Dort gehe es nicht um   die Fusion zweier Parteien, das w&#228;re falsch, sondern um einen   Parteineubildungsprozess. &quot;Separatismus hilft nicht&quot;, der Prozess d&#252;rfe   nicht daran scheitern, &quot;ob in Berlin jemand den anderen leiden kann&quot;.<\/p>\n<p>  Am Beginn der Pressekonferenz lieferte Bodo Ramelow netterweise f&#252;r die   Journalisten zur Einstellung der Kameras und Mikrophone ein kleines   Aufw&#228;rm-Statement. Guten Tag und, ja, wir warten noch bis alle soweit   sind, sie k&#228;men gerade von der Steuerungskomission zur Zusammenarbeit   &quot;zwischen Linkspartei und PDS&quot;. Die Pressekonferenz wurde nach kurzer   Zeit wieder beendet. Ernst und Ramelow mussten wieder dorthin zur&#252;ck.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit 272 &#8222;Ja&#8220;- und 245 &#8222;Nein&#8220;-Stimmen best&#228;tigte die Berliner WASG bei zehn<br \/>\n    Enthaltungen den Beschluss des Landesparteitags, zu den<br \/>\n    Abgeordnetenhauswahlen am 17. September eigenst&#228;ndig anzutreten. Die<br \/>\n    Delegierten des Landesparteitags hatte mit &#252;ber zwei Dritteln eine<br \/>\n    Kandidatur auf den Weg gebracht, die sich, so Lucy Redler f&#252;r den<br \/>\n    gesch&#228;ftsf&#252;hrenden Landesvorstand gegen&#252;ber der Presse, gegen alle<br \/>\n    Parteien richte, die f&#252;r Sozialabbau, Privatisierungen und Tarifflucht<br \/>\n    st&#252;nden. 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