{"id":11514,"date":"2006-02-07T20:33:32","date_gmt":"2006-02-07T20:33:32","guid":{"rendered":".\/?p=11514"},"modified":"2006-02-07T20:33:32","modified_gmt":"2006-02-07T20:33:32","slug":"11514","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2006\/02\/11514\/","title":{"rendered":"Venezuela &#8211; Frauen besetzen Fabrik in Caracas"},"content":{"rendered":"<p>Seit sechs Wochen f&#252;hrt eine Gruppe von 40 Frauen einen Kampf f&#252;r Jobs und bessere Bezahlung gegen die Firma Selfex im S&#252;dosten der Hauptstadt Caracas. <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  Der Damenunterw&#228;sche-Hersteller Selfex, der unter dem Markennamen LONY   produziert, stellte die Fabrikation im August 2005 unter dem Vorwand   ein, man k&#246;nne die Produktion nicht l&#228;nger aufrecht erhalten. Man   versuchte die 250 KollegInnen unter dem Vorwand nach Hause zu schicken,   es handele sich um f&#252;r alle verpflichtenden unbezahlten Jahresurlaub.   Die zu 80% weibliche Belegschaft lehnte dies ab und bestand auf ihrem   Recht auf Weiterbezahlung, Essensmarken und Krankenversicherung.<\/p>\n<p>  <i>von Elizabeth O&#8217;Hara, Socialist Party (Schwesterorganisation der SAV   in GB), z.Zt. Caracas, Venezuela<\/i><\/p>\n<p>  Bis Mitte Dezember letzten Jahres wurden dann die L&#246;hne weiter   ausgezahlt, bevor die Eigent&#252;mer Konkurs anmeldeten. Am 12. Dezember   2005 wurden dann die Fabrik besetzt, der Haupteingang mit einem Schloss   dicht gemacht und alle weiteren Zug&#228;nge mit Kontrollposten belegt. Die   KollegInnen haben seither einen Schichtplan ausgearbeitet, um eine   Besetzung rund um die Uhr sicher zu stellen. Seither haben sich die   Fabrikbesitzer nicht mehr blicken lassen. Viele in der Belegschaft   bezweifeln lebhaft, dass der Betrieb tats&#228;chlich Pleite sein soll. Sie   erinnern daran, dass die Konzernleitung bereits 2003 eine Aussperrung   verf&#252;gt hat und die KollegInnen dennoch zur Arbeit erschienen waren.   Diesmal sind die ArbeiterInnen genauso entschlossen in ihrem Handeln wie   noch vor drei Jahren. Und sie glauben, dass die Konzernleitung nur   darauf wartet, dass die KollegInnen m&#252;de werden und nach Hause gehen.<\/p>\n<p>  Eine von ihnen, Maria Theresia Bravo, sagte: &#8222;Diese Firma produziert   seit 70 Jahren. Es sind N&#228;hmaschinen vorhanden und auch LKWs, um die   Waren auszuliefern. &#220;ber all dem haben wir eine Belegschaft, die gewillt   ist zu arbeiten. Alles, was wir brauchen, um die Produktion wieder   anzufahren, ist Kleidung und Baumwolle. Wir sind alle 30 bis 50 Jahre   alt. Wir m&#252;ssen unsere Familien ern&#228;hren. Wir sind entschlossen, unsere   Jobs zu verteidigen!&#8220;<\/p>\n<p>  Die Frauen, die im &#220;brigen alle im venezolanischen Gewerkschaftsbund UNT   organisiert sind, sind unterbezahlt und haben seit Dezember letzten   Jahres kein Geld mehr gesehen. Rosa Sojo dazu: &#8222;Wir waren nicht einmal   in der Lage, die Badeanz&#252;ge und Unterw&#228;sche im Gesch&#228;ft zu bezahlen, die   wir selbst hergestellt haben. Wir kriegen nur den Mindestlohn.&#8220;<\/p>\n<p>  Die Frauen haben das Gef&#252;hl, dass das Ch&#225;vez-Regime eine Atmosph&#228;re   geschaffen hat, in der sie motiviert sein k&#246;nnen, f&#252;r ihre Forderungen   und Rechte zu k&#228;mpfen. Trotz des Vertrauens in das Ch&#225;vez-Projekt darf   nichts dar&#252;ber hinweg t&#228;uschen, dass es immer noch existenziell wichtig   ist, dass sich die ArbeiterInnen unabh&#228;ngig organisieren und ihre   Forderungen aufstellen. Wie etwa den Anspruch auf &#214;ffnung der   Gesch&#228;ftsb&#252;cher, damit die ArbeiterInnen einen Einblick kriegen, wohin   die Profite gegangen sind und weiterhin gehen. Dar&#252;ber hinaus m&#252;ssen die   KollegInnen Wege diskutieren, wie eine Wiederaufnahme der Produktion   unter eigener Regie m&#246;glich sein und eine Vergesellschaftung unter ihrer   demokratischen Kontrolle gelingen kann.<\/p>\n<p>  <i>Solidarit&#228;tsadressen schickt ihr bitte an: cwi_venezuela@yahoo.com<br \/>Kopien   bitte an: cwi@worldsoc.co.uk<\/i><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit sechs Wochen f&#252;hrt eine Gruppe von 40 Frauen einen Kampf f&#252;r Jobs und<br \/>\n    bessere Bezahlung gegen die Firma Selfex im S&#252;dosten der Hauptstadt<br \/>\n    Caracas. <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[41],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11514"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11514"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11514\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11514"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11514"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11514"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}