{"id":11444,"date":"2005-11-23T13:15:12","date_gmt":"2005-11-23T13:15:12","guid":{"rendered":".\/?p=11444"},"modified":"2005-11-23T13:15:12","modified_gmt":"2005-11-23T13:15:12","slug":"11444","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2005\/11\/11444\/","title":{"rendered":"&quot;Sch&#252;lerrevolution &#8211; Wir fordern Gleichberechtigung !!!&quot;"},"content":{"rendered":"<p>So die Aussage eines Flugblatts zweier Berliner Gymnasien im Prenzlauer Berg. &#220;ber 300 Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;ler gingen daf&#252;r am Dienstag 22.November auf die Stra&#223;e. <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  Anl&#228;sslich der geplanten Schulzusammenlegung des Pasteur- und des   Camille-Claudel-Gymnasiums in Berlin &#8211; Prenzlauer Berg, soll die   Schulleitung des Pasteurs keine Vertretung mehr in der fusionierten   Schule finden. Damit sind verschiedene au&#223;erschulische Projekte, ein   Sch&#252;lerclub, sowie die demokratische Einbeziehung der   Sch&#252;lervertretungen gef&#228;hrdet.<\/p>\n<p>  In Berlin &#8211; Prenzlauer Berg werden insgesamt sechs Schulen zu dreien   zusammengelegt, da die Sch&#252;lerzahlen zur&#252;ckgegangen sind. Statt das f&#252;r   sinkende Klassenfrequenzen zu nutzen, sollen durch die Fusionen   Verwaltungs- und Lehrerstellen abgebaut werden. Die Klassenfrequenz wird   sogar noch erh&#246;ht.<\/p>\n<p>  <b>Proteste<\/b><\/p>\n<p>  Die Sch&#252;lerinnen, Sch&#252;ler, Elternvertretungen und LehrerInnen   organisieren seit zwei Jahren Proteste gegen Bildungsk&#252;rzungen in Berlin   und Prenzlauer Berg. Als die Schulzusammenlegung vor zwei Jahren bekannt   gegeben wurde protestierten sie schon einmal mit einem eint&#228;gigen   Streik, mit dem sie sich der damaligen Studierendenbewegung anschlossen   und sie unterst&#252;tzten. Sie f&#252;hrten an dem Tag eine Demo und alternativen   Unterricht durch. Gefolgt wurde der Streik drei Monate sp&#228;ter von einem   Aktionstag, an dem sich mehrere berliner Schulen beteiligten. Es gab   einen Sternmarsch aus ganz Berlin und ein Open Air-Konzert.<\/p>\n<p>  <b>Aktionswoche<\/b><\/p>\n<p>  Zehn Tage vor der Demo am Dienstag wurde die einseitige Zusammensetzung   der fusionierenden Schulen bekannt gegeben. <i>&#8222;Wir haben versucht zu   reden und wir werden nicht angeh&#246;rt.&#8220;<\/i>(eine   Organisatorin). AktivistInnen innerhalb und au&#223;erhalb Sch&#252;lervertretung   diskutierten daraufhin einen erneuten Streik der Schulen.<\/p>\n<p>  Am n&#228;chsten Schultag gab es Kundgebungen auf den Schulh&#246;fen, wo &#252;ber die   Lage informiert wurde. &#220;ber 90 % der Sch&#252;lerInnen an beiden Schulen   stimmten f&#252;r einen Streik. Einige Lehrer drohten daraufhin mit sechsen   und Fehlstunden. Ergebnis war eine Protestwoche mit alternativem   Unterricht durch die Sch&#252;ler, Protestnachmittagen vor dem Bezirksamt und   Pausenaktionen. Es gab au&#223;erdem ein Protestkonzert auf dem Schulhof und   es wurden Luftballons f&#252;r jedes gegebene Versprechen platzen lassen. F&#252;r   Unterst&#252;tzung wurde mit Unterschriftenlisten geworben. Getragen wurde   die Woche von einem Aktionskomitee das gr&#246;&#223;tenteils Sch&#252;lerInnnen der   Sch&#252;lervertretung umfasste.<\/p>\n<p>  <b>Demonstration<\/b><\/p>\n<p>  H&#246;hepunkt der Proteste wurde eine Demonstration am Dienstag 22.11. An   ihr beteiligten sich &#252;ber 300 Sch&#252;lerInnen von f&#252;nf Schulen. <\/p>\n<p>  <img align=\"right\" src=\"\/media\/2005\/joseph1.jpg\">  Es wurde au&#223;erdem versucht Studierende in den Protest mit einzubeziehen.   Die Demo, die innerhalb von wenigen Tagen auf die Beine gestellt wurde,   war ein voller Erfolg. Sie zogen vor das rote Rathaus, wo sie mit viel   Krach und eigenen Transparenten auf sich aufmerksam machten. In Reden   wurde betont, dass sie kein Einzelfall sind, sondern, dass Bildungsabbau   &#252;berall in Berlin praktiziert wird, so zum Beispiel die &#220;berlegung   Sarrazins (Berliner Finanzminister) ab 2008 Studiengeb&#252;hren einzuf&#252;hren. <i> &#8222;Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Bildung klaut!&#8220;<\/i>   war der lautstarke Slogan der Demo. Mit Flugbl&#228;ttern und einem   Protestbrief an den Bildungssenator, der von der Demo verabschiedet   wurde, wurden die Forderungen an den rot-roten Senat gewandt.<\/p>\n<p>  Joseph Rothmaler (Organisator und Aktivist an der Camille Claudel,   Mitglied bei SAV und WASG): <i>&#8222;Den Sch&#252;lern muss bewusst gemacht   werden, was K&#252;rzungen bedeuten und wir m&#252;ssen die Vernetzung mit anderen   Betroffenen hinbekommen.&#8220;<\/i><\/p>\n<p>  <b>Ausblick<\/b><\/p>\n<p>  Im Moment wird die Reaktion auf die Proteste abgewartet, bevor man   weitere Schritte plant. Bis dahin soll eine Brosch&#252;re mit allen   Pressemitteilungen, Flugbl&#228;ttern und Artikeln &#252;ber die Proteste   erscheinen. Eine Kampagne soll versuchen noch mehr Sch&#252;ler &#252;ber   Bildungsk&#252;rzungen aufzukl&#228;ren, um zuk&#252;nftig gest&#228;rkter dagegen vorgehen   zu k&#246;nnen. Au&#223;erdem wird &#252;ber eine Diskussionsveranstaltung mit   Parteienvertretern nachgedacht, nachdem Unterst&#252;tzungsanfragen von SPD   und Linkspartei.PDS unbeantwortet blieben. WASG-Mitglieder unterst&#252;tzen   solidarisch den Protest der Sch&#252;lerInnen.<\/p>\n<p>  Weitere Informationen unter www.wirprotestieren.de.tk<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>So die Aussage eines Flugblatts zweier Berliner Gymnasien im Prenzlauer<br \/>\n    Berg. &#220;ber 300 Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;ler gingen daf&#252;r am Dienstag<br \/>\n    22.November auf die Stra&#223;e. <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[50],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11444"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11444"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11444\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11444"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11444"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11444"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}