{"id":11480,"date":"2005-12-19T11:49:25","date_gmt":"2005-12-19T11:49:25","guid":{"rendered":".\/?p=11480"},"modified":"2005-12-19T11:49:25","modified_gmt":"2005-12-19T11:49:25","slug":"11480","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2005\/12\/11480\/","title":{"rendered":"Anti-WTO Gipfel: Proteste starten in HongKong &#160;"},"content":{"rendered":"<p>Ein Bericht von den ersten Demonstrationen und der CWI-Intervention in Hong Kong<!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<div class=\"news-single-header\">\n<p>    <i>&quot;Junk the WTO!&quot;, &quot;Derail the WTO!&quot;, &quot;Stop the Doha Round&quot;<\/i>  ( &#8220;WTO auf den M&#252;ll!&#8221;, &#8220;Lasst die WTO entgleisen!&#8221;, &#8220;Stoppt dieDoha-Runde!&#8221;), dies waren nur ein paar der Sprechch&#246;re die man inHongkong am letzten Sonntag h&#246;ren konnte.  <\/p>\n<\/div>\n<p>  Ungef&#228;hr 5.000 Demonstranten, vor allem weibliche GastarbeiterInnen aus   Indonesien und den Philippinen, marschierten bei der Demonstration der   &#8222;Hong Kong People`s Alliance Against the WTO&#8220; mit&#160; -&#160; eine weitl&#228;ufige   koordinierende Gruppe, in welcher die HCTU&#8211;Gewerkschaftsorganisation   eine Schl&#252;sselrolle spielt. Das Ziel ihres Zorns war das sechste   Ministertreffen der gro&#223;en wirtschafts-dominierten globalen   Handelsorganisation, welches am Dienstag, dem 13. Dezember startete.   (Mehr Informationen &#252;ber die WTO und das von internen Z&#228;nkereien   gepr&#228;gte Treffen auf der <a href=\"http:\/\/www.socialistworld.net\/category\/wto.html\"> CWI&#8211;Homepage)<\/a><\/p>\n<p>  <b>MigrantInnen stark pr&#228;sent<\/b><\/p>\n<p>  Trotz massiver Propaganda von Seiten der ungew&#228;hlten Regierung, welche   darauf abzielte die DemonstrantInnen als gewaltt&#228;tige UnruhestifterInnen   zu brandmarken, war die Demonstration laut der South China Morning Post   fast <i>&#8222;wie ein Karneval&#8220;<\/i>. Farbenfrohe Wagen, von denen   einer die WTO als einen gigantischen, die arme Mehrheit der   Weltbev&#246;lkerung erw&#252;rgenden Tintenfisch portraitierte, standen&#160; im   starken Kontrast zu den sonst gel&#228;ufigen Hochh&#228;usern des Finanzzentrums.   T&#228;nzerInnen, TrommlerInnen und sogar ein menschliches Huhn mit dem   Plakat &#8222; WTO ist t&#246;dlicher als die Vogelgrippe&#8220; sorgten f&#252;r zus&#228;tzlichen   Spa&#223;.<br \/>Der Preis f&#252;r die effektivste Organisation geht eindeutig   an die mehr als 2,000 indonesischen und philippinischen Frauen, die mit   ihren bunten anti-WTO Outfits, T&#228;nzen und Ges&#228;ngen die Demonstration   dominierten.<\/p>\n<p>  Es gibt 80,000 ausl&#228;ndische Arbeitskr&#228;fte in Hong Kong, welche vor allem   im Pflege- und Dienstpersonalbereich arbeiten, wo sie auf alte Menschen   oder Kinder aufpassen. Sie haben nur einen freien Tag in der Woche &#8211; den   Sonntag &#8211; und den letzten Sonntag nutzten sie, um ihren Forderungen nach   besserem Gehalt und mehr Arbeitssicherheit Geh&#246;r zu verschaffen. <i>  &#8222;No to Commodification of Migrants &#8211; Stop GATS!&#8220;<\/i> (   Nein zu MigrantInnen als Massenware! &#8211; Stoppt GATS! ) war einer ihrer   Leitspr&#252;che, auf dutzenden roten T-Shirts aufgedruckt. Der Spruch spielt   auf das ber&#252;hmt-ber&#252;chtigte GATS an, welches, wenn es angenommen wird,   die Ausbeutung der MigrantInnen noch versch&#228;rfen w&#252;rde.&#160;<\/p>\n<p>  <i>&#8220;B&#228;uerInnen, FischerInnen und ArbeiterInnen m&#252;ssen im Ausland   arbeiten, weil sie in Indonesien keine Arbeit finden k&#246;nnen.&#8221;<\/i>  sagte Panny Sri, die in Hong Kong seit 2 Jahren arbeitet. <i>&#8222;Sie haben keine   Arbeit weil unsere Regierung die WTO unterst&#252;tzt.&#8220;<\/i><\/p>\n<p>  Die explosive Stimmung unter den ArbeitsimmigrantInnen Asiens wird durch   die gleichzeitig stattfindende Demonstration in Taipeh unterstrichen,   bei welcher hunderte Menschen teilnahmen. Schilder mit dem chinesischen   Schriftzeichen f&#252;r &#8222;Sklave&#8220; klagten die Ausbeutung an. Ebenfalls in   diesem Jahr gab es Unruhen vietnamesischer und indonesischer Bauarbeiter   im s&#252;dlichen&#160; Taiwan, die sich gegen Niedrigstl&#246;hne und   menschenunw&#252;rdiges Management wehrten. Diese Arbeitsk&#228;mpfe sind nur ein   Vorbote daf&#252;r, was sich in der kommenden Zeit &#252;berall entwickeln k&#246;nnte.&#160; <\/p>\n<p>  <b>Die Internationale<\/b><\/p>\n<p>  F&#252;r die CWI-Mitglieder war es trotz Jetlag ein erhebendes Gef&#252;hl mit dem   jugendlichen Kontingent&#160; der MarxistInnen aus Taiwan und Hong Kong, die   Internationale in Chinesisch und zwei anderen Sprachen singend, zu   marschieren. F&#252;r die Uneingeweihten, diese echten SozialistInnen sind   nicht mit der pro-kapitalistischen und pro-WTO Kommunistischen Partei   Chinas zu verwechseln, welche China an ausl&#228;ndische KapitalistInnen   verkauft und protestierende B&#228;uerInnen erschie&#223;en l&#228;sst.<\/p>\n<p>  Das marxistische Kontingent der Demonstration &#8211; repr&#228;sentiert von   solchen Gruppen wie Pioneer (Hong Kong) und der Worker`s Democracy   Association (Taiwan) &#8211; steht f&#252;r Widerstand gegen den Kapitalismus und   echten Sozialismus, basierend auf der demokratischen Kontrolle der   ArbeiterInnen &#252;ber die Wirtschaft und den Staat. Obwohl viele   TeilnehmerInnen der Demonstration keine SozialistInnen waren, ist es   klar, dass sozialistische Ideen &#8211; die die einzige klar definierte   Alternative zur kapitalistischen Globalisierung sind &#8211; bei den jungen   Menschen der Region an Zustimmung gewinnen.<\/p>\n<p>  Die taiwanesischen SozialistInnen kamen mit 30 TeilnehmerInnen nach Hong   Kong. Sie hatten im Sommer eine Tour durch Universit&#228;ten und Schulen   organisiert, wo sie einen Film &#252;ber die WTO zeigten und den   arbeiterklassenfeindlichen Charakter der WTO erkl&#228;rten. Ansonsten war   die Teilnahme an den Demonstrationen aus Hong Kong selbst eher gering,   da die Regierung sehr viel pro-WTO Propaganda eingesetzt hatte. Das   Bewusstsein der Gefahr durch die WTO ist in L&#228;ndern unweigerlich h&#246;her,   die bereits unter den Effekten der WTO-Regelungen leiden m&#252;ssen, wie   Indonesien, den Philippinen und S&#252;dkorea. Aber sogar Hong Kong k&#246;nnte in   der n&#228;chsten Zeit einen abrupten Stimmungswandel erleben.<\/p>\n<p>  <b>Einsch&#252;chterungstaktiken<\/b><\/p>\n<p>  Die hysterischen Vorraussagen von Gewalt und Krawallen sind ein   wichtiges Element der Regierungspropaganda. Eine ein Meter hohe Mauer   wurde bei einer der beiden Demonstrationszonen errichtet. Die   Pressesprecherin der HKPA verurteilte diese Aktion, da es verhindern   w&#252;rde dass die Botschaften der Demonstranten die W&#252;rdentr&#228;ger erreichen. <\/p>\n<p>  Kwok Gil-seong, welcher die bis zu 2,000 Mitglieder der Koreanischen   Bauern-Liga in Hong Kong vertritt, regte sich ebenfalls &#252;ber die Polizei   auf: <i>&#8222;Das ist nicht der gewaltt&#228;tige Protest &#252;ber den alle so besorgt   sind. Wir halten uns an die Demonstrationsregeln Hong Kongs.&#8220;<\/i>   Die B&#228;uerInnen k&#228;mpfen gegen WTO-Vertr&#228;ge, die ihre Regierung dazu   zwingen die Subventionen f&#252;r landwirtschaftliche Produkte wie Reis zu   senken, was den sicheren Bankrott f&#252;r Zehntausende bedeutet. Wie auch   &#252;berall sonst versteckt sich die Regierung in Seoul hinter der   WTO-Weisung, die Wirtschaft zu restrukturieren. In der Praxis wirkt sich   diese &#8222;Restrukturierung&#8220; als direkter Angriff auf ArbeiterInnen und   B&#228;uerInnen zu Gunsten der gro&#223;en Konzerne aus.<\/p>\n<p>  Drei s&#252;dkoreanische Bauern begingen diesen November Selbstmord, um gegen   diese Pl&#228;ne zu demonstrieren. Ihre Organisation plant eine   Kerzen-Totenwache f&#252;r sie in Hong Kong abzuhalten. Mittlerweile wurden   die S&#252;dkoreanerInnen von der lokalen Presse als die &#8222;b&#246;sen Buben&#8220;   gebrandmarkt, was zu eklatanten rassistischen &#220;bergriffen und   Diskriminierung f&#252;hrte. Mindestens ein Hotel sagte bereits eine Buchung   ab, die drei Monate zuvor von einer s&#252;dkoreanischen Protestgruppe   get&#228;tigt wurde.&#160;<\/p>\n<p>  <b>Diskussion &#252;ber eine Alternative<\/b><\/p>\n<p>  Die Aktionswoche geht weiter mit einer neuen Demonstration am Dienstag,   w&#228;hrend der Er&#246;ffnungszeremonie. Seminare und Treffen werden organisiert   mit Themen wie &#8222;Handel und Krieg: Ein zweik&#246;pfiges Monster&#8220;. Es gibt   eine ganze Reihe von Treffen &#252;ber Arbeitsrecht in China und wie man   unabh&#228;ngige Gewerkschaftsorganisationen in China unterst&#252;tzen kann.   China ist derzeit der gr&#246;&#223;te Arbeitsmarkt ohne   Gewerkschaftsorganisation. F&#252;r SozialistInnen sind diese Demonstrationen   eine gro&#223;e M&#246;glichkeit um zu diskutieren und von unz&#228;hligen   Arbeitsk&#228;mpfen in Asien zu lernen. Es ist wichtig die Notwendigkeit f&#252;r   neue sozialistische ArbeiterInnenparteien aufzuzeigen, die die Aufgabe   haben, k&#228;mpferische Massengewerkschaften und andere Organisationen der   ArbeiterInnenklasse und der unterdr&#252;ckten Massen wieder aufzubauen.<\/p>\n<p>  CWI Mitglieder konnten rund 1000 Flugbl&#228;tter in Englisch und Chinesisch   verteilen, unter dem Titel <i>&#8220;Nieder mit der WTO &#8211; Beendet Armut und   Krieg &#8211; K&#228;mpft f&#252;r eine sozialistische Welt&#8221;<\/i>.   Wir konnten 24 Ausgaben des Magazins &#8222;Socialism today&#8220; verkaufen und 150   anti-WTO Buttons. CWI Mitglieder gaben auch ein kurzes Interview f&#252;r die   Ming Pao (chinesisch-sprachige) Zeitung und einen regionalen   Fernsehkanal.<\/p>\n<p>  <i>von Laurence Coates, vom CWI-Team in Hong Kong (Danke f&#252;r die   &#220;bersetzung an David, SLP Wien-West<\/i>)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Bericht von den ersten Demonstrationen und der CWI-Intervention in<br \/>\n    Hong Kong<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[38],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11480"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11480"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11480\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11480"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11480"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11480"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}