{"id":11402,"date":"2005-10-23T19:48:38","date_gmt":"2005-10-23T19:48:38","guid":{"rendered":".\/?p=11402"},"modified":"2005-10-23T19:48:38","modified_gmt":"2005-10-23T19:48:38","slug":"11402","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2005\/10\/11402\/","title":{"rendered":"AktivistInnen-Konferenz diskutiert &#252;ber Alternativen zum ANC"},"content":{"rendered":"<p>  B&#252;ndnis gegen Arbeitsplatzvernichtung und Armut gegr&#252;ndet<\/p>\n<p> <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  Entgegen der Versuche seitens der vom ANC dominierten sogenannten   &quot;dreiteiligen Allianz&quot; bestehend aus ANC, kommunistischer Partei (SACP)   und dem F&#252;hrungsapparat von COSATU (Gewerkschaftsdachverband von   S&#252;dafrika), das Treffen zu zerreden und des offenen Boykottaufrufs von   SACP und ANC, haben sich am 22. August 2005 1300 Delegierte aus &#252;ber 70   Einzelorganisationen getroffen, um ein B&#252;ndnis gegen   Arbeitsplatzvernichtung und Armut ins Leben zu rufen. Die teilnehmenden   Organisationen reichten von solchen, die seit Jahren in Opposition zum   ANC und zur &quot;dreiteiligen Allianz&quot; stehen (z.B. die &quot;Kampagne gegen   Zwangsr&#228;umungen&quot;), &#252;ber jene, wie etwa das New Women&#180;s Movement, einer   Graswurzel-Frauen-Bewegung aus der Arbeiterklasse, die sich selbst als   keiner politischen Richtung zugeh&#246;rig beschreibt.<\/p>\n<p class=\"western\">  ArbeiterInnen aus der Fisch verarbeitenden Industrie, die einen ehemals   kompromisslosen ANC-Anh&#228;nger zu ihrem Sprecher w&#228;hlten, sind heutzutage   tief entt&#228;uscht und desillusioniert &#252;ber die Entwicklung des ANC. Des   Weiteren waren VertreterInnen anwesend von den Kirchen, den NGOs, der   Treatment Action Campaign (einer Bewegung, die sehr erfolgreich im Kampf   mit der Regierung f&#252;r die Entwicklung eines Masterplans zur   Unterst&#252;tzung von HIV\/Aids-Infizierten war), den Women on Farms (auf   Farmen meist prek&#228;r besch&#228;ftige Frauen), den Right To Work &#8211;   AktivistInnen, der Jugendorganisation Youth in Action, der Landless   Peoples Movement (Landlosenbewegung) und weitere AktivistInnen von   k&#252;rzlich erst gegr&#252;ndeten Hausbesetzergruppen.<\/p>\n<p class=\"western\">  Tony Ehrenreich, der COSATU-Bevollm&#228;chtigte der Provinz Western Cape   (Hauptstadt: Kapstadt) beschrieb die Veranstaltung folgenderma&#223;en: <i><span><\/i> &quot;Die VertreterInnen all dieser Organisationen f&#252;llten die Stadthalle bis an   den Rand ihres Fassungsverm&#246;gens. Sie erzeugten ein Gef&#252;hl von   Zusammengeh&#246;rigkeit, einen Geist, den man zuletzt im Kampf gegen das   Apartheid-Regime oder in den ersten Tagen der Demokratie sp&#252;ren konnte.&quot;   (The Star, 1. Sept. 2005)<\/span><\/p>\n<p class=\"western\">  Auf roten Bannern waren die Forderungen nach Wohnungsbau,   Arbeitspl&#228;tzen, einem Mindestlohn, Grund und Boden sowie einer   funktionierenden Gesundheitsversorgung zu lesen. Das Treffen selbst war   haupts&#228;chlich von einer Analyse des bisherigen Widerstands der   Arbeiterklasse gegen die verheerende neoliberal-kapitalistische Politik   der Regierung und die Auswirkungen auf die pers&#246;nlichen   Lebensverh&#228;ltnisse bestimmt. &#196;u&#223;erst bemerkenswert war dabei auch eine   recht gro&#223;e Einzelveranstaltung von COSATU-Betriebsr&#228;ten, auf der weder   T-Shirts des ANC zu erblicken noch Slogans oder Lieder der ehemaligen   Freiheitsbewegung Nelson Mandelas zu h&#246;ren waren.<\/p>\n<p class=\"western\">  Obwohl NGOs wie das &quot;alternative Informationszentrum&quot; eine bedeutende   Rolle bei der Vorbereitung des Meetings spielten, kam die Initiative zu   dem Treffen vom Exekutivkomitee des COSATU mit Tony Ehrenreich als   Leiter der Steuerungskommission. In einem bedeutungsschwangeren Moment,   der an die Abstimmung &#252;ber die Freedom Charta 1955 erinnert, sollten   alle teilnehmenden Gruppierungen ihre jeweiligen Forderungen auf den   Tisch legen.<\/p>\n<p class=\"western\">  Die SprecherInnen auf dem Podium wurden gebeten, sich lediglich auf   kurze, vorstellende Worte zu beschr&#228;nken, um so vielen AktivistInnen wie   m&#246;glich Rederecht einr&#228;umen zu k&#246;nnen. Es bildete sich schnell eine   lange Schlange, als die ersten VertreterInnen begeistert begannen, ihre   Vorstellungen vorzubringen. So wurde die Forderung nach einem sofortigen   Ende der Privatisierungsma&#223;nahmen von der Nehawu (Gewerkschaft der   Angestellten im Bildungs- und Gesundheitsbereich) vorgebracht und   Studierende begr&#252;ndeten die Forderung nach freiem Zugang zu Bildung und   Lehre. KollegInnen der Fisch verarbeitenden Industrie verurteilten das   System der Fangquoten, das eingef&#252;hrt wurde, um f&#252;r einen vermeintlich   besseren Zugang der Schwarzen ins Wirtschaftsleben zu sorgen.   Tats&#228;chlich tr&#228;gt diese Bestimmung nur dazu bei, die ArbeiterInnen in   ihrer Arbeit zu beschr&#228;nken und gleichzeitig der dunkelh&#228;utigen   kapitalistischen Elite des Landes den Weg f&#252;r weitere Gro&#223;investitionen   zu ebnen. Die Quoten schr&#228;nken die Fangrechte der &#246;rtlichen FischerInnen   ein und zerst&#246;ren die Lebensgrundlagen ganzer Familien, w&#228;hrend   gleichzeitig ein enormer Reichtum f&#252;r eine aufkommende Minderheit   dunkelh&#228;utiger Eliten zusammenkommt. Die &quot;Kampagne gegen   Zwangsr&#228;umungen&quot; rief die Versammelten dazu auf, sich &#252;ber zwei Dinge   klar zu werden: Erstens die Ursachen f&#252;r Armut und Arbeitslosigkeit, die   im Kapitalismus und der zur Zeit neoliberal ausgerichteten Politik zu   suchen sind, und andererseits die Verantwortung, die die ANC-Regierung   dabei tr&#228;gt.<\/p>\n<p class=\"western\">  All diese Ans&#228;tze sollten zun&#228;chst zusammengetragen und zur weiteren   Diskussion auf einem Folgetreffen am 20. September 2005 vorgestellt   werden. Dort soll dann auch ein Entwurf einer gemeinsamen Erkl&#228;rung und   m&#246;gliche Grunds&#228;tze diskutiert und abgestimmt werden.<\/p>\n<p class=\"western\">  Seit der ersten Zusammenkunft wurde versucht, das B&#252;ndnis in   verschiedene politische Richtungen zu dr&#228;ngen. Einige scheinen dabei den   Versuch zu unternehmen, die ganze Idee schon am Anfang scheitern lassen   zu wollen. Andere Kr&#228;fte sehen sich hingegen veranlasst, die Resolution   des achten COSATU-Kongresses in die Tat umzusetzen, die zur Gr&#252;ndung von   B&#252;ndnissen gegen Armut aufruft. Bis jetzt sind diese B&#252;ndnisse   lebendig&#8230;<\/p>\n<p class=\"sdfootnote\">  von Weizmann Hamilton, Johannesburg, Mitglied des Democratic Socialist   Movement (Schwesterpartei der SAV und Sektion des CWI in S&#252;dafrika)<br \/>  7. Oktober 2005 <\/p>\n<p class=\"sdfootnote\">  Anmerkungen: <\/p>\n<p class=\"sdfootnote\">  Der African National Congress wurde schon 1912 im kolonisierten   S&#252;dafrika gegen die Unterdr&#252;ckung britischer und niederl&#228;ndischer Kr&#228;fte   gegr&#252;ndet. Als nach der Einf&#252;hrung der rassistischen Apartheid-Politik   Ende der 1940er Jahre viele Widerstandsgruppen (gerade auch   Gewerkschaften) verboten wurden, wurde der ANC (teils unfreiwillig) zum   Sammelbecken des s&#252;dafrikanischen Widerstands. Zur weiteren Entwicklung   ein&#160; Artikel auf <a href=\"\/?p=11228\"> www.archiv.sozialismus.info<\/a><\/p>\n<p> In Kliptown, Soweto, wurde damals dem   weitgehendste Positionspapier der Befreiungsbewegung von Tausenden   Menschen zugestimmt, das dem ANC je aufgedr&#228;ngt wurde. Noch heute r&#252;hmt   sich der ANC damit auf <a href=\"http:\/\/www.anc.org.za\/ancdocs\/history\/charter.html\"> seiner Website<\/a>, obwohl die Tagespolitik l&#228;ngst ins Gegenteil umgeschlagen   ist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>       B&#252;ndnis gegen Arbeitsplatzvernichtung und Armut gegr&#252;ndet     <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[36],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11402"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11402"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11402\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11402"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11402"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11402"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}