{"id":11445,"date":"2005-11-23T17:49:17","date_gmt":"2005-11-23T17:49:17","guid":{"rendered":".\/?p=11445"},"modified":"2005-11-23T17:49:17","modified_gmt":"2005-11-23T17:49:17","slug":"11445","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2005\/11\/11445\/","title":{"rendered":"Neuformierung von oben nach unten? &#160;"},"content":{"rendered":"<p>Kritik am Kooperationsabkommen III zwischen Linkspartei\/PDS und WASG<!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  Ergebnissoffen sollte der Prozess der Neuformierung einer neuen linken   Partei sein, in dem die Gemeinsamkeiten zwischen WASG und   Linkspartei\/PDS ausgelotet werden. Und er sollte sich nicht nur auf die   beiden Parteien beschr&#228;nken.<\/p>\n<p>  <i>&#8222;Sind Sie f&#252;r die Einleitung eines ergebnisoffenen   Diskussionsprozesses mit dem Ziel ein breites demokratisches   Linksb&#252;ndnis zu schaffen? <\/i><\/p>\n<p>  <i>Dieser Prozess wird unter Einbeziehung aller Ebenen unserer Partei   gef&#252;hrt. &#220;ber das Ergebnis wird auf einem Parteitag und in einer   weiteren Urabstimmung entschieden.&#8220; <\/i><\/p>\n<p>  So lautete die Fragestellung der WASG-Urabstimmung vom Juli diesen   Jahres. 85,3 Prozent der teilnehmenden WASG-Mitglieder stimmten dieser   Absicht zu.<\/p>\n<p>  Am 18. September zog die Linkspartei\/PDS mit 54 Abgeordneten in den   Bundestag ein. W&#228;hrend viele Menschen aufgrund der gemeinsamen   Bundestagsfraktion denken, dass die &#8222;neue Linkspartei&#8220; bereits gebildet   wurde, wird &#252;ber die Form des Neuformierungsprozesses noch gestritten. <\/p>\n<p>  &#8222;So schnell wie m&#246;glich &#8211; so langsam, sorgf&#228;ltig und offen wie n&#246;tig&#8220;   lautet der Leitantrag des WASG-Bundesvorstandes an den L&#228;nderrat am   3.\/4. Dezember, der dem Bundesvorstand aufgrund eines Beschlusses des   L&#228;nderrats vom 9. Oktober bereits als Arbeitsgrundlage im   Neuformierungsprozess mit der Linkspartei\/PDS dient. Diesem Antrag liegt   nicht mehr die Frage zugrunde, ob es zu einer Fusion mit der   Linkspartei\/PDS kommen, sondern wie diese aussehen soll. Vorgeschlagen   wird ein auf zwei Jahre angelegter Prozess.<\/p>\n<p>  Der Proze&#223; der Herausbildung einer Partei beruhe auf verschiedenen   Pr&#228;missen, so der Leitantrag.<\/p>\n<p>  Er d&#252;rfe nicht als Topdown-Prozess durch Beschl&#252;sse der jeweiligen   Vorst&#228;nde verordnet werden. Die Menschen in den L&#228;ndern und Regionen   sollten sowohl &#252;ber das Tempo als auch &#252;ber den Erfolg entscheiden. Die   &#8222;historisch-kulturellen Unterschiede und die   theoretisch-programmatischen Differenzen m&#252;ssen nachhaltig und dauerhaft   bearbeitet und &#252;berwunden werden.&#8220;<\/p>\n<p>  Weiter hei&#223;t es, dass, &#8222;die Konflikte, die sich aus der Orientierung der   Linkspartei\/PDS auf Regierungsbeteiligungen ergeben, Thema des   bundesweiten Parteibildungsprozesses sein&#8220; m&#252;ssen.<\/p>\n<p>  Zu guter Letzt wird festgehalten, dass &#8222;die Parteivorst&#228;nde die Aufgabe   haben , den Proze&#223; durch die Zurverf&#252;gungstellung organisatorischer und   finanzieller Mittel zu f&#246;rdern und zu &#246;ffnen &#8211; nicht zu dominieren und   zu determinieren.&#8220;<\/p>\n<p>  Leider wird bereits in vielen anderen Punkten dieses Leitantrags der   Prozess der Neuformierung der Linken auf parit&#228;tische Steuerungsgruppen   aus Linkspartei\/PDS und WASG beschr&#228;nkt, die den Fusionsprozess von oben   organisieren sollen.<\/p>\n<p>  Auf der Basis dieser und weiterer Positionen (siehe auch: <a href=\"http:\/\/www.w-asg.de\/uploads\/media\/02_BuVo-Leitantrag.pdf\"> hier<\/a>) soll ein drittes Kooperationsabkommen mit der<\/p>\n<p>  Linkspartei\/PDS vereinbart werden, hei&#223;t es im Leitantrag.<\/p>\n<h3>  Kooperationsabkommen III<\/h3>\n<p>  Dieses liegt nun vor: als <a href=\"http:\/\/sozialisten.de\/partei\/parteitag\/pt0903\/view_html?zid=30618&#038;bs=1&#038;n=7\"> Antrag des Linkspartei\/PDS-Bundesvorstandes an den Bundesparteitag<\/a> der   Linkspartei\/PDS am 10. und 11. Dezember in Dresden.<\/p>\n<p>  Wer davon ausgeht, dass das Abkommen in WASG-Gliederungen unterhalb des   Bundesvorstandes diskutiert wurde, wird entt&#228;uscht. Da bereits im   Leitantrag an den L&#228;nderrat erw&#228;hnt wurde, dass ein solches   Kooperationsabkommen mit der Linkspartei\/PDS angestrebt wird, ist davon   auszugehen, dass es mit dem WASG-Bundesvorstand abgestimmt wurde. Darauf   deuten auch die Ausf&#252;hrungen der Extraausgabe des bundesweiten   WASG-Newsletters vom 22. November hin, der wortgleiche Formulierungen   wie das Kooperationsabkommen enth&#228;lt.<\/p>\n<p>  So ist davon auszugehen, dass am zweiten Dezemberwoche ein Abkommen   beschlossen (und sicher medial transportiert) wird, das in keiner   WASG-Gliederung &#246;ffentlich thematisiert, kritisiert und beschlossen oder   verworfen wurde. Es k&#246;nnte dann zu einem Druckmittel des   WASG-Bundesvorstands gegen unliebsame Landesverb&#228;nde und KritikerInnen   eines Fusionsprozesses unter diesen Umst&#228;nden werden.<\/p>\n<p>  Doch um was geht es inhaltlich?<\/p>\n<p>  Im &#8222;Kooperationsabkommen III &#8211; Rahmenvereinbarung zum   Parteibildungsprozess zwischen Linkspartei\/PDS und WASG&#8220; geht es nicht   mehr um einen ergebnisoffenen Prozess. Bis sp&#228;testens 30. Juni 2007 soll   die Vereinigung vollzogen sein. Es ist auch nicht mehr die Rede davon,   m&#246;glichst viele andere Linke und AktivistInnen sozialer Bewegungen und   aus dem gewerkschaftlichen und betrieblichen Spektrum mit einzubeziehen.   Der Prozess wird auf den Zusammenschluss von Linkspartei\/PDS und WASG   verengt.<\/p>\n<p>  In Punkt 4 des Abkommens ist davon die Rede, dass die Mitglieder beider   Parteien in die Diskussionen mit einbezogen werden sollen und die   wichtigsten Fragen wie Regierungsbeteiligung, demokratischen Sozialismus   und das Verh&#228;ltnis von au&#223;erparlamentarischer Bewegung und   parlamentarischer Arbeit breit debattiert werden sollen. In Punkt 5 des   Abkommens wird jedoch deutlich, dass diese breit angelegten Diskussionen   lediglich f&#252;rs Schaufenster veranstaltet werden. Denn &#252;ber die konkrete   Ausgestaltung des Prozesses der Fusion entscheidet nicht die aktive   Parteibasis sondern verschiedene parit&#228;tisch besetzte Steuerungsgruppen. <\/p>\n<h3>  Top-down<\/h3>\n<p>  W&#228;hrend sich die Mitgliedschaft in &#246;ffentlichen Diskussionsforen so   richtig austoben darf, bereiten Steuerungsgruppen zu Programm,   politischer Strategie, Satzung, Finanzen und internationalen   Parteibeziehungen die Entscheidungen der Bundesvorst&#228;nde der Parteien   vor.<\/p>\n<p>  Diese Steuerungsgruppen unterliegen weder der Kontrolle der Basis der   WASG- oder Linkspartei\/PDS-Mitgliedschaft, noch dem L&#228;nderrat oder   irgendwelchen Landesverb&#228;nden.<\/p>\n<p>  Stattdessen soll ein Beirat aus VertretInnen aus Wissenschaft, Kunst und   Kultur den Parteibildungsprozess beratend begleiten. In Punkt 7 des   Abkommens wird dar&#252;berhinaus festgehalten, dass die Vorst&#228;nde von   Linkspartei und WASG auf L&#228;nder- und Kreisebene auf der Grundlage des   Abkommens agieren sollen. Ein Mitglied der WASG-Bezirksgruppe   Friedrichshain-Kreuzberg verglich diesen Top-down-Prozess der   Vereinigung mit der b&#252;rokratischen Gr&#252;ndung von ver.di durch den   Zusammenschluss von f&#252;nf Einzelgewerkschaften.<\/p>\n<p>  Aber Halt! Am Ende sollen die Parteitage und die Mitgliedschaft in einer   Urabstimmung &#252;ber die Einleitung und des Abschluss des   Parteibildungsprozesses entscheiden. Aber &#252;ber was entscheidet der   Parteitag der WASG Anfang M&#228;rz? &#220;ber die Ergebnisse von   Steuerungsgruppen, die bereits medial transporiert wurden. &#220;ber die   Auswirkungen eines Kooperationsabkommens, das die Linkspartei\/PDS   bereits im Dezember beschlossen hat. Dieses &#8222;demokratische Verfahren&#8220;   erinnert an das Zustandekommen des Beschlusses des Kasseler Parteitags   vom Juli, auf den offenen Listen der PDS bei den Bundestagswahlen   anzutreten. Nachdem die Vorst&#228;nde und irgendwelche Steuerungsgruppen   schon alles entschieden hatten und die Ergebnisse in der Presse breit   getreten hatten, gab es f&#252;r die Mitgliedschaft keine   Entscheidungsm&#246;glichkeit mehr, die offenen Listen der PDS abzulehnen und   gleichzeitig verantwortungsbewusst mit dem Projekt WASG umzugehen.<\/p>\n<h3>  Inhaltliche Fragen ausgeblendet<\/h3>\n<p>  &#8222;Das Abkommen &#252;bernimmt zentrale programmatische Positionen der PDS,   ohne das eine Verst&#228;ndigung &#252;ber diese Fragen in der WASG bereits   stattgefunden h&#228;tte&#8220; hei&#223;t es in einem Initiativantrag, der das   Kooperationsabkommen kritisiert und dem Berliner Parteitag der WASG   vorliegt.<\/p>\n<p>  So bezieht sich das Kooperationsabkommen in Punkt 2 Absatz 2 indirekt   auf das &#8222;Potsdamer Dreieck.&#8220; Im Potsdamer Dreieck oder &#8222;Strategischem   Dreieck&#8220;, beschlossen auf dem Potsdamer Parteitag 2004, bilden soziale   Proteste, Regierungsbeteiligung und Antikapitalismus eine strategische   Einheit. Im Kooperationsabkommen ist die Zielsetzung &#228;hnlich: Zu den   Aufgaben der neu zu bildenden Partei sollen sowohl die Gestaltung von   au&#223;erparlamentarischem Widerstand als &#8222;auch der Anspruch auf Mit- und   Umgestaltung&#8220; z&#228;hlen. Zudem solle &#252;ber Alternativen, die &#252;ber den   Kapitalismus hinausweisen debattiert werden.<\/p>\n<p>  Die Auswirkungen dieser widerspr&#252;chlichen Ziele kennen wir jedoch zur   Gen&#252;ge: Von Montag bis Freitag werden in den Landesregierungen von   Berlin und Mecklenburg-Vorpommern und in vielen Kreisparlamenten von der   Linkspartei\/PDS Sozialabbau mitgetragen, am Samstag nimmt sie an Demos   teil und am Sonntag gei&#223;elt sie den Kapitalismus.<\/p>\n<p>  Die WASG hat bisher eine Position zur Frage der Regierungsbeteiligung   auf Bundesebene. Diese lautet: &#8222;An Regierung im Bund werden wir uns nur   dann beteiligen, wenn dies zu einem grundlegenden Politikwechsel in   Richtung unserer Forderungen f&#252;hrt. Wir werden uns nicht an einer   Regierung beteiligen oder sie tolerieren, die Sozialabbau betreibt.&#8220; <\/p>\n<p>  Wie sich die WASG auf Landes- und kommunaler Ebene positioniert, wurde   bisher im Rahmen der Bundespartei noch nicht ausf&#252;hrlich diskutiert. In   NRW hat sich die WASG im Landtagswahlkampf jedoch sehr klar   positioniert: &#8222;Wir sind bereit, Verantwortung zu &#252;bernehmen. Aber wir   werden mit keiner Partei zusammenarbeiten, die dazu beitr&#228;gt, den   arbeitnehmerfeindlichen Kurs der Bundesregierung fortzusetzen und die   Agenda 2010 in Renten-, Gesundheits- und Arbeitslosenversicherung   umzusetzen. Die Regierungsbeteiligung der PDS und der Gr&#252;nen sind uns   ein mahnendes Beispiel f&#252;r den Verlust von Glaubw&#252;rdigkeit. Wir werden   keine Regierung tolerieren, die Sozialabbau betreibt.&#8220; (aus: Langfassung   des Wahlprogramms der WASG NRW zur Landtagswahl am 22. Mai 2005)<\/p>\n<h3>  Kein konkurrierenden Kandidaturen<\/h3>\n<p>  Gerade weil die entscheidenden inhaltlichen Differenzen wie die Frage   der Regierungsbeteiligung aus Sicht des Linkspartei\/PDS-Vorstands (und   sehr wahrscheinlich auch vom WASG-Bundesvorstand) ausgeblendet werden,   wird in Punkt 6 des Abkommens festgehalten, dass beide Parteien ihre   Absicht erkl&#228;ren, auf keiner Ebene bei Wahlen konkurrierend anzutreten. <i> &#8222;Die Parteivorst&#228;nde werden dies mit allem Nachdruck vertreten,&#8220;<\/i>  hei&#223;t es im Kooperationsabkommen.<\/p>\n<p>  Damit wird eine wichtige Debatte beendet, bevor sie begonnen hat.<\/p>\n<p>  Der Bundesvorstand der WASG hat jedoch bereits damit begonnen, diese   Position mit allem Nachdruck gegen&#252;ber den Landesverb&#228;nden Berlin und   Mecklenburg-Vorpommern zu vertreten.<\/p>\n<p>  So wird dem Landesverband Mecklenburg-Vorpommern, der aktuell eine   Urabstimmung unter den Mitgliedern durchf&#252;hrt, ob die WASG eigenst&#228;ndig   oder mit der Linkspartei\/PDS bei den Landtagswahlen 2006 antreten soll,   die Durchf&#252;hrung einer Urabstimmung gegen das Mitgliedervotum auf   Bundesebene vorgeworfen. Wir erinnern uns: Hat es auf dem   Bundesparteitag im Juli einen Beschluss gegeben, dass die WASG auf   Landesebene Regierungspartei wird und Sozialabbau mit betreibt?<\/p>\n<p>  Auch zur Situation in Berlin hat der Bundesvorstand am 18.11.2005 einen   Beschluss gefasst. In der &#8222;Erkl&#228;rung des Bundesvorstandes zur aktuellen   Situation in Berlin&#8220; verlangt der Bundesvorstand vom Berliner   WASG-Landesverband, auf die Einreichung einer eigenen Wahlanzeige bis   Ende M&#228;rz zu verzichten. Ferner solle eine Entscheidung &#252;ber die Form   des Wahlantritts (eigenst&#228;ndig oder mit der Linkspartei\/PDS) erst nach   dem Bundesparteitag und den Landtagswahlen in Baden-W&#252;rttemberg,   Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt Ende M&#228;rz getroffen werden.<\/p>\n<h3>  Berlin<\/h3>\n<p>  W&#228;hrend die Erkl&#228;rung des Bundesvorstandes vorgibt, <i>&#8222;die   Haltung des (rot-roten) Senats zu Tarifvertr&#228;gen und Ma&#223;nahmen des   Sozialabbaus im Rahmen der Haushaltskonsolidierung&#8220;<\/i> kritisch   zu hinterfragen und pr&#252;fen zu wollen, scheint der Ausgang dieser Pr&#252;fung   f&#252;r den Bundesvorstand bereits festzustehen. Lediglich der Verzicht auf   eine Koalitionsaussage wird von der Linkspartei\/PDS in Berlin erwartet.<\/p>\n<p>  Abgesehen davon, dass alle SpitzenpolitikerInnen der Linkspartei\/PDS in   Berlin st&#228;ndig bem&#252;ht sind zu betonen, dass sie eine Fortsetzung von   rot-rot in Berlin anstreben, macht selbst ein Verzicht auf eine solche   Koalitionsaussage keinen realen Unterschied. Auch die SPD hat im   Bundestagswahlkampf keine Koalitionsaussage zu Gunsten der Gr&#252;nen oder   der CDU gemacht. Die Bedeutung davon lag bei Null, wie wir wissen.<\/p>\n<p>  F&#252;r die WASG Berlin ist nicht entscheidend, dass die PDS vor der Wahl   etwas zusichert, um nach der Wahl freie Bahn zu haben. Entscheidend sind   die inhaltlichen Forderungen, die dem Berliner WASG-Parteitag in Form   des Leitantrags der Bezirksgruppe Friedrichshain-Kreuzberg vorliegen und   die der Landesdelegiertenrat im September beschlossen hat:<\/p>\n<p>  <i>&#8211; Stopp des Stellenabbaus im &#246;ffentlichen Dienst. <\/i><\/p>\n<p>  <i>&#8211; R&#252;ckkehr des landes Berlin in den Kommunalen Arbeitgeberverband <\/i> <\/p>\n<p>  <i>&#8211; Keine Privatisierung bei der &#246;ffentlichen Daseinsf&#252;rsorge <\/i> <\/p>\n<p>  <i>&#8211; R&#252;cknahme der K&#252;rzungen im Sozialbereich <\/i><\/p>\n<p>  <i>&#8211; R&#252;cknahme des Risikoabschirmungsgesetzes f&#252;r die Berliner   Bankgesellschaft <\/i><\/p>\n<p>  An diesen und anderen Forderungen muss die Linkspartei\/PDS gemessen   werden: in &#246;ffentlichen Diskussionsforen &#8211; gemeinsam mit AktivistInnen   der au&#223;erparlamentarischen Bewegungen und anderen Linken. Und nicht nur   verbal, sondern durch eine sichtbare Kursumkehr der Linkspartei\/PDS.<\/p>\n<p>  Der Antrag schlussfolgert richtig: <i>&#8222;Wenn die Linkspartei\/PDS diesen   Kernforderungen zustimmt und es ihr nicht gelingt, mit der SPD einen   entsprechenden Kurswechsel einzuleiten, ist die logische Konsequenz   daraus ihr Austritt aus der Regierungskoalition.&#8220;<\/i><\/p>\n<p>  Wenn die Linkspartei\/PDS jedoch Sozialabbau, Privatisierung und   Stellenabbau nicht konsequent ablehnt und keine grundlegende Kursumkehr   vornimmt, ist keine Basis f&#252;r eine gemeinsame Kandidatur vorhanden.<\/p>\n<p>  In diesem Fall k&#246;nnte die WASG Berlin nach der Auswertung der Foren eine   eigenst&#228;ndige Kandidatur gegen neoliberale Politik unter Hinzuziehung   von AktivistInnen aus sozialen, betrieblichen und der gewerkschaftlichen   Bewegungen und anderer Linker beschlie&#223;en. Eine solche prinzipienfeste   Kandidatur gegen Sozialkahlschlag w&#252;rde den Antritt der WASG in   Baden-W&#252;rttemberg und Rheinland-Pfalz jedoch nicht schw&#228;chen sondern   vielmehr st&#228;rken. Viel eher wird der zeitgleiche Wahlantritt der   Linkspartei\/PDS in Sachsen-Anhalt, deren erkl&#228;rtes Ziel es ist,   gemeinsam mit der SPD eine Landesregierung zu bilden, die Wahlk&#228;mpfe und   die Glaubw&#252;rdigkeit der WASG in Baden-W&#252;rttemberg und Rheinland-Pfalz   schw&#228;chen.<\/p>\n<p>  Die Gr&#252;nde des Bundesvorstandes, von der WASG Berlin den Verzicht auf   eine Wahlanzeige bis Ende M&#228;rz zu fordern, hat andere Gr&#252;nde: Es soll   unter allen Umst&#228;nden verhindert werden, dass der Landesparteitag der   WASG Berlin vor dem Bundesparteitag Anfang M&#228;rz stattfindet und die   Einreichung einer Wahlanzeige beschlie&#223;t, weil beim Bundesparteitag ein   Antrag des Bundesvorstandes vorgelegt werden soll, der analog zum   Kooperationsabkommen entgegengesetzte Kandidaturen ausschlie&#223;t.<\/p>\n<h3>  Berlin ist kein Sonderfall<\/h3>\n<p>  Den Berliner Mitgliedern wird manchmal vorgeworfen, dass sie eine   &#8222;Berliner Brille&#8220; tragen und die &#8222;Berlin-Frage&#8220; &#252;ber den bundesweiten   Neuformierungsprozess stellen. Das ist falsch.<\/p>\n<p>  Die meisten Berliner WASG-Mitglieder lehnen nicht den bundesweiten   Prozess der Neuformierung der Linken ab. Aber viele fragen zu Recht:   Unter welchen inhaltlichen Voraussetzungen soll der Prozess stattfinden?   Was ist links? Wollen wir Entscheidungen von unten nach oben oder   andersherum? Diese Fragen sind nicht nur f&#252;r Berlin, sondern bundesweit   entscheidend. Verschiedene Diskussionspapiere aus der Linkspartei\/PDS   (Breitenbach\/Schubert oder Hoff\/Kahrs\/Woop) und &#196;u&#223;erungen von Gregor   Gysi und Oskar Lafontaine machen deutlich, dass Teile der   Linkspartei\/PDS anstreben, 2009 Teil der Bundesregierung zu werden.   Daf&#252;r sollen in den L&#228;ndern die Weichen gestellt und die Mehrheiten im   Bundesrat dadurch ver&#228;ndert werden. Deshalb: Berlin ist kein Sonderfall   sondern Pr&#228;zendenzfall.<\/p>\n<p>  Wenn eine Kandidatur auf konsequent antineoliberaler Grundlage in Berlin   im September 2006 Erfolg hat, wird dies positive Auswirkungen f&#252;r den   Aufbau einer prinzipienfesten neuen Linken und dem Aufbau von Widerstand   im gesamten Bundesgebiet haben. Das entscheidende ist, dass eine Partei   aufgebaut wird, die konsequent Widerstand gegen Hartz IV,   Mehrwertsteuer, Abbau von Arbeitnehmerrechten und die Aush&#246;hlung der   sozialen Sicherungssysteme organisiert.<\/p>\n<p>  Deshalb sollte die Berliner Lage und auch die Lage in   Mecklenburg-Vorpommern in allen Kreisverb&#228;nden und Landesverb&#228;nden zum   Thema gemacht werden. Das ist auch im Interesse der WASG Berlin. Der   Leitantrag der Bezirksgruppe Friedrichshain-Kreuzberg schlussfolgert   richtig: <i>&#8222;Wir sind f&#252;r jeden guten Ratschlag dankbar und werden ihn   gr&#252;ndlich abw&#228;gen. Die Entscheidung &#252;ber einen Wahlantritt der WASG zu   den Berliner Abgeordnetenhauswahlen wird aber von den Mitgliedern des   Landesverbandes Berlin gef&#228;llt.&#8220;<\/i><\/p>\n<p>  Diese Aussage ist wichtig. Die WASG ist eine sehr junge Partei, in der   es zu verschiedenen Fragen unterschiedliche Haltungen gibt. Wenn sie   eine lebendige Partei sein soll, sind Entscheidungsprozesse von unten   nach oben n&#246;tig.<\/p>\n<p>  <i>Lucy Redler, Mitglied im WASG-L&#228;nderrat, Berlin<\/i><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kritik am Kooperationsabkommen III zwischen Linkspartei\/PDS und WASG<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[30],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11445"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11445"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11445\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11445"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11445"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11445"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}