{"id":11558,"date":"2006-03-04T19:35:17","date_gmt":"2006-03-04T19:35:17","guid":{"rendered":".\/?p=11558"},"modified":"2006-03-04T19:35:17","modified_gmt":"2006-03-04T19:35:17","slug":"11558","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2006\/03\/11558\/","title":{"rendered":"M&uuml;ntefering stoppen &#8211; gemeinsam gegen die Angriffe der Gro&szlig;en Koalition auf arbeitslose Jugendliche"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-weight: bold; font-style: italic;\">Bundestagsabgeordneter: 7.009 Euro brutto im Monat &#8211; Arbeitslos, unter 25 Jahre: 276 Euro im Monat<\/span><\/p>\n<p>Unter Federf&uuml;rung des Arbeitsminister Franz M&uuml;nterfering (SPD) hat die Gro&szlig;e Koalition beschlossen, zum 1. Juli das ALG II (Arbeitslosengeld II) f&uuml;r Langzeitarbeitslose im Alter von 18 bis 25 Jahren, die bei ihren Eltern wohnen, um 20 Prozent zu k&uuml;rzen.<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p> <span style=\"font-style: italic;\">von Tanja Niemeier<\/span> <\/p>\n<p>In Zahlen: Die mageren 345 Euro im Monat sollen auf 276 Euro abgesenkt werden. Damit wird das Massenverarmungsprogramm fortgesetzt und die Ausgrenzung von sportlichen, kulturellen und sozialen Angeboten festgeschrieben. Au&szlig;erdem soll es betroffenen Jugendlichen erheblich erschwert, wenn nicht gar unm&ouml;glich gemacht werden, von zu Hause auszuziehen.<\/p>\n<p>Geht es nach den Vorstellungen der Gro&szlig;en Koalition, soll in Zukunft erst eine Genehmigung der ALG-II-Beh&ouml;rde eingeholt werden.Genehmigungen sollen aber nur noch bei sogenannten \u201eschwerwiegenden sozialen Gr&uuml;nden\u201c erteilt werden. Mit dieser Regelung wird das Recht von Jugendlichen auf ein eigenst&auml;ndiges und selbstbestimmtes Leben weiter beschnitten.&nbsp; <\/p>\n<p> <span style=\"font-weight: bold;\">Erst die Jugend, dann wir alle<\/span><\/p>\n<p> Um Verschlechterungen gegen die Interessen von ArbeitnehmerInnen, Angestellten, Arbeitslosen, RentnerInnen und Jugendlichen einfacher durchsetzen zu k&ouml;nnen, w&auml;hlen Regierungen und Unternehmer oftmals dieselbe Taktik. Um den Widerstand so klein wie m&ouml;glich zu halten, werden Verschlechterungen nach M&ouml;glichkeit zun&auml;chst nur bei einem Teil der Bev&ouml;lkerung durchgesetzt. <\/p>\n<p>Sind die K&uuml;rzungen und Verschlechterungen bei Jugendlichen Hartz IV Emf&auml;ngerInnen&nbsp; Realit&auml;t geworden, ist es viel leichter sie gegen alle anderen durchzusetzen. <\/p>\n<p>Hinter den Pl&auml;nen steckt aber noch mehr als die K&uuml;rzung von ALG II. Die Erpressbarkeit, auch schlecht bezahlte Jobs anzunehmen um &uuml;ber die Runden zu kommen, wird erh&ouml;ht. <\/p>\n<p>Die Deutsche Industrie und Handeslkammer (DIHK) findet au&szlig;erdem sehr deutliche Worte f&uuml;r ihre Absichten, den Niedriglohnsektor noch weiter auszuweiten. Laut Tacheles e.V, Interessensvertretung f&uuml;r Einkommensschwache, spricht sich die DIHK f&uuml;r sch&auml;rfere Zumutsbarkeitskriterien und Sanktionen gegen alle Langzeitarbeitslosen aus, die sich weigern, Niedriglohnjobs anzunehmen. Dabei&nbsp; m&uuml;sse es zumutbar sein, Jobs zu Stundenl&ouml;hnen von drei Euro anzunehmen. <\/p>\n<p>Mittlerweile starb sogar ein Ein-Euro-Jobber in Baden-W&uuml;rttemberg: Er wurde eingesetzt, um mit M&uuml;llbeseitigung und Schnee-Schippen der streikenden KollegInnen in den R&uuml;cken zu fallen \u2013 Streikbrecher mit Arbeitszwang vom Job-Center!<\/p>\n<p> <span style=\"font-weight: bold;\">Holt das Geld bei den Million&auml;ren<\/span><\/p>\n<p> 600 Millionen Euro betr&auml;gt das geplante Einsparvolumen. Das sind Peanuts im Vergleich zu dem was an Reichtum in Deutschland vorhanden ist. Im Jahr 2004 hat sich allein der vierk&ouml;pfige Vorstand der Deutschen Bank beispielsweise 25 Millionen Euro an Geh&auml;ltern ausgezahlt. Die Gewinne von Unternehmen und Kapitalbesitzern sind 2005 um 6,1 Prozent auf 556 Milliarden Euro gestiegen. Es ist eine politische Entscheidung in wessen Interesse Politik gemacht wird. <\/p>\n<p>Die Memorandum Gruppe errecnet folgendes: W&uuml;rde eine Verm&ouml;genssteuer von einem Prozentpunkt unter Ber&uuml;cksichtigung eines Freibetrages von 500.000 Euro wieder eingef&uuml;hrt, h&auml;tten die Bundesl&auml;nder 14 Milliarden Euro mehr in der Kasse. W&auml;ren Gewinn- und Verm&ouml;genssteuer auf dem Niveau der 70er Jahre, h&auml;tte der Staat 70 Milliarden Euro mehr in der Kasse.Wie auch ihre rot-gr&uuml;ne Vorg&auml;ngerregierung, setzt die CDU-SPD-Koalition die Umverteilungspolitik von unten nach oben fort. Die Schere zwischen arm und reich wird immer gr&ouml;&szlig;er. <\/p>\n<p> <span style=\"font-weight: bold;\">Arbeits-und Ausbildungspl&auml;tze f&uuml;r alle statt staatlich verordnetes Verarmungsprogramm<\/span><\/p>\n<p> Allein in Berlin allein leben heute schon 23,6 Prozent der Jugendlichen in schlechten materiellen Bedingungen. Die Zahl der Arbeitslosen im Bundesgebiet hat die f&uuml;nf Millionen Marke erneut durchbrochen. Laut DGB Jugend betr&auml;gt die rechnerische L&uuml;cke zwischen Bewerbungen und betrieblichen Ausbildungspl&auml;tzen f&uuml;r den Januar 165.646. Das sind 11.500 mehr als im Vorjahr. Gleichzeitig soll die Arbeitszeit im &ouml;ffentlichen Dienst von 38,5 auf 40 Stunden erh&ouml;ht werden. Dadurch stehen weitere Zehntausende Arbeitspl&auml;tze auf dem Spiel. <\/p>\n<p>Der Vorsto&szlig; Franz M&uuml;nteferings, das Rentenalter auf 67 zu erh&ouml;hen setzt dem Wahnsinn die Krone auf: Menschen in Arbeit sollen arbeiten bis zum Umfallen, w&auml;hrend Jugendlichen der Einstieg ins Beruf, Ausbildung, Uni immer schwieriger gemacht wird. <\/p>\n<p>Die Pl&auml;ne der Gro&szlig;en Koalition setzen darauf, arbeitslosen Jugendlichen ein selbstbestimmtes und von den Eltern unabh&auml;ngigen Leben unm&ouml;glich zu machen.<\/p>\n<p>Dabei ist es nicht so, dass es keine Arbeit zu tun g&auml;be. Allein im Bereich Umwelt, sowie im Gesundeits-und Bildungwesen gibt es einen gro&szlig;en Bedarf nach Neueinstellungen. Dass es keinen Mangel an Arbeit gibt, machen auf eine perverse Art und Weise auch die Ein-Euro-Jobs deutlich. In Berlin arbeiten 32.000 Ein-Euro-Jobber. Die Berliner Zeitung vom 16. Februar 06 schreibt, dass bereits jeder vierte Besch&auml;ftigte in Bezirksverwaltungen und kommunalen Einrichtungen ein Ein-Euro-Jobber ist. Uwe Janusweski vom Hauptpersonalrat geht davon aus, dass 99 Prozent davon rechtswidrig eingesetzt werden. In Berlin wird diese Politik von der Linkspartei.PDS mitbetrieben. <\/p>\n<p>Statt weiterer Verarmung und Ausweitung des Niedriglonsektors ist ein &ouml;ffentliches Investitionsprogramm zur Schaffung von tariflich abgesicherten und qualifizierten Ausbildungs- und Arbeitspl&auml;tzen n&ouml;tig. Einhergehend unterst&uuml;tzt die WASG die Reduzierung der Arbeitszeit von 38,5 auf 35 Stunden als ersten Schritt zur 30-Stunden-Woche. Nur so k&ouml;nnen Arbeitspl&auml;tze geschaffen und Massenarbeitlosigkeit und Hartz IV bek&auml;mpft werden. Dabei geht es um Arbeit von der man leben kann: Wir fordern einen Mindestlohn von 2.000 Euro beziehungsweise 12 Euro in der Stunde.<\/p>\n<p> <\/p>\n<ul>\n<li>Nein zu Massenverarmung und Arbeitslosigkeit<\/li>\n<li>Sofortige R&uuml;cknahme der Verschlechterungen bei jugendlichen ALG-II-Empf&auml;ngerInnen.<\/li>\n<li>Weg mit Hartz IV und Ein-Euro-Jobs, Nein zu Zwangsma&szlig;nahmen und Zwangsarbeit<\/li>\n<li>Ausbildungspl&auml;tze f&uuml;r alle: Schaffung von Ausbildungspl&auml;tzen in H&ouml;he von zehn Prozent der Besch&auml;ftigten; Zwangsabgabe f&uuml;r alle Betriebe, die das unterschreiten; Verwendung der Zwangsabgabe zur Schaffung von Ausbildungspl&auml;tzen im &ouml;ffentlichen Dienst<\/li>\n<li>850 Euro Mindestverg&uuml;tung f&uuml;r Azubis.<\/li>\n<li>Volle und unbefristete &Uuml;bernahme im erlernten Beruf.<\/li>\n<li>2.000 Euro beziehungsweise 12 Euro pro Stunde Mindestlohn<\/li>\n<li>F&uuml;r ein staatliches Investitionsprogramm von 40 Milliarden Euro zur Schaffung von einer Million tariflich abgesicherte und qualifizierte Arbeitspl&auml;tze<\/li>\n<li>Arbeitszeitverk&uuml;rzung statt Arbeitszeitverl&auml;ngerung: F&uuml;r eine Reduzierung der Wochenarbeitszeit auf 30 Stunden in der Woche bei vollem Lohn- und Personalausgleich<\/li>\n<li>Wiedereinf&uuml;hrung der Verm&ouml;genssteuer, R&uuml;cknahme der Steuergeschenke der letzten Jahre. Ran an die Profite der Banken und Konzerne<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp; <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><span style=\"font-weight: bold; font-style: italic;\">Bundestagsabgeordneter:<br \/>\n7.009 Euro brutto im Monat &#8211; Arbeitslos, unter 25 Jahre: 276 Euro im<br \/>\nMonat<\/span><\/p>\n<p>Unter Federf&uuml;rung des Arbeitsminister Franz M&uuml;nterfering<br \/>\n(SPD) hat die Gro&szlig;e Koalition beschlossen, zum 1. 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