{"id":11451,"date":"2005-12-08T13:14:13","date_gmt":"2005-12-08T13:14:13","guid":{"rendered":".\/?p=11451"},"modified":"2005-12-08T13:14:13","modified_gmt":"2005-12-08T13:14:13","slug":"11451","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2005\/12\/11451\/","title":{"rendered":"Jugendliche im Visier"},"content":{"rendered":"<p>CDU und SPD machen weiter, wo Rot-Gr&#252;n endete <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  Schon SPD und Gr&#252;ne hatten der Masse der Jugendlichen keine   Zukunftsperspektive zu bieten: &#8222;Ausbildungspakt&#8220; statt   Ausbildungspl&#228;tzen, Elitebildung, Zwangsarbeit&#8230; &#8211; Das war Rot-Gr&#252;n.   Unter der Gro&#223;en Koalition soll sich die Lage f&#252;r Hunderttausende   arbeitsloser Jugendlicher, aber auch f&#252;r diejenigen, die Arbeit haben,   weiter verschlechtern.<\/p>\n<p>  Wer Arbeitslosengeld II empf&#228;ngt, muss jede Arbeit annehmen, die ihm   angeboten wird. Dabei spielt es keine Rolle, ob man f&#252;r diese Arbeit   qualifiziert ist oder wom&#246;glich den Wohnort wechseln muss. Wird das   Angebot &#8211; aus welchem Grund auch immer &#8211; abgelehnt, werden 30 Prozent   der Bez&#252;ge gestrichen. So sieht die Situation f&#252;r Erwerbslose zwischen   25 und 65 Jahren aus. Wer unter 25 ist, bekommt die Bez&#252;ge komplett   gestrichen &#8211; dann gibt es nur noch Lebensmittelgutscheine.<\/p>\n<p>  Damit nicht genug. Jugendliche unter 25 sollen in Zukunft gar nicht mehr   eigenst&#228;ndig behandelt werden, sondern der &#8222;Bedarfsgemeinschaft&#8220; ihrer   Eltern zugeschlagen werden. Auf deutsch: Wer jung und arbeitslos ist,   hat kein Recht auf eine eigene Wohnung und ein selbstbestimmtes Leben.<\/p>\n<p>  <b>Jung und im Betrieb<\/b><\/p>\n<p>  &#8222;Wir werden die Chancen f&#252;r mehr Arbeitspl&#228;tze auch erh&#246;hen durch   Weiterentwicklung des K&#252;ndigungsschutzes&#8220;, hei&#223;t es in der Pr&#228;ambel des   Koalitionsvertrages. Was diese &#8222;Weiterentwicklung des   K&#252;ndigungsschutzes&#8220; bedeutet, haben sowohl die Unternehmer als auch ihre   Politiker in den letzten Jahren immer wieder betont: Einstellen und   Entlassen &#8211; je nach Profitlage.<\/p>\n<p>  Jugendliche, die einen Job ergattern, werden zwei Jahre auf die Probe   gestellt. Gewerkschaftliche Arbeit? Die eigenen Rechte einfordern? Der   Arbeitgeber muss dann nicht einmal mehr begr&#252;nden, warum er dich in   dieser Zeit raus schmei&#223;t.<\/p>\n<p>  W&#228;hrend der Ausbildung sind Jugendliche oft genug Billigarbeitskr&#228;fte.   Haben sie ihre Ausbildung abgeschlossen, sind sie nur noch st&#246;render   Kostenfaktor. Statt eine Ausbildungsplatzabgabe &#8211; zur Schaffung   vern&#252;nftiger und ausreichender &#246;ffentlicher Ausbildungspl&#228;tze &#8211;   einzuf&#252;hren, vertraut man weiterhin auf die faulen Willensbekundungen   der Unternehmer, freiwillig auszubilden: Der &#8222;Ausbildungspakt&#8220; soll   fortgef&#252;hrt werden.<\/p>\n<p>  <b>Bildung<\/b><\/p>\n<p>  Studiengeb&#252;hren von 500 bis 1.500 Euro pro Semester kann sich nur   leisten, wer reiche Eltern hat. W&#228;hrend 1972 noch knapp 45 Prozent der   Studierenden Baf&#246;g erhielten, sind es heute nur noch 14 Prozent. Nach   dem Willen der neuen Regierung soll Kindergeld nur noch bis zum Alter   von 25 Jahren statt bislang 27 gezahlt werden &#8211; gerade Studierende aus   &#228;rmeren Schichten sind darauf angewiesen. Hochsch&#252;lerInnen sind so immer   &#246;fter gezwungen, neben dem Studium zu arbeiten, um ihren Lebensunterhalt   zu sichern; mit entsprechend schwierigeren Bedingungen, l&#228;ngeren   Studienzeiten &#8211; und damit h&#246;heren Geb&#252;hren.<\/p>\n<p>  Die Einf&#252;hrung von Eliteunis, die Rot-Gr&#252;n in der Agenda 2010   ank&#252;ndigte, wird von Schwarz-Rot wohl noch eine Spur schneller   vorangetrieben werden. W&#228;hrend die Ausgaben f&#252;r &#8222;normale&#8220; Hochschulen in   den letzten Jahren um ein F&#252;nftel abnahmen, will der Staat jetzt   Milliarden in ein knappes Dutzend Eliteunis stecken, die wie Unternehmen   gef&#252;hrt werden, bis zu 4.000 Euro Studiengeb&#252;hren erheben und frei   entscheiden k&#246;nnen, wer studieren darf. Soziale Auslese im   Bildungssystem wird weiter versch&#228;rft.<\/p>\n<p>  <i>von S&#246;nke Jan Schr&#246;der, Kassel<\/i><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>CDU und SPD machen weiter, wo Rot-Gr&#252;n endete <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[50],"tags":[177],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11451"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11451"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11451\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11451"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11451"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11451"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}