{"id":11546,"date":"2006-02-23T11:34:20","date_gmt":"2006-02-23T11:34:20","guid":{"rendered":".\/?p=11546"},"modified":"2006-02-23T11:34:20","modified_gmt":"2006-02-23T11:34:20","slug":"11546","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2006\/02\/11546\/","title":{"rendered":"Gemeinsamer Widerstand ist n&#246;tig und m&#246;glich"},"content":{"rendered":"<p>Am 22.2. fand auf Initiative der B&#252;rgerschaftsabgeordneten Christine Lehnert und der SAV Rostock ein Treffen statt, auf dem Personal- und Betriebsr&#228;te, Gewerkschafter und Erwerbslose gemeinsam &#252;ber Wege des Widerstandes diskutierten. <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  Doch es blieb nicht nur beim Reden. Am Ende der Veranstaltung folgten   viele TeilnehmerInnen dem Aufruf, die streikenden OZ-Besch&#228;ftigten im   Kampf um ihre Arbeitspl&#228;tze zu unterst&#252;tzen und gingen gemeinsam zum   Streikposten.<\/p>\n<p>  <b>K&#252;rzungshaushalt und Arbeitsplatzabbau<\/b><\/p>\n<p>  Konkreter Anlass der Veranstaltung war der in Rostock beschlossene   K&#252;rzungshaushalt, der einen massiven Stellenabbau, K&#252;rzungen im   Sozialbereich und beim Volkstheater und den Verkauf der S&#252;dstadtklinik   vorsieht. Der Landesregierung in Schwerin ist die von der Mehrheit der   B&#252;rgerschaft gegen die Stimmen der SAV-Abgeordneten Christine Lehnert   und der Linkspartei.PDS verabschiedete Streichliste noch nicht lang   genug. Das Finanzminsterium fordert 80 statt 40 Millionen K&#252;rzungen und   will dies durch den Verkauf der st&#228;dtischen Wohnungen (WIRO) und mehr   Zwangsumz&#252;ge, um die Kosten f&#252;r ALG-2 zu senken, erreichen.<\/p>\n<p>  Aber auch an anderen Stellen regiert der Rotstift. An der   Universit&#228;tsklinik drohen 10-%ige Lohnk&#252;rzungen, die Landesregierung   streicht die Gelder f&#252;r die Unis und bei der Ostsee-Zeitung sollen   Besch&#228;ftigte entlassen werden.<\/p>\n<p>  <b>Gemeinsam sind wir stark<\/b><\/p>\n<p>  Grund genug, dass sich endlich alle Betroffenen zusammen schlie&#223;en und   gemeinsam Widerstand leisten. Grund genug f&#252;r ein ersten Treffen, auf   dem knapp 40 Besch&#228;ftigte, Gewerkschafter und Erwerbslose diskutierten,   welche Alternativen es gegen die neoliberale K&#252;rzungspolitik gibt und   wie der konkrete Protest organisiert werden kann. Die Besch&#228;ftigten der   Ostsee-Zeitung berichteten eindrucksvoll von ihrem Kampf und machten   deutlich, dass sie keine &#8222;Zitronen&#8220; sind, die man ausquetscht und dann   wegwirft. Die Personalr&#228;tin der S&#252;dstadtklinik betonte, dass es keine   Spaltung und Unruhe zwischen den Mitarbeitern beider Kliniken in Rostock   geben d&#252;rfe. Die Stimmung unter den Besch&#228;ftigten brachte sie mit den   Worten zum Ausdruck: &#8222;Wir sollen das Opferlamm f&#252;r die leere   Haushaltskasse sein. Doch wir werden nicht still halten&#8220;<\/p>\n<p>  <b>Es gibt Alternativen!<\/b><\/p>\n<p>  In der Diskussion machten verschiedene Teilnehmer deutlich, dass es   Alternativen gibt. Die Forderung von Christine Lehnert, Mitglied der   B&#252;rgerschaft f&#252;r die SAV\/Liste gegen Sozialkahlschlag, nach einer   Umverteilung von oben nach unten wurde auch vom ver.di   Bezirksvorsitzenden Peter Geitmann aufgegriffen, der die verfehlte   Politik des Bundes und Prestigeobjekte als Ursache der leeren Kassen in   Rostock und anderswo benannte. Auch die Idee eines Generalstreiks, der   bundesweit die Kr&#228;fte gegen die herrschenden Zust&#228;nde b&#252;ndelt, wurde von   ihm eingebracht. Aber auch die Notwendigkeit einer sozialistischen   Gesellschaftsalternative angesichts des &#8222;Kapitalismus pur&#8220; wurde   aufgeworfen. Hier machte Christine Lehnert deutlich, dass es ein System   geben muss, in dem nicht das Geld regiert, sondern die Menschen im   Mittelpunkt stehen.<\/p>\n<p>  <b>Wer k&#228;mpft kann verlieren, wer nicht k&#228;mpft hat schon verloren&#8230;<\/b><\/p>\n<p>  dies war die einhellige Meinung der Anwesenden. Deswegen soll dieses   Treffen nur ein Auftakt gewesen sein, um sp&#252;rbaren Protest zu   organisieren. Neben der konkreten Streikunterst&#252;tzung der   OZ-Besch&#228;ftigten wurde auch den Kollegen der S&#252;dstadtklinik Hilfe   zugesagt. Die SAV ist hier schon mit einer Unterschriftensammlung gegen   den geplanten Verkauf t&#228;tig und wird auch in den n&#228;chsten Tagen weiter   die geplanten Angriffe in die &#214;ffentlichkeit tragen, um die   Unterst&#252;tzung auszuweiten. Am 15.3. wird um 18 Uhr ein weiteres Treffen   stattfinden, bei dem dann auch andere Betroffene angesprochen und   eingeladen werden.<\/p>\n<p>  <b>Widerstandskonferenz und Streik- und Protesttag<\/b><\/p>\n<p>  Die Idee einer Widerstandskonferenz und eines Protest- und Streiktages   tauchte im Laufe der Veranstaltung immer wieder auf. Dies wurde als   Chance gesehen, alle Betroffenen zusammen zu bringen und Druck auf die   Stadt zu entfachen, damit die K&#252;rzungen zur&#252;ck genommen werden. Ren&#233;   Henze, WASG-Mitglied, zeichnete das Bild, dass eine gemeinsame Konferenz   &#8211; zusammen mit Besch&#228;ftigten, Erwerblosen, Mietern der WIRO,   Jugendlichen etc. &#8211; organisiert von den Gewerkschaften ein wichtiger   Schritt w&#228;re, um die verschiedenen Bereiche zusammen zu bringen. Dort   k&#246;nnten sie sich austauschen, Ideen und Kraft tanken und mit neuem Mut   zur&#252;ck in ihre Betriebe, Stadtteile, Vereine usw gehen, um f&#252;r einen   stadtweiten Protest- und Streiktag zu mobilisieren. Dies anzusto&#223;en,   haben sich die Beteiligten vorgenommen. Der Tipp eines Kollegen von der   AKER Werft, dass man mit Betriebsversammlungen legale M&#246;glichkeiten hat,   die Besch&#228;ftigten w&#228;hrend der Arbeitszeit rauszuholen, war hier   besonders wertvoll und wird hoffentlich auch bald realisiert werden.<\/p>\n<p>  Dieses erste Treffen hat allen Mut gemacht und gezeigt: Wir halten nicht   mehr still &#8211; wir wehren uns!<\/p>\n<p>  <i>von Torsten Sting, Rostock<\/i><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 22.2. fand auf Initiative der B&#252;rgerschaftsabgeordneten Christine<br \/>\n    Lehnert und der SAV Rostock ein Treffen statt, auf dem Personal- und<br \/>\n    Betriebsr&#228;te, Gewerkschafter und Erwerbslose gemeinsam &#252;ber Wege des<br \/>\n    Widerstandes diskutierten. <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[104],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11546"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11546"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11546\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11546"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11546"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11546"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}