{"id":11553,"date":"2006-03-01T18:00:00","date_gmt":"2006-03-01T18:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=11553"},"modified":"2006-03-01T18:00:00","modified_gmt":"2006-03-01T18:00:00","slug":"11553","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2006\/03\/11553\/","title":{"rendered":"Gemeinsamer Antritt f&#252;r Wohnungsprivatisierungen, Stellenabbau und \r\n      steigende Mieten? &#160;"},"content":{"rendered":"<p>Gegen Privatisierungen, Arbeitsplatzvernichtung und Sozialabbau &#8211; so   solle sich die Berliner Linke positionieren, meint Lafontaine &#8211; und   meinen die Delegierten des Berliner WASG-Landesparteitags. Warum dabei   unterschiedliche Ergebnisse herauskommen, Lafontaine gegen und die   Berliner WASGler f&#252;r einen eigenst&#228;ndigen Wahlantritt der WASG sind?   Lafontaine ignoriert die real existierende Politik der L.PDS.   Aktuellstes Beispiel: Die Senatsklausur zur Wohnungsprivatisierung.&#160;<!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <i>von Stephan Kimmerle, Berliner WASG- und SAV-Mitglied<\/i><\/p>\n<p>  &#8222;<i>Die Berliner Linke muss den Blick nach vorne richten und bei   den Wahlen zum Abgeordnetenhaus mit einem Programm antreten, das   weiterer Privatisierung, zus&#228;tzlichem Personalabbau und dem K&#252;rzen von   Mitteln, die sozial Schw&#228;cheren zugute kommen, eine klare Absage erteilt.<\/i>&#8220;   Das schreibt Oskar Lafontaine, Fraktionschef der Linken im Bundestag, an   die Berliner WASG-Mitglieder am 26. Februar. Damit m&#246;chte er f&#252;r einen   gemeinsamen Wahlantritt von WASG und L.PDS in Berlin werben und nochmals   zum Beginn der Urabstimmung der Berliner WASG Partei ergreifen.<\/p>\n<p>  In zwei S&#228;tzen macht die Berliner Zeitung (28. Februar) dieser Logik   einen Strich durch die Rechnung: &#8222;<i>Die Mieter in den rund 275   000 landeseigenen Wohnungen m&#252;ssen sich auf weiter steigende Mieten und   auf Verk&#228;ufe von Wohnungen einstellen, die Besch&#228;ftigten der   Gesellschaften erwartet ein weiterer Stellenabba<\/i>u. <i>Durch diese   Ma&#223;nahmen wollen die landeseigenen Unternehmen ihre Einnahmen erh&#246;hen   und ihre Ausgaben senken, wie aus einem vertraulichen Bericht zur   Zukunft der landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften hervorgeht, der bei   der gestrigen Senatsklausur beraten wurde und der Berliner Zeitung   vorliegt.<\/i>&#8220; Das Ergebnis der Berliner Regierungsbeteiligung auch an   diesem Punkt:<\/p>\n<p>  <b>&#8211; Privatisierungen:<\/b> <i>&#8222;Allein die WBM muss sich, wie berichtet,   von bis zu 15 700 Wohnungen trennen, um ihre Pleite abzuwenden. Die   Stadt und Land plant dar&#252;ber hinaus den Verkauf von rund 1 900 Wohnungen   in der Neuk&#246;llner High-Deck-Siedlung sowie von rund 900 Wohnungen in   Hellersdorf. Die Gesobau m&#246;chte sich von rund 2 400 Wohnungen im   M&#228;rkischen Viertel trennen.&#8220; <\/i><span>(Berliner Zeitung, 28.   Februar)<\/span><\/p>\n<p class=\"western\">  <b>&#8211; Stellenabbau: <\/b>&#8222;<i>Die Zahl ihrer Mitarbeiter wollen die   sechs Konzerne von 3 342 im Jahr 2005 auf 2 804 im Jahr 2010 reduzieren.   Besonders viele Stellen sollen dabei von der finanziell angeschlagenen   Wohnungsbaugesellschaft Mitte (WBM) gestrichen werden. Von 584 Stellen   sollen lediglich 258 &#252;brig bleiben.<\/i>&#8220; <span>(Berliner   Zeitung, 28. Februar)<\/span><\/p>\n<p class=\"western\">  <b>&#8211; Sozialabbau:<\/b> &#8222;<i>So will die Wohnungsbaugesellschaft   Degewo ihre Kaltmiete von durchschnittlich 4,57 Euro pro Quadratmeter   Wohnfl&#228;che im Jahr 2005 auf 5,01 Euro im Jahr 2010 anheben. Die   Wohnungsbaugesellschaft Hohensch&#246;nhausen plant im gleichen Zeitraum   Erh&#246;hungen von 4,79 Euro auf 4,96 Euro, bei der Gewobag sollen die   Kaltmieten von 4,40 auf 4,86 Euro anziehen. Die Stadt und Land will die   Mieten von 4,42 Euro auf 4,78 Euro steigern, die Wohnungsbaugesellschaft   Mitte von 4,50 auf 4,77 Euro raufsetzen. Am niedrigsten sollen die   Durchschnittsmieten bei der Gesobau bleiben, die das Preisniveau von   3,99 auf 4,34 Euro steigern will.<\/i>&#8220; <span>(Berliner Zeitung,   28. Februar)<\/span><\/p>\n<p>  Dies &#8211; wie bemerkt &#8211; bezieht sich nur auf die Wohnungs-Politik des   Senats. Und zwar im von Lafontaine geforderten Blick nach vorn: Die   unter &#8222;Rot-Rot&#8220; privatisierten &#252;ber 100.000 Wohnungen werden nicht   aufgef&#252;hrt. Der Stellenabbau bei der Charite (unmittelbar 2.000   Stellen), bei Vivantes (3.000 Stellen), weitere Tausende Stellen bei der   BVG &#8211; all das sind Vereinbarungen die bei der Fortsetzung der bisherigen   Senatspolitik greifen. (Leider wurde in diesen Gr&#246;&#223;enordnungen auch in   den letzten vier Jahren gek&#252;rzt. Aber diese Zahlen beziehen sich auf die   Zukunft.)<\/p>\n<p>  Da mutet es schon merkw&#252;rdig an, wenn Lafontaine den Berlinern ins   Stammbuch schreiben m&#246;chte: &#8222;<i>Ein getrennter Antritt von   WASG und Linkspartei macht die Privatisierung der BVG, der BSR und der   gro&#223;en Krankenh&#228;user Berlins, die die Linkspartei bisher verhindert hat,   wahrscheinlicher.<\/i>&#8220;<\/p>\n<p>  Unter dem SPD-PDS-Senat wurden die BVG-Bus- und Stra&#223;enbahnfahrerInnen   mit der Drohung der Privatisierung erpresst und zu einem Lohnverzicht   von acht bis zw&#246;lf Prozent gezwungen, f&#252;r Neueingestellte noch weit   schlechter. Ein Tochterunternehmen der BVG, die Berlin Transport (BT),   legt aktuell nach. Warum braucht ein st&#228;dtischen Unternehmen noch eine   100%-Tochter, bei der die tariflichen und betrieblichen Regelungen &#8211;   selbst die abgesenkten &#8211; nicht gelten sollen?<\/p>\n<p>  Eine &#228;hnliche Absenkung der L&#246;hne und Geh&#228;lter wurde bei Vivantes   vollzogen und soll sich &#8211; nach dem Willen des Senats &#8211; bei der Charite   wiederholen. Aktuell wurde das &#8222;Facility Mangement&#8220; &#8211; weitgehend der   Arbeiterbereich &#8211; der Charite privatisiert. Bei Vivantes wird vom Senat &#8222;<i>die   Braut geschm&#252;ckt<\/i>&#8220;, so SPD-Finanzsenator Sarrazin. Mit   Umstrukturierungen zur GmbH (vor dem SPD-PDS-Senat, aber von ihm nicht   aufgehoben) und aktuell zum Beispiel der Bildung eines Zentral-Labor   wird eine Privatisierung nicht verhindert sondern vorbereitet.<\/p>\n<p>  Bleibt, dass es unter einem anderen Senat, beispielsweise einer   CDU-SPD-Koalition noch schlimmer, noch schneller mit Privatisierungen,   noch h&#228;rter im Sozialabbau h&#228;tte kommen k&#246;nnen. Das   &#8222;Kleinere-&#220;bel-Argument&#8220;.<\/p>\n<p>  Doch das z&#228;hlt nur, wenn man prinzipiell davon ausgeht, dass die L.PDS   f&#252;r den Widerstand gegen Ausverkauf und Kahlschlag verloren ist. Sonst   k&#246;nnte mit einer L.PDS in der Opposition und nun einer Neuformierung der   Linken mit linken Inhalten eine linke Kraft entstehen, die in der Lage   ist, zusammen mit betrieblichen und gewerkschaftliche AktivistInnen   sowie sozialen Bewegungen zu mobilisieren und zu k&#228;mpfen: Dann m&#252;ssen   SPD, CDU, FDP und Co erst einmal sehen, wie sie an unserem Widerstand   vorbei kommen. Eine glaubw&#252;rdige Linke statt einem ausf&#252;hrenden   Regierungsorgan wechselnder neoliberaler Bundesregierungen &#8211; das w&#252;rde   Einfluss nehmen auf die Kr&#228;fteverh&#228;ltnisse &#8211; in Berlin und dar&#252;ber   hinaus.<\/p>\n<p>  <span>In diesem Sinne f&#252;hrt die von Lafontaine eingeforderte linke   Positionierung bei der <\/span>Berliner WASG-Mehrheit &#8211; so der am   Wochenende beschlossene Leitantrag &#8211; dazu, <i><span>&#8222;unsere   gemeinsamen Positionen gegen Sozialab&#173;bau, Privatisierung und   Tarifflucht auch bei den Berliner Abgeordnetenhauswahlen [zu] vertreten&#8220;<\/span><\/i>.   Ein eigenst&#228;ndiger Antritt ist konsequent.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gegen Privatisierungen, Arbeitsplatzvernichtung und Sozialabbau &#8211; so<br \/>\n      solle sich die Berliner Linke positionieren, meint Lafontaine &#8211; und<br \/>\n      meinen die Delegierten des Berliner WASG-Landesparteitags. 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