{"id":11449,"date":"2005-12-05T13:03:43","date_gmt":"2005-12-05T13:03:43","guid":{"rendered":".\/?p=11449"},"modified":"2005-12-05T13:03:43","modified_gmt":"2005-12-05T13:03:43","slug":"11449","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2005\/12\/11449\/","title":{"rendered":"&#8222;32.000 sollen gehen &#8211; Wer macht die Arbeit?&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>Anfang November gab die Telekom den Abbau von 32.000 Arbeitspl&#228;tzen bei Gewinnen von 4,4 Milliarden Euro in neun Monaten bekannt <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  Das vom Telekom-Vorstand und von ver.di in der Tarifrunde 2004   unterschriebene Moratorium gegen Personalabbau sollte Ruhe in den   Konzern bringen. Daf&#252;r wurde den Besch&#228;ftigten die Arbeitszeit auf 34   Stunden in der Woche gesenkt und ein Teil ihres Gehalts gek&#252;rzt.<\/p>\n<p>  Ganz vorn bietet die Telekom mit den anderen Konzernen nun aber weiter   mit um die h&#246;chsten Abbauzahlen: 32.000 KollegInnen sollen gehen,   angeblich um &#8222;die Telekom zukunftssicher zu machen&#8220; (Vorstandschef   Ricke).<\/p>\n<p>  Die Telekom &#8211; &#8222;zukunftssicher&#8220;? F&#252;hrt man Konzerne jetzt mit der   Glaskugel? Gleichzeitig gibt Ricke die h&#246;chsten Gewinne in der   Geschichte der Telekom bekannt: 4,4 Milliarden Euro &#220;berschuss in neun   Monaten!<\/p>\n<p>  Tausende Arbeitsr&#252;ckst&#228;nde, Millionen &#220;berstunden und lange Wartezeiten   f&#252;r die NutzerInnen sprechen f&#252;r sich. Nicht weniger, sondern mehr   Personal muss her. Die Telekom vernichtete in den letzten zehn Jahren   bereits &#252;ber 100.000 Arbeitspl&#228;tze.<\/p>\n<p>  <b>ver.di-Spitze l&#228;sst Kampfstrategie vermissen<\/b><\/p>\n<p>  Zwar organisierte die ver.di-Spitze in den letzten Wochen   Protestkundgebungen. Viele Vertrauensleute erfuhren davon jedoch erst   aus der Presse.<\/p>\n<p>  Was setzt ver.di den dreisten Arbeitgeberforderungen inhaltlich   entgegen? Zuerst fordert die Gewerkschaftsf&#252;hrung eine &#8222;Innovations-,   Qualit&#228;ts- und Serviceoffensive&#8220;, spricht von Innovationskraft und   &#8222;besch&#228;ftigungserhaltender Ausgestaltung der internen   Leistungsbeziehungen im Konzern&#8220; als Teil eines Alternativkonzepts. Wie   bitte, fragen sich hier nicht wenige KollegInnen. Spricht da meine   Gewerkschaft oder der Telekom-Vorstand? Wir brauchen Forderungen, die   klar sind, die jeder versteht und die uns helfen, KollegInnen zu   mobilisieren. Stoppt den Kahlschlag, Arbeit ist genug da, runter mit den   &#220;berstunden oder ran an die Unternehmensgewinne &#8211; das trifft eher die   aufkochende Wut in der Belegschaft. Wir wollen k&#228;mpfen und nicht den   Managern die Arbeit abnehmen!<\/p>\n<p>  <b>Gegenwehr statt Eiertanz!<\/b><\/p>\n<p>  Weiter stellt die ver.di-Spitze die Forderungen nach   Rationalisierungsschutz f&#252;r die Tochterunternehmen auf und den Verzicht   auf Arbeitszeitverl&#228;ngerung. Es gilt den Abbau jetzt zu stoppen und   nicht nur sozial aufzufangen. Das Vorgehen des Telekom-Vorstandes ist   ein Schlag ins Gesicht aller KollegInnen, die seit letztem Jahr mit   weniger Geld bei steigenden Lebenshaltungskosten auskommen m&#252;ssen, womit   sie eigentlich Arbeitspl&#228;tze sch&#252;tzen wollten. Jetzt sollen weitere   Stellen gestrichen werden und wir sollen daf&#252;r noch mehr arbeiten,   vielleicht noch 40 Stunden beim Gehalt wie f&#252;r 34! Mit den Angriffen auf   die Beamtenbesoldung kann die Telekom zudem zus&#228;tzliche Millionen   einsparen.<\/p>\n<p>  Der von der ver.di-Spitze geforderte Tarifvertrag gegen &#220;berlastung und   &#8222;freiwillige&#8220; Abfindungen und Vorruhestand k&#246;nnen keine Antwort sein.   Die existierende und massiv steigende Arbeitshetze wird nicht besser,   wenn ein Teil der KollegInnen &#8222;freiwillig&#8220; geht. Effektiver Widerstand   ist n&#246;tig. Schluss mit Verzichtslogik und Co-Management! Es darf nicht   bei der Ank&#252;ndigung von Protesten bleiben. 1.000 KollegInnen am 14.   November in Frankfurt und vereinzelte Aktionen anderswo sind nur der   Anfang.<\/p>\n<p>  ver.di muss sofort regionale und bundesweite Vetrauensleutekonferenzen   durchf&#252;hren, wo eine Kampfstrategie diskutiert wird und gemeinsam   Forderungen aufgestellt werden. &#220;berall m&#252;ssen Betriebsversammlungen   stattfinden, die die Besch&#228;ftigten informieren und f&#252;r weitere Proteste   mobilisieren. In der &#214;ffentlichkeit sollte eine breite   Aufkl&#228;rungskampagne gestartet werden, die bilanziert, was &#252;ber zehn   Jahre privatisierte Telekom gebracht hat: massive   Arbeitsplatzvernichtung und schlechtere Bedingungen f&#252;r Besch&#228;ftigte und   NutzerInnen.<\/p>\n<p>  <b>Schluss mit dem Arbeitsplatzabbau<\/b><i> <\/i>    <\/p>\n<p>  <b>30-Stunden-Woche bei vollem Lohn- und Personalausgleich ohne weitere   Flexibilisierung &#8211; finanziert durch die Telekom-Profite <\/b>    <\/p>\n<p>  <b>R&#252;ckf&#252;hrung aller KollegInnen, die in Vivento abgeschoben wurden, an   ihren fr&#252;heren oder gleichwertigen Arbeitsplatz <\/b>    <\/p>\n<p>  <b>Aufstockung der Ausbildungspl&#228;tze auf zehn Prozent der Besch&#228;ftigten.   &#220;bernahme der Azubis in ein unbefristetes Arbeitsverh&#228;ltnis in ihrem   erlernten Beruf <\/b>    <\/p>\n<p>  <b>Keine weiteren Verk&#228;ufe von Bundesbeteiligungen. R&#252;ckf&#252;hrung der   Telekom und anderer Postbetriebe in &#246;ffentliches Eigentum bei   demokratischer Kontrolle und Verwaltung durch die arbeitende Bev&#246;lkerung<\/b> <\/p>\n<p>  <i>von Alexandra Arnsburg, Vertrauensfrau bei der Telekom (T-Systems   Business Service) Berlin (Angabe dient lediglich zur Kenntlichmachung   der Person)<\/i><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Anfang November gab die Telekom den Abbau von 32.000 Arbeitspl&#228;tzen bei<br \/>\n    Gewinnen von 4,4 Milliarden Euro in neun Monaten bekannt <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[11,19],"tags":[177],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11449"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11449"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11449\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11449"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11449"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11449"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}