{"id":11547,"date":"2006-02-22T13:38:11","date_gmt":"2006-02-22T13:38:11","guid":{"rendered":".\/?p=11547"},"modified":"2006-02-22T13:38:11","modified_gmt":"2006-02-22T13:38:11","slug":"11547","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2006\/02\/11547\/","title":{"rendered":"Stan Terg Mitrovica-Gedenkveranstaltung der Bergarbeiter &#8211; Vergangenheit \r\n      und Realit&#228;t"},"content":{"rendered":"<p>Am 21. Februar fand zum Gedenken an den historischen Bergarbeiterstreik vor 17 Jahren eine Veranstaltung der Minenarbeiter, in ihrem ehemaligen Streiklokal in Stan Terg statt. <!--more--><br \/>\n &nbsp;<br \/>\nRund 1300 Minenarbeiter begannen am 20. Februar 1989 in der Mine des Kombinates Trepca, einen unbefristeten Hungerstreik gegen die Aufhebung der Autonomie Kosovas, durch das Milosevic Regime. Der Streik wurde damals mit falschen Versprechungen und Gewalt gebrochen. Nach achtt&#228;gigem Streik wurden verschiedene Streikf&#252;hrer und der ehemalige Direktor des Kombinates Trepca, Aziz Abrashi, sowie der Direktor der Mine Burhan Kavaja, verhaftet und l&#228;ngere Zeit inhaftiert. Nach und nach wurden alle albanischen Arbeiter entlassen und im Herbst 1990 gab es keine albanischen Bergarbeiter im Kombinat Trepca mehr. Die Minenarbeiter stellten damals die Vorhut der Arbeiterbewegung in Kosova dar. Bereits im November 1988 marschierten die Arbeiter aus Mitrovica in Richtung Prishtina, um ihre Solidarit&#228;t mit dem von Milosevic abgesetzten Chef des kosovarischen &#8222;Bundes der Kommunisten&#8220; Azem Vllasi, zu bekunden. Vllasi wurde weil er gegen den serbischen Chauvinismus auftrat, durch Milosevic seines Postens enthoben. Der Streik im Februar 1989 fand weltweite Beachtung. Die Arbeiter k&#228;mpften nicht um h&#246;here L&#246;hne, sondern mit roten Fahnen f&#252;r die nationalen Rechte ihrer Nation, gegen Nationalismus und Chauvinismus.<\/p>\n<p><b>Die Veranstaltung am 21. Februar<\/b><\/p>\n<p>Die Veranstaltung fand in einer w&#252;rdigen und gespannten Atmosph&#228;re statt. Der geladene Gast Azem Vllasi, erinnerte in seiner Rede an den &#8222;historischen Charakter des Streiks der die gesamte Nation inspirierte&#8220;. Aziz Abrashi erkl&#228;rte: &#8222; Damals am 20. Februar leisteten wir entschiedenen Widerstand und gaben dem Ziel, nach einem freien und unabh&#228;ngigen Kosova, entscheidende Impulse.&#8220; Allerdings vermi&#223;ten einige Redner in der heutigen Realit&#228;t, den Respekt vor den &#8222;sozialen Rechten der Arbeiter&#8220;. Im ersten Teil der Veranstaltung sprach Burhan Kavaja, von, &#8222;der ungeheureren Ignoranz gegen&#252;ber den elementaren Bed&#252;rfnissen der Menschen&#8220;. Daf&#252;r gab es besonderen Applaus. An einer Rede des angereisten &#8222; Energieministers&#8220; Ethem Ceku hatten die Arbeiter keinerlei Interesse. Der Herr Minister zog es dann auch vor, zu schweigen. In der Tat, der ehemalige Streikaktivist Shahin Begu, traf den Nagel auf den Kopf als er sagte: &#8222; Rund 70% der Bergarbeiter sind seit 17 Jahren ohne Arbeit Nur einige durften nach langen Ringen mit der UNMIK im letzten Jahr die Produktion -auf Probe- aufnehmen.&#8220; Begu meinte weiter, &#8222; diese Lage werden wir nicht hinnehmen, wir und unsere Familien leben in bitterster Armut&#8220;. Nach dem Beitrag des Gewerkschafters Avdi Uka, der ebenfalls die Regierung und die UNMIK schwer kritisierte versprach Azem Vllasi, ( er ist gegenw&#228;rtig au&#223;enpolitischer Berater des Premierministers Bajram Kosumi) &#8222;sich vehement f&#252;r Trepca einzusetzen&#8220;.<\/p>\n<p><b>Res&#252;mee<\/b><\/p>\n<p>Die meisten Minenarbeiter aus Mitrovica sind seit 17 Jahren ohne Arbeit und Brot. Zuerst wurden sie durch das Milosevic Regime angegriffen und ihrer Rechte beraubt, um anschlie&#223;end von der UNMIK ignoriert zu werden. Im Jahr 1999 legten die Arbeiter den UNMIK Beh&#246;rden einen Plan vor,wie sie die Produktion in Eigenregie, in Kooperation mit den serbischen Arbeitern in Zvecan, wieder in Gang setzen k&#246;nnten. Dieser Plan wurde von den UNMIK- Beh&#246;rden als &#8222;durchaus machbar&#8220; eingestuft. Dennoch wurde den Arbeitern nicht die M&#246;glichkeit gegeben ans Werk zu gehen, Trepca soll privatisiert werden, was sich schlecht mit der Produktion in Arbeitereigentum und Arbeiterkontrolle vertr&#228;gt. Der deutsche UNMIK Privatisierungskommisar Joachim R&#252;cker, will Trepca komplett verscheuern. Interessant sind dabei die Rohstoffe des Kombinates. Bis 1989 hatte Trepca in Europa den zweiten Rang bei den Zink, Nickel und Bleif&#246;rdermengen. Diese Werte sollen billig verh&#246;kert werden und arbeiten soll nur personell reduziertes junges &#8222;profitbringendes Frischfleisch&#8220;. Wer an dieser Entwicklung nicht interessiert ist mu&#223; den kompletten kolonial-kapitalistischen Strukturen in Kosova an den Kragen gehen. F&#252;r Argumente in dieser Richtung sind die Arbeiter in Mitrovica durchaus ansprechbar.<\/p>\n<p><i>von Agron Sadiku <\/i><br \/>Quellen Koha Ditore 22.2.06 Max Brym &#8222; Brennende Steine Kosova&#8220; M&#252;nchen August 2000 <font size=\"4\" color=\"#000080\"><u><a href=\"http:\/\/www.Kosova-Aktuell.de\/\">http:\/\/www.Kosova-Aktuell.de<\/a><\/u><\/font> <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 21. 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