{"id":11412,"date":"2005-10-28T15:15:15","date_gmt":"2005-10-28T15:15:15","guid":{"rendered":".\/?p=11412"},"modified":"2005-10-28T15:15:15","modified_gmt":"2005-10-28T15:15:15","slug":"11412","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2005\/10\/11412\/","title":{"rendered":"&#x84;Alternative&#x93; Metaller gewinnen an Einfluss"},"content":{"rendered":"<p>Oppositionelle Gruppe bei DaimlerChrysler bietet Betriebsratsf&uuml;rsten die Stirn<!--more--><br \/>\n &nbsp;<br \/>\nIn der IG-Metall-Region Stuttgart haben in den vergangenen Wochen drei Themen die gewerkschaftlichen Debatten bestimmt. Die Vernichtung von 8.500 Stellen bei DaimlerChrysler, die Ank&uuml;ndigung der Unternehmer im S&uuml;dwesten, die Steink&uuml;hler-Pause abzuschaffen und die beharrliche Arbeit der Gruppe um die alternative (Betriebsblatt), die in der IG Metall im Werk Untert&uuml;rkheim f&uuml;r k&auml;mpferische und demokratische Gewerkschaftsarbeit einsteht.<br \/> Kaum ein Wort der Kritik von der offiziellen IG Metall &uuml;ber den angek&uuml;ndigten Stellenabbau bei DaimlerChrysler. Nur Lob &uuml;ber die im Sommer 2004 abgeschlossene Vereinbarung &#x84;Zukunftssicherung 2012&#x93;, die zum Gl&uuml;ck die Arbeitspl&auml;tze bis 2012 sichere und niemand betriebsbedingt k&uuml;ndigen w&uuml;rde. Der Aufsichtsrat hat 950 Millionen f&uuml;r das Abfindungsprogramm bewilligt.<\/p>\n<p> <span style=\"font-weight: bold;\">Arbeitszeitverk&uuml;rzung &#8211; bei vollem Lohnausgleich<\/span><\/p>\n<p> Die alternative hat es gl&auml;nzend vorgerechnet: Eine Arbeitszeitverk&uuml;rzung um zwei Stunden bei den 151.500 Besch&auml;ftigten von DaimlerChrysler bundesweit entspricht rechnerisch den 8.500 Arbeitspl&auml;tzen, die abgebaut werden sollen. Und was w&uuml;rde es kosten, das ohne Lohnk&uuml;rzung durchzuf&uuml;hren? Ziemlich genau die oben erw&auml;hnten 950 Millionen Euro. Mit der Rechenmaschine: 8.500 x 35 Wochenstunden x 52 Wochen ergibt circa 15,5 Millionen Stunden. Berechnen wir ein Durchschnittsentgelt von 30 Euro, w&uuml;rden die 950 Millionen Euro reichen, um &uuml;ber einen Zeitraum von zwei Jahren bei einer Arbeitszeitverk&uuml;rzung aller Besch&auml;ftigten um zwei Stunden vollen Lohnausgleich zu zahlen. Arbeitszeitverk&uuml;rzung bei vollem Lohnausgleich in H&ouml;he der 950 Millionen Euro und ein Stopp aller Fremdvergaben sind Hauptforderungen der alternative.<\/p>\n<p> <span style=\"font-weight: bold;\">Eine Pause f&uuml;r menschlicheres Arbeiten<\/span><\/p>\n<p> Die Steink&uuml;hler-Pause (die es seit 1973 gibt, seit dem Streik unter dem damaligen Bezirksleiter Franz Steink&uuml;hler) spielte schon im Sommer 2004 eine Rolle, als bei DaimlerChrysler gegen Einsparungen von 500 Millionen Euro die so genannte &#x84;Zukunftssicherung 2012&#x93; abgeschlossen wurde. Mercedes-Chef Hubbert nahm damals die Steink&uuml;hler-Pause ins Visier, als er die Erholzeiten eine &#x84;baden-w&uuml;rttembergische Krankheit&#x93; nannte.<br \/> Diese Acht-Minuten-Pause pro Stunde f&uuml;r BandarbeiterInnen hat die IG Metall nicht &uuml;berall durchgesetzt. Sie ist in einzelnen Betrieben und einzelnen Tarifgebieten vertraglich festgehalten. Im A-Klasse-Werk von DaimlerChrysler in Rastatt gilt sie. Einige Kilometer weiter &uuml;ber den Rhein, im LKW-Werk von DaimlerChrysler in W&ouml;rth gibt es sie nicht. Bei hartem Montagetempo wird so der Gang aufs Klo oder der Schluck aus der Wasserflasche h&auml;ufig bis zur regul&auml;ren Fr&uuml;hst&uuml;cks- oder Mittagspause verkniffen. Und das sind nichts anderes als unmenschliche Arbeitsbedingungen.<br \/> Die IG Metall muss diese Pause f&uuml;r alle erk&auml;mpfen, nicht Isolierung und Vereinzelung von Belegschaften zulassen. Sie sollte aktuelle Konflikte wie Phillips oder AEG miteinbeziehen. Der Verband S&uuml;dwestmetall hat die Steink&uuml;hler-Pause f&uuml;r die kommende Tarifrunde Anfang 2006 ins Visier genommen. Bleibt es dabei, wird es so kommen, wie die Stuttgarter Zeitung vom 6. Oktober kommentiert: &#x84;Das gibt &Auml;rger&#x93;.<\/p>\n<p> <span style=\"font-weight: bold;\">F&uuml;r eine k&auml;mpferische IG Metall<\/span><\/p>\n<p> Die oben erw&auml;hnten Zitate aus der alternative sind aus der Ausgabe Nr. 9 vom Oktober 2005. Die vielen KollegInnen, Vertrauensleute und insbesondere jene vier IGM-Betriebsr&auml;te, die die alternative unterst&uuml;tzen, wurden aus den jetzt stattfindenden Urwahlen zur Aufstellung der IGM-Liste f&uuml;r die kommenden Betriebsratswahlen ausgeschlossen. Dazu nehmen sie selber in der alternative Nr. 9 Stellung: &#x84;Wir treten auch weiter als Betriebsr&auml;te an f&uuml;r die Interessen der KollegInnen. Wenn die Machthaber in der IGM bei DC uns nicht auf der Liste der IGM kandidieren lassen &#8211; dann eben mit einer eigenen Liste, wenn es denn nicht anders geht!&#x93;<br \/> Seit dem gro&szlig;en Konflikt bei DaimlerChrysler um das Sparpaket bringt die Gruppe ihre Meinung in eigenen Stellungnahmen zum Ausdruck. Sie kritisiert die T&uuml;cken der Vereinbarung &#x84;Zukunftssicherung 2012&#x93;, dessen Besch&auml;ftigungssicherung bis 2012 ein l&ouml;chriger K&auml;se ist, was die 8.500 Stellenstreichungen zeigen. Sie kritisiert die massiven Verschlechterungen f&uuml;r die Dienstleister-KollegInnen (siehe Interview in unserer letzten Ausgabe). Die &#x84;Alternativen&#x93; gewinnen also mit ihren ungeschminkten Informationen an der Basis immer mehr Einfluss. Sie kritisieren, dass die Betriebsratsspitze sich den Unternehmensinteressen unterwirft, &#x84;Co-Managment&#x93; betreibt, ihr eigenes Betriebsblatt, den Scheibenwischer, f&uuml;r kritische Meinungen sperrt und versucht, Kritiker mundtot zu machen. Bundesweit gilt es, diesen k&auml;mpferischen KollegInnen den R&uuml;cken zu st&auml;rken und sie vorbehaltlos zu unterst&uuml;tzen.<br \/> <br style=\"font-style: italic;\"> <span style=\"font-style: italic;\">von Pablo Alderete, Stuttgart<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Oppositionelle Gruppe bei DaimlerChrysler bietet Betriebsratsf&uuml;rsten die Stirn<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[11],"tags":[176],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11412"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11412"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11412\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11412"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11412"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11412"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}