{"id":11457,"date":"2005-12-01T10:00:00","date_gmt":"2005-12-01T10:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=11457"},"modified":"2005-12-01T10:00:00","modified_gmt":"2005-12-01T10:00:00","slug":"11457","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2005\/12\/11457\/","title":{"rendered":"&#8222;Diese moderne Sklaverei d&#252;rfen wir uns nicht gefallen lassen!&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>Diese Worte werden eher selten am Sitz des Arbeitgeberverbandes Arbeitsrechtliche Vereinigung Hamburg (AVH) zu h&#246;ren sein. Heute sind aber 3.000 Besch&#228;ftigte des Landesbetriebs Krankenh&#228;user (LBK) w&#228;hrend eines Warnstreiks ausgezogen ,um den Arbeitgebern ihre Meinung klarzumachen: &#8222;Billig ist krank!&#8220; <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  Privatisierung bedeutet Gewinne zu privatisieren, nicht die   Verantwortung. Nach diesem Motto handelt auch der Finanzinvestor   Asklepios. Mit dem Hamburger Senat wurde ausgehandelt, dass Asklepios   74,9% des LBK besitzen wird. Die Schulden bleiben &#252;brigens bei der Stadt. <\/p>\n<p>  Nun soll aus der Gesundheitsversorgung ein profitables Gesch&#228;ft werden.   Auf Kosten der Besch&#228;ftigten und Patienten:<\/p>\n<p>  Am 30. Juni 2005 hat der LBK den Arbeitgeberverband verlassen und mit   dem UKE sowie einigen kleineren Betrieben einen neuen Arbeitgeberverband   gegr&#252;ndet.<\/p>\n<p>  Grundlage des neuen Tarifvertrages sind die sogenannten   &#8222;Verbandsrichtlinien&#8220;: Verl&#228;ngerung der Arbeitszeit auf 42 Stunden,   Urlaubs- und Weihnachtsgeld wird gestrichen, Lohneinbu&#223;en von rund 20%,   Streichung von weiteren 1000 Arbeitspl&#228;tzen, oder auch die Verk&#252;rzung   der K&#252;ndigungsfristen, sind nur ein Teil der Ma&#223;nahmen. Diese sollen   bereits f&#252;r die Neueinstellungen gelten. Bereits jetzt ist die Situation   am LBK f&#252;r die Besch&#228;ftigten nur schwer zu bew&#228;ltigen.<\/p>\n<p>  Weitere Verschlechterungen sind unverantwortlich: Diese gef&#228;hrden die   Gesundheit der Besch&#228;ftigten und Patienten.<\/p>\n<p>  <b>K&#228;mpferische Stimmung beim Warnstreik <\/b>    <\/p>\n<p>  Bei solchen Aussichten waren viele KollegInnen sehr geladen . &#8222;800 Euro,   das ist eine Unversch&#228;mtheit!&#8220; , schimpft eine Kollegin von der   Reinigung &#8222;wie soll ich davon alles bezahlen?&#8220;.<\/p>\n<p>  Die RednerInnen sind nicht weniger aufgebracht. Der Arbeitskampf in   Baden-W&#252;rttemberg wird angesprochen. Dort hatten die KollegInnen der   Unikliniken nach einem Streik die Forderungen der Arbeitgeber abgewehrt   und einen Tarifvertrag oberhalb des Tv&#246;D durchgesetzt.<\/p>\n<p>  Axel Hopfmann spricht sich f&#252;r einen Streik aus, notfalls auch &#252;ber   Wochen. Daf&#252;r bekommt er tosenden Applaus. Ein Kollege von der   Vereinigung Hamburger Kindertagesst&#228;tten spricht sich daf&#252;r aus   gemeinsam zu streiken und erh&#228;lt ebenfalls lautstarke Zustimmung.   Selbst der ver.di-Landesvorsitzende Rose gab sich k&#228;mpferisch: &#8222;Diese   moderne Sklaverei d&#252;rfen wir uns nicht gefallen lassen!&#8220;<\/p>\n<p>  <b>Es hat sich ausgewarnt<\/b><\/p>\n<p>  Trotz des erfolgreichen Warnstreiks blieben einige Fragen offen: Wie   geht es weiter? Wann wird es eine Urabstimmung &#252;ber den Streik geben? Wo   und wann werden die n&#228;chsten Schritte geplant? Denn ohne eine klare   Strategie wird es nicht m&#246;glich sein die volle Kampfkraft des LBK,   immerhin rund 11.000 Besch&#228;ftigte, voll zu mobilisieren.<\/p>\n<p>  Ein Warnstreik von 7 bis 11 Uhr ist ein Auftakt, aber auch nicht mehr.   Das erfolgreiche Beispiel aus Badeb-W&#252;rttemberg zeigt, dass der Streik   ein notwendiges Mittel ist, um unversch&#228;mte Zumutungen zur&#252;ck zu weisen.   Volksbegehren und Warnstreiks haben Asklepios und den Senat bisher nicht   abgehalten ihren Kurs weiterzufahren. Das bisherige Konzept von ver.di   ist gescheitert. Es ist Zeit f&#252;r eine Urabstimmung &#252;ber Streikma&#223;nahmen.   Diese Privatisierung ist eine einzige Katastrophe und mu&#223; beendet   werden. Die Arbeitsbedingungen m&#252;ssen verbessert werden und nicht noch   weiter verschlechtert. Dazu ist ein Tarifvertrag oberhalb des Tv&#246;D   notwendig. Auch hier zeigt das Beispiel aus Baden-W&#252;rttemberg, dass   diese Forderungen mit einem Streik durchsetzbar sind.<\/p>\n<p>  Bundesweit werden im &#246;ffentlichen Dienst die Arbeitsbedingungen Schritt   f&#252;r Schritt verschlechtert: Hier eine Arbeitszeitverl&#228;ngerung bei den   BeamtInnen, dort bei den kommunalen Besch&#228;ftigten, und im   Gesundheitsbereich wird kr&#228;ftig privatisiert. Was kommt als n&#228;chstes?   Diesem Generalangriff m&#252;ssen wir einen gemeinsamen bundesweiten Streik   des &#246;ffentlichen Dienstes entgegenstellen. Nur gemeinsam sind wir stark! <\/p>\n<p>  &#8211; F&#252;r eine Urabstimmung &#252;ber Streikma&#223;nahmen beim LBK<\/p>\n<p>  &#8211; Keine weiteren Verschlechterungen der Arbeitsbedingungen<\/p>\n<p>  &#8211; Schluss mit der Privatisierung<\/p>\n<p>  &#8211; F&#252;r eine Urabstimmung &#252;ber bundesweite Streikma&#223;nahmen im &#246;ffentlichen   Dienst<i> <\/i>    <\/p>\n<p>  <i>von Andreas Schmidtke, Hamburg<\/i><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Diese Worte werden eher selten am Sitz des Arbeitgeberverbandes<br \/>\n    Arbeitsrechtliche Vereinigung Hamburg (AVH) zu h&#246;ren sein. Heute sind aber<br \/>\n    3.000 Besch&#228;ftigte des Landesbetriebs Krankenh&#228;user (LBK) w&#228;hrend eines<br \/>\n    Warnstreiks ausgezogen ,um den Arbeitgebern ihre Meinung klarzumachen:<br \/>\n    &#8222;Billig ist krank!&#8220; <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[17],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11457"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11457"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11457\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11457"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11457"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11457"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}