{"id":11526,"date":"2006-02-16T14:35:41","date_gmt":"2006-02-16T14:35:41","guid":{"rendered":".\/?p=11526"},"modified":"2006-02-16T14:35:41","modified_gmt":"2006-02-16T14:35:41","slug":"11526","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2006\/02\/11526\/","title":{"rendered":"Bremer Betriebsr&#228;tekonferenz best&#228;tigt Aufruf zu DGB-Demonstration gegen \r\n      Arbeitsplatzabbau"},"content":{"rendered":"<p>  Ein Bericht von der Betriebs- und Personalr&#228;te-Konferenz in Bremen am   15. Februar 2006<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  Mehr als 100 Bremer Betriebs- und Personalr&#228;te hatten sich am 15.2. im   DGB-Haus versammelt, um dar&#252;ber zu entscheiden, ob am 1. M&#228;rz eine   gemeinsame Demonstration aller Gewerkschaften gegen den Stellenabbau   stattfinden kann und wie sie vorbereitet werden soll.<\/p>\n<p>  Nach einer Einleitung durch Prof. Rudolf Hickel, der die Politik von   Bundesregierung und Bremer Senat scharf kritisierte und den Teilerfolg   der Massendemonstrationen gegen die Bolkesteinrichtlinie als Argument   f&#252;r gemeinsame Aktionen auch in Bremen bezeichnete, berichteten die   Arbeitnehmervertreter von der Stimmung in ihren Betrieben.<\/p>\n<p>  <b>Hier einige Beispiele:<\/b><\/p>\n<p>  Ein Kollege von <b>Kraft-Foods<\/b> berichtete, dass dem Abbau von bisher   6000 Arbeitspl&#228;tzen noch einmal 8000 weitere folgen sollen. Am 22.2.   soll eine Betriebsversammlung stattfinden, Briefe an weitere Betriebe   der NGG (z.B. K&#246;nnecke) sollen zur Mobilisierung f&#252;r die Demonstration   beitragen. Eine Kollegin aus der Verwaltung meinte, dass wegen des   Entlassungsdrucks viele Angst h&#228;tten, sich durch die Teilnahme an der   Demonstration zu &#8222;outen&#8220;. Bei Kraft rechnet man deshalb nur mit etwa 300   Demonstrationsteilnehmern.<\/p>\n<p>  Ein Kollege aus der Vertrauensk&#246;rperleitung von <b>Daimler-Chrysler<\/b>   k&#252;ndigte an, dass nach den Informationen &#252;ber 6500 zus&#228;tzliche   Stellenstreichungen (bisher waren 8500 geplant) im Betrieb ein sehr   starker Druck in Richtung von &#246;ffentlichen Aktionen bestehe. Man sei   deshalb f&#252;r eine Demonstration w&#228;hrend der Arbeitszeit. Er rechne mit   der Beteiligung einer gesamten Schicht (mindestens 2000), die vom   Daimler-Werk in die Stadt marschieren und auf dem Weg die Kollegen der   Telekom &#8222;abholen&#8220; werden. Ein anderer Kollege warnte jedoch, dass bei   einem &#8222;ungesch&#252;tzten Warnstreik&#8220; Abmahnung drohen k&#246;nnten und beurteilte   die Teilnehmerzahl skeptischer. Man m&#252;sse sich auch die 10000 Kollegen   wenden, die w&#228;hrend der Demonstration frei h&#228;tten.<\/p>\n<p>  Ein Personalrat des <b>Klinikums Mitte <\/b>berichtete von 700 Stellen,   die dort bis 2010 abgebaut werden sollen. Im Krankenhaus herrsche   deshalb eine &#8222;heilige Wut&#8220;, aber auch Angst, weil immer mehr   MitarbeiterInnen nur befristete Vertr&#228;ge haben. Der PR habe den   DGB-Auruf zum 1.3. nur zuf&#228;llig im Internet &#8222;entdeckt&#8220;. Nun sei ein   massiver &#8222;Materialeinsatz&#8220; f&#252;r die Demonstration notwendig. Es w&#228;re   sch&#246;n, wenn die Daimler-Kollegen auf ihrem Marsch in die Innenstadt auch   beim Klinikum &#8222;vorbeischauen&#8220; w&#252;rden. Au&#223;erdem solle man speziell die   Auszubildenden ansprechen, weil das Klinikum der gr&#246;&#223;te   Ausbildungsbetrieb Bremens sei, aber immer weniger &#252;bernommen werden.<\/p>\n<p>  Ein Betriebsrat der <b>Bremer Telekom <\/b>wies noch einmal auf die   32.000 geplanten Stellenstreichungen in seinem Unternehmen sowie auf   zus&#228;tzliche Auslagerungen hin. Er ging von einer Mindestbeteiligung von   ca. 200 KollegInnen aus, was man aber durch eine   Teilbetriebsversammlung, die f&#252;r die Demonstration unterbrochen wird,   noch deutlich steigern k&#246;nne.<\/p>\n<p>  Ein Kollege von <b>A&amp;R-Carton<\/b>, einem schwedisch-finnischen   Verpackungsbetrieb, berichtete dar&#252;ber, wie die Vereinbarungen zur   Halbierung der bisherigen Belegschaftsst&#228;rke vom Unternehmer &#8222;belohnt&#8220;   worden sind: Jetzt soll das Werk vollst&#228;ndig geschlossen werden. Er   selbst m&#252;sse 53 Jahren dann wohl ALG II beziehen.<\/p>\n<p>  Ein Kollege der <b>Stahlwerke Bremen <\/b>erl&#228;uterte kurz die   &#220;bernahmeprobleme von Arcelor\/Mittal. Eine gemeinsame Stellungnahme von   europ&#228;ischen Belegschaftsvertretern, die bei der Konferenz verteilt   wurde, wendet sich gegen einen &#8222;Kasino-Kapitalismus&#8220;, der durch solche   &#220;bernahmen nur die Aktion&#228;re bereichern soll. Die Demonstration am 1.3.   k&#246;nne nur ein Auftakt f&#252;r den gemeinsamen Widerstand sein. Der n&#228;chste   Schritt sei dann die 1. Mai-Kundgebung.<\/p>\n<p>  Ein ver.di-Sekret&#228;r berichtete von einer f&#252;r den 2.M&#228;rz geplanten   (Streik)Aktion der <b>KiTa-Besch&#228;ftigten<\/b> im Zusammenhang mit   dem Tarifkampf. Eine Koordination mit den gemeinsamen DGB-Aktivit&#228;ten   steht hier offensichtlich noch aus.<\/p>\n<p>  Christian Gloede-Nowick, der Vorsitzende der <b>Bremer GEW<\/b>   unterst&#252;tzte im Namen seiner Gewerkschaft die Mobilisierung zum 1.3. und   k&#252;ndigte eine Urabstimmung zum Streik im &#246;ffentlichen Dienst an. Weitere   Zusagen zur Demo kamen aus den evangelischen Kindertagesst&#228;tten, von   Airbus, von der Gewoba sowie vom Autohaus Schmidt&amp;Koch, wo die   Arbeitszeit von 36 auf 44 Wochenstunden ohne Lohnausgleich verl&#228;ngert   werden soll.<\/p>\n<p>  Gegen Ende der Konferenz unterst&#252;tzte Heino Berg im Namen der WASG die   geplante Demonstration, begr&#252;ndete das mit der Notwendigkeit, den bisher   zersplitterten Widerstand zu b&#252;ndeln und vor allem die Einheit der   Besch&#228;ftigten mit den Erwerbslosen zu verwirklichen. Die WASG werde mit   Infost&#228;nden die Bev&#246;lkerung mobilisieren. Zur Vorbereitung dieser   Aktionen wurde ein WASG-Flugblatt verteilt, das den ver.di-Streik   unterst&#252;tzt und zu einem Treffen am 16.2. im DGB-Haus einl&#228;dt.<\/p>\n<p>  Insgesamt wurde auf der Betriebsr&#228;tekonferenz nicht nur die   Notwendigkeit, sondern auch die Bereitschaft der Kolleginnen und   Kollegen sehr deutlich, gegen den Stellenabbau durch die Unternehmer und   des Senats endlich gemeinsam und gleichzeitig zu handeln. Auch die   Probleme bei der Mobilisierung wurden offen beim Namen genannt.<\/p>\n<p>  Helga Ziegert, die Bremer DGB-Vorsitzende, k&#252;ndigte an, dass die   Demonstration am 1.3. um 15.30 vom Hauptbahnhof zum Marktplatz f&#252;hren   werde und dass die zentralen Aufruf ab Freitag zur Verf&#252;gung stehen.<\/p>\n<p>  <i>Anke Jungclaus und Alexander Brose (WASG Bremen), 15. Februar 2006<\/i><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Ein Bericht von der Betriebs- und Personalr&#228;te-Konferenz in Bremen am<br \/>\n      15. 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