{"id":11541,"date":"2006-02-22T19:08:21","date_gmt":"2006-02-22T19:08:21","guid":{"rendered":".\/?p=11541"},"modified":"2006-02-22T19:08:21","modified_gmt":"2006-02-22T19:08:21","slug":"11541","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2006\/02\/11541\/","title":{"rendered":"Mehr Kampf wagen &#8211; den Streik ausweiten"},"content":{"rendered":"<p>Die Stimmung unter den Streikenden in Hamburg beschreibt vielleicht am besten eine kleine Episode kurz vor Beginn der gro&#223;en Kundgebung, zu der die Streikenden KollegInnen am Mittwoch, 22.2. in eine ger&#228;umigen Messehalle zusammen kamen. <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  Die meisten waren mit Bussen und Bahnen angereist, aber ein Gruppe von   zehn Personen war auf dem Anh&#228;nger eines mit verdi-Fahnen geschm&#252;ckten   Traktors vorgefahren. Nachdem sie das Gef&#228;hrt auf einem Gr&#252;nstreifen   geparkt hatten, gab es gleich &#196;rger mit der Polizei, die ihnen einen   Strafzettel androhte, falls der Traktor nicht umgehend auf einen einige   hundert Meter entfernten Parkplatz gefahren w&#252;rden. Der Traktor setzte   sich daraufhin auch wieder in Bewegung, mit ihm aber auch etwa   zweidutzend Kollegen, die ihren Fahrer aus Solidarit&#228;t zu Fu&#223; begleiten   wollten. Spontan schlossen sich vor der Halle stehende KollegInnen an.<\/p>\n<p>  Kaum einer hatte mitbekommen worum es ging, aber offensichtlich gefiel   allen die Idee einer Demonstration besser als eine Kundgebung in einem   geschlossenen Raum. Nachdem der Traktor unter Ausl&#246;sung eines kleinen   Verkehrschaoses seinen genehmigten Parkplatz erreicht hatte, ging der   inzwischen auf zwei- bis dreihundert Teilnehmer angewachsene Demozug   zur&#252;ck. Auf dem R&#252;ckweg traf man zuf&#228;llig auf einen weiteren Protestzug   von 300 Streikenden aus dem Bildungsbereich. Gemeinsam ging es in die   Kundgebungshalle. &quot;Ist doch viel besser, als sich in einer Halle   verstecken&quot; und &quot;Wir sollte alle durch die Stadt marschieren&quot; waren die   Meinung der TeilnehmerInnen am spontanen Demozug. Vorschl&#228;ge, wie den   Elbtunnel dicht zu machen (die Leitwarte k&#246;nnte von verdi bestreikt   werden) oder den Flughafen lahm zu legen, wurde mit &quot;Genau, wir m&#252;ssen   die Sache ausweiten&quot;, zugestimmt.<\/p>\n<p>  In der Kundgebugshalle erinnerte ein Kollege vom Landesvermessungsamt,   der seit 1978 aktiver Gewerkschafter ist, daran, dass das 13.   Monatsgehalt kein Weihnachtsgeschenk war, sondern von den Besch&#228;ftigten   im &#246;ffentlichen Dienst durch Abstriche bei Lohnerh&#246;hungen in fr&#252;heren   Tarifrunden quasi selbst angespart worden ist. Ebenso&#160;&#160; sei auch die   38,5 Stunden Woche ohne vollen Lohnausgleich eingef&#252;hrt worden. Es gehe   also nicht um die R&#252;cknahme von Zusatzleistungen, sondern es gehe um   Geld und Zeit, die den Besch&#228;ftigten geh&#246;ren w&#252;rden und deshalb w&#228;ren   die Pl&#228;ne der Regierenden schlicht Diebstahl.<\/p>\n<p>  Verdi-Chef Bsirske bekam bei seiner Rede an den Stellen den meisten   Beifall, an denen er unterstrich, dass dies ein Kampf f&#252;r den Erhalt von   Arbeitspl&#228;tzen sei. Er forderte auch die Erh&#246;hung der Erbschaftssteuer   und die Wiedereinf&#252;hrung der Verm&#246;genssteuer. Au&#223;erdem sagte er, dass   jetzt bundesweit &#252;ber 30.000 im Streik seien und dass es kontinuierlich   mehr w&#252;rden. In dieser zentralen Frage blieb er also sehr vage. &#220;ber   30.000 Streikende sind es schlie&#223;lich schon seit mehreren Tagen. Was   hei&#223;t also&#160; kontinuierlich mehr? Jeden Tag 200 mehr, oder 2.000, oder   20.000?<\/p>\n<p>  5.9 Millionen Arbeitsverh&#228;ltnisse w&#252;rden sich nach dem Tarif im   &#246;ffentlichen Dienst richten, eine Verl&#228;ngerung der Arbeitszeit auf 40   Stunden gef&#228;hrde deshalb 250.000 Arbeitspl&#228;tze, rechnete Bsirske vor.   Was er nicht sagte: Auch wenn nicht die gesamten 5,9 Millionen einfach   streiken k&#246;nnen, k&#246;nnen und m&#252;ssen viel mehr als 30.000 oder 40.000 in   den Kampf einbezogen werden.<\/p>\n<p>  <i>von Georg K&#252;mmel<\/i><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Stimmung unter den Streikenden in Hamburg beschreibt vielleicht am<br \/>\n    besten eine kleine Episode kurz vor Beginn der gro&#223;en Kundgebung, zu der<br \/>\n    die Streikenden KollegInnen am Mittwoch, 22.2. in eine ger&#228;umigen<br \/>\n    Messehalle zusammen kamen. <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[17],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11541"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11541"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11541\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11541"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11541"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11541"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}