{"id":11551,"date":"2006-02-28T13:00:06","date_gmt":"2006-02-28T13:00:06","guid":{"rendered":".\/?p=11551"},"modified":"2006-02-28T13:00:06","modified_gmt":"2006-02-28T13:00:06","slug":"11551","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2006\/02\/11551\/","title":{"rendered":"Unterst&#252;tzung von AEG N&#252;rnberg f&#252;r streikende CNH&quot;ler"},"content":{"rendered":"<p>Am Dienstag fand um 12 Uhr eine Kundgebung vor dem Gel&#228;nde des bestreikten CNH-Werkes in Berlin-Spandau (ehemals Orenstein &amp; Koppel) statt. <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  Die 500 streikenden Kollegen wurden dabei von Solidarit&#228;tsdelegationen   verschiedener Berliner Betriebe, wie zum Beispiel OTIS, JVC, BSH,   Siemens, Daimler und anderen, von Berliner B&#252;rgern und nicht zuletzt von   50 KollegInnen aus dem ebenfalls bestreikten AEG-Stammwerk in N&#252;rnberg   unterst&#252;tzt. Auch drei KollegInnen aus dem Heilbronner CNH-Betrieb waren   eigens angereist. &#8222;Direkt von Arbeitslosigkeit sind wir nicht betroffen,   aber es ist uns wichtig, unsere Solidarit&#228;t mit den Berliner   Besch&#228;ftigten zu zeigen. Bei uns ist in den letzten zehn Jahren, seit   der &#220;bernahme durch FIAT, die Besch&#228;ftigtenzahl von 298 auf 142   gesunken&#8220;, so Johannes M&#252;llersch&#246;n, Betriebsratsvorsitzener CNH   Heilbronn.<\/p>\n<p>  Trotz Minusgraden und leichten Schneefalls war die Stimmung k&#228;mpferisch.   Schon vor der ersten Rede, die die stellvertretende DGB-Vorsitzende   Ursula Engelen-Kefer hielt, gab es Sprechch&#246;re wie &#8222;wir bleiben hier &#8211;   daf&#252;r k&#228;mpfen wir!&#8220;.<\/p>\n<p>  Engelen-Kefer &#252;bermittelte die Solidarit&#228;t aller DGB-Gewerkschaften und   betonte, die Schmerzgrenze sei &#252;berschritten, wenn 2005 Lohnverzicht in   H&#246;he von 6 Milliarden Euro hingenommen werden sei, w&#228;hrend die   Unternehmens- und Verm&#246;genseinnahmen um 36 Milliarden Euro angestiegen   seien. Leider beschr&#228;nkte sie sich etwas abstrakt darauf, einen &#8222;fairen&#8220;   Anteil an den erwirtschafteten Gewinnen zu fordern, und forderte das   Management von CNH auf, die Notwendigkeit einer Schlie&#223;ung vorzurechnen   &#8211; anderenfalls solle die Berliner Politik finanzielle Sanktionen   verh&#228;ngen und solche Subventionen, die in den vergangenen Jahren an CNH   geflossen seien, zur&#252;ckfordern.<\/p>\n<p>  Als n&#228;chster berichtete Andreas Wiedemann vom Streik der AEG-Kollegen in   N&#252;rnberg, die unter anderem deshalb 40 Tage bei teilweise starken   Minustemperaturen durchgehalten h&#228;tten, weil sie gro&#223;e Solidarit&#228;t von   anderen Belegschaften aus dem gesamten Bundesgebiet erfahren h&#228;tten. Er   stellte dann die soeben bekannt gewordene Einigung zwischen Gewerkschaft   und der Electrolux-F&#252;hrung dar, deren wichtigstes Merkmal die H&#246;he von   1,8 Monatsgeh&#228;ltern sei, die nun jedem Angestellten pro   Besch&#228;ftigungsjahr zustehe. Zwar habe man keine Fortf&#252;hrung der   Besch&#228;ftigung erreichen k&#246;nnen, aber der Sozialplan sei im Vergleich zum   urspr&#252;nglichen Angebot deutlich besser. An diesem Punkt stellt sich   jedoch die Frage, warum die IG Metall in den Verhandlungen von den   ursrp&#252;nglich geforderten drei Monatsgeh&#228;ltern pro Jahr abger&#252;ckt ist.   Wenn es hei&#223;t, die Forderung nach h&#246;heren Abfindungen, als sie das   Gesetz vorschreibt, sei eine taktische Ma&#223;nahme gewesen, um &#252;berhaupt   legal streiken zu d&#252;rfen, dann wird deutlich: Hier h&#228;tte eine   weitergehende Forderung, n&#228;mlich nach der Vergesellschaftung von solchen   Betrieben, die ihre Produktion stillegen wollen, den n&#246;tigen Druck   erzeugen k&#246;nnen, um h&#246;here und weitergehende Zugest&#228;ndnisse zu erreichen   &#8211; oder eine Alternative zu bieten. Dennoch wurde Andreas Wiedemann mit   &#8222;Wir bleiben hier &#8211; daf&#252;r k&#228;mpfen wir!&#8220;-Sprechch&#246;ren verabschiedet.<\/p>\n<p>  Die folgende Rede des ersten Berliner IG Metall-Bevollm&#228;chtigten Arno   Hager zielte leider ein wenig einseitig darauf ab, dass italienische   (CNH-Mutter FIAT) oder schwedische (AEG-Mutter Electrolux) Unternehmen   sich &#8222;einmauerten&#8220;, anstatt mit der Gewerkschaftsf&#252;hrung zu verhandeln &#8211;   als ob deutsche Unternehmen nicht genauso der Profitlogik folgen w&#252;rden.   Arno Hager forderte die Fortf&#252;hrung der Produktion und machte deutlich,   dass es im Falle der Schlie&#223;ung der Produktion keine zweij&#228;hrige   Perspektive f&#252;r ein am Standort bleibendes Logistikzentrum g&#228;be, dass   also der Streik f&#252;r einen Fortbestand des gesamten Spandauer CNH-Werkes   gef&#252;hrt w&#252;rde.<\/p>\n<p>  &#196;hnlich &#228;u&#223;erte sich auch G&#252;ng&#246;r Demirci, Betriebsratsvorsitzender bei   Bosch-Siemens Hausger&#228;te (BSH): Sie h&#228;tten es geschafft, einen Erhalt   des Standortes zu erk&#228;mpfen, indem sie dem Management die Kosten einer   Schlie&#223;ung gegen&#252;ber denen einer Fortf&#252;hrung vorgerechnet h&#228;tten. Wenn   es aber neue Schlie&#223;ungspl&#228;ne geben sollte, seien sie jederzeit bereit,   einen neuen Kampf aufzunehmen! G&#252;ng&#246;r Demirci betonte auch, dass nur   durch Solidarit&#228;t der Belegschaften untereinander der Erhalt von   Arbeitspl&#228;tzen erreicht werden k&#246;nne.<\/p>\n<p>  Von der WASG waren verschiedene KollegInnen aus unterschiedlichen   Berliner Ortsgruppen (zum Beispiel Spandau, Neuk&#246;lln, Pankow und Mitte)   anwesend, die Solidarit&#228;tserkl&#228;rungen verteilten.<\/p>\n<p>  von Johannes Ullrich<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Dienstag fand um 12 Uhr eine Kundgebung vor dem Gel&#228;nde des bestreikten<br \/>\n    CNH-Werkes in Berlin-Spandau (ehemals Orenstein &amp; Koppel) statt. <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[17],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11551"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11551"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11551\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11551"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11551"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11551"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}