{"id":11537,"date":"2006-03-01T11:54:56","date_gmt":"2006-03-01T11:54:56","guid":{"rendered":".\/?p=11537"},"modified":"2006-03-01T11:54:56","modified_gmt":"2006-03-01T11:54:56","slug":"11537","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2006\/03\/11537\/","title":{"rendered":"Wohnst du noch oder packst du schon?"},"content":{"rendered":"<p>Berliner WASG wird gegen Wohnungsprivatisierungen aktiv <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  Mehr als 100.000 verkaufte Wohnungen, Vorbereitung von Zwangsumz&#252;gen und   Mietpreiserh&#246;hungen &#8211; das ist die Bilanz des Berliner Senats unter SPD   und Linkspartei\/PDS. In Berlin sind heute nur noch 280.000 Wohnungen in   &#246;ffentlicher Hand. Doch ein Ende ist noch lange nicht in Sicht, denn   aktuell wird &#252;ber den Verkauf weiterer 20.000 Wohnungen spekuliert.<\/p>\n<p>  <i>von Kai Bleck, Berlin<\/i><\/p>\n<p>  Die Folgen dieser Privatisierungspolitik werden immer deutlicher   sichtbar: Arbeitspl&#228;tze im Wohnungswesen gehen verloren, die neuen   Inhaber heben die Mieten an, betreiben Luxusmodernisierungen, so dass   Wohnungen unbezahlbar werden. Gleichzeitig nehmen Verdr&#228;ngungsprozesse   von einkommensschwachen MieterInnen in Randlagen und Ghettobildung zu.<\/p>\n<p>  <b>Privatisierungskurs unter &#8222;Rot-Rot&#8220;<\/b><\/p>\n<p>  Die Wohnungsbaugesellschaften sind auf Subventionen vom Land angewiesen,   um &#8222;niedrige&#8220; Mieten decken zu k&#246;nnen, welche der Wohnungsmarkt nicht   bereitstellen kann. Entgegen dieser Logik flossen Gelder aus den T&#246;pfen   der Wohnungsbaugesellschaften von etwa drei Milliarden Euro in die   Landeskassen. Der soziale Auftrag der Wohnungsbaugesellschaften ist   einer profitorientierten Wohnungsverwertung gewichen, finanziert durch   die arbeitende Bev&#246;lkerung.<\/p>\n<p>  Nach dem Verkauf der st&#228;dtischen Wohnungsbaugesellschaft GSW im Jahr   2004 verschlechterte sich die Situation f&#252;r fast alle 65.000 Mieter und   Mieterinnen drastisch. Besonders betroffen waren und sind die sozial   Schw&#228;chsten und RentnerInnen. Viele konnten die hohen Mietpreise nicht   l&#228;nger bezahlen und mussten umziehen.<br \/>Die geplanten neuen   Verk&#228;ufe von 15.200 Wohnungen bei der WBM (Wohnungsbaugesellschaft   Mitte), 2.400 bei der Gesobau und 1.800 Verk&#228;ufen im M&#228;rkischen Viertel   m&#252;ssen gestoppt werden, um &#228;hnliche Folgen von Anfang an zu verhindern.<\/p>\n<p>  <b>Neue Verkaufspl&#228;ne<\/b><\/p>\n<p>  Die neuen Privatisierungspl&#228;ne des Berliner Senats provozieren verst&#228;rkt   Widerstand in der Bev&#246;lkerung. Auf dem Anti-Privatisierungs-Kongress vom   11. Februar, veranstaltet von der Berliner Mietergemeinschaft kamen   Mieter und Mieterinnen, Initiativen und AktivistInnen aus der WASG   zusammen, und beschlossen die Gr&#252;ndung eines B&#252;rgerb&#252;ndnisses gegen   Privatisierung.<\/p>\n<p>  <b>Zwangsumz&#252;ge drohen<\/b><\/p>\n<p>  Der Berliner Senat geht noch weiter: Zuk&#252;nftig werden die Mieten von   knapp 490.000 Hartz IV-Empf&#228;ngerInnen beschr&#228;nkt. &#8222;Nach unserer   Berechnung zahlen zwischen 35.000 und 45.000 Haushalte eine Miete, die   &#252;ber den Richtwerten liegt. Je nach Haushaltsgr&#246;&#223;e geht es um Betr&#228;ge   zwischen 30 und 90 Euro&#8220;, so Sigmar Gude vom Berliner Planungsb&#252;ro Topos   in der jungen Welt vom 3. M&#228;rz. Jene, die &#252;ber den vorgesehenen Kosten   der &#8222;Ausf&#252;hrungsvorschriften&#8220; Wohnen (kurz: AV Wohnen) liegen, wurden   aufgefordert, in eine billigere Wohnung umzuziehen.<\/p>\n<p>  <i>Angesetzte Kostentabelle f&#252;r Brutto-Warm-Mieten laut AV Wohnen<\/i><br \/>1-Personen-Haushalt   &#8211; 360 Euro<br \/>2-Personen-Haushalt &#8211; 444 Euro<br \/>3-Personen-Haushalt   &#8211; 542 Euro<\/p>\n<p>  Sollte eine Mietkostensenkung nicht erfolgen, wird die ausstehende   Differenz einfach nicht mehr &#252;berwiesen. Wer sich seine Wohnung dann   nicht mehr leisten kann, wird ger&#228;umt.<\/p>\n<p>  <b>Aktivit&#228;ten der WASG<\/b><\/p>\n<p>  Auf dem letzten Landesparteitag der WASG wurde eine umfassende Kampagne   gegen Privatisierung in Berlin beschlossen, welche die Proteste   unterst&#252;tzen und vorantreiben soll.<br \/>Die Mitglieder der WASG   k&#228;mpfen gegen Privatisierung und Sozialdumping. In den&#160; Diskussionen im   Berliner Senat zwischen SPD und Linkspartei\/PDS geht es um die H&#246;he der   zu verkaufenden Wohnungen anstatt grunds&#228;tzlich um Notwendigkeit und   Auswirkungen von Privatisierungspolitik. Stefan Liebich,   Fraktionsvorsitzender der Linkspartei\/PDS &#228;u&#223;erte die Meinung, &#8222;dass man   um Einsparungen bei Personalkosten und Verk&#228;ufe von Wohnungen nicht   herum kommt&#8220;.<\/p>\n<p>  <b>Aufgaben f&#252;r den Widerstand<\/b><\/p>\n<p>  In den kommenden Wochen stehen in der Berliner WASG Diskussionen &#252;ber   politische Forderungen und &#252;ber Kampfvorschl&#228;ge an.<\/p>\n<p>  N&#246;tig w&#228;re es, die R&#252;cknahme aller Privatisierungen der vergangenen   Jahre und die Gr&#252;ndung einer kostenfreien kommunalen Wohnungsvermittlung   zu fordern. Projekte wie AV Wohnen erfordern einen gemeinsamen   Widerstand gegen den Senat von MieterInnen zusammen mit WASG,   Gewerkschaften, Mieterinitiativen und anderen.<\/p>\n<p>  Konfrontiert mit drastischen Mieterh&#246;hungen, Luxussanierungen und   Privatisierungen stellt sich die Frage eines kollektiven, massenhaften   Miet(erh&#246;hungs)boykotts.<\/p>\n<p>  Private Wohnungsbest&#228;nde, die l&#228;nger als sechs Monate leer stehen,   sollten belegt werden. Spekulations- und Maklert&#228;tigkeit sind nicht im   Interesse von MieterInnen und geh&#246;ren verboten. Die Warmmieten von   Wohnungen sollten 20 Prozent der Nettol&#246;hne nicht &#252;bersteigen, um ein   soziales Leben f&#252;r jeden zu erm&#246;glichen.<\/p>\n<p>  In jedem Fall ist ein gemeinsamer Protest von allen Beteiligten und   AktivistInnen&#160; notwendig, um den Spekulanten und Heuschreckenfonds (die   wie Cerberus zu den K&#228;ufern geh&#246;ren) in ihrem Profitstreben den Riegel   vorzuschieben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berliner WASG wird gegen Wohnungsprivatisierungen aktiv <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[30],"tags":[179],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11537"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11537"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11537\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11537"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11537"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11537"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}