{"id":11394,"date":"2005-10-07T11:08:48","date_gmt":"2005-10-07T11:08:48","guid":{"rendered":".\/?p=11394"},"modified":"2005-10-07T11:08:48","modified_gmt":"2005-10-07T11:08:48","slug":"11394","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2005\/10\/11394\/","title":{"rendered":"Weder faul noch hilflos!"},"content":{"rendered":"<p>  WASG-Jugend aktiv f&#252;r Ausbildung und &#220;bernahme  <\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  In Hamburg bilden nur noch 16 Prozent der Betriebe aus! Damit istHamburg   das absolute Schlusslicht im Bundesland-Vergleich. Gleichzeitigstieg die   Jugendarbeitslosigkeit von 2003 auf 2004 um 44 Prozent! Ausder Statistik   weggerechnet wurden diejenigen, die sich in   sogenanntenberufsvorbereitenden Ma&#223;nahmen, de facto Warteschleifen,   befinden. InHamburg allein 5 000.  <\/p>\n<p>  Dies ist f&#252;r uns Jugendliche eine nicht hinnehmbare Situation. DieWutist   gro&#223; und Widerstand l&#228;ngst &#252;berf&#228;llig!  <\/p>\n<p>  Mit Zahlen l&#228;sst sich leicht hantieren&#8230;  <\/p>\n<p>  Rufen wir uns nochmal ins Ged&#228;chtnis, dass uns die verschiedenenParteien   seit 1986 eine Ausbildungsplatzumlage versprechen, dievorsieht, dass   Betriebe, die nicht ausbilden, zahlen m&#252;ssen. Doch auch2004 mussten wir   uns wieder verarschen lassen: nichts mit Umlage,weniger Pl&#228;tze als im   Vorjahr und gleichzeitig ist unsere Zukunft jetztnoch durch Hartz IV   bedroht. Apropos Umlage: Nat&#252;rlich w&#252;rde nichtalles gut, wenn wir die   Ausbildungsplatzumlage h&#228;tten. Schlie&#223;lichwollen wir Ausbildung und   &#220;bernahme, nicht nur Strafzahlungen vonKonzernen &#8211; die das teilweise aus   der Portokasse begleichen k&#246;nnten.  <\/p>\n<p>  In Hamburg gibt es schon 3.600 jugendliche   Ein-Euro-Jobber,vorwiegendbesch&#228;ftigt im Garten- und Landschaftsbau, das   hei&#223;t Rasen m&#228;hen undHecken schneiden, auch schon mal in `Bonzeng&#228;rten`   im reichen StadtteilBlankenese. Vermarktet wurden die Ein-Euro-Jobs mit   der Argumentation `Vorbereitung und Qualifizierung auf Arbeit` &#8211;   Kippenstummel amElbstrand aufsammeln ist die Praxis.  <\/p>\n<p>  &#8230;doch hinter den Zahlen stehen wir!  <\/p>\n<p>  Neben wenig bildenden T&#228;tigkeiten stellen die Ein-Euro-Jobs f&#252;r   alleBesch&#228;ftigten eine gro&#223;e Gefahr dar: Wir werden einfach als   Lohndr&#252;ckereingesetzt. Ein-Euro-Jobs f&#252;hren zur Vernichtung   regul&#228;rerArbeitspl&#228;tze. Dazu kommt, dass sich die Chefs durch die gro&#223;e   Anzahlan Ausbildungsplatzsuchenden denken, sich jede Frechheit erlauben   zuk&#246;nnen. Die Angst unter Jugendlichen ist gro&#223;, keine   Ausbildungsplatzzu finden und schnell zu den &#252;ber 600.000 jugendlichen   Arbeitslosenbundesweit zu geh&#246;ren.  <\/p>\n<p>  Und hat man eine Stelle gefunden, ist der Druck gewaltig, sich fastalles   gefallen zu lassen, aus Angst, noch in der Probezeit entlassen zuwerden.   Da wird die Ausbildung zur Hotelfachfrau schnell zum Putzkurs.In der   Gastronomie hei&#223;t es dann, zehn Stunden W&#252;rstchen wenden oderKartoffeln   sch&#228;len.  <\/p>\n<p>  Wir kommen aus dieser beschissenen Situation nur durch   gemeinsameAktionen, gemeinsamen Kampf f&#252;r bessere L&#246;hne,   Ausbildungsbedingungenund &#220;bernahme! Zu leicht werden wir momentan gegen   einanderausgespielt, einfach durch die Knappheit der Ausbildungs-   oderArbeitsangebote.  <\/p>\n<p>  Widerstand jetzt!  <\/p>\n<p>  Am 5. September haben wir von der WASG-Jugend Hamburg &#8211; genauso   wieWASGler in Berlin und mehreren anderen St&#228;dten &#8211; mit ungef&#228;hr 40   Leutenin der Handelskammer gegen eine K&#252;rzung der Ausbildungsverg&#252;tung   auf270 Euro protestiert (K&#252;rzungsvorschlag von Herrn   Braun,DIHK-Pr&#228;sident). Doch das war nur der Anfang. Dadurch, dass wir   einfachreingegangen sind, musste die Handelskammer uns einen   Vertreterschicken, der uns anh&#246;rte. Aber damit ist noch kein   Ausbildungsplatzentstanden.  <\/p>\n<p>  Klar f&#252;r uns WASG-Jugendliche ist, dass wir die Handelskammer wieder   `besuchen` werden, um unseren Forderungen Nachdruck zu verleihen.   Dazum&#252;ssen wir uns Schwerpunkte setzen. Dies k&#246;nnte zum Beispiel   einbestimmter Betrieb sein, der entweder Ausbildungsstellen k&#252;rzt,   Azubiskeine &#220;bernahme gew&#228;hrleistet oder Azubis zu Sklavenl&#246;hnen   mitausbildungsfremden T&#228;tigkeiten besch&#228;ftigt. Man k&#246;nnte bei   diesemBetrieb eine Outing-Kampagne durchf&#252;hren, die Einrichtungen   regelm&#228;&#223;igaufsuchen, davor protestieren und auf die Situation aufmerksam   machen,die Belegschaft informieren und unterst&#252;tzen.  <\/p>\n<p>  Als Beispiel kann uns der erfolgreiche Kampf der   StuttgarterKlinikum-Azubis dienen, die gerade durch kreative   Protestaktionen undUnterschriftensammlungen ihre &#220;bernahme erzwungen   haben. In Hamburgsind viele, die bei unserer WASG-Jugendgruppe aktiv   sind, in einerErzieherausbildung und haben somit sehr schlechte Chancen,   &#252;bernommenzu werden. In den Einrichtungen wird seit Jahren gek&#252;rzt,   viele warenschon bei den Kita-Protesten letztes Jahr aktiv dabei und   wollen sichjetzt gegen die Perspektive `Drei Jahre Ausbildung und   danacharbeitslos` wehren.  <\/p>\n<p>  Auf Wirtschaftsbosse und Politiker zu hoffen &#8211; genauso wie der Satz:   `Das betrifft mich nicht!` &#8211; ist f&#252;r&#180;n M&#252;ll. Schluss mit   dieserPerspektivlosigkeit. Wir erk&#228;mpfen unsere Zukunft selbst, auf   denStra&#223;en und in den Betrieben, gemeinsam undsolidarisch!  <\/p>\n<p>  <i>von Gina Cornehl, Hamburg<\/i>  <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n WASG-Jugend aktiv f&#252;r Ausbildung und &#220;bernahme\n <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[50],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11394"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11394"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11394\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11394"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11394"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11394"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}