{"id":11379,"date":"2005-09-17T15:24:56","date_gmt":"2005-09-17T15:24:56","guid":{"rendered":".\/?p=11379"},"modified":"2005-09-17T15:24:56","modified_gmt":"2005-09-17T15:24:56","slug":"11379","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2005\/09\/11379\/","title":{"rendered":"Berliner Abgeordnetenhauswahlen 2006"},"content":{"rendered":"<p>Den Widerstand gegen neoliberale Politik st&auml;rken &#8211; innerhalb und au&szlig;erhalb des Parlamentes!<\/p>\n<p> Diskussionspapier von WASG-Mitgliedern in Berlin<!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\"><span lang=\"en-US\">Auf dem Landesparteitag am 18. Juni hat die Berliner WASG beschlossen: <i>&#8222;Die WASG Berlin tritt im Oktober 2006 eigenst&auml;ndig zu den Berliner Abgeordnetenhauswahlen an, mit dem Ziel eine starke Opposition gegen die neoliberale Politik des SPD\/PDS-Senats im Abgeordnetenhaus zu bilden.&#8220;<\/i><\/span><\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\" lang=\"en-US\">Viele WASG-Mitglieder, ob GegnerInnen oder Bef&uuml;rworterInnen dieser Entscheidung, engagieren sich derzeit tatkr&auml;ftig im Bundestagswahlkampf, um das bestm&ouml;gliche Ergebnis f&uuml;r die Kandidatur der WASG auf den Listen der Linkspartei\/PDS herauszuholen. Und das aus gutem Grund: Denn damit werden nach dem 18. September endlich diejenigen mit einer politischen Stimme im Bundestag vertreten sein, die in den letzten Jahren gegen Bundeswehreins&auml;tze, Agenda 2010 und Hartz IV auf die Stra&szlig;e gegangen sind.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\" lang=\"en-US\">Gleichzeitig sind wir der Ansicht, dass der Beschluss f&uuml;r eine eigenst&auml;ndige Kandidatur zu den Abgeordnetenhauswahlen in einem Jahr weiterhin richtig und notwendig ist. Warum? Weil die WASG nicht nur als Reaktion auf die heutige SPD gegr&uuml;ndet wurde, die sich in ihrer siebenj&auml;hrigen Regierungskoalition mit den Gr&uuml;nen im Bund als Rammbock f&uuml;r den Neoliberalismus erwiesen hat. Die WASG wurde ebenfalls als Reaktion auf die heutige PDS gegr&uuml;ndet, die vor allem in Berlin, aber auch in Mecklenburg-Vorpommern und in vielen ostdeutschen Kommunen auf Regierungsebene Sozialk&uuml;rzungen mitbetreibt.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\" lang=\"en-US\">Es ist nicht &uuml;bertrieben zu konstatieren, dass die Frage der eigenst&auml;ndigen Kandidatur der WASG in Berlin im kommenden Jahr eine Schl&uuml;sselfrage f&uuml;r das Projekt einer neuen linken Partei darstellt.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm; font-weight: bold;\" lang=\"en-US\">Aktiv werden &#8211; beim Aufbau einer neuen politischen Kraft<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\"><span lang=\"en-US\">Bei aller Dramatik im letzten Vierteljahr (Ank&uuml;ndigung vorgezogener Neuwahlen, Lafontaines politisches Comeback, Linkspartei-Kandidatur und beeindruckende Umfragewerte) d&uuml;rfen wir nicht das origin&auml;re Ziel aus den Augen verlieren, das wir mit der Gr&uuml;ndung der WASG verbunden haben. Wir wollen nicht <\/span><span lang=\"\">einfach neue Mitglieder und W&auml;hlerstimmen gewinnen.<\/span><span lang=\"en-US\"> Das Ziel, das wir uns auf die Fahnen geschrieben haben, ist mittel- und l&auml;ngerfristig der Aufbau einer starken politischen Kraft f&uuml;r lohnabh&auml;ngig Besch&auml;ftigte, Erwerblose und sozial Benachteiligte. Eine Kraft, die nicht den gleichen Weg einschl&auml;gt, wie SPD, Gr&uuml;ne und PDS und vor dem Kapital kuscht. Eine Kraft, auf die ArbeitnehmerInnen und Erwerblose (nicht nur vor der Wahl) bauen k&ouml;nnen.<\/span><\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\" lang=\"en-US\">Nicht nur in Deutschland, sondern international hat die Sozialdemokratie im vergangenen Jahrzehnt den Rubikon &uuml;berschritten und sich davon verabschiedet, in irgendeiner Weise Arbeitnehmerpartei zu sein. Damit steht der Aufbau neuer politischer Formationen auf der Tagesordnung.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\" lang=\"en-US\">Eine neue Partei w&auml;re ein Angebot f&uuml;r ArbeitnehmerInnen und Jugendliche, &uuml;ber eine konkrete Auseinandersetzung &#8211; ob gegen Hartz IV, Arbeitsplatzabbau oder gegen einen Nazi-Aufmarsch &#8211; hinweg aktiv zu bleiben und sich dauerhaft politisch organisieren zu k&ouml;nnen. Die Existenz einer solchen Partei w&uuml;rde mit dazu beitragen, dass Proteste nicht isoliert bleiben und rasch wieder verpuffen. Vielmehr k&ouml;nnte sie f&uuml;r eine Vernetzung von Protesten sorgen.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\" lang=\"en-US\">Dar&uuml;ber hinaus k&auml;me einer starken politischen Kraft auf der Linken die Funktion zu, den Widerstand in die Parlamente zu tragen. Abgeordnete dieser Partei k&ouml;nnten Demonstrationen zu einer gr&ouml;&szlig;eren &Ouml;ffentlichkeit verhelfen, in den Parlamenten Anfragen starten und Gesetzesentw&uuml;rfe einbringen sowie bei Sabine Christiansen kontra geben.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\" lang=\"en-US\">Zudem w&uuml;rde eine neue politische Interessenvertretung ein wichtiges Forum f&uuml;r Debatten &uuml;ber Programme und Alternativen bieten.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\" lang=\"en-US\">Aufgrund der Entwicklung von SPD und Gr&uuml;nen sowie der Realpolitik der Linkspartei\/PDS besteht ein berechtigtes Misstrauen gegen&uuml;ber Parteien. Darum d&uuml;rfen bei der Bildung einer neuen politischen Kraft auf der Linken Theorie und Praxis nicht auseinanderklaffen. Grundlage muss die konsequente Ablehnung von Sozialabbau, Arbeitsplatzvernichtung und Privatisierung sein.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\" lang=\"en-US\">Basis der neuen Partei m&uuml;ssen alle diejenigen sein, die Opfer des sozialen Kahlschlags sind. Im Berliner Wahlkampf haben wir immer wieder die Erfahrung gemacht, dass die Rotstiftpolitik der PDS als Teil der Berliner Regierungskoalition nicht vergessen ist. Auf der Demonstration von Besch&auml;ftigten der Gr&uuml;nfl&auml;chen&auml;mter im August, die sich gegen die Zusammenlegung ihrer Bereiche und gegen den drohenden Arbeitsplatzverlust richtete, konnten sich WASG-Mitglieder bei vielen KollegInnen erst Geh&ouml;r verschaffen, als sie erkl&auml;rten, dass die WASG eine eigene Partei ist und vorhat, eigenst&auml;ndig zu den Abgeordnetenhauswahlen anzutreten. &Auml;hnliche Erfahrungen mussten auf anderen gewerkschaftlichen Protesten gesammelt werden.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm; font-weight: bold;\"><span lang=\"en-US\">Realpolitik der PDS<\/span><span lang=\"\"> &#8211; eine Warnung f&uuml;r die WASG<\/span><\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\" lang=\"en-US\">Eine Fusion der WASG mit der heutigen Linkspartei\/PDS ist abzulehnen. Eine gemeinsame Kandidatur zu den Abgeordnetenhauswahlen 2006 w&uuml;rde die Ziele, f&uuml;r die die WASG gegr&uuml;ndet wurde, sogar konterkarieren. Die Linkspartei\/PDS betreibt auf Regierungsebene selber Sozialabbau. Die PDS richtet massenhaft und freiwillig Ein-Euro-Jobs im &ouml;ffentlichen Dienst ein und vernichtet regul&auml;re Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnisse. Sie versteht sich nicht als Motor von sozialen Bewegungen, sondern h&ouml;chstens als Zaungast. Bei den Montagsdemonstrationen vor einem Jahr wurde weder der Apparat noch die potenzielle Mobilisierungskraft der 60.000 Mitglieder genutzt. Lebhafte Debatten und innerparteiliche Kritik &#8211; Fehlanzeige. Auf dem Berliner Parteitag, auf dem die KandidatInnen f&uuml;r die Bundestagswahl gek&uuml;rt wurden, konnten wir uns einmal mehr ein Bild davon machen. Selbst Liebich kam auf mehr als 80 Prozent, Keskin auf knapp 60 Prozent der Delegiertenstimmen &#8211; und das schon im ersten Wahlgang.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\" lang=\"en-US\">Berlin ist nicht die Ausnahme. &Uuml;berall, wo die Linkspartei\/PDS an Regierungen beteiligt ist, schreckt sie vor einer Konfrontation mit den Herrschenden zur&uuml;ck. Sie akzeptiert die leeren Kassen der L&auml;nder und Kommunen und f&uuml;hlt sich der neoliberalen &#8222;Haushaltkonsolidierung&#8220; um jeden Preis verpflichtet. In Berlin lehnt sie sogar die Erh&ouml;hung der Gewerbesteuer ab. Von sozialer Gerechtigkeit und Sozialismus redet sie nur noch an Feiertagen.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\"><span lang=\"en-US\">Der Kurs von Stefan Liebich und Harald Wolf wird von der Bundespartei mitgetragen. So hat Gregor Gysi auf dem Berliner Parteitag beispielsweise positiv Bezug darauf genommen. Auch am Parteitagsmotto <i>&#8222;Berlin: sozial, gerecht, attraktiv&#8220;<\/i> hat sich niemand gesto&szlig;en.<\/span><\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\" lang=\"en-US\">Nat&uuml;rlich st&ouml;&szlig;t einzelnen Mitgliedern die Realpolitik ihrer Parteispitze auf. Trotzdem sind keine Ans&auml;tze f&uuml;r eine ernstzunehmende innerparteiliche Opposition auszumachen.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\"><span lang=\"en-US\">Aufgrund der real existierenden Kr&auml;fteverh&auml;ltnisse w&auml;re im Fall einer Fusion das Karl-Liebknecht-Haus neben der Bundestagsfraktion das ma&szlig;gebliche Machtzentrum. Ohne radikalen Wandel der Berliner Linkspartei\/PDS w&uuml;rde die Liebich-Partei bei einer gemeinsamen Kandidatur zu den Abgeordnetenhauswahlen die WASG an die Wand dr&uuml;cken. Erst am 30. August konnten wir in der Berliner Morgenpost lesen: <i>&#8222;Die frisch gek&uuml;rte Linkspartei\/PDS schaut mit gemischten Gef&uuml;hlen auf den Bundestagswahlkampf. Das neue Linksb&uuml;ndnis mit der WASG auf Bundesebene wird zwar aus Parteidisziplin unterst&uuml;tzt. Auf Landesebene brauche man die &#8222;Gurkentruppe&#8220; WASG wahrlich nicht, betont jedoch Landeschef Stefan Liebich.&#8220;<\/i><\/span><\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm; font-weight: bold;\" lang=\"en-US\">Nach der Wahl ist vor der Wahl: Vorbereitung einer linken Kandidatur in Berlin 2006 <\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\"><span lang=\"en-US\">Der Berliner SPD\/PDS-Senat hat nahtlos an das soziale Massaker seiner Vorg&auml;ngerregierung angekn&uuml;pft. Unter Wowereit und Liebich wurde der Austritt aus dem kommunalen Arbeitgeberverband vollzogen, den vivantes-Besch&auml;ftigten ein Notlagentarifvertrag abverlangt, den KollegInnen bei der BVG Stellenabbau und Gehaltsk&uuml;rzungen verordnet und bei der Charite ein K&uuml;rzungspaket<\/span><span lang=\"\"> in H&ouml;he von 40 Millionen Euro geschn&uuml;rt (das ver.di aufgrund des Drucks von unten bislang nicht akzeptiert hat). Bei Krankenh&auml;usern und Verkehrsbetrieben sind die Weichen f&uuml;r die Privatisierung nach den n&auml;chsten Abgeordnetenhauswahlen gestellt. W&auml;hrend jeder sechste Berliner unterhalb der Armutsgrenze von 600 Euro im Monat lebt, k&uuml;rzt der Senat bei Sozialhilfeempf&auml;ngerInnen, bei Behinderten, streicht sozialen Projekten Gelder, bereitet Zwangsumz&uuml;ge f&uuml;r 30-40.000 ALG-II-Empf&auml;ngerInnen vor und bringt w&auml;hrend des Bundestagswahlkampfs K&uuml;rzungen beim Jugendhilfeetat in H&ouml;he von 33 Millionen Euro auf den Weg.<\/span><\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\"><span lang=\"\">Links ist, f&uuml;r die R&uuml;cknahme aller K&uuml;rzungen im Sozial- und Bildungsbereich und f&uuml;r den Stopp der Privatisierungspl&auml;ne einzutreten. Links ist, die R&uuml;ckkehr Berlins in den kommunalen Arbeitgeberverband und die R&uuml;cknahme der Arbeitszeitverl&auml;ngerungen und Lohnsenkungen im &ouml;ffentlichen Dienst einzuklagen. Links ist, die R&uuml;cknahme der Risikoabschirmung f&uuml;r die Bankgesellschaft und ein &ouml;ffentliches Besch&auml;ftigungsprogramm zur Schaffung von 100.000 Arbeitspl&auml;tzen im &ouml;ffentlichen Dienst zu fordern. <\/span><span lang=\"en-US\">Links ist, im Gesundheits- und Bildungsbereich Jobs zu tarif&auml;ren Standards zu schaffen, statt Ein-Euro-Jobs im &ouml;ffentlichen Dienst einzuf&uuml;hren und die Unternehmen f&uuml;r die Einstellung eines Arbeitslosen mit bis zu 9.000 Euro zu subventionieren. <\/span> <\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\" lang=\"\">Dar&uuml;ber wollen wir mit der Linkspartei\/PDS diskutieren. Und zwar &ouml;ffentlich, nicht hinter verschlossenen T&uuml;ren. Aber zeitlich begrenzt. Bis Anfang n&auml;chsten Jahres, damit wir gegebenenfalls eine eigenst&auml;ndige Kandidatur vorbereiten k&ouml;nnen. Grundvoraussetzung f&uuml;r eine B&uuml;ndniskandidatur mit der Linkspartei\/PDS ist ein fundamentaler Kurswechsel der Liebich-Fraktion im Abgeordnetenhaus beziehungsweise eine Aufk&uuml;ndigung der Berliner Regierungskoalition f&uuml;r den Fall, dass die SPD nicht bereit ist, den oben aufgef&uuml;hrten Forderungen nachzukommen (wovon auszugehen ist).<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\" lang=\"\">Wir haben keine Zeit zu verlieren, parallel dazu mit AktivistInnen aus dem betrieblichen und gewerkschaftlichen Bereich, aus sozialen Bewegungen, aus Sch&uuml;ler- und Studierendenvertretungen, aus antifaschistischer B&uuml;ndnisarbeit und aus Strukturen gegen die kapitalistische Globalisierung in den Dialog zu treten &uuml;ber eine gemeinsame Kandidatur, m&ouml;glicherweise auf einer offenen Liste der WASG. Diese AktivistInnen m&uuml;ssen in die Podiumsdiskussionen mit der Linkspartei\/PDS gleichberechtigt einbezogen werden, ihnen m&uuml;ssen aber auch Gespr&auml;chsangebote ohne PDS-Beteiligung gemacht werden.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\" lang=\"\">Au&szlig;erdem hilft uns eine stadtweite Kampagne gegen den Ausverkauf der &ouml;ffentlichen Daseinsf&uuml;rsorge in diesem Zeitraum, um die politischen Fragen zuzuspitzen, auf die Betroffenen der Senatspolitik zu orientieren und die Basis der WASG f&uuml;r eine m&ouml;gliche eigenst&auml;ndige Kandidatur auszubauen.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\" lang=\"\">Gleichzeitig gilt es, den Kampf gegen eine schnelle Fusion der heutigen WASG und der heutigen Linkspartei\/PDS aufzunehmen. Schlie&szlig;lich w&uuml;rde unsere Partei damit &uuml;ber Nacht Regierungspartei werden. Zudem w&uuml;rde damit der Beschluss der Urabstimmung ignoriert und die innerparteiliche Demokratie mit F&uuml;&szlig;en getreten werden.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\" lang=\"\">Stattdessen sollte nach dem 18. September die neue Bundestagsfraktion genutzt werden, um den Widerstand in den Betrieben und auf der Stra&szlig;e zu st&auml;rken, den Vorhaben der neuen Bundesregierung den Kampf anzusagen und an ArbeitnehmerInnen und Erwerblose zu appellieren, in die Debatte &uuml;ber eine neue politische Interessenvertretung einzusteigen.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm; font-weight: bold;\" lang=\"\">Eine eigenst&auml;ndige Kandidatur h&auml;tte Potenzial<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\"><span lang=\"\">Vor Beginn des Bundestagswahlkampfes war die Berliner PDS in den Umfragen abgest&uuml;rzt, in Ost-Berlin hatten sich die Ergebnisse verglichen mit den knapp 50 Prozent bei den letzten Abgeordnetenhauswahlen halbiert. Die Linkspartei\/PDS k&ouml;nnte bei den Bundestagswahlen auf mehr als 20 Prozent kommen, bei getrennt ausgewiesenen Ergebnissen liegen WASG und PDS sogar fast gleichauf. Die WASG allein k&auml;me laut Demoskopen bei Abgeordnetenhauswahlen aus dem Stand auf sechs Prozent, in Ost-Berlin sogar auf zehn Prozent. Eine eigenst&auml;ndige Kandidatur h&auml;tte alle Chancen, die F&uuml;nf-Prozent-H&uuml;rde zu &uuml;berwinden. Schlie&szlig;lich sitzt die Wut auf den SPD\/PDS-Senat tief. Harald Wolf meinte k&uuml;rzlich, dass man keine <i>&#8222;mildernden Umst&auml;nde&#8220;<\/i> geltend machen m&uuml;sse, sondern <i>&#8222;vors&auml;tzlich&#8220;<\/i> gehandelt h&auml;tte &#8211; das werden Zehntausende im Oktober 2006 zu w&uuml;rdigen wissen.<\/span><\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\" lang=\"\">Die inhaltlichen und praktischen Vorarbeiten f&uuml;r eine m&ouml;gliche eigenst&auml;ndige Kandidatur 2006 m&uuml;ssen unverz&uuml;glich nach der Bundestagswahl in Angriff genommen werden &#8211; um vorbereitet zu sein, falls die Verhandlungen mit der Linkspartei\/PDS im Sande verlaufen. Essenziell daf&uuml;r sind ernsthafte Bestrebungen, bekannte und gut verankerte VertreterInnen der Protestbewegungen gegen den Berliner Senat f&uuml;r eine Kandidatur zu gewinnen.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\" lang=\"\">Sollte es uns gelingen, in einem Jahr ins Abgeordnetenhaus einzuziehen, dann werden wir sicherlich keine B&auml;ume ausrei&szlig;en k&ouml;nnen. Aber mit einem Wahlerfolg w&uuml;rden wir alle diejenigen ermutigen, die gegen die Kahlschlagspolitik in den vergangenen Jahren protestiert haben und k&ouml;nnten den Widerstand auf eine neue Stufe heben. Wir k&ouml;nnten die Profitlogik herausfordern und zur Argumentation der &#8222;leeren Kassen&#8220; Alternativen aufzeigen.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm; font-weight: bold;\" lang=\"\">Aussichten<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\" lang=\"\">Obwohl Wowereit und Liebich an der &#8222;rot-roten&#8220; Regierung festhalten m&ouml;chten, ist ein vorzeitiger Bruch der Koalition nicht v&ouml;llig auszuschlie&szlig;en. Falls es f&uuml;r Schwarz-Gelb am 18. September nicht reichen und im Bund eine Gro&szlig;e Koalition eingef&auml;delt werden sollte, k&ouml;nnte die Parteispitze der Bundes-SPD Wowereit zur&uuml;ckpfeifen. Eine Ahnung von Kakofonie war bereits herauszuh&ouml;ren, wenn wir uns an die divergierenden &Auml;u&szlig;erungen von Wowereit und Schr&ouml;der im Bezug auf die Linkspartei\/PDS erinnern. Selbst SPD-Fraktionschef M&uuml;ller im Abgeordnetenhaus dachte bereits laut &uuml;ber andere Regierungsoptionen nach.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\" lang=\"\">Zu bef&uuml;rchten ist auch der Versuch der WASG-F&uuml;hrung, eine Fusion von WASG und Linkspartei\/PDS rasch durchzupeitschen.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\" lang=\"\">In beiden F&auml;llen darf eine gemeinsame Kandidatur in Berlin nicht zwangsl&auml;ufig sein. N&ouml;tig ist eine rechtzeitig vorgenommene eigenst&auml;ndige Entscheidung zu dieser Frage in der Berliner WASG. Ausgangspunkt f&uuml;r die Entscheidungsfindung bleibt, ob die Linkspartei\/PDS einen grundlegenden Kurswechsel einschl&auml;gt.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\" lang=\"en-US\">Bei einer CSU\/CDU\/FDP-Koalition im Bund w&auml;re die Fortf&uuml;hrung der SPD\/PDS-Koalition f&uuml;r alle diejenigen, die wie Lafontaine und Ramelow, Bisky und Ernst sp&auml;testens 2009 im Bund regieren wollen, geradezu ein Referenzprojekt.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\" lang=\"en-US\">Eines ist jedoch klar: Eine Fortf&uuml;hrung der &#8222;Haushaltskonsolidierung&#8220;, als zentrales Projekt des Senats, ist mit einem Ende der Politik des Sozialabbaus unvereinbar. Genauso wie die SPD im Bund nach der Wahl die Politik nicht um 180 Grad &auml;ndern wird, ist dies bei der SPD in Berlin genausowenig zu erwarten. Von einer Kurskorrektur der Linkspartei\/PDS in Berlin k&ouml;nnte in dem Fall nur dann glaubw&uuml;rdig gesprochen werden, wenn die Fortf&uuml;hrung der Koalition mit der SPD ausgeschlossen wird. Linke Wahlprogramme sind bei der momentanen Verfasstheit der von Wolf und Liebich gef&uuml;hrten Linkspartei\/PDS genauso viel<br \/> wert, wie ein linkes Wahlprogramm der Bundes-SPD.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\" lang=\"\">Der Aufbau einer neuen politischen Interessenvertretung steht und f&auml;llt damit, ob diese neue Partei anders als die &#8222;Altparteien&#8220; SPD, Gr&uuml;ne und PDS Sozialk&uuml;rzungen und Umverteilungsma&szlig;nahmen nicht nur in Worten, sondern auch in Taten ablehnt und in dieser Haltung prinzipienfest bleibt. Unverzichtbar ist zudem, dass die neue Partei auf den Grundlagen von innerparteilicher Demokratie begr&uuml;ndet wird. Oberstes Gebot ist eine k&auml;mpferische Ausrichtung gegen Lohn- und Sozialraub der Regierungen im Bund, aber auch in Berlin. Unter diesen Pr&auml;missen entscheidet sich die Zukunft der WASG ma&szlig;geblich in Berlin. Es ist an uns, erfolgreich f&uuml;r eine k&auml;mpferische und demokratische WASG in Berlin und im Bund zu streiten.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\" lang=\"\">Berlin, 3. September 2005<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm; font-style: italic;\" lang=\"\">Aron Amm, WASG Pankow<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm; font-style: italic;\" lang=\"\">Johannes Burczyk, WASG Neuk&ouml;lln<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm; font-style: italic;\" lang=\"\">Hakan Doganay, WASG Mitte-Wedding, WASG-Landesvorstandsmitglied<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm; font-style: italic;\" lang=\"\">Michael Hammerbacher, WASG Charlottenburg-Wilmersdorf<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm; font-style: italic;\" lang=\"\">Stefan M&uuml;ller, WASG Pankow<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm; font-style: italic;\" lang=\"\">Ullrich Peter, WASG Charlottenburg-Wilmersdorf<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm; font-style: italic;\" lang=\"\">Michael Pr&uuml;tz, WASG Steglitz-Zehlendorf<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm; font-style: italic;\" lang=\"\">Lucy Redler, WASG Kreuzberg-Friedrichshain<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm; font-style: italic;\" lang=\"\">Barbara Suhr-Bartsch, WASG Steglitz-Zehlendorf, WASG-Landesvorstandsmitglied<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Den Widerstand gegen neoliberale Politik st&auml;rken &#8211; innerhalb und au&szlig;erhalb des Parlamentes!<\/p>\n<p>Diskussionspapier von WASG-Mitgliedern in Berlin<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[30],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11379"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11379"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11379\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11379"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11379"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11379"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}