{"id":11348,"date":"2005-08-08T08:47:39","date_gmt":"2005-08-08T08:47:39","guid":{"rendered":".\/?p=11348"},"modified":"2005-08-08T08:47:39","modified_gmt":"2005-08-08T08:47:39","slug":"11348","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2005\/08\/11348\/","title":{"rendered":"Tarifvertrag des Grauens"},"content":{"rendered":"<p>Bundesweiter Streiktag von &Auml;rzten &#8211; 3000 bei Demonstration in Berlin<!--more--><br \/>\n &nbsp;<br \/>\nAm Ende einer Protestwoche von &Auml;rzten &uuml;berall in Deutschland nahmen am 5. August 3000 &Auml;rzte an einem Streiktag mit zentraler Kundgebung und Demonstration in Berlin teil. Aus verschiedenen St&auml;dten waren KollegInnen angereist, der Gro&szlig;teil der TeilnehmerInnen kam von der Berliner Charite. <br \/> <span style=\"font-weight: bold;\"><\/span>Hintergrund der Proteste ist die einseitige K&uuml;ndigung des Tarifvertrages durch die Arbeitgeber mit dem Ziel einen Tarifvertrag durchzusetzen, der massive Verschlechterungen beinhaltet: 10 % weniger Lohn f&uuml;r Neueinstellungen, sowie Vertragsverl&auml;ngerungen. Auf vielen selbstgemalten Schildern wurde mit Spr&uuml;chen wie &#x92;Vorsicht m&uuml;der Arzt&#x91;, &#x92;Arbeit ohne Grenzen&#x91; oder &#x92;Ulla in den Schichtdienst&#x91; ausserdem auf die schwierigen Arbeitsbedingungen hingewiesen: Unbezahlte &Uuml;berstunden (jedes Jahr werden den Arbeitgebern so 1 Milliarde Euro geschenkt), durch Bereitschaftsdienste verursachte Arbeitszeiten von bis zu 30 Stunden am St&uuml;ck, kaum Zeit f&uuml;r die PatientInnen&#8230; <\/p>\n<p> Dementgegen forderte der Vorsitzende des Marbuger Bundes Ullrich Montgomery unter anderem die Bezahlung aller geleisteten &Uuml;berstunden, sowie Zuschl&auml;ge f&uuml;r Nacht- Wochenend- und Feiertagsdienste und die Abschaffung von kurzfristig befristeten Arbeitsvertr&auml;gen (allein in Badem W&uuml;rtemberg w&auml;ren 80 % aller &Auml;rzte von dem neuen Tarifvertrag betroffen, da sie nur kurzfristig begrenzte Tarifvertr&auml;ge haben). Der Marbuger Bund hatte zu den Protesten aufgerufen. <\/p>\n<p> <span style=\"font-weight: bold;\">Rolle<\/span><span style=\"font-weight: bold;\"> von verdi<\/span><span style=\"font-weight: bold;\"> <\/span><br style=\"font-style: italic;\"> <br \/> Dr. Martin Krause vom Universit&auml;tsklinikum Heidelberg griff in seiner Rede Ullrich Montgomery an und forderte die F&uuml;hrung des Marbuger Bundes auf, die Interessen der &Auml;rzte unabh&auml;gig von verdi zu vertreten. Die verdi-F&uuml;hrung &uuml;bt sich in der Auseinandersetzung im Stillhalten. Nachdem sie schon beim Krankenhauskonzern vivantes alle Schweinereien mitmachte soll nun bei der Charite ein &auml;hnlicher Abschluss &uuml;ber die B&uuml;hne gehen. Dabei w&auml;re sie gerade jetzt in der Pflicht, ihre Mitglieder, &Auml;rzte, Pfleger und Schwestern, ebenfalls zu Protesten und Streiks aufzurufen und den die Mitglieder des Marburger Bundes davon zu &uuml;berzeugen, dass man gemeinsam am st&auml;rksten ist, dass nur gemeinsam die Angriffe verhindert und bessere Arbeitsbedingungen durchgesetzt werden k&ouml;nnen und ein gemeinsamer, f&uuml;r alle geltender Tarifvertrag her muss. Spr&uuml;che wie &#x92;Jeder Arbeiter bei VW, Opel (&#8230;) kriegt Nachtzuschl&auml;ge, wir kriegen Abz&uuml;ge&#x91; oder &#x92;Eliten werden zerst&ouml;rt indem (Arzt-) Geh&auml;lter gek&uuml;rzt werden&#x91;, wie sie Dr. Martin Krause in seiner Rede brachte helfen wenig, sie machen eher eine Kluft auf zwischen &Auml;rzten und anderem Personal im Gesundheitswesen. Die Politik des Marbuger Bundes l&auml;uft letztendlich auf eine Spaltung der Belegshaft hinaus, dies kann nicht das Ziel sein. Vielmehr muss es darum gehen, die guten Ans&auml;tze von Protesten und Streiks weiterzuf&uuml;hren und f&uuml;r einen guten f&uuml;r alle geltenden Tarifvertrag zu k&auml;mpfen. <\/p>\n<p> <span style=\"font-style: italic;\">von Nelli T&uuml;gel, Berlin<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bundesweiter Streiktag von &Auml;rzten &#8211; 3000 bei Demonstration in Berlin<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[17],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11348"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11348"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11348\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11348"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11348"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11348"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}